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Autor Thema: Bugaufprallschaden - Arleigh Burke Klasse  (Gelesen 575 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Ulrich Rudofsky
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DONT GIVE UP THE SHIP



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« am: 28 Februar 2008, 16:03:48 »

Je nach Quelle ist der Schaden durch "Bugaufprall" (bow slam/slamming) im steilen Wellengang auf 13 Arleigh Burke DDGs von gering bis extensive beschrieben worden.  Auf alle Fälle kosten die Reparaturen und Verbesserungen mehr als $63 Millionen.   
http://www.navytimes.com/.../navy_ddgbowslam_071014w/
http://www.janes.com/press/press/pc071015_1.shtml
http://www.sintef.no/uplo...veLand%20presentation.pdf
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Ulrich Rudofsky
Big A
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Name: Axel Schilling

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« Antwort #1 am: 29 Februar 2008, 06:54:22 »

Ist es nicht immer wieder erstaunlich, dass trotz langer Erfahrung und fortschrittlicher Designtools die Natur doch immer wieder neue Überraschungen bereit hält!
Oder kann man das auch als Hinweis auf mangelnde "ship-handling-capabilities" auf Seiten der USN und ihrer Kommandanten zurückführen?
Dass irgendwann mal etwas passieren kann ist wohl nicht wegzudiskutieren, aber Schäden auf 13 Schiffen?

Axel
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Name: Jens Uwe Sutter

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« Antwort #2 am: 29 Februar 2008, 10:54:38 »

Ich denke da gucken wir nur von oben in die hier so sprichwoertliche „Can of Worms”. Da kommt man leicht vom Hundertsten aufs Tausendste.

Schiffe werden Heutzutage gern am Computer gebaut. Das macht vieles billiger und manches schwiriger. Modernste Simulationsprogramme in Naval Architecture sind faszinierend in dem was sie leisten und faszinierend in dem was sie nicht koennen.

Wir bilden erheblich mehr Softwareingeneure aus als Marineingenieure. Das macht Sinn – wir brauchen auch mehr Softwareingenieure ... aber vielleicht nicht nur Softwareingenieure?

Bei uns hier im Institute of Naval Architecture and Marine Engineering sind inzwischen nicht nur die Mehrzahl der Studenten sondern auch zunehmend die Lehrenden aus Griechenland oder aus Fernost.
Ein Freund von uns aus dem Marineschiffbau witzelte mal etwas melancholisch, dass die Nachfolger der Daring Class Destroyer in Singapur entwickelt und in China gebaut werden muessen.

Nicht, dass es Marine Know How in Europa nicht mehr gibt! Aber Glanzlicher modernen Marineschiffbaus in Europa oder Nordamerika sind meist  Produkte wie die „Bourbon Orca“ mit ihrem Ulstein Bug, die aus einer langen, langen Reihe von Vorgaengerbauten entstanden ist.
Oder Erfolgsstories wie Mayer Papenburg, die jedes zukuenftige Schiff auf dem Know How des noch warmen Ablaufstapels bauen koennen.
Aber so ein Schiff nach dem anderen (disigned nicht bloss gebaut!!!) – das gibt es im Marineschiffbau kaum mehr.

Und selbst Sicherheitsrelevante Werften werden heut gern wie Eckkneipen gehandelt; heute mal bei einem Europaeischen Mischkonzern, Morgen in einem Tourismusunternehmen, dann in einem Investmenthaus mit Spezialgebiet Schwerindustrie. Da gehen ausgedehnte Entwicklungsabteilungen schnell mal den Bach runter, weil die selbst auf Fuenfjahresplaene gerechnet nicht sichtbar Rendite bringen. Die wickelt der neu eingekaufte Manager mit Erfahrung bei Kaffeeroestereien und Investmentbanking, denn schnell mal ab.
Da geht aber halt dann Know How den Bach runter, das auf Jahrzehnte gerechnet den Unterschied zwischen Top oder Flop ausmachen kann. Aber ein Mitarbeiter mit Erfahrung in drei vorangegangenen Zerstoerprojekten ist vermutlich auf dem Papier erstmal teuer als die naechste Version Simulations-Software.

Europa – und ich denke auch Nordamerika – haben da in den letzten Jahrzehnten erheblich „interlektuelle Werftkapazitaet“ abgewrackt. 


Das es nun ausgerechnet die Amerikaner erwischt hat ist und dann noch mit einer Gross-Serie ist frustruierend aber letztendlich halt ein irgendwann zu erwartendes Problem.
Selbst so grosse Serien werden ja in Batches gebaut, das zweite hoffentlich besser als das erste, das dritte besser als das zweite. Aber normalerweise geht es da eher darum noch mal einen Hangar draufzusetzen oder wegzunehmen, eine Kannone gegen einen Werfer auszutauschen oder umgekehrt. Der einmal designte Schiffskoerper wird nicht mehr wirklich angetastet. Der ist und bleibt ein Prototyp. Das mitten drin zu aendern kommt viel, viel zu teuer (selbst beim patriotischen Amerikanischen Steuerzahler).

Zerstoerer sind selbst bei der US Navy abzaehlbar geworden. 1950 haette man vielleicht noch Staat machen koennen bei einer Art ‚Wetten das’ alle US Zerstoerer mit Namen zu kennen. Heutzutage braucht man dazu einen langweiligen Nachmittag und Wikipedia.

Damit aber gibt es nicht mehr elf Zerstoerer Klassen mit graduellen Veraenderungen und Modifikationen sondern es gibt eben ‚die’ Zerstoerer der US Navy mit allen Problemen einer Prototypen Klasse wie sie letztendlich auch die Hippers mit sich herumgeschleppt haben.

Changing times.

Ufo

P.S. Danke Ulrich, dass Du uns immer so prompt mit den maritimen New aus der Neuen Welt versorgst"
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Ulrich Rudofsky
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« Antwort #3 am: 29 Februar 2008, 13:04:37 »

@Big A 
Zitat
Dass irgendwann mal etwas passieren kann ist wohl nicht wegzudiskutieren, aber Schäden auf 13 Schiffen?

Die USN Ausrede ist, dass diese Schiffe nicht für so lange Einsätze gebaut wurden.... Matrose lacht laut Aber du hast auch recht mit dem "ship handling".  Manche Kommandanten haben wenig Erfahrung weil sie nur kurz auf Schiffen dienen und dann wieder einen Schreibtisch segeln.  Die USN Laufbahnleitern zum KzS sollen angeblich geändert werden.   
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Ulrich Rudofsky
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