m.z.m.
Oberbootsmann
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« Antwort #9 am: 08 März 2008, 20:30:50 » |
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Hallo Kpt.H.W. Schleiter hat beschossen sich vorzustellen und gleichzeitig etliche Fragen zu der Zusammenstellung ,Lieferzeit und Ausführung der neuen Ätzteile zu beantworten.
Nach wie vor alle weiteren Fragen zu dem Bausatz und den neuen Ätzteilen an mich.
m.z.m.
Hallo Modellbaufreunde
Ich bin ein Kunde von Herrn Zinnecker und arbeite mit vielen seiner Modellbaukästen. Ich bin 24 Jahre zur See gefahren, davon 14 Jahre als Kapitän und eine kurze Zeit war ich auch Reserveoffizier der Bundesmarine. Modellbau ist mein Hobby seit meinem 12. Lebensjahr, denn Schiffe waren und sind meine Passion mein ganzes Leben lang. Seit 2004 bin ich pensioniert, lebe in Costa Rica und baue nun Schiffsmodelle. Da ich eine ganze Flotte bauen möchte, war sehr schnell klar, daß ich nicht alles allein machen kann. So griff ich auf vorhandene Modellbaukästen zurück, verbesserte und korrigierte diese. Alle diese Modellbaukästen waren für mich jedoch nicht detailliert genug und so begann ich zu Anfang einfache, später komplexe, zusammengesetzte Ätzteile zu entwickeln. Da ich auch Ingenieur bin, beherrsche ich Konstruktions – Zeichenprogramme recht gut. Inzwischen gibt es ca 4000 verschiedene Ätzteile für die Reichs- und Kriegsmarine im Maßstab 1:100. Als Vorbilder nahm ich mir unter anderem die Bücher der berühmten Modellbauer Georg Dürr „ Modelle meisterhaft gebaut“ sowie Hern Josef Kaiser’s Buch „Bismarck - Das Modell“ usw. Viele Ätzteile wurden aber auch nach Fotos von Originalschiffen aus Büchern wie z.B.: „Bismarck -Das Original“ (ebenfalls von Herrn Josef Kaiser) und vielen anderen Vorlagen entwickelt. Für die „Yamato“ (Nichimo Baukasten 1:200) entwickelte ich Ätzteile nach dem Buch „The Battleship Yamato“ aus der Serie „Anatomy of the Ship“.
Als erstes Modell von Herrn Zinnecker habe ich den Schlachtkreuzer „von der Tann“ gebaut. (siehe Fotos) Ich denke, es ist ein sehr schönes und sehr detailliertes Modell geworden. Fast sämtliche Ätzteile für dieses Schiff können für alle Schiffe der Reichsmarine verwendet werden. Zur Zeit habe ich das Schlachtschiff „Baden“ und natürlich die „Bismarck“ in Bau. Die „Baden“ ist zu einem Drittel fertig und die Bismarck ist ¾ fertig.(siehe Fotos) Herr Zinnecker war begeistert, als er die ersten Fotos meiner Modelle erhielt und wir beschlossen, gemeinsam die Ätzteile auch anderen Modellbauern zur Verfügung zu stellen. Wir sind im Begriff, dieses System auszubauen Um festzustellen, ob ein Bedarf für meine Ätzteile besteht, haben wir vorab die Bilder meiner Schiffe in Netz gestellt. Zur Zeit arbeiten wir daran, Platinen zusammenzustellen, die für andere Modellbauer von Nutzen sind d.h. auch für andere Schiffe zu verwenden sind. Da meine Ätzteile in verschiedenen Stärken (0,1 – 0,5 mm) erstellt werden, ist es unmöglich, komplette Platinen für einzelne Baugruppen (z.B.: Schornstein Bismarck ) zu erstellen. Viele Ätzteile werden auch in hoher Anzahl auf einem Modell benötigt wie z.B Bullaugen, Türen, Reelingsstützen, Deckskanten, Lukendeckel, Treppen, Niedergänge, Stützen für Handläufer, Fußpferde usw. Diese stellen wir auf Platinen zusammen, so daß sie in einzelnen Gruppen zu kaufen sind. Teile wie z.B. Radar (FT) Antennen, Scheinwerfereinsätze, Seiltrommeln, Davits werden in kompletten Gruppen zusammengefaßt. Für zusammenzusetzende Ätzteile werden Zeichnungen, Erlärungen und Fotos mitgeliefert. Zur Zeit arbeiten wir daran, die Ätz- und Belichtungsvorgänge so zu optimieren, damit die Ätzteile auch erschwinglich bleiben. Außerdem ist geplant, die neuen Platinen so zusammenzustellen, daß man verschiedene hohe Ausbaustufen (Detailgenauigkeit) der Modellbaukästen erreichen kann - je nach Gefallen und Geldbeutel. Alle Ätzteile werden von mir ausprobiert und notfalls verbessert, so daß auch ein noch ungeübter Modellbauer diese einbauen kann. So braucht man keine Feinlötarbeiten vornehmen sondern nur kleben (Schnellkleber unterschiedlicher Viskosität) Die Ätzteile sind sehr genau (im Zehntel Milimeterbereich). Sie sind auf die Baukästen abgestimmt, d.h. sie sind wie die gegossenen Baukastenteile nicht immer hundert prozentig plangenau. Will man diese noch genauer machen , muss man die angegossenen Einzelteile abschleifen und durch kompliziertere zusammengesetzte, aber auch teureÄtzteile ersetzen. Viele komplexe Ätzteile werden in Steck- und Falttechnik (ähnlich dem Karton – Modellbau) entwickelt. Ich entwickele alle meine Ätzteile für das Material Neusilber (mittelhart lassen sie sich dann etwas besser biegen) Das hat den Vorteil, daß sie - besonders für Fahrmodelle - robuster sind. Jedoch lassen sich nicht so oft hin und her biegen wie Messingätzteile. Neusilber semi matt lackiert gibt für diese Stahlgiganten einen schönen Effekt und die angeätzten Oberflächendetails bleiben wurderbar erhalten, was sonst durch Farbe leicht überdeckt wird. Zum Ätzen benutzen wir nur Maschinen- Sprühätzverfahren, das wesentlich genauer als Tankätzverfahren ist.
Zum Schluss lieber Modellbauer, bitte haben Sie noch etwas Geduld und verfolgen Sie diese Webpage. Im Laufe diesen Jahres werden wir immer mehr Ätzteile und komplette Platinen - Sätze anbieten. Es sehr zeitaufwendig und kostenintensiv, so etwas zu entwicklen und eigentlich bin ich ja schon pensioniert --- es macht aber Spaß. Richtig schnell entwickeln kann ich erst, nachdem ich das Modell der Bismarck in ca. 4 – 5 Monaten fertig gestellt habe. Aber in der Zwischenzeit werden schon viele Ätzteile angeboten werden. Ein paar Zahlen zu meiner Bismarck: Ca. 35000 Teile, davon ca. 18500 Ätzteile, 70 ferngesteuerte Funktionen, Bauzeit ca. 7500 Stunden. (es ist ein Modellbaumonster, aber wunderschön) Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß bei Ihrem Modellbau und ich hoffe, daß ich Ihnen helfen kann, noch bessere Modelle zu erstellen.
Mit besten Grüßen aus dem sonnigen Costa Rica Kapitän
Hans Werner Schleiter
Die hier dargestellten Ätzteile sind zur Zeit noch nicht frei erhältlich !!
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