... Der Fehler: 25kn sind nicht 0,5m/s sondern ca. 12,5m/s (25*1,8*1000/3600 oder vereinfacht 25/2)
5m*1,7 = 8,5m/s, war also wohl etwas konservativ geschätzt. Da müssten mindestens 12,5m/s raus kommen.
Lehre daraus:
Das Wasser durch das sich der Propeller schraubt steht doch! (In der Praxis allerdings nicht ganz)
Macht es dies nicht, so hat man große Verluste. Deshalb beschleunigen Schiffe ohne Verstellpropeller auch schlecht.
Johannes
Wohlbemerkt!

Hab Dank! So freut mich eine Debatte denn ja doch wenn man sich Zeit und Musse nimmt anderer Leuts Darstellungen richtig zu lesen, zu begutachten, Fehler zu entdecken und daran zu knabbern!
Vielen Dank dafuer!
Richtig – mein Dampfer war zu langsam – mein Dampfer faehrt mit der geschaetzten Geometrie sogar rueckwaerts!

Ich bitte das zu entschuldigen. Es ehrt Dich dass Du eben nicht (!) einfach davon ausgegangen bist dass dieses oder jenes einfach richtig ist!
Dogmen sind ja doch in einem Forum zu religioesen Fragen besser aufgehoben.
Ob ich nach wie vor denke, dass Propeller ein Schiff durch Massenverlagerung antreiben? Doch, doch! Das schon. Wasser hat halt keine Balken.
Ich hab keinen Scanner um Abbildungen aus Buechern zu praesentieren aber ich hab mal eine Handvoll recht einfach greifbarer Informationen aus dem Netz zusammengesucht – durchaus gute Sachen! Nix Wikipedia oder so!
Bleiben wir doch bei der Schraube aus dem Beispiel; neun Meter Durchmesser, fünf Meter Steigung.
Schraubt die sich einmal um sich selbst (Wie ein Korkenzieher halt oder Schraube in Knetgummi), dann hat die einen Wasserzylinder von einer Flache von Kreis (63.62 Quadratmeter) mal eben der Hoehe (318.1 Kubikmeter) durchlaufen. Das heist das Wasservolumen durchlaeuft die pro Umdrehung.
Nun ist Wasser aber fluessig. Die Schraube hat also einen 'slip'. Das heist bei jeder Umdreheung schaft sie weniger als ihre eigene Steigung.
Hier:
http://www.manbw.com/article_005405.htmlhat MAN eine recht schoene Broschuere die Schiffsdaten erklaert. (Die Broschuere finde ich sowieso sehr empfehlenswert, wenn man etwas in Schiffsgeometrie eintauchen will.) Auf Seite 15 finded sich eine Graphik, die recht schoen erklaert wie man sich das mit dem Slip vorstellen darf und wo der Unterschied zum Korkenzieher ist.
Ich denke mal die Schiffsmaschienenbauer von MAN wissen was sie zu diesem Thema publizieren.
Eine langsam drehende Riesenschraube optimiert fuer genau einen Wirkungsbereich schafft vielleicht einen Slip von wenigen Prozent, Schrauben fuer weitere Wirkungsbereiche eher um die 10 Prozent, Schrauben unter Lastwechseln, Gasgeben, Bremsen auch gern mal ueber 100 Prozent.
Unsere Schraube aus dem Beispiel habe mal einen Slip von 8 Prozent. Wasser laesst sich nicht zusammendruecken. Wenn die Schraube sich pro Umdreheung nur 92 Prozent vorausbewegt, muss der Wasserzylinder halt die restlichen 8 Prozent nach hinten.
Das heist die Schraube schaufelt mit jeder Umdrehung 25 Kubikmeter Wasser nach hinten, hundert mal pro Minute.
Das erzeugt einen ganz achtbaren Schraubenstrom – englisch the Screw Race. Da bleib ich erstmal bei und damit bin ich auch gar nicht so alleine.
Hier in einer den meisten von uns vermutlich recht vertrauten Sammlung von Artikeln finded sich ein Beitrag von Stuart Slade zu Propellern:
http://www.navweaps.com/index_tech/tech-034.htmSo im unteren Drittel des Beitrages schreibt er zum Screw Race:
"... the fact that the propeller works in the ship’s wake. What is normally called a wake isn’t; its a combination of the ship’s real wake and the race from the screws. Differentiating between the two is easy - the race travels backwards relative to the ship, the wake travels in the same direction as the ship but at a lower speed."
Nun - The race travels backwards – meint zumindest dieser Marineingenieur.
Und dieser Schraubenstrom ist auch keineswegs eine immaginaere Groesse. Das ist schon Wasser, was nach hinten geworfen wird mit der selben verheerenden Wirkung wie Zementsaecke.
Darum finded man Beitrage dazu auch weniger unter der Rubrik 'Schiffbau' als vielmehr in 'Strom- und Hafenbau'. Die betrifft das naemlich wenn die Propellerstroeme von Schiffen Kanalsohlen errodieren oder Spundwaende auswaschen.
Hier aber mal ein Beispiel aus dem eher unverdaechtigen Bereich des Umweltschutz:
http://www.crctourism.com...013_CruiseShips-FINAL.pdfAb Seite 24 geht es da um den Effekt von Propellersroemen. Da finden sich dann auch einige recht einfache Naeherungen zu dem Thema.
Wenn man aber tiefer einsteigen will empfiehlt sich vielleicht ein Besuch bei Google Books:
Wenn man in den Rawson/Tupper guckt (Band II, Seite 403 ff) kann man in ziemlich Detail in der Geschichte versinken.
http://books.google.com/b...JHKiRdVX0FUZNVE#PPA404,M1(Mag sein, dass der Link nicht geht. Ich glaube man muss sich anmelden (kostenlos) bei Google Books. Einfach einlogen und "screw race" eingeben – der vierte oder fuenfte Link ist Rawson Tupper.)
Auf Seite 403 heisst es dann ganz explizit: "... the force available for propelling a ship could be related to the momentum of the screw race." Das les ich so dass der Vortrieb des Schiffes direkt proportional ist Zum Impuls im Propellerstrom.
Ein weiterer interessanter Punkt vielleicht zur Frage Sog oder Druck den Propellerstrom bewegt und damit das Schiff antreibt finded sich auf Seite 404.
"... half the velocity increase experienced in the screw race is caused by the suction of the propeller and takes place before the water enters the propeller disc."
Sieh da – es haben alle recht! Der Propellerstrom entsteht durch Sog und Druck!
Aber es impliziert eben auch, dass sich der Propeller nicht durch (relativ) stehendes Wasser schraubt, sondern dass er Wasser aktiv beschleunigt.
Wenn man grad bei Google Books ist lohnt noch ein Blick in Tsinker, Marine Structures Engineering
http://books.google.com/b...qBlteP660xy-ZBE#PPA266,M1Seite 30ff
Auf Seite 31, Abbildung 1-10 eine ganz interessante Graphik wie man sich den Propellerstrom vorstellen darf (umgeben von Formeln wie man den berechnen kann).
Tja – lange Rede kurzer Sinn – ich denke nach wie vor ein Schiffspropeller bewegt Wasser im Propellerstrom (oder Screw Race) achteraus und treibt damit das Schiff an.
Andere Ideen, Einwuerfe, Vorschlaege, Quellen, Fehlerentdecker, ... immer willkommen.
Noch hab ich kein Dogma daraus gemacht.
Ufo