@Lord
Um von den Briten noch operativ verwendet werden zu können, mußte der Gruß innerhalb von Stunden abgefangen und zum britischen OIC gelangt sein. Da kommt nur Funk in Frage.
Meine Vermutung wäre deshalb, das der Gruß von einer Funkstelle an Land abgesetzt wurde.
hm..von wiederständlern gefunkt?also der brief? Warum sollte man von Land aus Funken..Und wenn ja, weiß man ja nicht von wem das ganze kommt..Oder war bekannt "Ernst Lindemann = Kapitän der Bismarck"? Von Land aus wird ja wohl nich mit den Bismarckfunkschlüssel gefunkt sein oder? Kenn mich funktechnisch nicht so aus..vllt. kann mir da jmd weiterhelfen
Na, ich denke wir können uns schon relativ sicher sein, dass so ein Funkspruch nicht direkt aus Bismarcks Hauptantenne gekommen ist.
Erstens kennt man Bismarcks (rekonstruiertes) Kriegstagebuch. Da tauchen ihre Funksprüche drin auf. Nicht nach Text wohl aber nach Inhalt. Demnach hat sie in Norwegen nicht gerade Plauderstündchen abgehalten. Macht auch Sinn. Der B-Dienst war ausgesprochen gut darin Aufklärung einfach aus Funkmenge und der Morse-Handschrift von Funkern zu betreiben. Die werden ihren Gegnern gleiches zugetraut haben. So Funksprüche wir "Liebling wo im Seesack sind meine Rasierklingen?" werden nicht über kompromitierende Sender gegangen sein.
Zweitens kann man aus verschiedensten Kriegsmarine Tagebüchern relativ genau die Funkdisziplin erkennen. Selbst der Kommandant einer schweren Einheit wird nicht mal eben zur Enigma getrottet sein um "For she's a jolly good fellow, for she's a jolly ..." nach Hause zu senden.
Wenn die Geschichte von dem Spruch echt ist – ich teile da Kallis Skepsis - dann wird irgend ein Adjudant mit der Bakasse an Land geeiert sein, um erstens Schnürsenkel zu besorgen, zweitens einen Film, drittens frische Eier, viertens zwölf Briefe abgeben und (vielleicht) einen Funkspruch beim Standortkommandanten loszuwerden. Kleinbesorgungen eben. Sachen, die eben nicht durch die offiziellen Kanäle laufen.
Würde wie Mario schrieb ja auch Sinn machen weil die Luftwaffen- und Heeres-Enigma zu dem Zeitpunkt von den Briten zeitnah gelesen werden konnten, die der Marine nicht. By the way – es wäre für die relativ frühe Phase der Funkaufklärung eine ausgesprochene Meisterleistung der Briten den Funkspruch aus dem täglichen Gewäsch der Heeres-Sprüche herauszufiltern, richtig der Marine zuzuordnen und flugs die richtigen Schlüsse zu ziehen. Aber möglich wärs natürlich.
By the way – hat jemand eine alte Ausgabe der Mitgliederliste der Marine Offizier Hilfe oder der Marine Offizier Vereinigung, oder eventuell auch von Crew 13? Manchmal stehen Angehörige / Hinterbliebene mit Geburtsdatum drin.
Wäre ja mal spannend ob Frau Lindemann eventuell ganz banal im Februar Geburtstag hat oder im November.
Aber in jedem Fall ein interessantes Puzzlestück, welches das Dranbleiben schon lohnt!
Vielen Dank dafür an unsere Gebirgsmarine!
Ufo