als Schiffsjunge wurden wir in Blankenese auf unseren Übungsmast (20 m) täglich trainiert
damit wir die Höhenangst verlieren.
Zu Anfang hat man natürlich die Hosen voll aber Übung macht den Meister.
Die Grundregel war "Eine Hand für dich und eine fürs Schiff".
Später wurden wir Schiffsjungen auch eine Zeitlang auf der Passat trainiert.
Die Masten waren gewaltig hoch und wenn man in den Fußpferden außen
an der Rah stand, kostete es gewaltige Überwindung dem Schiff eine Hand zu geben.
(dabei lag das Schiff ruhig im Hafen)
Die Angst da oben habe ich nie ganz verloren.
Später als Leicht-oder Vollmatrose hatten wir die oft die Aufgabe die Pfahlmasten zu entrosten
und zu streichen. Man wurde mit einem Jolltau und einem Bootsmansstuhl über einen Block nach oben gezogen
erst dann konnten wir uns mit einem Sicherheitsgurt und einer separaten Sicherheitsleine absichern.
Wenn man mit dem Bereich des Mastes fertig war wurde man ein Stück tiefer gefiert.
War man den halben Mast runter und das Schiff rollte mußte man den Bootsmannstuhl mit einer Leine um
Mast sichern weil man sonst nach außenbords geschwungen wäre. Es gab gewaltige Beschleunigungen
auf den Körper und manchmal schwappte sogar die Farbe aus dem am Bootsmanstuhl befestigten Farbpot.
Wie muß dies erst auf Großseglern in der Takelage auf hoher See bei schwerem Wellengang gewesen sein

Bin froh, daß daß ich dies nie machen mußte.
viele Grüße
Hans