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Autor Thema: Qualifikationen von Schiffsoffizieren der Handelsmarine: Früher und heute.  (Gelesen 7367 mal)
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Captain Hans
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« Antwort #15 am: 03 März 2010, 22:01:05 »

noch einNachtrag:

Mir fällt da noch etwas ein-es gab zum Ende der Morsetelegraphie etwas das hieß Maschinenmorsen.
Der Text wurde per Lochstreifen eingeben, die Maschine setzte das in Morsezeichen um und ballerte
diese hinaus.
Beim Empfang wurden die Morsezeichen wieder per Lochstreifen ausgegeben.
Das Verfahren lehnte sich an das Telexverfahren an.
Aber wie das genau funktionierte weiß ich auch nicht.

Noch was zur Schlackertaste:
Sie wurde horizontal hin- und her bewegt zwischen Daumen und Zeigefinger.
Beim Linksanschlag gab sie automatisch kurze Zeichen beim Rechtsanschlag lange Zeichen.
Solche Dinger hatte ich noch auf meinen damaligen Schiffen-

viele Grüße

Hans

P.S. Zwischen Senden und Empfangen gab es schon Unterschiede.
Wenn meine Festplatte (Gehirn) noch richtig funktioniert, dann mein ich mich zu erinnern, daß
die Funker ein Zeichen hatten, wenn es zu schnell ging und sie nicht mehr mitkamen.
So konnte sich der Sender auf die Fähigkeiten des Empfängers einstellen.


« Letzte Änderung: 03 März 2010, 22:13:18 von Kapitän Hans » Gespeichert

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« Antwort #16 am: 04 März 2010, 08:14:46 »

Hallo Urs - das ist schon im Prinzip richtig. Aber ein "reiner Ziffernspruch "besteht wie Du schreibst nur aus der geordneten Anzahl von Punkten und Strichen und immer 5. Bei gemischtem Text hast Du  alles zusammen - bis 4 Zeichen bei Buchstaben und ebend 5 bei Ziffern. Um Verwechslungen auszuschliesen -i = 2 Punkte S = 3 Punkte H = 4 Punkte, 5 = 5 Punkte mußt Du automatisch etwas langsamer geben da Dir sonst u.U mal ein Punkt zuviel "entflieht. Das selbe auch bei Buchstaben D = DA DIT DIT , B = DA DIT DIT DIT. Ferner setzen sich Buchstaben  aus Punkten und Strichen zusammen. L  = DI DA DI DI  ( Und alle Mädel singen mit ich liebe dich Di DA DI DI - Funkerlied )  Bei Klartext wird es dann noch komplizierter wenn auch noch Satzzeichen dazu kommen welche 6 Zeichen haben - Fragezeichen = DI DI DA DA DI DI
Urs  hoffentlich habe ich es jetzt halbwegs begreifbar beschrieben.
Bei der Fahne stand mal bei einem Funker - keine Namen  grin - mir muß ein Punkt unterwegs verloren gegangen sein.
Kapitän Hans war ja keine Kritik. Eine E-Taste ist eine elektronische Taste - Zeichengebung durch Rechts/Links anschlagen und der Möglichkeit das Tasttempo einzustellen.Die Sauberkeit der gesendeten Zeichen ist gleichmäßig sauber. Bei der normalen Taste ( Faustkeil) sendest Du ja durch Druck von oben nach unten und man kann den Funker an der "Handschrift" erkennen.

Soweit mal. Gruß - Trimmer - Achim
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« Antwort #17 am: 04 März 2010, 08:31:53 »

Ergänzung für Hans. Du kontest mit dem Fernschreiber einen Text vorbereiten und ihn dann per Lochstreifen senden. Also normal wie bei einer Schreibmaschine  und es kam ein Lochstreifen an der Seite raus. Dieser wurde dann eingelegt  und Fernschreiber auf Senden umgeschaltet. Über ein Sendegerät - hier bei der Fahne stand es neben dem Fernschreiber - wurde dann der Lochstreifen eingelegt und gesendet.
Geben sie langsamer = dafür gab es die sogenannten Q - Gruppen - international gleich.

Gruß - Trimmer - Achim
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Captain Hans
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« Antwort #18 am: 04 März 2010, 13:56:38 »

Hallo Trimmer - Achim

Danke für die Ergänzung und die Erklärungen. Top

Ich habe aber deine Fragen und Anmerkungen nicht als Kritik aufgefasst, wenn
das so rüber gekommen ist, tut es mir leid.

Ich finde es gut wenn Fachleute meine Themen ergänzen, verbessern und kommentieren, denn dann
leben ja die Beiträge.
Bei den unheimlich vielfältigen Themen, die ich in diesem Board angefaßt habe, gibt es viele Themen
wo ich kein absoluter Fachmann bin und nur wiedergebe welche Kenntnisse ich darüber habe, d.h.
daß sie jederzeit von Fachleuten korrigiert, erweitert und vertieft werden können.
Bei einigen Beiträgen ist dies auch nötig, denn mein Wissen ist da nicht ausreichend.

Also Achim ich freue mich wenn du dein Fachwissen dazu gibst.

viele liebe Grüße

Hans


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« Antwort #19 am: 04 März 2010, 14:38:48 »

Hans ist absolut nicht so rüber gekommen. Ich hatte in meinen Sturm-und Drang Jahren mal den Versuch gemacht - nach der Armee - mich bei der Handelsmarine zu bewerben. Ziel war eigentlich Funkoffizier. Leider war ich "Kaderpolitisch" nicht geeignet  grin so das man sich entschloss mir sogar die Amateurfunklizenz nach der Fahne nicht wieder zu geben. War zu der Zeit als DDR - Funkamateure noch unter Delta Mike Qso s ( Verbindungen ) mit dem Rest der Welt hatten.Lang ist es her grin

Gruß - Trimmer - Achim
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Urs Hessling
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« Antwort #20 am: 05 März 2010, 19:51:23 »

Hi, Trimmer,

... mußt Du automatisch etwas langsamer geben ...

prima erläutert, danke  Matrose gruesst

das heißt aber im Umkehrschluß, wenn ich deine Zahlen 280 und 150 nebeneinander stelle, daß Du einen "reinen Zifferntext" mit fast doppelter Geschwindigkeit eines Mischtext gibst , richtig ? ganz schön heavy ... rolleyes

Gruß, Urs
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« Antwort #21 am: 07 März 2010, 20:17:13 »

Hallo Urs - komme leider erst jetzt dazu. Klipp und klar - ja. Ziffern geben sich immer schneller als Buchstaben. ( War zumindest bei mir so  grin)

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Ulrich Rudofsky
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« Antwort #22 am: 07 März 2010, 21:22:39 »

@Trimmer-Achim
Die Worte Lochstreifen und Lochkarten erwecken aber die alten Erinnerungen wieder!  In meiner US Dienstzeit, 1958-60, hatte ich ein paar Räume voll von diesen schrecklichen Lärmmachern unter meiner Aufsicht. Ich glaube wir hatten sogar einen Siemens weil damals die deutsche Tastatur und Lochung verschieden war.

 Hier sind Abbildungen von diesen Hi-Tech USN Fernschreibern usw.  http://www.navy-radio.com/navy-tty.htm 
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Ulrich Rudofsky
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« Antwort #23 am: 08 März 2010, 18:03:58 »

Mein lieber Ulrich - bei uns nannte man die Dinger "Rasselbock" grin Gerade wenn man in der Stunde der "toden Augen " ( 04 - 05 ) den gesunden Dienstschlaf pflegte rasselten diese Dinger los. Waren bei uns vom Funkwerk Köpenick ( made in GDR ) und für den "totalen " Krieg konstruiert wurden. 100 Betriebsstunden und dann ein Volltreffer  grin

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Ulrich Rudofsky
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« Antwort #24 am: 08 März 2010, 18:36:53 »

Trimmer-Achim.  Prima Wort! Rasselbock!   Matrose lacht laut  Ich hoffe, daß jemand diese Worte alle sammelt.  Unsere zerschleißten Streifen und zerissenen IBM Karten wurden von den deutschen Sekretärinnen (einige made in GDR  grin) sorgfälltig entziffert; sie nannten es Spaghetti und Salat und das wurde dann so ins Englische übernommen.  Anfangs konnten wir nicht verstehen warum unsere Maschinen so schlecht funktionieren.  Aber das handelte sich ja nur um 60 vs. 50 Hz in der Stromleitung.  Gottlob war im Kalten Krieg mehr Frieden als jetzt.  Ich machte mir damals immer Sorgen.
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Ulrich Rudofsky
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« Antwort #25 am: 09 März 2010, 10:12:48 »

Ulrich - bei uns war es so das diese Lochstreifen immer zu zweit ( ! ) vernichtet werden mussten. Alle 4 Stunden erfolgte auch ein Chiffre-Wechsel. Hattest du den verschlafen - kann ja mal passieren - lauerte der Ansch.... Ja so war s ebend  grin
Übrigens mit dem Empfangsgerät konnte man auch prima Radiosendungen empfangen was ja auch nicht zu verachten war. Radio Luxemburg hat mir manchmal über die Ödnis geholfen.  grin oder AFN.

Gruß - Trimmer - Achim

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