Hallo liebe Modellbau-Kollegen!
In den letzten Wochen habe ich mich intensiv damit beschäftigt selbst Ätzteile zu erstellen.
Nach viele erfolglosen Versuchen kann ich jetzt sagen "ES GEHT!!!".
Auch mit relativ einfachen Mitteln kann man selbst Ätzteile herstellen.
Ich denke in verschiedenen Foren wurde schon häufiger über das Thema berichtet, deshalb werde ich nicht auf alle Details eingehen. Sollte allerdings Fragen zu detaillierten Abläufen beim Ätzen da sein, immer her damit. Ich hoffe diese dann beantworten zu können.
Zuerst muß ich sagen daß alle Versuche mit Eisen-III-Chlorid zu ätzen schon im frühen Stadium gescheitert sind. Ich behaupte mal einfach damit geht das gar nicht.
Aber der Reihe nach.
Am Anfang steht die Herstellung der Fototaschen. Dazu wird eine handelsübliche Klarsichtfolie für Overhead-Projektoren mit den entsprechenden Muster bedruckt.
Mein Tintenstrahldrucker in höchster Auflösung reicht dazu aus.
Nach diversen Testplatinen habe ich zuerst Türen für meine Yukikaze hergestellt. Als erstes Bild mal die gesamte Fototasche.

Bei der Herstellung sollte man darauf achten vernünftige Marken zum positionieren der Vorder- und Rückseite einzubringen. Ich habe mit dem folgenden Fadenkreuz (siehe unten links) die besten Erfahrungen gemacht, man sollte die Linie auch so dünn wie möglich ausdrucken.

Zur Belichtung des Messingbleches habe ich nicht auf ein fertiges Belichtungsgerät (z.B. von Saemann) zurückgegriffen.
Ich habe einen alten Scanner ausgeschlachtet und dort 4 UV-Röhren eingebaut. Funktioniert super!
Hier die Bilder.


Meine ersten Ätzversuche habe ich in einer kleinen Plastikschale unternommen, die Testplatine an einer Wäscheklammer immer schön im Ätzbad hin und her bewegt.
Die Ergebnisse waren einigermaßen ok, aber noch nicht ganz zufriedenstellen.
Daher habe ich auf eine "professionelle" Ätzanlage zurückgegriffen. Die Ergebnisse sind jetzt absolut in Ordnung. Einzig ein kleines Problem gibt es noch, doch dazu später mehr.
Der gesamte Ätzprozess dauert so ungefähr 20 - 25 Minuten (bei einem 0,2mm Messingblech).
Nachdem der Ätzprozess abgelaufen ist sieht meine Platine mit den Türen so aus:

Wie man gut sehen kann ist die Qualität der Rückseite der Platine absolut ok. Die Konturen sind scharf, alle Löcher sind geätzt.
Die Vorderseite macht mir aber noch einige Probleme.
Nachfolgend zwei Bilder.


Die fleckigen Bereiche bereiten mir einiges an Kopfzerbechen. Diese Flecken treten überall dort auf, wo die Vorderseite angeätz wurde.
Ein gewisser Grad an Abnutzung muß dort vorhanden sein, schließlich wurde dort Material abgetragen. Allerdings sehen alle käuflichen Platinen (z.B. für meine 1:350er Flotte) in diesen Bereichen wesentlich besser aus.
Qualitativ ist auch die Vorderseite

, nach dem Lackieren ist von den Flecken nichts mehr zu erkennen.

Somit ist es erstmal "nur" ein optisches Problem, mit dem ich aber nicht zufrieden bin.
Ich hoffe, daß mir jemand sagen kann, was ich da noch falsch mache.
Bei weiteren Fragen zum Thema "selbst ätzen" stehe ich natürlich immer zur Verfügung.
Ein kleines Update zur Yukikaze kommt in den nächsten Tagen.
Grüße,
Michael