Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Erschütterungsschäden  (Gelesen 873 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Huszar
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Hungary


« am: 17 November 2008, 10:19:38 »

Hallo, Leute,

Lese gerade "Dt. Zerstörer im 2wk", und mir ist aufgefallen, dass die dt. Zerstörer dauernd irgendwelche Erschütterungsschäden hatten (und auch die Dickschiffe).
Kommt mir inzwischen ziemlich komisch vor, dass die dt. Schiffe dermassen fragile gewesen sein sollen, dass sie fast nach jedem Schuss in die Werft mussten.

Nun meine Frage:
Waren sie im Vergleich mit den ausländischen Einheiten wirklich so fragile, oder wurde lediglich eine andere (und ziemlich übertriebene) Qualitätssicherung angewendet? Waren Erschütterungsschäden auch in anderen Marinen ein so grosses Problem (vor allem England, Japan und die USA, dessen Schiffe praktisch dauernd unterwegs waren)?

mfg

alex
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Keine Panik! Wir werden sie schon demoralisieren!
kalli
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« Antwort #1 am: 17 November 2008, 11:23:33 »

Zitat aus http://www.weltkrieg2.de/...hiff_King_George_V-de.htm

Die Prince of Wales erlitt, obwohl sie von mehreren Granaten der Bismarck (die meisten davon Blindgänger) getroffen wurde, nur geringfügige Schäden. Ihr Verlust sieben Monate später ging vor allem auf den Mangel an neuen Erfahrungen mit Erschütterungsschäden zurück. Bei Angriffen durch japanische Bomben- und Torpedoflugzeuge vor Malaya wurden ihre Hilfsmaschinen durch den Druck von Nahtreffern aus ihren Fundamenten gerissen, so daß bei den Fla-Waffen und Pumpen die Antriebsenergie ausfiel. Die restlichen Schiffe der Klasse wurden später so geändert daß eine Wiederholung ausgeschlossen war.
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toppertino
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Brandenburg


« Antwort #2 am: 17 November 2008, 14:08:06 »

@ kalli
PoW ist eher ein Fall für (Un)Glückstreffer.
Den Schaden hat doch hauptsächlich die Amok laufende Schraubenwelle verursacht und nicht Nahtreffer.

mfg
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t-geronimo
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« Antwort #3 am: 17 November 2008, 14:18:16 »

Ich denke, Erschütterungsschäden durch die Abschüsse der SA von Schlachtschiffen gab es in allen Nationen.
Als ein Beispiel fällt mir da spontan Rodney im Endkampf mit Bismarck ein.

Ein Problem auf den deutschen Zerstörern war sicherlich auch die Antriebsanlage. Die Hochdruck-Heißdampf-Anlagen waren ja an sich schon recht anfällig, was Rohrreißer und andere immer wieder auftretende Schäden anging.
Diese Anfälligkeit ist natürlich prädestiniert dafür, durch Erschütterungen egal welcher Ursache noch extremer zu werden.
Und wenn Du jetzt nicht nur Erschütterungen von Artillerieabschüssen und Nahtreffern nimmst sondern auch noch Vibrationen durch schlechte Kombinationen Antrieb-Schiffskörper, dann wirds noch schlimmer.

Als Kurzzusammenfassung eignet sich da z.B. Wolfgangs Seite ganz gut (jeweils die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Zerstörertypen):
http://www.deutschekriegs...r/hauptteil_zerst_rer.htm
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Schöne Grüße
Thorsten
--

"There is every possibility that things are going to change completely."

Captain W.H. Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941
harold
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Oesterreich


« Antwort #4 am: 18 November 2008, 02:36:03 »

Bitte mal auseinanderhalten:

A) - Erschütterungs-Schäden = bei bestimmten Drehzahlen (wurscht ob jetzt Tu oder DM) sind Bauteile des Schiffes in Resonanz dazu ... böse Geschichte das, bei bestimmten Fahrstufen schlottert zumindest das Achterschiff, wenn nicht auch der Rest.
ZB schlimm für alle optischen Geräte...
Zu schlank ausgelegte Muffen an Überleitungen geben ebenfalls eher dem Druck nach ("Rohr-Reisser") -
- da wär nur eine elastische Führung die geeignete Abhilfe.

Ganz was anderes sind

B) - Schuss-Schäden = Druckwelle oder Moment der eigenen Artillerie machen an Deck, internen Strukturen oder Aufbauten Kleinholz.
Kann passieren, wenn
a) fast keine Rohrerhöhung über das eigene Deck (Rodney vs. BS)
b) empfindliche Bereiche der Aufbauten im Gasball (Dunkerque-Klasse Turm II mehr als querab nach achtern)
c) turmtragende Strukturen zu schwach bemessen sind.

Natürlich meine ich, "konstruktionsbedingte Schwingungen" -damit auch die von Alex genannten Schäden- sind mit allen Konsequenzen sehr beachtenswert...
...also bleiben wir mal nur bei diesen (im Unterschied zB zu den nachträglich eingebauten Druckschotten auf den ersten Panzerschiffen, um die offen aufgestellte MA-Bedienung durch die SA nicht zu behindern).
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"Wenn dies auch der Wahrheit zu widersprechen scheint, so müssen wir doch der Rechnung mehr trauen denn unsrem allgemeinen Verstande."
Leonhard Euler
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