VLCC und ULCC SupertankerVLCC steht fuer Very Large Crude Carrier 150 000 – 300 000 dwt
ULCC steht fuer Ultra Large Crude Carrier 300 000 – 565 000 dwt
Dwt = Deadweight = Gewicht der Ladung
Crude Oil steht fuer rohes Erdoel- bei dem es aber verschiedene Typen gibt (von leicht bis schwer)
Grundlagen und ein wenig Geschichte der VLCCs und ULCCSWaehrend der Blockierung des Suez Kanals begann man wegen der wesentlich groesseren Distanzen, die Tanker nun besonders nach Europa zuruecklegen mussten, immer groessere Tanker zu bauen. Durch die Oelkrisen Ende der 70er Jahre kulminierte der Tankerbau – Boom in der Konstruktion der groessten Schiffe der Welt.
Eine Reise vom Persischen Golf um das Kap der Guten Hoffung bis Europa dauerte ca 30 bis 32 Tage, waehrend vorher die Reisen durch den Suezkanal nur 9 – 10 Tage dauerten.
Die gewaltige Verteuerung des Brennstoffes (Schweroel) machte den Transport des Rohoeles immer teurer.
Der Bau eines 400 000 Tonners war um 40 % billiger als der Bau von zwei 200 000 Tonner.
Weiterhin fuhren die Supertanker mit der gleichen Anzahl von Besatzungsmitgliedern wie die kleineren Tanker.
Bei Verdopplung der Laenge und Breite eines Tankers stieg die Reibung zum Quadrat, d.h. die Maschinenleistung (Verbrauch) die Ladefaehigkeit aber zum Kubik.
Versicherungstechnisch war die grossen Schiffe ebenfalls billiger gegenueber mehreren kleineren Schiffen.
Aus diesen oekonomischen Ueberlegungen heraus entstanden nun die Giganten der Meere.
Ende 1979 war sogar die Planung eines 1000 000 Tonnen Tankers mit Nuklearantrieb fertig. Da es aber fuer nuklear angetriebene Schiffe keine Versicherungen gab, d.h. jeder Betreiberstaat muss fuer diese Schiffe haften, wurden diese Schiffe nie gebaut.
Durch den gewaltigen Tiefgang (bis zu 30 m) der Monstren ergab sich natuerlich der Nachteil, dass neue Be-und Entladungsanlagen weit draussen auf See gebaut werden mussten, da nur noch wenige Haefen diese Giganten aufnehmen konnten. Hinzu kam noch, dass diese Tanker in engen Fahrwassern nur mit gewaltiger Schlepperhilfe zu manoevrieren waren.
Oft ankerte man diese Riesen vor der Kueste und leichterte sie mehrere Male mit kleineren Tankern, die dann in den Hafen einlaufen konnten.
Ausserdem entstanden sogenante Seamoorings. Dies waren grosse Tonnen, an denen die Loesch- Ladeschlaeuche befestigt waren, die weit vor der Kueste verankert wurden.
Die Schlaeuche fuehrten in eine Pipeline, die von der Tonne zu Tanklagern an Land fuehrte.
Da die Seeleichterungen sehr zeitaufwendig und der Bau von Seamoorings sehr kostspielig war, ging ein grosser Teil der Kostenersparnis wieder verloren.
Der Antrieb dieser Schiffe:Die meisten VLCCs waren Einschrauben-Schiffe mit Dieselantrieb.
Die Motoren waren 2 Takt Langsamlaeufer 8 – 12 Zylinder mit Turboaufladung.
Die Leistungen lagen zwischen 27 000 und 40 000 PS bei Drehzahlen von 95 – 105 /min.
Bei den grossen ULCCs gab es dann vereinzelt Zweischraubenschiffe mit bis zu 2 Dieseln a 40 000 PS.
Die meisten der ULCCs hatten jedoch einen Turbinenantrieb von bis zu 65 000 PS.
Stoppstrecken lagen zwischen 9 und 12 km. (6 – 8 sm)
Drehkreise lagen bei 3 – 4 sm
Brennstoffverbrauch von 80 – 350 Tonnen pro Tag
Geschwindigkeiten lagen zwischen 14 und 17 Knoten
Tiefgaenge bis zu 30 m
Breiten bis zu 70 m
Laengen bis zu 450 m
Hier ein link zu einem VLCC / 7 Zyl. Diesel
http://commons.wikimedia....ne_of_a_VLCC_tanker_3.jpgAlle ULCCs waren Einhuellentanker, Dopelrumpftanker kanem erst Ende der 90er Jahre nach schweren Seeungluecken auf.
anschliessend einige Details des Hauptdecks mit Erklaerungen
Foto Modell Master Inc.

Hier ein Einblick auf das Hauptdeck mit den ganzen Rohrleitungen.
Die grossen Rohre sind zum Beladen und Loeschen des Schiffes
Die etwas kleineren fuer Clean Ballast, Feuerloeschleitungen (Light Foam)
Hier ein Supertanker im Drehkreis
Das Groesste Schiff je konstruiertMit 28,5 Meter max Tiefgang
http://www.aukevisser.nl/supertankers/id38.htmZeichnung und Einblicke in “Batillus”
Seeleichterung mit einem 80 000 Tonnerhttp://www.aukevisser.nl/supertankers/id140.htmBau der “Batillus” Teil 1http://www.aukevisser.nl/supertankers/id316.htmIm folgenden Link sind super Aufnahmen des Rundbugs (kein Tropfensteven) sowie der Turbinen- und GetriebeanlagenBau der “Batillus” Teil 2http://www.aukevisser.nl/supertankers/id317.htmBau der “Batillus” Teil 3http://www.aukevisser.nl/supertankers/id319.htm“Battilus” Impressionen eines Supertankers, An der Ausruestungspier, beim Ein- und Auslaufen, auf See, im schweren Wetter und an Seemooringshttp://www.aukevisser.nl/supertankers/id22.htmSeawise Giant nach Luftangriff 1988 (Iran / Irak Krieg) http://www.aukevisser.nl/supertankers/id112.htmGlimpfliche Kollision zweier Supertankerhttp://www.aukevisser.nl/supertankers/id136.htmSupertanker mit 30 m Tiefgang und 70 m Breite auf See und typischen Verladeanlagenhttp://www.aukevisser.nl/supertankers/id51.htmDas Ende der ULCCSMit der Oeffnung des Suezkanals 1975 wurden die Supertanker nur noch auf speziellen Routen eingesetzt, da sie den Kanal nicht passieren konnten. (maximal 80 000 Tonnen)
Das Prinzip der Kostenersparnis blieb jedoch.
Also begann man, den Suezkanal zu vertiefen und zu verbreitern.
Heute koennen Schiffe mit 18,9o m Tiefgang, und bis zu 70 m Breite, also Tanker mit ca.
200 000 dwt den Suezkanal passieren
Auch der Panamakanal hat seine Begrenzungen bis heute fuer Schiffe bis zu 60 000 dwt.
Ueber die Jahre hinweg entwickelte man spezielle Tankertypen, die fuer die maximalen Kanalgroessen geeignet waren.
Man nennt sie
SUEZMAX und
PANMAX Tanker. (Das gleiche gilt auch fuer Massengut- und Containerschiffe, wobei beim Panamakanal die Laenge auch noch eine grosse Rolle spielt, da die Schleusen begrenzt sind.
In der Rezession von 1982 begann das Sterben der ULCC Riesen. Im Iran / Irak Krieg wurden sie noch sehr stark vom Iran eingesetzt, da sie nur einen geringen Marktwert besassen. (siehe link Raketenangriff auf Supertanker)
Da waehrend des Tanker Booms zu viele Tanker gebaut worden waren, wurden Anfang der 80er Jahre 1000de von Tankern in den Fjorden Norwegens und Schweden, sowie in Walfish Bay (Namibia) als auch in Singapore und Piraeus aufgelegt.
Die ULCCs wurden abgewrackt oder auch als schwimmende Tanklager vor grosse Raffinerien gelegt.
Der groesste deutsche ULCC die “ESSO Deutschland” (420 000 dwt) liegt noch heute vor Aruba als Tanklager fuer die groesste Raffinerie der Welt.
Boese Zungen behaupteten sogar, dass einige Tanker mit Absicht versenkt oder gestrandet wurden.
Eine dieser Geschichten ist die Strandung der “Amoco Cadiz” auf der Insel Ouessant vor der franzoesischen Kueste am Eingang des englischen Kanals.
Sie kam direkt aus der Werft und sollte in Schweden aufgelegt werden. Finanziell gluecklich gesehen strandete sie auf ihrer Jungfernreise unbeladen mit angeblichem Ruderschaden.
Die Mannschaft konnte komplett gerettet werden.
Ich bin oft an diesem Wrack vorbeigefahren.
Die groesste Abwrackwerft war ein beruehmt beruechtigter Strand in Indien, wo indische ungelernte Arbeiter diese Schiffe auseinander brannten.
Es gab 1000de von Toten aber es war der Anfang der heute so grossen indischen Stahlindustrie.
Spupertanker beruehmt beruechtigen Abwrackstrand in IndienBitte im link runterscrollen
http://www.aukevisser.nl/supertankers/id71.htm Das Ende des Supertankers Amoco Cadiz
Ich hoffe euch einen Einblick und einen Ueberblick in die Welt der Schiffahrtsgiganten gegeben zu haben.