Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Landesfürsorgeheim Glückstadt/Elbe  (Gelesen 4145 mal)
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hobbyhistoriker
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« am: 16 Januar 2009, 20:32:45 »

liebe leute,
mein anliegen ist aus meinem nick hobbyhistoriker ersichtlich.
wer von euch war im april/mai 1969 in glückstadt/elbe stationiert und kann mir etwas aus dieser zeit erzählen?

falls ich an falscher stelle gepostet habe bitte ich den admin diesen beitrag entsprechend zu verschieben.
« Letzte Änderung: 20 Januar 2009, 09:05:47 von t-geronimo » Gespeichert
Tri
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Name: Joerg Heine

Ort: Schwäbische Alb

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« Antwort #1 am: 16 Januar 2009, 21:15:37 »

Hallo hobbyhistoriker,

ich habe das von dir neu eröffnete Thema in "Bundesmarine / Volksmarine / Deutsche Marine > Erlebnisberichte aus der Armee" verschoben. Da ist es besser aufgehoben als im Gästebuch.
Ein kleiner Tipp. Schreib doch mal ein wenig über deine Zeit in Glückstadt, erwähne die Stadt das Jahr und was du gemacht hast. Das Forum wird laufend von Google & Co durchsucht und indexiert.
Falls nicht umgehend jemand Antwortet, kannst du dir sicher sein das in einiger Zeit Suchanfragen bei Google & Co z.B. nach "Glückstadt  Marine 1969 Leutnant Hase (Beispiel)" auf deinen Beitrag im FMA verweisen. Zudem kannst du sicher sein das ein solcher Bericht auf allgemeines Interesse bei den Besuchern/Mitgliedern des FMA stoßen würde.  smiley


Grüße
Tri
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Wozu brauchen wir Bürgerrechte, wir leben doch in der EU.
Wilfried
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Bremen



« Antwort #2 am: 16 Januar 2009, 22:18:25 »

Moin Hobbyhistoriker,

Glückstadt an der Elbe war im Jahre 1969 Standort eines der 4 Marineausbildungsbataillone der Bundesmarine. Die, die von dort später in meine Kommandos kamen, sprachen davon, daß die Grundausbildung dort eine der harten gewesen sei ...  grin
Vielleicht kannst Du Deine Frage noch etwas präzisieren?

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried
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hobbyhistoriker
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« Antwort #3 am: 16 Januar 2009, 23:32:40 »

na dann lasse ich mal die katze aus dem sack.....
ich war 1965/66 hier eingesperrt:
http://www.landesfuersorgeheim-glueckstadt.de/    ( bitte weit herunterscrollen.)
es handelte sich um ein arbeitserziehungslager der nazis und war von 1933 bis ende 34 ein kz.
das personal wurde später unter dem namen landesfürsorgeheim glückstadt übernommen.
ich kann also von mir sagen: ICH WURDE VON KZ-WÄRTERN ERZOGEN. ich war nicht kriminell.

jetzt der bezug zur marine:
im mai 1969 gab es dort einen aufstand der angeblich von marinesoldaten niedergeschlagen wurde.
ein zeuge ist mittlerweile verstorben. der nächste zeuge, und auf den wollte ich mich nun wirklich nicht allein verlassen, ist der spätere terrorist peter jürgen boock.
ist hier nachzulesen:
http://www.google.de/sear...nG=Google-Suche&meta=
bitte den zweiten artikel herrn rolf b.... anklicken. ist auf pdf und sehr lang. die aussage kommt erst am ende im interview.
jetzt hat sich ein weiterer zeuge gemeldet. seine aussage: "ich konnte schon damals einen bundeswehr-jeep von einer grünen minna unterscheiden."

ich möchte dies aufklären und suche zeitzeugen die zu dieser zeit bei der marine waren.

meine eigene geschichte kann man hier nachlesen:
http://www.heimkinder-ueb...t-Schleswig-Holstein.html

ich hoffe nicht zu sehr genervt zu haben.

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TD
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« Antwort #4 am: 17 Januar 2009, 02:57:46 »

Hallo Hobbyhistoriker,

falls wirklich die Bundesmarine dort eingesetzt war, rein rechtlich natürlich absolut unmöglich, ist der Einsatz auf jeden Fall an diesen Tag in der Wachkladde der infrage kommenden Einheiten als
"aussergewöhnliche Vorkommnisse" eingetragen und es gab  Meldungen zur vorgesetzten Dienststelle.

Weiter ja von der Polizei Hilfeersuchen , Standortverwaltung usw.

Falls Akten zu diesen Zeitpunkt nicht mehr Vorort, ich weiß nicht ob Wachbücher der  archivierungspflicht unterliegen.sind die Sachen in Freiburg beim Bundesarchiv - Militärarchiv.

Möglich ist alles, aber doch sehr unwahrscheinlich.

An  welchen Wochentagen war der Aufstand ??

Gruß

Theo

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hobbyhistoriker
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« Antwort #5 am: 17 Januar 2009, 11:44:19 »

der aufstand fand am späten abend des 5.mai 1969 statt, ein montag.
ich habe akten im landesarchiv schleswig eingesehen, ua. das wachbuch des heimes.
dort ist der vorfall völlig unzulänglich in 2 sätzen dokumentiert.
aus den akten geht aber auch hervor dass es zwischen landesfürsorgeheim und der dortigen marine enge kontakte gab.
(eure abgelaufenen rationen waren eine delikatesse wenn man sie mal bekam).
die marine nutzte grundstücke die dem heim gehörten.

an einen offiziellen einsatz der marine glaube auch ich nicht. das wäre verfassungsbruch gewesen.
ich denke da an folgende situation: das landesfürsorgeheim ruft an, "hilfe hilfe, die randalieren hier, könnt ihr mal mit ein paar leuten vorbeikommen?"
daraufhin kommen ein paar mann vorbei, zb. feldjäger?, schiessen tränengas durch die fenster (ist passiert,aber wer war das?) und hauen wieder ab.
ist diese möglichkeit denkbar?
sollte jemand an sowas beteiligt gewesen sein bitte ich um mitteilung, wird vertraulich behandelt.
bestraft wird das mit sicherheit nicht mehr, ist einfach zu lange her.

um noch etwas klarzustellen, ich will niemandem von der marine etwas ans zeug flicken, es geht mir um das menschenunwürdige landesfürsorgeheim. meine fragen ergeben sich aus meinen recherchen.
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TD
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« Antwort #6 am: 17 Januar 2009, 13:47:11 »

Nein, es muß schon die Wachkladde der Marine sein.

Feldjäger können sich er nicht leisten Tränengas zu verschießen usw.



Aber, irgendwie sträubt sich bei mir etwas da, vielleicht war es ja nur ein Jeep vom Bund der vorgefahren ist
weil Randale war und im Gedächtnis der Jungen ist daraus ein Kampf gegen Heim, Polizei ? und Militär geworden?

Aber es kann alles etwas unter Vetternwirtschaft gelaufen sein wenn es so gute Verbindungen gab..


Wir haben damals den Begriff " falsch verstandene Kameradschaft" für Schwarzfahrten usw. etwas mißbraucht und kamen immer straffrei davon.

Aber wir waren W 18 im weiten Land   ( Jever, Ostfriesland ) und damals kam kein Privatauto, von welchen es auch sehr wenige gab, eines
Wehrpflichtigen  ab 22:00 Uhr raus.

Bei den großen Hintergrund Peditionsausschuß, Untersuchungsausschuß, Dokumentation Runder Tisch usw. dürfte es euch aber leicht möglich
sein vorrangig im Bundesarchiv  aber auch bei der Bundesmarine Auskunft zu bekommen.

Und sei so nett, falls etwas kommt, laß uns nicht dumm sterben !

Viel Erfolg

Theo
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« Antwort #7 am: 17 Januar 2009, 14:19:18 »

nun ich habe mir Deine Beiträge und die Links mit großem Interesse durchgelesen. Das ist schon sehr heftig.
Das erinnert mich an die Praktiken in den Jugendwerkhöfen der DDR.
Ich glaube aber kaum, dass Dein Aufruf hier im Forum Erfolg haben wird. Wenn ja um so besser.
M.E. kannst Du, so wie es TD angedeutet hat, nur über die Gewinnung von sozialgeschichtlich engagierten Politikern eine Aufklärung erhalten- falls nicht alle Spuren getilgt sind.
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« Antwort #8 am: 17 Januar 2009, 16:17:23 »

Ich jedenfalls kann mir absolut nicht vorstellen, dass seitens der Marine - oder der Bubdeswehr überhaupt - hier irgendwie eingegriffen wurde, schon gar nicht mit Tränengas. Verfassungsbruch, unerlaubter Einsatz von Bw-Gerät usw usw usw,,  nein, da scheint in der Erinnerung in der Tat etwas falsch zu sein

Axel
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« Antwort #9 am: 17 Januar 2009, 16:59:47 »

Wie sensibel die BW Führung  auf so was reagierte zeigt der Fall `` Rockers gegen Mariners`` im Sommer 1967 oder 1968 in Bremerhaven. Auf dem Freimarkt ( den von Bremerhaven ) wurden einige Matrosen der Ortungsschule von Rockern arg verprügelt. Tags drauf liefen wilde Gerüchte durch die Stadt. Die je nach Gesinnung von Schlachtvorbereitungen der Marineschulen sprachen ( Kampftraining , Zuzug von Verstärkung aus Brake ) oder aber davon, daß Rocker in Hamburg, Berlin sich auf den Weg nach BH machen würden.
Als dann noch der STERN die Geschichte anheizte und im SCOTCH  jeder mit einer neuen , wahren Geschichte aus ganz sicherer Quelle aufwartete, dachte ich schon daran übers Wochenende nach Stotel aus zu weichen.   Der Erfolg war jedenfalls der, dass beide Marineschulen `` Freimarktsverbot `` bekamen, die Feldjäger verstärkt und die Niedersachsen Polizei Straßenkontrollen durchführten. Da mein Vater zu dieser Zeit Sicherheitsoffizier an der Ortungsschule war, sind mir die abendlichen Telephonanrufe aus Bonn oder  Bremen noch in Erinnerung. Es war jedenfalls `Zustand`. Leider kamen dann die HH Rocker nicht.
Auch in diesem Fall wurde ne Menge in Richtung Bundesmarine erzählt, so z.B. das die Offizier der beiden Schulen ihre Leute zur Schlacht gegen die Rocker aufgefordert hätten usw.  Die `Rockerschlacht `jedenfalls ist Teil der Bremerhavener Lokalgeschichte geworden und täglich gibt’s ne neue Variante.
Gruß  cool
« Letzte Änderung: 19 Januar 2009, 11:37:33 von Langensiepen » Gespeichert
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« Antwort #10 am: 18 Januar 2009, 21:08:07 »

@Langensiepen
So in etwa wird es sich auch mit der Geschichte aus Glückstadt verhalten, jeder hat was gehört, am Ende war's das Hornberger Schießen...

Axel
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« Antwort #11 am: 19 Januar 2009, 12:56:47 »

ja, geschossen wurde auch.

http://www.abendblatt.de/...xml/habxml660709_1914.xml

das opfer hiess ferdinand ellerwald, ich habe ihn gekannt.
für die bevölkerung in der umgebung wurden kopfprämien gezahlt, die haben sich gern an der jagd beteiligt.
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Europa


« Antwort #12 am: 19 Januar 2009, 13:21:18 »

..ich sehe in diesem Fall überhaupt keinerlei Verbindung zu evtl. Rechtsbruch der Bundeswehr. Oder?
Gruß  cool
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« Antwort #13 am: 19 Januar 2009, 15:51:34 »

Ich finde das schon ziemlich bedenklich dass im Zusammenhang mit einer Frage nach dem eventuellen Eingreifen der Marinesoldaten aus Glückstadt hier eine - hoffentlich nur unbeabsichtigte - Verbindung zu Todesschüssen hergestellt wird.!

In Sorge

Axel
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« Antwort #14 am: 19 Januar 2009, 16:35:03 »

ich habe mich dabei nur auf das horneberger schiessen bezogen.
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