VERSCHOBEN AUS DEM GROSSE - KREUZER - THREAD [edit harold]
harold hat folgendes geschrieben:
(...)
Vorschlag 2:
Warum eigentlich nicht die Turbinenräume auf die Innenwellen lassen, und mit verringerter Kesselzahl (jedoch Ölfeuerung) betreiben?
Somit würden die vorderen Kesselräume für DM frei, und auf diesen ~28x16 m gehen sich bequem insgesamt 48.000 WPS für Marschfahrt aus.
Ich bin sonst kein Freund gemischter Antriebe, aber alles andere würde heißen, Derfflinger geradezu "auszuweiden" -da wäre ein Neubau wirtschaftlicher.
(...)
Hallo Harold, der Vorschlag ist im Ansatz nicht schlecht, aber leider nicht durchführbar, weil Du jeweils einen halben Turbinensatz ausbauen müsstest.
Auf vdTann, Moltke, Seydlitz, Derfflinger, Hindenburg und Lützow wurde jeweils 1 Turbinensatz auf 2 Wellen gesetzt: Ein kombinierter Hoch- und Mitteldruckteil auf jeder Außenwelle und der nachfolgende Niederdruckteil auf die Innenwelle derselben Seite. Also eigentlich 2 Turbinen auf 4 Wellen.
Der Grund dafür war das Fehlen von Untersetzungsgetrieben. Man hat deswegen versucht, die Drehzahl der Turbinen bei möglichst wenig Umfang möglichst weit nach unten zu drücken. Das kann man, indem man in die Turbine möglichst viele (Druck- oder Strömungs-)Stufen einbaut. Bei den SK's wurde das erreicht, indem man die Turbine einfach verlängert und geteilt hat.
Der Dampf strömt erst in die HD-Turbine, dann in die MD-Turbine, diese beiden liegen auf einer Welle und treiben die Außenwelle an. Aus der MD-Turbine wird der Dampf über ein riesen Dampfrohr in die ND-Turbine geleitet und diese treibt die Innenwelle an.
Folge: Innen- und Außenwellen können nicht unabhängig voneinander angesteuert werden und bnötigen sich gegenseitig, um überhaupt arbeiten zu können.
Baue ich jetzt einen Teil davon aus und lege das Hauptdampfrohr z.B. direkt an die ND-Turbine, explodiert die Drehzahl, oder ich muss den Dampfdruck soweit herunterregeln, dass es geht, dann komme ich aber in den Nassdampfbereich und zerstöre die Turbine mit dem so gebauten Wasser-Strahlgebläse
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Gruß
Jan
Nicht Schiffe kämpfen, sondern Menschen!
Servus Jan,
Danke für die Information!
Wie wurde das denn in der (hypothetischen) Praxis der Schadensbegrenzung gehalten, wenn (zB wie bei Blücher, wenn ich mich recht entsinne -hab jatzt grad nur knapp Zeit und kann nicht nachschlagen!) eine Schraube beschädigt ist, oder verlustig geht?
- und nächste Frage: war die Drehzahl der so "verbundenen" Wellen identisch (wenn ja: war es auch die Leistungsaufnahme?); wie wurden eventuelle Unterschiede ausgeglichen (Schraubendurchmesser, -steigung, -Blatt-Zahl etc.?);
- and last (da hab ich keine wirklich brauchbare Schnitt-Skizze zu), wie war die Kompartimentierung angedacht, gabs eine Überstrrömleitung für den Fall des Ausfalles der HD-MD-Stufe? Wie verlief die? Wie waren die zusätzlichen Schottdurchbrechungen gesichert?
Gibt´s eine -hier reinstellbare- Grafik dieser Anlage?
Wie waren die Erfahrungen damit in der Praxis?
Gell, Neugier ist so gar nicht meine Eigenschaft...

Aber, wenn du magst, mach mal n entsprechenden Thread in der Technik-Abteilung auf, unter Antriebsanlagen; ich hoffe doch sehr, dass ich nicht der einzige bin, der da scharf drauf ist!
Ciao,
Harold