Und hier nun zum Abschluss dieser kleinen Serie das "
worst case scenario":
- alle Passagiere und 1/3 Crew auf Leeseite,
- fast leergefahrene Bunker/ Vorräte,
- extrem steile Wellen quer zum Schiff,
- Schiff unter kompletten Segeln,
- Wind böht aus 3 Bft um mindestens 2 Windstärken plötzlich auf.
(zum letzteren Punkt: das betrifft die sogenannte "dynamische Stabilität", für die eine andere Berechnungsform als die der "statischen Stabilität" anzuwenden ist - d.h. ein plötzlicher Impuls trifft das Schiff).
Bis 5 Bft kann unser Entwurf (unter worst-case-Bedingungen, dh. unter Vollzeug) heftige Böen bis zu 7 Bft abpuffern, ab 6 Bft werden unter miserablen Voraussetzungen Böen um die 8 Bft kritisch = gefährdend.
(siehe
Diagramm in der Anlage)
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Dass solche "worst-case-Szenarios" nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, zeigt der Untergang der "Choke Samboon" am 8.3.09 ...

... die für ihren sehr hohen Lateralplan einfach zu wenig Aufrichtemoment entwickeln konnte, unter
http://www.euregiotaucher.eu/?p=704gibt es dazu etwas zu lesen.-
Natürlich sind in unsern Berechnungen noch wesentlich mehr Faktoren berücksichtigt (dies waren so erstmal die wichtigsten), und bei Interesse kann ich auch gerne die Rohdaten weiterleiten (zu groß als Dateianhang hier!) um eine Kontrolle zu ermöglichen.
Noch kurz zu den verwendeten Programmen und der Berechnungsart:
- für alles "Geometrische" (= gekrümmte Flächen, Begrenzungslinien, etc) diente Rhino.4;
- für alles "mit Gewichten" (= Momentenrechnungen, Verdrängung, etc) Calc-U.3 unter excel.
Bei möglicher "Doppelrechnung" haben wir die Datensätze mit beiden Herangehensweisen erstellt.
Die "Kreuzdaten" beider Berechnungsformen gaben eine Fehlermarge von unter o.5%; wo immer es "zweifelhaft" war, haben wir die "ungünstigere" Formel (oder ihr Ergebnis) hergenommen (zB. bei den Winddrücken, wo Schneekluth gute 23% weniger angibt als unsere "heftigste" Quelle).
Ja, soweit mal ... und um kritische Rückfragen und peinliche Kontrolle (wir hätten da ja jemand bei B+V, und auch bei Lürssen!) bin ich mehr als dankbar.

Harold