toppertino
Korvettenkapitän
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« am: 13 Juni 2009, 12:50:15 » |
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Ist euch schon mal aufgefallen das sämtliche U-Boote bei "Jagd auf ROTER OKTOBER" sich bei Kursänderungen in die Kurve legen wie Flugzeuge?!? Das kann doch eigentlich gar nicht sein da sie nur Tiefenruder ABER keine Querruder (wie Flugzeuge) besitzen. Fehler oder mein Denkfehler???
mfg
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Schorsch
Oberleutnant zur See
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« Antwort #1 am: 13 Juni 2009, 15:17:07 » |
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Hallo Toppertino,
das beschriebene Verhalten gibt das Bootsverhalten ganz richtig wieder. Bei diesen Booten liegt der Gewichtsschwerpunkt unter dem Verdrängungsschwerpunkt und das führt dazu, dass sich das Boot „in die Kurve legt“. Eine anschauliche Vorstellung für die Gegebenheiten wäre ein Pendel, dessen Aufhängepunkt dem Verdrängungsschwerpunkt des Bootes gleichzusetzen wäre und dessen Pendelkörper dem Gewichtsschwerpunkt entspräche. Bewegt man den Aufhängepunkt nun auf einer horizontalen Kreisbahn, wird der Pendelkörper aus der Kurve getragen bzw. das Pendel nimmt eine Schräglage ein. Bei meinem 1:96-er Modell der SSN-588 (USS Scamp) ist dieses Verhalten z.B. so ausgeprägt, dass eine Kurve mit Hartruderlage bei Vollgas regelmäßig in einer Abwärtsspirale mündet, da durch die Schräglage das Seitenruder auch als Tiefenruder wirkt.
Mit freundlichen Grüßen Schorsch
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toppertino
Korvettenkapitän
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« Antwort #2 am: 13 Juni 2009, 17:29:18 » |
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Hmmm, das hört sich zwar im ersten Moment recht plausibel an aber ich glaub es wahrscheinlich erst wenn ichs mal sehe.  Das sich so´n U-Boot n in einer Kurve bissl neigt ist mir schon klar. Aber das es sich in die Kurve legt wie Valentino Rossi bzw abdreht wie ein Kampfjet will mir einfach nicht in die Birne. Dann schon eher eine Krängung zur kurvenäußeren Seite wie ein Auto oder ein Überwasserschiff.  mfg
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Spee
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« Antwort #3 am: 13 Juni 2009, 17:54:11 » |
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@Topper,
ein U-Boot mit hoher Geschwindigkeit funktioniert aber wie ein Jet und legt sich in die Kurve wie Valentino Rossi. Ist den Russen erstmal mit dem "Goldfisch" passiert, da hat es bei 38kn und 3° Ruderlage die Besatzung in der Zentrale von den Füßen geholt.
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Schorsch
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« Antwort #4 am: 13 Juni 2009, 17:59:19 » |
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Tja, Toppertino, ich kenne den Grundsatz "Sehen heißt Glauben!" auch. Und ich habe gesehen, ob und wie mein Modell sich in die Kurve legt.  Das Fahren unter Wasser unterscheidet sich doch ziemlich von dem, was die Zielschiffe an der Oberfläche so treiben, und so verhält sich ein Uboot unter Wasser de facto wie ein Flugzeug oder, wenn es statisch taucht, wie ein Luftschiff in der Luft. Eine Methode, einem Boot das In-die-Kurvelegen auszutreiben, wäre, die metazentrische Höhe (den Abstand von Gewichts- bzw. Verdrängungsschwerpunkt) auf Null zu bringen. Allerdings wäre dann das Boot in allen Achsen instabil, so dass bei der Steuerung permanent dieTrimmung nachreguliert werden müsste. Eine weiter Variante ist, der Wirkung des Seitenruders nach unten, die der Tiefenruder nach oben entgegenzusetzen. Diese Variante nutze ich per Mischer bei meinem Modell. (Wenn sich der Unglauben aber auf das Modell bezieht, dann sollte das angehängte Bildchen die Zweifel beseitigen. Es stammt vom diesjährigen Treffen in Großbreitenbach.) Mit freundlichen Grüßen Schorsch
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« Letzte Änderung: 13 Juni 2009, 18:08:33 von Schorsch »
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toppertino
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« Antwort #5 am: 13 Juni 2009, 18:02:35 » |
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Da bleibt mir wohl nix anderes übrig als eure Antworten zu schlucken...
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snakeman66
Matrose
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« Antwort #6 am: 04 Oktober 2009, 01:35:51 » |
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Du hast es selber gesagt...
"dann schon eher wie ein Auto das sich in die Kurve legt"
Unter dem Uboot befindet sich aber keine Strasse, an der die Reifen eines autos in eben dieser Kurve haften. Deahalb neigt sich das auto erstmal oben in der Kurve, bevor es aus der Bahn kommt. Im getauchten Zustand wird aber in der kurve alles nach aussen "gedrueckt". Der schwerste punkt drueckt dabei am staerksten nach aussen und wenn der unten ist kommt dieser "Kurven-Flug-Effekt" zustande..
Die Russen haben dieses Phaenomen schon 1962 beschrieben, als die 40Kn Marke fiel.
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torpedo mixer
Fähnrich
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« Antwort #7 am: 04 Oktober 2009, 11:11:47 » |
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Toppertino,
bitte überleg Dir das ein Überwasser-Schiff das drehende Moment von einem Ruder erhält, das ziemlich weit unten, sicherlich unter dem Schwerpunkt, angreift. Das heißt das Ruder zwingt/will nach innen, das Schiff aus seiner Trägheit erst mal nicht .... Damit neigt sich so ein Zossen erst mal nach Kurven-aussen ! Bei einem U-Boot ist da nicht der Fall da von den alten Tauchbooten einmal abgesehen das Seitenruder viel näher am Schwerpunkt sitzt.
Gruß - TM
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toppertino
Korvettenkapitän
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« Antwort #8 am: 04 Oktober 2009, 14:30:19 » |
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Aha, wenn ichs richtig verstanden hab, liegts also hauptsächlich am Schwerpunkt (und an der fehlenden "Straße"  ). Und wenn ich das... Die Russen haben dieses Phaenomen schon 1962 beschrieben, als die 40Kn Marke fiel. ...richtig verstanden hab, tritt das nur bei (sehr) hohen Geschwindigkeiten auf. Das kann ich mir bei nem kleinen, leichten und schnellen ALFA gut vorstellen. Aber das sich das bei einem großen, schweren und relativ langsamen TYPHOON auch so krass verhält...? (Ich war in Physik immer Kreide holen.  ) mfg
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torpedo mixer
Fähnrich
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« Antwort #9 am: 04 Oktober 2009, 17:08:34 » |
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Toppertino.
das sieht bei hohen Geschwindigkeiten nur krasser aus weil die Kräfte größer werden, der Rumpf aber nicht .... Wenn ein Boot hart kurvt reicht das schon, es fällt bei der Typhoon nur nicht so auf. Ein Raketenträger it in erster Linie leise - da vertragen sich Geschwindigkeit und Hartkurverei nicht.
- wo sind die Ruder angebracht - über oder unter dem Schwerpunkt ? - Der Formschwerpunkt liegt meist nicht im Schwerpunkt. Da ein Schiff/Boot aber keine saubere Kurve fährt sondern das Ruder das Heck nach außen drückt, das Schiff aber nach vorne fahren will (die liebe Trägheit...), hat das Boot einen Anstellwinkel seitlich, es fährt so ne Art Hundekurve - so wie ein Auto in der Kurve untersteuert (?). Und jetzt's kommts an wie der Rumpf geformt ist : ein schön großer Turm wirkt dann wie eine Flosse mit Anstellwinkel (Boot schiebt mit dem Heck nach außen) - die Kraft geht dann nach innen.
usw.
Die Typhoon z.B. hat ein Seitenruder nach oben, damit wären Kräfte die den Rumpf nach außen drehen zu erwarten. Der Turm dreht wieder nach innen. Da wir ein 2-Schrauben Schiff haben könnte man alleine mit Schraubenkraft drehen - sieht wieder anders aus...
Aber es stimmt schon - schnell Angriffsboote werden wie ein Flugzeug "geflogen". Es gibt einen Piloten, der ist auch angeschnallt, die Steuerorgane sind eher einem Flugzeug angemessen.
Gruß - TM
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olpe
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« Antwort #10 am: 26 November 2009, 23:31:41 » |
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Ist euch schon mal aufgefallen das sämtliche U-Boote bei "Jagd auf ROTER OKTOBER" sich bei Kursänderungen in die Kurve legen wie Flugzeuge?!? Das kann doch eigentlich gar nicht sein da sie nur Tiefenruder ABER keine Querruder (wie Flugzeuge) besitzen. Fehler oder mein Denkfehler???
mfg
Hallo, nun, Querruder sind in unterschiedlichen Ausführungen schon vorhanden. Unten zwei Beispiele: TK-208 "DMITRIY DONSKOY" vom Projekt 941UM (NATO: SSBN der TYPHOON-Klasse) in der Bauhalle der Werft 402 "SevMashPredpriyatie" in severodvinsk und ein U-Boot Projekt 705 (NATO: SSN der ALFA-Klasse), während der Verwertung (Verschrottung) in der NERPA-Werft. Die Ruder sind jeweils gut zu erkennen. @Schorsch hat bezogen auf die Neigung bei Tauchfahrt recht: da der Gewichtsschwerpunkt unterhalb des Formschwerpunktes liegt , neigt sich das Boot in Richtung des Ruderausschlages. Bei Überwasserfahrt ist es umgekehrt, das U-Boot verhält sich wie ein Verdrängungsschiff. Grüsse OLPE
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torpedo mixer
Fähnrich
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« Antwort #11 am: 27 November 2009, 07:15:52 » |
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Hallo Olpe,
auf den Bildern sehe ich nur die (normalen) Höhenruder (Flugzeugsprache). Bin ich blind ? Gruß - TM
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Woelfchen
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« Antwort #12 am: 27 November 2009, 19:32:26 » |
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@Torpedo Mixer  Flosse nach oben und unten = Seitenruder Flosse zu den Seiten = Höhenruder Die zwei Bilder sind im Beitrag von Olpe.
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olpe
Kapitänleutnant
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« Antwort #13 am: 27 November 2009, 23:04:39 » |
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Flosse nach oben und unten = Seitenruder Flosse zu den Seiten = Höhenruder Hallo, in der Tat, kurz und knapp. Interessant für Modellbauer und U-Boot-Freak '@Dimitri Donskoi': die russischen U-Boote des Projektes 949A ANTEY (NATO: SSGN der OSCAR-II-Klasse), zu der auch die K-141 "KURSK" gehört, hat zwei (!) nach unten gehende Ruderfinnen ('Seitenruder'  ). Bilder hierüber sind recht rar, Zeichnungen auch. Nicht wenige Modellbauer kreieren nur eine Finne ... Grüsse OLPE
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Schorsch
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« Antwort #14 am: 17 April 2010, 12:50:19 » |
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Hallo zusammen, da ist mir doch dieser Tage noch ein kleines Video untergekommen, das ganz gut zur Eingangsfrage dieses ordentlich abgelagerten Threads passt. (Siehe besonders Filmzeit 2:00 oder 2:54! Vor dem Starten die eventuell die Lautstärke zurücknehmen, wegen der Tonspur schaut man sich das Video besser nicht an.) Mit freundlichen Grüßen Schorsch
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