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Autor Thema: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte  (Gelesen 615 mal)

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Offline Kaschube_29

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Moin Moin,

Mit dem heute herausgegebenen Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitrij Anatoljewitsch Medwedjew (Дмитрий Анатодьевич Медведев) hat einen neuen Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte ernannt:

Vizeadmiral Wiktor Wiktorowitsch Tschirkow (Виктор Викторович Чирков), bisher Befehlshaber der Baltischen Flotte, wurde zum Nachfolger von Admiral Wladimir Sergejewitsch Wysozkij (Владимир Сергеевич Высоцкий) ernannt. Der alte Oberbefehlshaber wurde seines Postens enthoben.

Hier der entsprechende Ukas des russsichen Präsidenten: http://kremlin.ru/acts/15219

Damit tritt in die Führung der russischen Seekriegsflotte mehr Bodenständigkeit ein!!

Aus Zeitgründen mache ich hier Schluß, später mehr über den Lebenslauf von Tschirkow.

Bis dann,

Kaschube_29

Offline Kaschube_29

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #1 am: 06 Mai 2012, 16:44:34 »
Moin Moin,

hier zum Lebenslauf des neuen russischen Oberbefehlshabers Wiktor Wiktorowitsch Tschirkow

Wiktor Wiktorovitsch Tschirkow (Виктор Викторович Чирков) wurde am 8.September 1959 in der Stadt Alma-Ata der kasachischen sozialistischen Sowjetrepublik geboren.
Im Jahre 1982 Abschluß der „Pazifischen-Seeoffiziershochschule Stepan Osipowitsch Makarow“ (TOVVMU = „Tikhookeanskoye Vyssheye Voyenno-Morskoye Uchlilishche imeni Stepana Osipovicha Makarova“ [TOBBMУ = „Tихоокеанское Высшее Военно-Морское Училище имени Степана Осиповича Макарова“]) und wurde zum Leiter des Minen-Torpedo-Gefechtsabschnitts eines Wachschiffs der Pazifikflotte versetzt.
Im Jahre 1983 Versetzung als Wachoffizier eines Wachschiffs und im Jahre 1984 Erster Offizier eines Zerstörers.
Nach dem Abschluß der Spezialoffiziersklassen der Seekriegsflotte (Vyssheye Spetsialnye ofitserskie klassy Voyenno-morskogo flota [Bыcшиe cпeциaльныe oфицepcкиe клaccы Военно-морского флота]) in Leningrad war W. Tschirkow vom 14.10.1987 bis zum 31.12.1990 Kommandant des Wachschiffs „Storozhevoy“ („Cторожевой“) der Pazifikflotte, das seinerzeit auf Kamtschatka stationiert war. 
Im Jahre 1991 wurde Tschirkow Kommandant eines großen U-Bootabwehrschiffs (nun bereits im Bereich Wladiwostok).
Im Jahre 1994 erfolgte die Ernennung zum Stellvertreter des Chefs des Stabes einer U-Bootabwehrschiffsdivision der Pazifikflotte und im gleichen Jahr die Ernennung zum Stellvertreter eines Brigadekommandeurs der Pazifikflotte.
Von 1996 bis 1998 war Tschirkow Chef einer U-Bootabwehrschiffsbrigade der Pazifikflotte.
Nach dem Abschluß der Seekriegsakademie (im Fernstudium) im Jahre 1998 trat er in die Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation (Voyennaya akademiya Generalnogo shtaba vooruzhennykh sil Rossiyskoy Federatsii [Boeннaя Академия Гeнepaльнoгo штaбa Boopyжённыx Cил Российской Федерации]) ein und im Jahre 2000 wurde er nach dessen Abschluß Chef des Stabes und Erster Stellvertreter des Befehlshabers der Truppen und Kräfte im Nordosten (sprich: im Bereich Kamtschatka), ab dem 03.Juni 2005 Chef der Primorje-Flottille gemischter Kräfte der Pazifikflotte (im Bereich Wladiwostok) und im September 2007 Chef des Stabes und Erster Stellvertreter des Befehlshabers der Baltischen Flotte.
Mit dem Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation Nr. 1016 vom 08.September 2009 wurde Vizeadmiral Wiktor Wiktorovitsch Tschirkow zum Befehlshaber der Baltischen Flotte ernannt.
Am 06.05.2012 (09.10 Moskauer Zeit) schließlich wurde der Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitrij Anatoljewitsch Medwedjew mit der Ernennung zum Oberbefehlsahber der russischen Seekriegsflotte veröffentlicht. Mit dem gleichen Ukas wurde sein Vorgänger, Admiral Wladimir Sergejewitsch Wysozkij, vom Amt des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte entbunden.

Quelle für diese Zusammenstellung sind die russische Marinezeitschrift "Morskoy Sbornik" ("Морской Сборник") vom Juli 2011 und zwei Meldungen auf RIA Novosti von heute:
http://ria.ru/defense_safety/20120506/642461383.html
http://ria.ru/spravka/20120506/642499409.html

Bereits am 27.April wurde ein neuer Oberbefehlsfhaber der Landstreitkräfte mit Generaloberst Wladimir Walentinowitsch Tschirkin (Владимир Валентинович Чиркин) ernannt, am gleichen Tag wurde der Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte Generaloberst Alexander Nikolajewitsch Selin (Александр Николаевич Зелин) seines Amtes enthoben; zum neuen Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte wurde am 06.Mai Generalmajor Wiktor Nikolajewitsch Bondarew (Виктор Николаевич Бондарев) ernannt.

Zu Vizeadmiral Tschirkow (der im November 2011 zu einem offiziellen Besuch bei der Deutschen Marine in Deutschland in Glücksburg und in Kiel war) ist noch anzumerken, dass gerade gestern noch eine Meldung über einen Beitrag in der offiziellen Zeitung der Baltischen Flotte "Strazh Baltiki" ("Страж Балтики") veröffentlicht wurde, in dem er sich anläßlich einer Begegnung mit Veteranen der Flotte (kurz vor dem Tag des Sieges, dem 9.Mai) kritisch zu den Möglichkeiten der einheimischen Industrie äußerte:
 
"Gegenwärtig hat die Flotte beträchtliche Mittel zur Instandsetzung der Technik und der Waffen. Im Jahre 2011 wurden hierfür 1,25 Milliarden Rubel zugewiesen, in laufenden Jahr sind es 1,5 Milliarden Rubel.
Aber die Situation stellt sich folgendermaßen dar: zur Zeit ist die Industrie nicht in der Lage, diese finanziellen Mittel sich zu erschließen. So blieben im vergangenen Jahr 17 Kriegsschiffe und Schiffe, 9 Flugapparate, 2 Flugabwehr-Raketenkomplexe und mehr als 10 Radarsysteme in einem nicht instandgesetzten Zustand. Einer Instandsetzung unterliegen auch die "Shilka"-Komplexe, wie auch die Pionier-Anladetechnik.
Die Führung unternimmt jetzt Anstrengungen zur Lösung dieser Fragen, aber alles hängt am Nichtvorhandensein von Ersatzteilen in den Unternehmen der Verteidigungsindustrie."


Hier die entsprechende Meldung unter "Flotprom.ru": http://www.flotprom.ru/news/?ELEMENT_ID=111299


Meine Anmerkung hierzu: "Shilka" ist ein Luftabwehrpanzer mit 23-mm Vierlings-Schnellfeuergeschützen auf dem Fahrgestell des PT-76.
Vizeadmiral Tschirkow gab in letzter Zeit deutlich bodenständigere Äußerungen von sich, als sein Vorgänger Wysozkij, der teilweise eigenartige Interviews gab, die sehr verklausuliert waren.

So, das war´s erst einmal,

Kaschube_29 
« Letzte Änderung: 07 Mai 2012, 19:42:36 von Kaschube_29 »

Offline der erste

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #2 am: 06 Mai 2012, 18:47:04 »
Das ist eine im Moment überraschende Nachricht. Aber es war seit längerem zu vermuten, das sich etwas auf dem Posten des Oberbefehlshabers tut. Habe erst in dieser Woche ein Interwiew mit Atkov gelesen (Direktor für Außenwirtschaftsbeziehungen des Konzerns AGAT-Hersteller von Seezielraketenkomplexen), in dem er sich Massiv über die nicht vorhandene Unterstützung von Seiten der Flotte, speziell von Wyssotzki, beschwert hat. Allerdings vielleicht noch ein Wort zu der Verabschiedung von Selin, Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte. Dieser begann seinen Weg als Flieger nach der Offiziersschule in den sowjetischen Streitkräften in Deutschland, auf dem Militärflugplatz in Finowfurt. Er hatte in letzter Zeit erhebliche Differenzen mit dem Generalstabschef Makarow. Es gibt wohl Pläne, das Oberkommando der Luftstreitkräfte aufzulösen und die einzelnen Geschwader den Militärbezirken zu unterstellen. Na, warten wir es ab. Es wird wohl in naher Zukunft noch einige Überraschungen geben, auch an der Spitze des Verteidigungsministeriums.
Habe gerade gelesen, das Selin zum Gehilfen des Verteidigungsministers ernannt wurde.
« Letzte Änderung: 06 Mai 2012, 18:55:05 von der erste »

Online olpe

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #3 am: 06 Mai 2012, 21:28:36 »
Das ist eine im Moment überraschende Nachricht.
Hallo,
in der Tat - das ist sehr überraschend ... zumal es sich hierbei um die wohl letzte Amtshandlung in Sachen Personal von Noch-Präsident Medvedev handeln dürfte ...
Grüsse
OLPE

Offline Götz von Berlichingen

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #4 am: 06 Mai 2012, 21:55:05 »
Zuvor waren kürzlich bereits von Medwedew in seinen letzten Amtstagen die Oberbefehlshaber des Heeres und der Luftwaffe entlassen worden:

»Medwedew entlässt Luftwaffenchef
MOSKAU, 28. April (RIA Novosti).

Russlands scheidender Staatschef Dmitri Medwedew hat knapp eineinhalb Wochen vor Ende seiner Amtszeit den Befehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Alexander Selin aus dem Militärdienst entlassen.

Ein entsprechender Erlass des Präsidenten wurde auf der Webseite des Kreml veröffentlicht. Generaloberst Selin, der seit fünf Jahren die russischen Luftstreitkräfte kommandiert hat, wird im Mai erst 59 Jahre alt. Damit hat er die für Generäle und Admirale festgelegte Altersgrenze von 60 Jahren noch nicht erreicht.

Außerdem ernannte Medwedew, der nach dem Ende seiner Amtszeit im Mai wahrscheinlich an die Spitze der Regierung wechseln wird, Generaloberst Wladimir Tschirkin, der bis jetzt die Truppen im Militärbezirk Zentrum befehligte, zum neuen Heereschef.

Medwedew ist seit 2008 russischer Präsident. Seine Amtszeit endet am 7. Mai. Bei der Parlamentswahl im Dezember war Medwedew Spitzenkandidat der Partei Geeintes Russland, die die Mehrheit in der Duma erkämpfte. Medwedew verzichtete auf seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit als Präsident zugunsten von Ministerpräsident Wladimir Putin, akzeptierte jedoch das Angebot, Regierungschef zu werden, sollte Putin Präsident werden. Putin hat im März die russische Präsidentenwahl klar gewonnen.«


http://www.de.rian.ru/politics/20120427/263454829.html

http://www.de.rian.ru/politics/20120427/263457067.html

Offline der erste

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #5 am: 07 Mai 2012, 12:21:14 »
Moin Moin,

hier zum Lebenslauf des neuen russischen Oberbefehlshabers Wiktor Wiktorowitsch Tschirkow

Nach dem Abschluß der Spezialoffiziersklassen der Seekriegsflotte (Vyssheye Spetsialnye ofitserskie klassy Voyenno-morskogo flota [Bыcшиe cпeциaльныe oфицepcкиe клaccы Военно-морского флота]) in Leningrad war W. Tschirkow vom 14.10.1987 bis zum 31.12.1990 Kommandant des Wachschiffs „Storozhevoy“ („Cторожевой“) der Pazifikflotte, das seinerzeit auf Kamtschatka stationiert war.]


Kurz zu den höheren Klassen. Das ist eine Weiterbildungseinrichtung für Offiziere, die schon Erfahrungen an Bord oder in den ersten Landdienststellungen gemacht haben und weiterqualifiziert werden sollen, um als Kommandanten, Gehilfen von Kommandanten und Stabsoffizieren der Ebene Truppenteil weiter zu dienen. Von der Reihenfolge geht es so: Offiziersschule oder jetzt Institut, Höhere Klassen, Akademie, Generalstabsakademie. Kurz gesagt - "Institute bilden Wachoffiziere aus- wir bilden Kommandanten aus" (Worte des damaligen Chefs der höheren Klassen Vizeadmiral Rimaschefski Olpe, Egbert und mir gegenüber bei unserem Treffen mit ihm 2005 in W`haven auf unserer Frage, was er denn dort macht. Jetzt ist er Chef der Seekriegsakademie und des maritimen Ausbildungszentrums der russischen Seestreitkräfte).

Offline Kaschube_29

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #6 am: 07 Mai 2012, 18:16:45 »
Moin Moin,

zum Werdegang von Vizeadmiral Tschirkow (sprich: seinen Bordkommandos) habe ich noch etwas nach gewisser Recherche gefunden; hier deshalb noch einmal der Vollständigkeit halber sein dienstlicher Werdegang:

Wiktor Wiktorovitsch Tschirkow (Виктор Викторович Чирков) wurde am 8.September 1959 in der Stadt Alma-Ata der kasachischen sozialistischen Sowjetrepublik geboren.
Im Jahre 1982 Abschluß der „Pazifischen-Seeoffiziershochschule Stepan Osipowitsch Makarow“ (TOVVMU = „Tikhookeanskoye Vyssheye Voyenno-Morskoye Uchlilishche imeni Stepana Osipovicha Makarova“ [TOBBMУ = „Tихоокеанское Высшее Военно-Морское Училище имени Степана Осиповича Макарова“]) und wurde zum Leiter des Minen-Torpedo-Gefechtsabschnitts eines Wachschiffs der Pazifikflotte versetzt.
Im Jahre 1983 Versetzung als Wachoffizier auf das Wachschiff "Lun" ("Лунь" [NATO-Einklassifizierung: "Riga"-Klasse])
und im Jahre 1984 Dienst als Erster Offizier auf dem Zerstörer „Vozbuzhdennyy“ („Возбуждённый“ [NATO-Einklassifizierung: "Kotlin-SAM2"-Klasse] dieser Zerstörer war seit 08.03.1982 einkonserviert).
Nach dem Abschluß der "Spezialoffiziersklassen der Seekriegsflotte" (Vyssheye Spetsialnye ofitserskie klassy Voyenno-morskogo flota [Bыcшиe cпeциaльныe oфицepcкиe клaccы Военно-морского флота]) in Leningrad war W. Tschirkow vom 14.10.1987 bis zum 31.12.1990 Kommandant des Wachschiffs „Storozhevoy“ („Cторожевой“ [NATO-Einklassifizierung: "Krivak-I"-Klasse]) der Pazifikflotte, das seinerzeit auf Kamtschatka stationiert war. 
Im Jahre 1991 wurde Tschirkow Kommandant des großen U-Bootabwehrschiffs "Admiral Spiridonov“ („Aдмирал Спиридонов“ [NATO: "Udaloy-I"-Klasse] im Bereich Wladiwostok stationiert).
Im Jahre 1994 erfolgte die Ernennung zum Stellvertreter des Chefs des Stabes einer U-Bootabwehrschiffsdivision der Pazifikflotte und im gleichen Jahr die Ernennung zum Stellvertreter eines Brigadekommandeurs der Pazifikflotte.
Von 1996 bis 1998 war Tschirkow Kommmandeur der 44.U-Bootabwehrschiffsbrigade der Pazifikflotte.
Nach dem Abschluß der Seekriegsakademie (im Fernstudium) im Jahre 1998 trat er in die Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation (Voyennaya akademiya Generalnogo shtaba vooruzhennykh sil Rossiyskoy Federatsii [Boeннaя Академия Гeнepaльнoгo штaбa Boopyжённыx Cил Российской Федерации]) ein und im Jahre 2000 wurde er nach dessen Abschluß Chef des Stabes und Erster Stellvertreter des Befehlshabers der Truppen und Kräfte im Nordosten (sprich: im Bereich Kamtschatka), ab dem 03.Juni 2005 Chef der Primorje-Flottille gemischter Kräfte der Pazifikflotte (im Bereich Wladiwostok) und im September 2007 Chef des Stabes und Erster Stellvertreter des Befehlshabers der Baltischen Flotte.
Mit dem Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation Nr. 1016 vom 08.September 2009 wurde Vizeadmiral Wiktor Wiktorovitsch Tschirkow zum Befehlshaber der Baltischen Flotte ernannt.
Am 06.05.2012 (09.10 Moskauer Zeit) schließlich wurde der Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation Dmitrij Anatoljewitsch Medwedjew mit der Ernennung zum Oberbefehlsahber der russischen Seekriegsflotte veröffentlicht. Mit dem gleichen Ukas wurde sein Vorgänger, Admiral Wladimir Sergejewitsch Wysozkij, vom Amt des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte entbunden.

So, das war´s mit den genauen Bordkommandos bis einschließlich der Kommandantenzeit.    :O/Y

Bis dann,

Kaschube_29

« Letzte Änderung: 07 Mai 2012, 20:25:32 von Kaschube_29 »

Offline The Voice

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #7 am: 07 Mai 2012, 19:16:34 »
@ Kaschube_29:
Moin, Danke, wie immer sehr informativ!
Gruß: Uwe
In God we trust - all others we track

Offline Kaschube_29

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #8 am: 14 Mai 2012, 19:45:23 »
Moin Moin,

eine Woche nach dem Wechsel an der Spitze der russischen Seekriegsflotte gab es eine spekulative Hintergrundmeldung seitens der russischen Nachrichtenagentur "RIA Novosti":

ria.ru vom Sonnabend, den 12.05.2012 (10.52):

Der Grund für die Amtsenthebung des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte war die Weigerung, den Stab nach Petersburg zu verlegen

Moskau, 12.Mai – RIA Novosti. Der Grund für die Enthebung von Admiral Wladimir Wysozkij (Владимир Высоцкий) vom Posten des Oberbefehlshabers  der Seekriegsflotte  der Russischen Föderation  war das Ignorieren der Anweisung des Generalstabs  und des Verteidigungsministeriums  über die Notwendigkeit der Verlegung des Hauptstabs der Seekriegsflotte aus Moskau nach Sankt-Petersburg, teilte gegenüber RIA Novosti ein hochgestellter Vertreter des Generalstabs am Sonnabend mit.
Wysozkij wurde seines Postens mit einem Ukas des Präsidenten der Russischen Föderation vom 6.Mai entbunden, verbleibt aber im Militärdienst.
„Wysozkij ist nicht nach Sankt-Petersburg umgezogen. Das ist der Hauptgrund seiner Entbindung“, sagte der Gesprächspartner der Agentur.
Gleichzeitig hat er unterstrichen, dass das Beharren von Wysozkij auf seiner harten Position in dieser Frage Achtung verdient, aber dem neuen Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte steht trotz allem die Verlegung des Stabes nach Sankt-Petersburg bevor.
Mit demselben Ukas des Präsidenten vom 6.Mai wurde Vizeadmiral Wiktor Tschirkow (Виктор Чирков) zum neuen Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte der Russischen Föderation ernannt.
Wie am Sonnabend die Quelle aus der Militärbehörde gegenüber RIA Novosti mitteilte, betragen die Umzugskosten des Hauptstabs der Seekriegsflotte der Russischen Föderation aus Moskau  nach Sankt-Petersburg  40 – 50 Milliarden Rubel in den Geldwerten des Jahres 2008.
„Hierbei ist aber auch anzumerken, dass diese Kostenberechnung nicht nur unter der Berücksichtigung des technischen Umzugs von 100 Offizieren und Admiralen zustande kommt, sondern unter der Berücksichtigung eines geschützten Gefechtsstands im Bereich der nördlichen Hauptstadt“, sagte der Gesprächspartner der Agentur, der daran erinnerte, dass im Jahre 2008 im Stab der Flotte rund 1.000 Personen arbeiteten.
Er unterstrich, dass Wysozskij selbst nicht prinzipiell gegen den Umzug des Stabes war. „Aber er bestand darauf, dass der Umzug kundig, ohne Hast und durchdacht auf einer vorbereiteten Grundlage erfolgt, und nicht nur einfach in das Gebäude der Admiralität, wo eine kosmetische Instandsetzung durchgeführt und die Tafel «Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte der Russischen Föderation» angehängt wurde“, sagte der Gesprächspartner der Agentur.
Notwendig ist ebenso, ein System zur Führung zu schaffen und die sozialen Fragen der Unterbringung von Offizieren und Admiralen zu lösen, weil das Hauptprinzip der Führung der Flotte die Kontinuität ist, fügte er hinzu.
Die Initiative der Generalstabs und des Verteidigungsministeriums, den Stab der Flotte aus Moskau nach Sankt-Petersburg zu verlegen, kam im Jahre 2007 hoch und wurde damit begründet, dass in der nördlichen Hauptstadt alle grundlegenden wissenschaftlichen, Ausbildungs- und Industriezentren zusammengefasst sind, die mit der Seekriegsflotte verbunden sind, darunter die „Kuznetsov-Seekriegsakademie“ , die Konstruktionsbüros „Rubin“  und „Malakhit“ , die Schiffbauwerft „Nordwerft“  und „Baltisches Werk“ .

Hier die russische Originalmeldung: http://ria.ru/defense_safety/20120512/647301891.html


Nun, mal sehen, wann denn nun der Umzug des Hauptstabs der russischen Seekriegsflotte nach Sankt-Petersburg tatsächlich durchgeführt wird...

Bis dann,

Kaschube_29

Offline Kaschube_29

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Re: Neuer Oberbefehlshaber der russischen Seekriegsflotte
« Antwort #9 am: 16 Mai 2012, 00:00:31 »
Und weiter geht es mit (anderen) Erklärungen zur Amtsenthebung von Admiral Wysozkij vom Dienstposten des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte:

navy.ru vom Montag, den 14.Mai 2012 (11:27):

Die Enthebung des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte ist mit dem Brand auf dem Atom-U-Boot „Yekaterinburg“ („Eкатеринбург“) verbunden

Text: Vzglyad (Взгляд)

Die Enthebung des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte Wladimir Wysozkij ist mit dem erst kürzlich stattgefundenen Feuer auf dem strategischen Atom-Raketenträger „Yekaterinburg“ („Eкатеринбург“) verbunden, erklärte eine hochgestellte Quelle im Generalstab der russischen Streitkräfte, womit er die Version über den Unwillen von Wysozkij über die Verlegung des Oberkommandos nach Petersburg dementierte.
„Der kurz vor dem neuen Jahr stattgefundene Brand auf der «Yekaterinburg» («Eкатеринбург») im Reparaturdock des Schiffsinstandsetzungswerks mit der Raketenbewaffnung an Bord war der letzte Tropfen Geduld der Landesführung und des Verteidigungsministeriums. Der offizielle Urteilsspruch bezüglich der Nachforschungen dieses besonderen Vorkommnisses wurde bisher nicht verhängt, aber die vorläufigen Schlußfolgerungen wurden bereits gemacht und sie sind unerfreulich, und sind, wie bereits bekannt geworden ist, in den Ukas des Präsidenten eingegangen“, merkte die Informationsquelle gegenüber der Nachrichtenagentur „Interfax“ an.
Sie erinnerte daran, dass vor diesem Vorfall der Präsident dem Admiral eine Verwarnung wegen nicht vollständiger Dienstdurchführung wegen des Brands in dem Flottendepot in der Nähe von Moskau ausgesprochen hatte.
„Nicht vergessen sind auch die Explosionen im Arsenal der Seekriegsflotte in Uljanowsk (Ульяновск). Gerade unter Wysozkij ereignete sich die Tragödie auf dem Atomunterseeboot  «Nerpa» («Hepпа»)“, teilte die Quelle mit.
Er wies die verfluchte „Oppositionshaltung“ von Wysozkij zurück, darunter auch beim Dauerthema mit der Verlegung des Oberkommandos der Seekriegsflotte nach Sankt-Petersburg.
„Wysozkij hat, entgegen der Meinung über den vorgeblich aktiven Widerstand bei der Ausführung dieser Entscheidung, diese niemals in Abrede gestellt“, erklärte der Gesprächspartner der Agentur.
Im Gegenteil, nach seinen Worten wurde „im Oberkommando und in den Flotten die Unzufriedenheit über die zu große Weichheit des Admirals und seinen offenkundigen Unwillen, für die Interessen der Flotte gegenüber der obersten Führung einzustehen, und gegen Maßnahmen etwas einzuwenden, die auf den Verlust der Selbständigkeit der Seekriegsflotte als eigenständige Teilstreitkräfte gerichtet waren.“
Die Quelle merkte an, daß bei Admiral Wysozkij der Status der Seekriegsflotte beträchtlich herabgesetzt wurde. Alle Flotten erwiesen sich in der Unterstellung der Kommandos der strategischen Richtungen : die Nordflotte und die Baltische Flotte sind in den Bestand des Westlichen Militärbezirks  eingegangen, die Pazifikflotte in den Bestand des Östlichen Militärbezirks  und die Schwarzmeerflotte und die Kaspische Flottille wurde in die Unterstellung des Südlichen Militärbezirks  übergeben.
Der Hauptstab in der Eigenschaft als zentrales Organ der Führung wurde eine stregen Optimierung unterzogen und wurde nur ein administratives Führungsorgan, die für die technische, die repräsentative und die Ausbildungs- und wissenschaftlichen Funktionen verantwortlich ist. Es traten Probleme mit der Unterstellung auch der Verwaltungen auf, die bisher auch noch nicht entschieden sind.
In diesem Zusammenhang merkte der hochgestellte Vertreter des Generalstabs an, dass Admiral Wysozkij nicht aus dem Militärdienst entlassen wurde. „Nicht unwichtig ist auch die Tatsache, dass der Admiral an der Amtseinführungszeremonie des Präsidenten Wladimir Putin (Владимир Путин) teilnahm“, sagte er.
Zuvor wurden auch die Gründe der Amtsenthebung angegeben, die Anfang Mai gegenüber dem Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte Wladimir Wysozkij erklärt wurde; in diesen zuvor angeführten Gründen erklärte ein hochgestellter Vertreter des Generalstabs die Verabschiedung Wysozkijs durch die Tatsache, daß der Admiral den Stab nicht nach Petersburg verlegen wollte.
Am 6.Mai erklärte eine hochgestellte Quelle im Verteidigungsministerium, dass die letzten lautstarken Verabschiedungen in der Führung der Streitkräfte davon sprechen können, dass der Kurs auf die Beseitigung der Oberkommandos der Teilstreitkräfte gerichtet ist.
Zuvor hatte der russische Präsident Dmitrij Medwedjew (Дмитрий Медведев) den Ukas über die Versetzungen in der Führung der Streitkräfte unterschrieben.
Neuer Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte wurde anstelle von Wladimir Wysozkij (Владимир Высоцкий) der ehemalige Befehlshaber der Baltischen Flotte Wiktor Tschirkow (Виктор Чирков) und Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte Wiktor Bondarew (Виктор Бондарев), der zuvor den Posten des ersten Stellvertreters des Oberbefehlshabers dieser Teilstreitkräfte innehatte.
Der Vorgänger von Bondarew (Бондарев) Alexander Selin (Александр Зелин) wurde zum Berater des Verteidigungsministers ernannt.
Wir erinnern daran, dass die Öffentlichkeit bereits einige Jahre die Pläne des Verteidigungsministeriums zur Verlegung des Hauptstabs der Seekriegsflotte von Moskau nach Sankt-Petersburg verfolgt. Dieses Thema kursiert seit dem Jahre 2007, als sie der damalige Vorsitzende der Staatsduma Boris Gryslow (Борис Грызлов) aussprach. Später hatte der Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow (Анатолия Сердюков) den Unterstellten den Auftrag gegeben, den Umzugsplan vorzubereiten. Aber über seine Fristen wurde niemals etwas weitergegeben.
Im Jahre 2009 wurde die Verlegung wegen des Fehlens an Mitteln verschoben. Nach den Worten von Militärexperten sind 26 – 50 Milliarden Rubel, die für einen Umzug aufgewendet werden könnten, eine unzulässige Ausgabe und die Gesamtkosten dieser Idee einschließlich der Entfaltung des gesamten geschätzten Führungssystems der Kräfte der Seekriegsflotte wird in einer noch deutlich höheren Summe – mehr als 1 Milliarde Rubel – bewertet. Es wurde auch noch ein weiterer, vielleicht nicht weniger wichtiger Grund genannt: der Unwillen des höheren Führungspersonal der Seekriegsflotte, in die nördliche Hauptstadt umzuziehen.
In diesem Zusammenhang haben unterschiedliche hochgestellte Quellen in der Militärbehörde diesen Umzug mehrfach in Zweifel gestellt oder ihn komplett „gestrichen“, aber nach Ablauf einer gewissen Zeit bekräftigte ein anderer Vertreter des Verteidigungsministeriums, dass keine Rede von einer Überprüfung der Pläne sein kann. So wurde im Herbst 2010 der Verzicht des Umzugs mitgeteilt, wie auch über die Idee, das Oberkommando der Seekriegsflotte in eine der Abteilungen des Generalstabs in Moskau umzuwandeln. Und im Herbst des folgenden Jahres 2011 sagte der Chef des Generalstabs Nikolaj Makarow (Николай Макаров), dass niemand den Umzug gestrichen hätte und es auch keine Umwandlung in eine Abteilung geben werde.
Eine derjenigen, die die Idee der Verlegung der Hauptstabs der Seekriegsflotte in die nördliche Hauptstadt hart kritisierten, war der Vorsitzende des Klubs der U-Bootfahrer Sankt-Petersburgs, Kapitän 1.Ranges im Ruhestand Igor Kurdin (Игорь Курдин). „Dieser Umzug ist eine grosse Dummheit. Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die Meinung der Veteranen und der Mitarbeiter des Generalstabs. Erstens darf man den Hauptstab nicht einfach vom Verteidigungsministerium abtrennen. Zweitens halte ich es für unzweckmäßig, in Krisenzeiten eine derart umfängliche Aktion durchzuführen.“
Aber im Verlauf der Zeit sagte Kurdin das folgende: drei – vier Jahre zuvor, als diese Idee gerade erschienen war, hat er sich heftig dagegen ausgesprochen. Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist dieser Umzug nach seiner Aussage möglich und „es scheint sogar gerechtfertigt zu sein: Es geht darum, dass die Funktion des Hauptstabs der Seekriegsflotte sich geändert hat. Mit der Führung beschäftigt sich dort niemand mehr; dies macht heute der Generalstab über die Befehlshaber der Militärbezirke. Es verbleiben nur noch der Schiffbau, die Seekriegsausbildung, die Wissenschaft und noch einige andere Richtungen. Wenn man diese Veränderungen berücksichtigt, dann sieht die Verlegung des Stabs nach Petersburg nicht mehr so unlogisch aus. Petersburg ist doch eines der Hauptzentren des Schiffbaus, der militärischen Ausbildung und der Marinewissenschaften. Und wenn sich hiermit heute der Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte beschäftigt, warum sollte er dann nicht tatsächlich hier sitzen, in Petersburg? Dann müssen auch die Leiter von Unternehmen, die heute zu ihm nach Moskau fahren, nicht mehr irgendwohin fahren“, erklärte der Experte.
Aber, wie uns scheint, schimmert in den Worten von Kurdin nicht nur die Übereinstimmung mit den Plänen des Verteidigungsministeriums durch, sondern auch die Ironie: „Es ist schwer für mich, die Logik der getroffenen Entscheidung zu kommentieren, wenn sie auch für mich nicht ganz verständlich ist. Die sind unberechenbar. Wenn wir es wollen, machen wir es so, dann anders und wird entschieden: lasst es uns versuchen und sehen, was dann klappt… Wenn der Oberbefehlshaber oder sein Stellvertreter in Moskau benötigt werden, so können sie sich einfach in den «Sapsan» («Caпсан») setzen und in vier Stunden in die Hauptstadt reisen. Sollen sie doch nach Moskau zur Arbeit fahren“, sagte Kurdin.

Hier die russische Quelle: http://www.navy.ru/news/navy/?ELEMENT_ID=111830

Als Erklärung: «Sapsan» («Caпсан») ist ein Hochgeschwindigkeitszug, der seit ca. 2 Jahren zwischen Moskau und Petersburg verkehrt und seitens der Russischen Föderation in Deutschland bei Simens bestellt wurde.

Admiral Wysozkij befehligte seit dem 11.September 2007 die russische Marine auf dem Dienstposten des "Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte". In letzter Zeit gab es einige etwas wunderliche Interviews von ihm.

Sein Nachfolger wird sich noch zu beweisen haben!


Eine gute Nacht wünscht,

Kaschube_29