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Autor Thema: Entmagnetisierung  (Gelesen 19307 mal)

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Offline Sperrmaat314

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Entmagnetisierung
« am: 13 Oktober 2010, 16:14:59 »
 Hallo alle im Forum! Kann mir bitte jemand sagen, wo und wie wurden die U-Boote entmagnetisiert? Gruß Carsten

Offline Elo

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #1 am: 13 Oktober 2010, 21:14:32 »
Durch bau aus amagnetischen Stahl und einer MES-Anlage (magnetischer Eigenschutz). So ist es zumindest heute aber ob es die Technik schon damals gab weiß jetzt nicht.
R.I.P. Ubootklasse U206a

,,Dat hölpt för de Müüs!" see de Buer, da steek he sien Schüün an.

Offline jockel

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #2 am: 13 Oktober 2010, 23:23:02 »

Online Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Re: Entmagnetisierung
« Antwort #3 am: 14 Oktober 2010, 06:44:45 »
Hai

Im Anbetracht der Rubrik in der die Frage steht sag ich mal -gar nicht-, hoffe aber das mir jemand wiederspricht oder es besser weiß.
Dafür gab es Sperrbrecher und Minenräum- und Suchverbände die das mit den Minen zu erledigen hatten.

Offline Tostan

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #4 am: 14 Oktober 2010, 07:08:20 »
Im Anbetracht der Rubrik in der die Frage steht sag ich mal -gar nicht-, hoffe aber das mir jemand wiederspricht oder es besser weiß.

Dieser Beitrag lässt darauf schließen, dass es im WW2 schon bekannt war. Ob und wie die Boote der Kriegsmarine entmagnetisiert wurden, weiß ich allerdings auch nicht :(

Offline Peter K.

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #5 am: 14 Oktober 2010, 09:25:01 »
Im Rahmen der Sperrwaffeninspektion wurde im Juli 1940 die "Magnetische Messgruppe" der Kriegsmarine in Kiel aufgestellt, die 1941 zur "Entmagnetisierungsgruppe" in Bad Schwartau erweitert wurde. Sie war schließlich für über 80 Stationen zuständig und beschäftigte im Dezember 1944 861 Personen.
Man unterschied zwischen "Magnetischen Messstellen" zur Erfassung der Magnetfeldstärken von Schiffen und "Entmagnetisierungsstellen" zur Justierung und Überprüfung von MES-Anlagen an Bord von Schiffen bzw. zur Herabsetzung von deren Magnetfeld. Alle mit MES-Anlagen ausgerüstete Schiffe mussten in regelmässigen Abständen "Schleife fahren", natürlich auch Uboote!

BTW, hat jemand von euch
Peter Hey, EMG - Die Entmagnetisierungsgruppe der deutschen Kriegsmarine 1940 - 1945, Selbstverlag, Kiel, 1997
?
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Offline Sperrmaat314

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #6 am: 16 Oktober 2010, 21:40:26 »
von Gerd:     Entmagnetisiert wurde zu meiner Zeit nur in der Nähe von Lauterbach.
Auf Höhe Neptun-Werft muß es zu Zeiten der KM auch noch eine Entmagnetisierungsstelle gegeben haben. Als ich auf dem Bagger
Wolgast war,haben wir dort Tonnenweise Kupferkabel hochgezogen.Diese Menge Kabel können eigentlich nur zu so einer Anlage
gehört haben.

     Kann das stimmen? Gruß Carsten

Offline bettika61

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #7 am: 19 Dezember 2012, 22:44:43 »
Im Rahmen der Sperrwaffeninspektion wurde im Juli 1940 die "Magnetische Messgruppe" der Kriegsmarine in Kiel aufgestellt, die 1941 zur "Entmagnetisierungsgruppe" in Bad Schwartau erweitert wurde. Sie war schließlich für über 80 Stationen zuständig und beschäftigte im Dezember 1944 861 Personen.
Man unterschied zwischen "Magnetischen Messstellen" zur Erfassung der Magnetfeldstärken von Schiffen und "Entmagnetisierungsstellen" zur Justierung und Überprüfung von MES-Anlagen an Bord von Schiffen bzw. zur Herabsetzung von deren Magnetfeld. Alle mit MES-Anlagen ausgerüstete Schiffe mussten in regelmässigen Abständen "Schleife fahren", natürlich auch Uboote!

Hallo,
die Magnetische Messgruppe befand sich anfänglich in Kiel-Holtenau,
 http://www.holtenau-info.de/history/entmagnetisierung.htm
eine Entmagnetisierungsanlage östlich der alten Schleusen in Kiel-Holtenau , zu sehen auf dem oberen Luftbild von @hastei
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,7277.0.html

Nach Bombardierung der Dienststelle zog die Messgruppe um nach Hohenort und die Entmagnetisierungsanlage gegenüber in die Einfahrt zur Borgstedter Enge westlich der Rader Insel in der Einfahrt zur Borgstedter Enge.

Quelle :Heimatgemeinschaft Eckernförde (Jahrbuch 2007)
JOHANNES WITT Militärische Einrichtungen in und um Borgstedt
Ausschnitt Luftbild Mai 1945 ebd.

Wo sich die Messgruppe in Bad Schwartau befand, würde mich interessieren  :-)

Zitat
BTW, hat jemand von euch
Peter Hey, EMG - Die Entmagnetisierungsgruppe der deutschen Kriegsmarine 1940 - 1945, Selbstverlag, Kiel, 1997
Dazu gab es bisher leider keine Antwort.
Nach dieser Quelle suche ich gerade, Dr. Peter Hey war Mitarbeiter der WTD 71, (hat zur WTD  auch eine Chronik verfasst). Das gesuchte Buch ist  nicht über Bibliotheksverbund der BW zu beziehen , bei der WTD in Eckernförde waren meine Recherchen noch nicht erfolgreich.
In Schirnau bei der WTD hängt eine Karte an der Wand, die die Lage der vielen damaligen Entmagnetisierungstellen darstellt . (vielleicht auch von Dr.Hey ?)

Grüsse
Beate
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Rheinmetall

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #8 am: 16 Juni 2013, 21:14:04 »
Guten Abend in die Runde !

Hab noch eine Frage bezüglich der Entmagnetisierung bei den deutschen U-Booten.
Hört sich jetzt vielleicht etwas unbeholfen an, aber war der entmagnetisierte Eigenschutz-Zustand permanent gegeben, oder verflog diese Wirkung wieder nach einer gewissen Zeit ?

Vielen Dank für eine Antwort.

Rheinmetall  :-D
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline SeppU552

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #9 am: 16 Juni 2013, 21:59:39 »
Du hast deine Frage selber beantwortet. Die zweite Möglichkeit ist richtig.
Es gibt halt nur drei Schiffsarten: U-Boote, Schnellboote und Ziele.

Offline Rheinmetall

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #10 am: 17 Juni 2013, 00:11:39 »
Moin, moin Sepp !

Vielen Dank für Deine Antwort.
Und wie lange ging es im Durchschnitt, bis eine erneute Entmagnetisierung notwendig wurde ?

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Offline olpe

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #11 am: 17 Juni 2013, 21:00:47 »
Und wie lange ging es im Durchschnitt, bis eine erneute Entmagnetisierung notwendig wurde ?
Hallo,
nun, eine erneute Entmagnetisierung ist m.E. und nach meinem Kenntnisstand notwendig
  • bei größeren Ein- oder Umbauten im oder am Schiffs-/Bootskörper nach Werftaufenthalt
  • wenn die periodische Messung des Restmagnetfeldes mit aktiver MES-Anlage einen Wert ergab, der oberhalb der zugelassenen Norm lag
Unten zwei Bilder von neuzeitlicheren U-Booten (russ. Projekt 877EKM, KILO-KLasse) vor der Behandlung in der Werft. Gut zu erkennen ist die Umwicklung mit stromführenden Kabeln, mit denen die Ausrichtung und die Stärke des permanenten Magnetfeldes vom Schiffs-/Bootsrumpf einige Zeit gemindert wird. Die Zeitspanne der Entmagnetisierung in Friedenszeiten kann in Etwa mit der Zeitspanne der planmäßigen Werftliegezeiten gleichgesetzt werden ...
(Q: Slg. OLPE)
Grüsse
OLPE

Offline bettika61

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #12 am: 17 Juni 2013, 21:22:18 »
Hallo OLPE,
hat die Russiche Marine auch einen Erdfeldsimulator
Zitat
zum anderen wurde für die amagnetischen Boote (Minenkampfboote, U-Boote und mit Einschränkungen auch Schnellboote) der Erdfeldsimulator in Schirnau/-Lehmbek errichtet. Dieser Simulator wurde vor etwa dreißig Jahren in Betrieb genommen und dient zur magnetischen Vermessung und Einstellung der MES-Anlage an Bord der hochgeschützten Boote unter allen vorkommenden Erdfeldbedingungen.
 
wie die DM in Schirnau- Lehmbek ? (Da sollen die neuen deutschen U-Boote auch nicht mehr rein passen.)

Grüsse
Beate
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline olpe

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #13 am: 17 Juni 2013, 22:18:31 »
hat die Russiche Marine auch einen Erdfeldsimulator ...
Hallo,
nach meinem Dafürhalten nicht ... Die sowjetische/russische Marine löst(e) das Problem der Messung etwas anders ... In nicht geringer Anzahl existieren in den verschiedenen Flotten s.g. "Entmagnetisierungschiffe" (CP = судно размагничиваня = Sudno Razmagnichivaniya). Diese legen sich Bord-an-Bord neben die zu messenden Einheiten ... Ich gehe davon aus, dass bei der Mehrzahl der Schiffe neben der Messung auch eine Behandlung möglich ist ...
Entmagnstisierungsschiff SR-137
Grüsse
OLPE

Offline H.Bleichrodt

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Re: Entmagnetisierung
« Antwort #14 am: 19 Juni 2013, 13:31:21 »
Kleine Anekdote dazu....


die Briten mussten im WWII ihre Schiffe entmagnetisieren und eine ihrer Lösungen sah damals
vor, Kabel auf das Deck zu legen durch die Strom geleitet wurde.

Jener Handelsschiffkapitän der damals erleichtert und glücklich von der schweren Atlantikfahrt
heimkehrte, sollte mit dem Kommando "Alle Maschinen stop" im Hafen auch die Stromversorgung
der Kabel unterbunden haben.....

Im gleichen Augenblick flog er mitsamt seinem Schiff durch eine deutsche Magnetmine in die Luft....  :-D

(kl. Auszug aus Streng Geheim)

Alex
Auf Sehrohrtiefe !