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Autor Thema: Minensucher der Volksmarine, welche von 1978 bis 1990 in Entwicklung waren,  (Gelesen 5201 mal)

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Offline habichtnorbert

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Moin,moin,

Unter diesem Thema werd ich über die seid 1978 bis 1990 in Entwicklung befindlichen Minensuchern Typ: MAW 189/289, Reede-MAW 415, Hilfsminensuchern Typ: Grenzsicherungsboot 410, Küstenschutzboot 155 und 422 , eine kleine Abhandlung bringen, da diese Projekte bis zu ihrer Einstellung schon etliche Millionen Mark verschlungen hatten.

Über die bekannten im Einsatz befindlichen Minenschuchschiffen und -booten der Typen : "MLR 2000 Habicht" , "MLR 3000 Krake" ,  "RPi Schwalbe" , "MSR 89.1 Kondor 1" und "MSR 89.2 Kondor 2" wird hier nichts weiter erwähnt.

Also immer sachte, dies war die Einführung zu dem Thema.

 :MG:
Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

Das Historische Marinearchiv: www.historisches-marinearchiv.de

Offline habichtnorbert

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Minen-Abwehr-Schiff (MAW-Schiff) Projekt 189/289 der Volksmarine (VM)

Bereits 6 Jahre nach Indienststellung des letzten Schiffes vom Typ MSR 89.2-Kondor 2, wurde ab 1978 begonnen die Ablösung der MSR-Schiffe einzuleiten, dieses sollte in 5 Varianten der Ausrüstung gefertigt werden,
es ergab sich für die Forderungen eine Schiffsgröße von Deplam. 500t, wobei trotz moderner Mineneigenschutzanlage eine Sicherheitstiefe von größer als 20m ergab,
das war für ein Räumschiff der VM indiskutabel, so das eine Variante mit eine schwachmagnetischen Ausführung aktuell wurde,
in einer zum Ende 1984 vorliegenden Studie für das Projekt 189/289 war ein Orientierungspreis von 113Mio. Mark genannt,
auf Grund technischer und ökonomischer Probleme bei der Realisierung wurde dieses Projekt Ende 1984 abgebrochen,
und alles auf die Entwicklung des Reede-MAW-Boot Projekt 415 konzipirt.

Die Daten vom Projekt 189/289:
Deplam.: 424t; L.: 47,2m; B.: 9,00m; T.: 2,20m; Vmax.: 15 kn(sm/h) ; Besatzung: 34 Mann; Bewaffnung: 1x 30mm-Zwilling; 1x 23mm-Zwilling, verschiedene Räumgeräte, Motor: 2x DM 12KVD24/25 mit zusammen ca 2000PS. 

Folgende Varianten sollten gebautwerden:
MAW 189    - Basis-MAW-Schiff
MAW 189.1 - Minensuch- und -räumschiff,
MAW 189.2 - Minensuch- und -jagdschiff,
MAW 189.3 - Minenräum- und -jagdschiff,
MAW 289   - Hochsee-MAW-Schiff

unten Skizze des MAW-Schiffes Projekt 189/289.


 
« Letzte Änderung: 21 November 2007, 11:52:20 von habichtnorbert »
Gruß Norbert

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Offline habichtnorbert

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Reede-MAW-Boot - Projekt 415

1981 fand in der UdSSR(CCCP) eine Konsultation zum Kennenlernen des sowjetischen Reederäumbotes "YEVGENIA" Projekt 1258 statt. In der Auswertung sollte ein schwachmagnetisches Räumboot entwickelt werden, Ablehnung der Schaffung von Produktionsanlagen durch den Minister für Schwermaschinen- und Anlagenbau.
Nach Protesten der VM, wurde das KSR (Kombinat Schiffbau Rostock) mit derEntwicklung und Bau beauftragt,
die Planungsgrundlage galt: 1 Boot als Versuchsfahrzeug, und der Serienbau ab 1991 von 16 Booten,
im Januar 1983 begann die technische Konzeption durch das IfS, der Bau sollte durch die Yachtwerft Berlin in zusammenarbeit mit der Volkswerft  Stralsund realisiert werden,
im Oktober 1983 lagen erste Ergebnisse vor, wobei das KSR den Bau der Bootskörper in der Schiffswerft Rechlin, der Endausbau in der Peenewerft Wolgast erfolgen sollte, zur Überführung von Rechlin nach Wolgast war ein Landtransport vorgesehen, die vergebene Baunummer 415 der Yachtwerft Berlin wurde aber beibehalten.
Drastische Reduzierung der Pläne und Kürzung der Finanzmittel für den Zeitraum ab 1986, führten zu Veränderungen am Entwicklungsablauf, der geforderte Serienbeginn verschob sich von 1991 auf 1994.
Nachdem Ende 1984 auf das Projekt MAW-Schiff 189/289 verzichtet werden mußte, sollte nun aus dem Konzept Reederäumboot ein MAW-Boot werden, bis 1986 entstand hieraus der Entwurf für ein MAW-Boot, es sollte für 8 verschiedene umrüstbare Minenabwehr- und Bewaffnungsvarianten einsetzbar sein.

Es waren vorgesehen:
1 - Minenjagd mit MIVG 190,
2 - Minenjagd mit Minentauchern,
3 - Minenräumen mit Fernräumgerät,
4 - Minenräumen mit mechanischen und akustischem Räumgerät,
5 - Minentauchersicherstellung
6 - Sicherstellung der Übergabe/Übernahme eines mechanischen Hubschrauberräumgerätes,
7 - Sicherstellung der Übergabe/Übernahme eines Hubschrauber-Fernräumgerätes
8 - Minenlegen

Die CCCP lehnte die Liferung von hydroakustischen Anlagen ab, der Bau solcher Anlagen konnte in der DDR konnte nicht mehr realisirt werden, so wurde ein Liefervertrag mit Polen zur Lieferung der dort in Entwicklung befindlichen Anlage "Flamingo" ausgelöst.
1987 lag das Skizzenprojekt vor, aber trotz mehrjähriger Bearbeitung gab es immer noch schwerwiegende ungelöste Probleme,
in Dezember 1989 erläuterte die Peenewerft Wolgast, daß das Projekt an der Grenze der Realisierbarkeit ist,
ein neuer Haupttermin für das Technische Projekt war Oktober 1990 mit Baubeginn der Serienlieferung 1998,
daraufhin wurde der Abruch der Arbeiten Ende 1989/Anfang 1990 durch den Minister für Verteidigung bestätigt, und das Projekt 415 beendet.
 
Die Daten zum Projekt 415:
Deplm.: 248t; L.:35,0m; B.: 7,96m; T.: 1,85m; Vmax: 12 kn(sm/h); Besatzung: ?  ; Bewaffnung: 1x 23mm-Zwilling; 1x FAM14; 8 MAW-Bewaffnungsvarianten; Motor: 2x DM 6KVD18/15AL .

Unten Skizze und Bild vom Modell des Reede-MAW-Bootes Projekt 415
 
Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

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Offline habichtnorbert

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MAW-Katamaran Projekt 425

Erwähnt werden muß dieses Projekt, auch wenn keine Daten, Unterlagen, Skizzen oder Zeichnungen zufinden sind,
das Projekt 425 MAW-Katamaran soll mitte der 80ger Jahre begonnen und 1989/1990 abgebrochen worden sein, wie weit die Entwicklung fortgeschritten war, ist auch unbekannt.

Die nächsten folgenden Beiträge werden sich mit den als Hilfsminensuchern vorgesehen Grenzsicherungs- und Küstenwachbooten befassen.

 :MG:
Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

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