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1953 U-Boot Schule Saßnitz-Dwasiden

Begonnen von Horst Knoll, 27 April 2021, 18:42:36

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Horst Knoll

Ein Hallo an alle Interessdierten Mitglieder,
Bin heute auf das Marine Archiv durch Zufall gestoßen.

Dort sah ich eine Diskussion von, ich glaube 2008 - ob die DDR U-Boote hatte!?

Anscheinend bin ich ein noch "Überlebender" der U-Boot Lehranstalt von 1953 in Saßnitz-Dwasiden!?
Mein Alter 87 Jahre.

Ich kam nach meiner Grundausbildung in Kühlungsborn 1952 anschließend nach Stralsund/Parow zur Flottenschule der "Seepolizei"
bei der ich nach einer Eignungsprüfung (Musikalisches Gehöhr) einen Funkerlehrgang absolvierte.
Etwa im Herbst landete ich als Obermatrose im Wald von Dwasiden in einem mir damals noch unbekanntem Objekt
der Volkspolizei-See.
Nachdem noch einige andere Kameraden und ich den Schlagbaum passiert hatten, wurde unsere Gruppe mit den Worten: "Guten Abend - U-Bootschule" begrüßt!
Man hatte uns versprochen, schneller als üblich uns zu einem Maaten zu befördern, wenn man hier ausgebildet wird.

Etwa Anfang Juni hieß es, wir bekämen bald die erster U-Boote. Vorbereitet waren bereits die Versorgungsleitungen zum Hafenbecken. Als erste Übung war eine Rettung aus einem Torpedforohr vorgesehen.
Als ich voriges Jahr beim Marinemuseum in Laboe war, sah ich den U-Bootstyp im Freigelände auf dem ich mal Dienst machen sollte! Wir sollten ja Boote nach Saßnitz bekommen, die die Russen nach Kriegsende einkassiert hatten.

Ein Teil unserer Ausbilder waren von der Kriegsmarine, sowie Ausbilder der Baltischen Flotte!
Und nun meine Auskunft zu der Frage ob die DDR U-Boote hatte!?
Nein, denn es kam der Volksaufstand der "17. Juni"! Nach diesem Ereignis wurde die U-Boot Lehranstalt aufgelöst!
Folglich landeten auch keine Boote wie mal versprochen, mehr im Saßnitzer Marinehafen!

Die Lehranstalt wurde in eine Nachrichtenoffiziersschule umfunktioniert.
Wie versprochen wurde ich zum Maaten befördert und leitete für einige Zeit das Taktik-Kabinett.
An der Steilküste von Saßnitz-Dwasiden sieht man, dasss dort noch ein Treistofftank von damals durch Erosion aus der Böschung herrausragt!

Noch im selben Jahr versetzte man mich nach Peenemünde zu den KS-Booten. Dort war ich als Stabsfunker tätig.
Damals war die Funkleitstelle auf dem bekanntem "Königsstuhl", einem Kreidefelsen. Dort war ich nur vorüberggehend stationiert.

1954/55 ging ich nochmals nach Parow auf die Flottenschule. Bei der ich einen Obermeister-Lehrgang, Funk besuchte.
Nach Lehrgangsabschluß versetzte man mich zu den MLR`s nach Saßnitz wo ich ja bekanntlich schon einmal war.
Auf einem der Minen-Räum Boote, ich glaube der "Habicht" Klasse, begann ich meinen Dienst als Funkmeister bis zum Ende meiner 5-jährigen Dienstzeit im Mai 1956.
Bis dahin waren wir bei den "Seestreikräften"
Etwa im Herbst desselben Jahres wurden die "Seestreikräfte" in"Volksmarine", umbenannt!

Zwei Monate lang erhielten wir zum Sold eine Gefahrenzulage. Wir beräumten einen Teilabschnitt der internationalen Schifffahrtsstraße.
Gottseidank ohne Zwischenfälle!





olpe

#1
Hallo,
erst mal Willkommen im Forum ... :-) ...
Über die U-Boot-Aktivitäten in der DDR siehe auch ein Artikel es Deutschen U-Boot-Museums: --/>/> klick ...
Grüsse
OLPE

t-geronimo

Auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns!  :O/Y

Ich verschiebe den Beitrag al in den Bereich der Volksmarine, da passt er glaube ich besser hin.  :O/Y
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Darius

Hallo Willkommen,

vielen Dank für Deinen Einsteigerbeitrag.


:MG:

Darius

smutje505

Hallo Horst auch von mir ein Willkommen im FMA  top

Horst Knoll

Zitat von: Horst Knoll am 27 April 2021, 18:42:36
Ein Hallo an alle Interessierten Mitglieder,
Bin heute auf das Marine Archiv durch Zufall gestoßen.

Dort sah ich eine Diskussion von, ich glaube 2008 - ob die DDR U-Boote hatte!?

Anscheinend bin ich ein noch "Überlebender" der U-Boot Lehranstalt von 1953 in Saßnitz-Dwasiden!?
Mein Alter 87 Jahre.

Ich kam nach meiner Grundausbildung in Kühlungsborn 1952 anschließend nach Stralsund/Parow zur Flottenschule der "Seepolizei"
bei der ich nach einer Eignungsprüfung (Musikalisches Gehöhr) einen Funkerlehrgang absolvierte.
Etwa im Herbst landete ich als Obermatrose im Wald von Dwasieden in einem mir damals noch unbekanntem Objekt
der Volkspolizei-See.
Nachdem noch einige andere Kameraden und ich den Schlagbaum passiert hatten, wurde unsere Gruppe mit den Worten: "Guten Abend - U-Bootschule" begrüßt!
Man hatte uns versprochen, schneller als üblich uns zu einem Maaten zu befördern, wenn man hier ausgebildet wird.

Etwa Anfang Juni hieß es, wir bekämen bald die erster U-Boote. Vorbereitet waren bereits die Versorgungsleitungen zum Hafenbecken. Als erste Übung war eine Rettung aus einem Torpedforohr vorgesehen.
Als ich voriges Jahr beim Marinemuseum in Laboe war, sah ich den U-Bootstyp im Freigelände auf dem ich mal Dienst machen sollte! Wir sollten ja Boote nach Saßnitz bekommen, die die Russen nach Kriegsende einkassiert hatten.

Ein Teil unserer Ausbilder waren von der Kriegsmarine, sowie Ausbilder der Baltischen Flotte!
Und nun meine Auskunft zu der Frage ob die DDR U-Boote hatte!?
Nein, denn es kam der Volksaufstand der "17. Juni"! Nach diesem Ereignis wurde die U-Boot Lehranstalt aufgelöst!
Folglich landeten auch keine Boote wie mal versprochen, mehr im Saßnitzer Marinehafen!

Die Lehranstalt wurde in eine Nachrichtenoffiziersschule umfunktioniert.
Wie versprochen wurde ich zum Maaten befördert und leitete für einige Zeit das Taktik-Kabinett.
An der Steilküste von Saßnitz-Dwasiden sieht man, dasss dort noch ein Treistofftank von damals durch Erosion aus der Böschung herrausragt!

Noch im selben Jahr versetzte man mich nach Peenemünde zu den KS-Booten. Dort war ich als Stabsfunker tätig.
Damals war die Funkleitstelle auf dem bekanntem "Königsstuhl", einem Kreidefelsen. Dort war ich nur vorüberggehend stationiert.

1954/55 ging ich nochmals nach Parow auf die Flottenschule. Bei der ich einen Obermeister-Lehrgang, Funk besuchte.
Nach Lehrgangsabschluß versetzte man mich zu den MLR`s nach Saßnitz wo ich ja bekanntlich schon einmal war.
Auf einem der Minen-Räum Boote, ich glaube der "Habicht" Klasse, begann ich meinen Dienst als Funkmeister bis zum Ende meiner 5-jährigen Dienstzeit im Mai 1956.
Bis dahin waren wir bei den "Seestreikräften"


Zwei Monate lang erhielten wir zum Sold eine Gefahrenzulage. Wir beräumten einen Teilabschnitt der internationalen Schifffahrtsstraße.
Gottseidank ohne Zwischenfälle!

Wiking

Diesen Artikel der Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote füge ich einmal hier hinzu.

https://dubm.de/ddr-marine-besondere-ereignisse/

Wiking :MG:

smutje505


Horst Knoll

#8
Hallo Wiking und Smutje,

Smutje danke ich erstmall für die Weiterleitung eines Links von Wiking zum Thema: U-Bootlehranstalt Saßnitz-Dwasieden!

Obwohl ich damals am Maatenlehrgang teilgenommen habe, kannte ich nicht alle Details über die ULA die ich jetzt aus dem Link erfahren habe.
Horst Knoll                       
ehemals Funkmeister eines MLR der Habichtklasse, der Seestreitkräfte der DDR

PS.: Erst nach meiner Dienstzeit umbenannt in Volksmarine

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