U 9

Begonnen von Wiking, 17 Juni 2023, 16:16:06

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Wiking

U 9 sicher eines der erfolgreicheren Boote des Typ II .

Denn U 9 konnte auf 19 Unternehmungen 7 Schiffe mit zusammen 16.668 BRT versenken. Außerdem wurde 1 U-Boot mit 552 ts versenkt und 1 Torpedoboot mit 412 ts beschädigt,
siehe hier https://historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/beschreibung.php?lang=1
hier https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result und hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9     

Erste Feindfahrt.....

Das Boot lief am 25. 08. 1939 zu seiner ersten Feindfahrt schon vor Beginn des Krieges aus Wilhelmshaven aus.
Das Boot betrieb wohl Aufklärung vor der britischen Küste  und kehrte am 15.09. in Kiel zurück.

Laut KTB  soll es zu folgenden Ausfällen auf dieser Fahrt gekommen sein......

außerhalb des Druckkörpers eine undichte Stelle zwischen Auspuffrohr und Kühlmantel. Die Folge ist, das der B.B.-Motor beim Tauchen sehr leicht mit Wasser voll läuft, und dass unter Wasser dauernd ein kleiner Strahl Wasser ins Boot kommt. Nach genauem Absuchen festgestellt, das Abhilfe nicht geschaffen werden kann. Es muss so weitergefahren werden.

Pressluftgruppe 4 in der wasserdichten Back scheint undicht zu sein. Es steigen dauernd kleine Luftbläschen vorn auf, die bei dem ruhigen Wetter verräterisch sind.

Lasse Fl.Gr. 4 durch geöffnete Entlüftung abblasen. Blasenbildung und Luftblubber sind beseitigt.

Kreiselkompass ausgefallen. Weitergesteuert nach Magnetkompass. 

Siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_1._Unternehmung

Ich fürchte als Besatzungsmitglied hätte mich ein ungutes Gefühl beschlichen.... :MV: aber das Boot kehrte ja zurück.


Wiking :MG:



wirbelwind

Hallo,

sein Schicksal ereilte U 9 unter Kaleunt Heinrich Klapdohr am 20.08.1944 im Hafen von Konstanza durch Bomben sowjetischer Flieger. Es gab wohl Überlebende, darunter den Kommandanten.
Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route.
Das Boot gehörte zur 30.U-Boot Flotillie, der außerdem noch die Boote U 18, U 19, U 20, U 23 und  U 24 angehörten. Alle vom Typ II B.Interessanterweise versenkten sich am 25.08.44 U 18 und U 24 im Hafen von Konstanza selbst.Die restlichen U-Boote der Flottilie versenkten sich am 10.09.1944 vor der türkischen Küste ebenfalls selbst

MfG Wirbelwind

Wiking

Zitat von: wirbelwind am 18 Juni 2023, 14:39:39Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route.

MfG Wirbelwind

https://dubm.de/das-eiserne-kreuz/

Wiking :MG:

Urs Heßling

moin,

Zitat von: wirbelwind am 18 Juni 2023, 14:39:39Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route
Es gab über Land keine andere Route.
Navigatorisch wäre es für Schnellboote und Räumboote möglich gewesen, über den Rhein Rohe-Kanal zum Mittelmeer und nach dessen Durchqueren und dem Passieren von Dardanellen und Bosporus ins Schwarze Meer zu gelangen, aber die Passage der Letzteren war für kriegsschiffe untersagt.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

wirbelwind

Hallo Urs,
danke für die Infos.In irgend einem Buch, kein wissenschaftliches Werk, habe ich mal gelesen, dass versucht wurde, zumindest ein dt. Schnellboot über die von Dir beschriebene Wasserroute ins Mittelmeer zu bringen.
Leider soll der verantwortliche Planungsoffizier die wechselnden Wasserstände bei trockenheit nicht beachtet haben. Diese Fahrt des getarnten Schnellbootes dauerte dann ein Vielfaches an Zeit in Relation zum Straßentransport.
MfG Wirbelwind

Wiking

Zweite Feindfahrt.....

Diesmal unter Wolfgang Lüth, zu der Zeit Oberleutnant zur See.

Das Boot versenkte auf dieser Fahrt zwei Neutrale ( Schweden ) die auf dem Weg zwischen Schweden und den Niederlanden waren.

Das Boot wurde beim Auslaufen am 17.01.1940 aus Brunsbüttel vom Schlepper "Eisfuchs" geschleppt.
Als die Schlepperverbindung gelöst war wurde ein Eisschuh an den Schlepper abgegeben.

Siehe hier.... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_2._Unternehmung_Seite_1

Eisschuh?....Ok wird irgendwas gewesen sein was das Boot oder Teile vom Boot vor dem Eis geschützt hat aber etwas genaues kann ich mir darunter jetzt nicht vorstellen.
Hat da jemand eine Beschreibung oder Zeichnung ?

Wie schon beschrieben versenkte das Boot ja zwei Schiffe auf der Fahrt.

Zum einen am 18.01.1940 den kleinen schwedischen Dampfer Flandria 1179 Tons, Länge 70 Meter (17 Tote und 4 Überlebende )
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?31402
https://uboat.net/allies/merchants/ship/182.html

und am 19.01.1940 den ebenso kleinen schwedischen Dampfer Patria 1188 Tons, Länge 65 Meter ( 19 Tote und 4 Überlebende )
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?89431
https://uboat.net/allies/merchants/ship/186.html

Der Kommandant von U 9 schätzte die Schiffe auf
Flandria 4000 Tons und 110 Meter Länge
Patria auf 8-10.000 Tons und 140 Meter Länge und 20-25 Meter Breite, die Patria war aber nur 10 Meter Breit.

Das überrascht mich jetzt schon wie man so daneben liegen konnte auch wenn die Sicht ganz sicher nicht die Beste war.

The survivors from Flandria (Master Albert Emil Rönne) were picked up from a raft by the Norwegian steam merchant Balzac after two days. The master and 16 crew members were lost.

Siehe hier.... https://uboat.net/allies/merchants/ship/182.html

Das grenzt wohl an ein Wunder das die das bei den Temperaturen die geherrscht haben müssen überlebt haben.

Wiking :MG:




jost_brune


Wiking

Zitat von: jost_brune am 29 Juli 2023, 18:05:32Im Link Bild 1 U 410 mit Eisschuh am Bug

https://www.uboatarchive.net/U-371A/U-371U410Photos.htm

Hallo,

bedanke mich für deinen Link.  :TU:)

Also zum Schutz des Bugs und wohl auch der Torpedorohre ( Mündungsklappen ).

Der Eisschuh wird einiges gewogen haben und so stelle ich mir die Übergabe an den Eisbrecher Eisfuchs nicht so einfach vor.

https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?action=dlattach;attach=170225;image

Wiking  :MG:

Wiking

Dritte Feindfahrt

11.02.1940. http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_3._Unternehmung_Seite_5

An dem Tag versenkt U 9 den kleinen Estnischen Dampfer Linda.
https://uboat.net/allies/merchants/ship/241.html
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?60481

Hier wird das Schiff als Linda Imperial bezeichnet. https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result

Das Schiff war auf dem Weg vom englischen Blyth nach Göteborg.
War es zu diesem Zeitpunkt nicht noch so das nach der Prisenordnung nur Handelsschiffe kriegführender Nationen oder mit Ladung aus oder für kriegführende Nationen versenkt werden durften und auch nur dann, wenn für die Sicherheit der Besatzung des Handelsschiffes gesorgt war?
Das Boot unter Oberleutnant Lüth hatte ja schon auf seiner zweiten Feindfahrt zwei Neutrale versenkt.
Neutrale, als was konnte man denn Estland zu dem Zeitpunkt bezeichnen?

Die Linda war im übrigen auch mal bei der Götterflotte der DG Neptun als Hermes unterwegs.
Gebaut und für diese Reederei bis 1914 gefahren.

Als weiteren Erfolg auf dieser Feindfahrt kann das Boot die Versenkung der San Tiburcio verbuchen. Der Tanker lief am 4 Mai 1940 auf eine Mine die U-9 am 10.02. gelegt hatte.
https://uboat.net/allies/merchants/ship/316.html

Wiking :MG:


wirbelwind

Hallo,
die Karriere von Wolfgang Lüth scheint so manches nicht negativ beeinflußt zu haben. Neben den bereits unter seinem Kommando erfolgten Versenkungen von neutralen Schiffen sank im Februar 41 U 43 im Hafen von Lorient wegen Nachlässigkeit. Kommandant: Kaleu Lüth.Später war er neben Brandi der einzige Brillantenträger der U-Boot-Waffe bzw. der DKM.
MfG Wirbelwind

ARANTALES

Hallo Wiking,

Danke für die Meldung:
ZitatHier wird das Schiff als Linda Imperial bezeichnet. https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result

Das Schiff nennt LINDA. Im Masterdatei wurde es korrigiert.
Habe eine Weile suchen mussen wo dieses IMPERIAL her kam. Antwort: ASS, das Buch in die 1983 Ausgabe. Lange her...
Da stehen U-Angriffen am 11/02/40 dokumentiert mit neben 2 Sätzen untereinander die 3 Wörter 'LINDA', 'IMPERIAL' und 'TRANSPORT'. Da ist - falscherweise - 'IMPERIAL' als Nachname der 'LINDA' in DUIKBOOT gerutscht.
Bei U53 steht der Name vom angegriffenem Dampfer, IMPERIAL TRANSPORT, berits richtig in DUIKBOOT ins HMA.


TW,

ASS gibt AN1769 als QUADRAT für U9's Angriff auf die LINDA.
Aus KTB U9 und die Torpedoschußmeldung in ASS geht hervor U9 machte während die 3.Feindfahrt alle Positionsangaben laut 'alte' Quadratkarten, wobei ein Quadrat definiert wurde von nur ein Buchstabe und bis zu 4 Ziffern.
Das Quadrat laut KTB und Schußmeldung, E1769, hat 5851N-0154E als Mittelpunkt, und diese liegt in AN4237 auf die 'neue' Quadratkarten.

Anbei eine stark reduzierte Abbildung einer 'alte' Quadratkarte die dem Quadrat 'E' zeigt, sei es nur oberhalb 58°N. 'E' reichte von 56 bis 62°N, und von 6°O bis 4°W. 'E' war unterteilt in 3000 Kleinstquadrate, links unten anfängend (E1) bis ganz rechts oben (E3000).

Met vriendelijke groeten,
Walter

TW

Zitat@TW,
Das Quadrat laut KTB und Schußmeldung, E1769, hat 5851N-0154E als Mittelpunkt, und diese liegt in AN4237 auf die 'neue' Quadratkarten.

Danke, Walter, ist geändert.
--/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=268&lang=1

Wiking

Vierte Feindfahrt....

Immer noch unter Oberleutnant Lüth.

Ohne besondere Vorkommnisse aber mit Fragen von meiner Seite.

Kriegstagebuch der Fahrt Seite 2...

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_4._Unternehmung_Seite_2

Dort wird beschrieben das bei 2 x GF ( ich nehme an Große Fahrt ) eine höhere Fahrt nicht gelaufen werden kann da beide Maschinen laden müssen.

Ich interpretiere das so, dass mehr Leistung nicht zur Verfügung stand, die Diesel also am Anschlag waren, richtig ?
Und wie nannte sich denn die nächst höhere Fahrstufe nach GF ?

Und wie immer schade das ich keine passende Karte finden kann, weder in meiner Literatur noch im Internet aus der hervorgeht welches die befohlenen Wege waren, wie z.B..... Kurs nach Eingang Weg 2.
Oder wo die Leuchtschiffe, Feuerschiffe standen

Schiffsort durch Anloten der kleinen Fischerbank zu kontrollieren,...... da kann ich was mit anfangen, sollte nordöstlich der Doggerbank liegen.

Wiking :MG:


Wiking

#13
Zitat von: Wiking am 17 August 2023, 17:58:46Vierte Feindfahrt....

Und wie nannte sich denn die nächst höhere Fahrstufe nach GF ?
 
Wiking :MG:


Äußerste Kraft..... https://img.fotocommunity.com/maschinentelegraph-im-u-995-laboe-d0ac628b-413d-40f1-af39-a4b77b835c95.jpg?height=1000

Der Maschinentelegraph ist jetzt von U 995 Typ VII C/41 , ich denke die könnten auf dem Typ II gleich gewesen sein.

Wiking

Wiking

Fünfte Feindfahrt wieder unter Lüth,im Rahmen der Unternehmung Weserübung.

Ein Beispiel wie U-Boot Kommandanten/Besatzungen einen Angriffserfolg wohl falsch Beurteilt haben.

Auf Seite 7,8 und 10 des Kriegstagebuches von U 9 ist dies zu sehen.

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_7
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_8
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_10

Bei HMA – Duikboot wird der Angriff dem Polnischen Zerstörer ORP Błyskawica zugerechnet.

https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=2&var1=wert1&var2=wert2

ORP Błyskawica
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C5%82yskawica_(Schiff)

Auf Seite 5 noch interessant das die Ergänzung Proviant und Brennstoff durch die Bremse erfolgte.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_5

Bremse
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremse_(Schiff,_1931)




Wiking  :MG:



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