Dieses Thema würde ich gerne näher behandelt sehen, leider kann ich nur etwas aus Norwegen Trondheim beitragen.
Die deutschen Bestrebungen und Einsätze aus norwegischen Häfen mit U-Booten und anderen Einheiten feste Stützpunkte zu errichten bedarf einer ausgeklügelten Logistik, da aber die anfänglichen Belange unzureichend waren, mussten Torpedos aus Deutschland herbei geschafft werden, was natürlich sehr aufwendig war und eine Menge Gefahren in sich barg.
Da wurden 1941 in Trondheim mit dem Bau eines U-Bootbunker ,,Dora 1" begonnen und 1943 der Kriegsmarine übergeben, in diesem Bunker wurden Torpedos ohne Sprengkopf eigens in einer eigenen Halle gelagert.
Die Sprengköpfe hatten einen eigenen kleinen Bunker am Fuße des Berges Ladehammeren 71m hoch, einer kleinen Halbinsel in Trondheim, von dort aus mussten die Sprengköpfe in die Bunker geschafft werden und montiert werden, um sie dann über Kräne an Bord zu schaffen.
Dann wurde in Trondheim ein Torpedoarsenal und im Stadtteil Munkevoll eine Torpedofabrik eingerichtet, von dort aus wurden die fertigen Torpedos über eine Straßenbahnlinie und einem weiteren Nebengleis bis zum Westkanal transportiert, um sie dort mit kleinen Schiffen zum Neuen Hafen zu schaffen.
Für dies alles wurde eine Verwaltung gebraucht, die dann im Stadtteil Rönningsbakken errichtet wurde.
Mit dem Bau Dora 2 wurde im Jahre `42 in Trondheim begonnen, aber bis Kriegsende nicht fertiggestellt.
Ich würde mich über viele Ergänzungen freuen und berichtigt mich wenn ich hier falsch recherchiert habe.
Hallo Michael,
ich hätte da einen Buchtipp (http://www.walpersberg.de/cms/Publikationen-Neues-Buch-veroeffentlicht) für Dich. Im thüringischen Rudolstadt befand sich von Februar 1942 bis zum Kriegsende das Torpedoarsenal Mitte (TAM). Aufgabe des TAM mit seinen etwa 2000 Arbeitern und Angestellten war das Klarmachen neuer Torpedos, das Reparieren von Grundgängern, das Herrichten von Torpedorohren, die Reparatur von Feuerleitanlagen und die Anfertigung und Bevorratung verschiedenster Ersatzteile. Als zum Kriegsende die anderen Torpedoarsenale der KM zunehmend ausfielen, stellte das TAM den Hauptversorger der Marine mit Torpedos dar.
Ein ehemaliger Beschäftigter des TAM hat die Geschichte dieser Einrichtung ausführlich recherchiert und seine Erkenntnisse in einer ca. 75-seitigen Broschüre zusammengefasst. Er macht dabei Ausführungen zur Historie und der Struktur des Betriebes, präsentiert Kopien von Originalunterlagen und zeigt auch den Zustand verschiedener Außenanlagen des TAM zu heutigen Zeit. Eine ausführliche Literaturliste schließt den Band ab. Die Spuren des TAM sind übrigens heute noch in Rudolstadt zu erkennen. (Hier (http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=Rudolstadt&ie=UTF8&ll=50.724693,11.361558&spn=0.007498,0.019226&t=h&z=16) befand sich das TAM.)
Bestellt werden kann das Werk für 19,95 € nur in der im Link genannten Rudolstädter Buchhandlung. Man sollte sich bei Interesse aber mit der Bestellung beeilen, als ich im letzten Oktober mein Exemplar dort gekauft habe, waren noch ca. 15 Exemplare vorhanden und eine Nachauflage sei nicht geplant, wurde mir erklärt.
Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Vielen Dank Schorsch :TU:), habe soeben Kontakt aufgenommen.
Gruß Michael
Hallo Michael,
nur der Vollständigkeit halber will ich hier noch zwei Links zum Thema nachschieben. Der erste (http://eldiss.uni-kiel.de/macau/accept.htm?http://eldiss.uni-kiel.de/macau/servlets/MCRFileNodeServlet/dissertation_derivate_00001805/d1805.pdf;jsessionid=F13C51412D0F756DF3AA17062E290448?hosts=) wurde zwar schon hier im Forum besprochen, eventuell ist er aber etwas aus dem Fokus gerutscht. Der zweite (http://www.forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=111291#111291) verweist in ein anderes Forum, wobei es mir leider noch nicht gelungen ist, mit der dort veröffentlichten Quellenangabe die Ursprungsliteratur nachvollziehbar festzumachen.
Ansonsten sei noch auf dieses Buch (http://www.amazon.de/Torpedos-deutschen-U-Boote-Eigenschaften-Marine-Torpedos/dp/3813208427/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1250175506&sr=1-1) verwiesen, eigentlich der Klassiker auf dem Gebiet der Torpedos, wenn auch die Logistik nicht unbedingt der Hauptgegenstand der Betrachtungen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Schorsch