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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - Allgemein => Thema gestartet von: Spee am 13 Januar 2006, 00:59:26

Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 13 Januar 2006, 00:59:26
Servus,

vorab, bitte die Frage nicht direkt mit "Neuschwabenland" in Verbindung setzen. Das kann zwar möglich sein, muß es aber nicht. Es gibt keine zwingenden Beweise dafür, aber ein "Wäre möglich".
Ach, bitte nicht Operation "Highjump" reininterpretieren. Das ist Blödsinn. Danke!

Am 23.September 1938 fand eine Besprechung des Planungsausschußes des Oberkommandos der Kriegsmarine statt. Den Rest zitiere ich nach Rolf Güth: Die Marine des Deutschen Reiches 1919-1939.

"Der Flottenchef, Admiral Carls , und der Chef des Marinewaffenamtes, Admiral Witzell, begründeten den Bau von Schlachtschiffen für den Durchbruch der Atlantikstreitkräfte aus der Nordsee heraus, und K.z.S. Fuchs, der die militärischen Fragen des Kriegschiffbaus bearbeitete, begründete die Notwendigkiet schneller, motorengetriebener Atlantikschlachtschiffe des Typs "H" als Kernstück der Planung: Schiffe ...
Vier Bordflugzeuge sollten eine entsprechende Aufklärungsreichweite sicherstellen. Die geplante Dieselmotorenanlage hätte dem Schiff eine sofort erreichbare Höchstgeschwindigkeit von etwa 30kn verliehen. Auf Grund der Antriebsanlage war bei 19kn Marschfahrt ein Fahrbereich von 19.000sm errechnet.
Als Haupteinsatzgebiet war der Südatlantik vorgesehen, wo im Schutz der Antarktis auch routinemäßige Überholungen der Maschinenanlagen für möglich gehalten wurden. Bei den damaligen Leistungen der Luftwaffen glaubte man die Schiffe dort ausreichend verborgen."

Soweit die entsprechende Passage. Jetzt kann ja jeder mal seine Ideen dazu abgeben.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: harold am 13 Januar 2006, 01:56:35
"South Pacific" war ja mal n schmachtendes Stükkl Musical, aber "South Atlantic"-?
Also bitte keine Weltkarte hernehmen, die Verzerrung gegen Süden ist ziemlich groß, eher ne Polarprojektion. Wer´n Globus hat, ist privilegiert.

Ach ja, Polprojektion: im Anhang, damit wir überhaupt wissen, wo das ist.
Guckmal: Eisgrenzen...

Ciao,
Harold
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 08:57:20
Hm, mit den HSK hat das ja 1940/41 sehr gut geklappt mit der Versorgung in den Gebieten... Aber eben auch nur bis die Versorger alle verschlissen waren...
Und einen Stützpunkt da hinzusetzen, halte ich für fast unmöglich... Es wäre das erste, was die Aliierten platt gemacht hätten, wenn sie davon erfahren...
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: VoBo am 13 Januar 2006, 10:11:28
Irgendwie verstehe ich die Vorteile dieses Stützpunktes noch nicht richtig, denn man hätte ja auch dessen Vorräte immer wieder ergänzen, d.h. Schiffe dorthin senden müssen. Wo ist dann also der Unterschied zwischen einem Versorger, der in den freien Atlantik entsendet wird, um dort die Schlachtschiffe zu versorgen und einem, der eine Basis am Südpol versorgt?

Volker
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 13 Januar 2006, 10:46:47
@VoBo,

der Versorger liegt als Basis in irgendeiner Bucht am Südpol, er ist die Basis. Würdest du einen Ölwechsel an deinem Auto lieber bei einem Freund in der Garage oder auf der Autobahn kurz hinter Mailand machen wollen  :)  ?
Im antaktischen Sommer sind die Temperaturen durchaus tragbar, -5° bis +5° im Durchschnitt, selten Stürme. Klar und sonnig. Schön abgelegen, auch nett als Zwischenstation für Hilfskreuzer und U-Boote zu gebrauchen.

@Ralf,

plattmachen? Mit was? Hast du da unten Schlachtschiffe? Meine Vermutung und die der SKL wäre ja, daß gerade da keine schweren britischen Einheiten auftauchen. Maximal bis Größe "County". Wärest du gern der Captain auf "London", der Mastspitzen auf sich zukommen sieht, die sich dann als eine "H" entpuppen? Böse, sehr böse.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Reiner am 13 Januar 2006, 11:13:42
@Spee
Warum sollten die Briten dort keine Schlachtschiffe haben, wenn sie wissen, daß die Deutschen auch welche dort haben??
Kann Deine Aussage nicht ganz verstehen :roll:  :roll:

Gruß
Reiner
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 13 Januar 2006, 11:42:16
@Reiner,

wer hat den den Briten gesagt, das da ein Stützpunkt ist? Die "H"s können ja ähnlich der Panzerschiffe eingesetzt werden. Hatten die Briten Schlachtschiffe in Kapstadt und Port Stanley, als "Scheer" im Südatlantik war? Und selbst wenn, besser als "R"-class? War nicht die Nordatlantikroute zu schützen? Schlauerweise werden die "H's" ja nicht direkt vor der Haustür operieren, sondern irgendwo zwischen Äquator und der Linie Falkland-Kapstadt.

Ok, vielleicht wird das Konzept Raeder's damit deutlicher:

Ebenfalls aus Güth ein Auszug aus:

Gedanken des Oberbefehlshabers (der Marine)

"Um die Wende 1944/45,... Zum Handelskrieg auf den Ozean verteilt:

-3 schnelle Schlachtschiffe
-3 umgebaute Panzerschiffe
-5 schwere Kreuzer
- einige M- und Spähkreuzer
-2 Flugzeugträger
- etwas 190 U-Boote, darunter 6 Artillerie-, 6 Flotten- und 6 Minen-U-Boote

Bei der Jagd der englischen Flotte auf diese über die Ozeane zerstreuten, Handelskrieg führenden deutschen Streitkräfte würden zwei Gruppen von je 3 schwersten Schlachtschiffen mit Motoren und 40cm Geschützen die Aufgabe gehabt haben, die zur Jagd mehr oder weniger aufgelöst fahrenden englischen schweren Streitkräfte zu stellen und zu schlagen.
Zwei "Scharnhorst" und zwei "Tirpitz" hätten zur Bindung eines Teiles der schweren englischen Schiffe in der Heimat zur Verfügung gestanden. Auf diese Weise wäre, insbesondere bei der Mitwirkung von Japan und Italien, die einen Teil der englischen Flotte gebunden hätten, gute Aussicht vorhanden gewesen, die englische Flotte zu schlagen und die englischen Zufuhren abzuschneiden, ..."

Zerbröseln der britischen Seestreitkräfte also, Teile der britischen Schlachtflotte in Asien und im Mittelmeer gebunden, die neuesten britischen Schlachtschiffe in Scapa Flow mit einem "fleet in being" von 4 Schlachtschiffen in Scapa Flow festnageln, schwere, leichte und Spähkreuzer, vielleicht ab und an ein Panzerschiff und U-Boote im Nordatlantik, "H's" im Südatlantik, mit gelegentlichen Vorstößen in den Nordatlantik, auch der Indik ist machbar.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Dominik am 13 Januar 2006, 12:04:41
ist jetzt ein bissel offtopic, aber da nun bereits das zweite Mal hier aufgetaucht, bitte ich mal kurz um Erläuterung:
Zitatmotorengetriebener Atlantikschlachtschiffe
und
Zitatje 3 schwersten Schlachtschiffen mit Motoren
Mit was wurde sonst noch gerechnet / geplant? Segelschiffe? Ruderboote? ;) Nix für ungut, mir fiel nur diese Wortwahl von Spee's Zitat auf. Das war doch sicherlich nicht die offizielle Bezeichnung eines Schlachtschiffes, oder?

Gruß

Dominik
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Blane am 13 Januar 2006, 12:05:11
Zitat von: Speewürden zwei Gruppen von je 3 schwersten Schlachtschiffen mit Motoren und 40cm Geschützen die Aufgabe gehabt haben, die zur Jagd mehr oder weniger aufgelöst fahrenden englischen schweren Streitkräfte zu stellen und zu schlagen.

@Spee
Habe ich das jetzt richtig verstanden:
Man plante mal den Spies umzudrehen, also "vom Gejagten zum Jäger"?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 13 Januar 2006, 12:09:41
@Blane,

Ja.

@Dominik,

ist so genau zitiert. Ich denke, daß damit nur klargestellt werden sollte, daß man keine Schlachtschiffe mit Turbinen für den Einsatz als Raider plante.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Blane am 13 Januar 2006, 12:13:49
Gracias!
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Scharnhorst66 am 13 Januar 2006, 12:46:00
Zitat von: Spee@VoBo,

der Versorger liegt als Basis in irgendeiner Bucht am Südpol, er ist die Basis. Würdest du einen Ölwechsel an deinem Auto lieber bei einem Freund in der Garage oder auf der Autobahn kurz hinter Mailand machen wollen  :)  ?
Im antaktischen Sommer sind die Temperaturen durchaus tragbar, -5° bis +5° im Durchschnitt, selten Stürme. Klar und sonnig. Schön abgelegen, auch nett als Zwischenstation für Hilfskreuzer und U-Boote zu gebrauchen.



Aber wäre es nicht so , das ich dann wenigstens zwei / drei dieser Versorger benötige ..
Der Versorger liegt als Basis in Bucht XX - aber irgendwann sind auch die Vorräte , Muni , Ersatzteile ect.. aufgebraucht ..
Was dann - Versorger erst zuürck in die Heimat .. selber in die Überholung , auffrischen der Vorräte , Muni , Erstazteile ..

Da dann doch eher ein "Südpol-Express"  ( wie die Japaner mit dem Tokio Express ) , nur eben nicht mit DD´s sondern mit den Versorgern ..

Obwohl - alleine würde ich die auch nicht darunter / rauf fahren lassen ..
da sollte doch schon eine starke Hand mitfahren ..

Oder sehe ich das falsch ??
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 12:50:25
Zitat von: Spee
...
wer hat den den Briten gesagt, das da ein Stützpunkt ist?
...

Sag ma' sooo arg abgelegen finde ich die Antarktis nu' nicht gerade.

So Ende der Dreissiger, Anfang der Vierziger Jahre würde ich da mit gut zwanzig Wahlkochereien mit rund zweihundert Fangbooten rechen. Reichlich Verkehr da!

Man kann naürlich versuchen die 4o cm Wummen als Harpunenkanonen zu tarnen ...

Scherz beiseite – die 'gegenrischen Kochereien kann man hoppnehmen aber dass lässt immer noch reichlich neutrale Petzeschiffe in der Gegend. Ich denke das ist nur eine (sehr kurze) Zeitfrage bis da jemand eine exakte Position in den Äther palavert.
Reicht ja schon wenn mal ein Versorger beim Ansteuern der Station einem arglosen amerikanischen Fangboot über den Weg segelt.

Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 12:55:21
Ansonsten bin ich natürlich für eine Station am Rande des nach meinem geschätzten Vorfahren Ludwig Kohl-Larsen benannten Larsen Schelfs.  :mrgreen:
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Blane am 13 Januar 2006, 12:56:41
Sehr gutes Argument Ufo!
Aufgrund der Position des Deutschen Reiches, hätten "Neutrale" Schiffe wohl ganz bestimmt die Positionen der deutschen Schiffe weitergefunkt.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Scharnhorst66 am 13 Januar 2006, 13:01:57
Andererseits .. was hätten die Briten zu dieser Zeit denn an freien Schiffen zur Verfügung gehabt , um einen Verband von mehren BB´s evt. noch mit CV unterstützung anzugreifen ..

( Vorrausgesetzt ich gehe von dem Szenario , wie Spee ganz oben beschreiben - also mit unterstützung von Japan & Italien  , aus )
Da dürften alle schw. Einheiten doch mehr oder weniger gebunden sein !??
oder nicht ??
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Blane am 13 Januar 2006, 13:10:27
Eigentlich doch schon, wenn ich nur von den brit. Einheiten ausgehe. Die Frage, die bei mir dann aufkäme, wäre:
Hätten die Amerikaner dann halt einen Teil ihrer schweren Einheiten in den Atlantik geschickt?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Seydlitz am 13 Januar 2006, 13:19:54
Also ich finde, das Szenario das Spee so beschreibt, als durchführbar.
Und meiner Meinung nach wäre das Konzept voll aufgegangen.
Allerdings sollten die Versorgungsschiffe niemals angefunkt werden oder selber funken. NIEMALS!
Nur im Falle einer Versenkung, damit die SKL und die anderen Schiffe bescheid wissen.
Dann hätten die Briten aber ganz doof aus der Wäsche geguckt. :D

Sie sollten einfach still und leise in ihren Buchten liegenbleiben, und auch die Ablösung besagter Versorger sollte Lautlos über die Bühne gehen!
Hätte dan schon ne ganze Weile gedauert bis die Briten auf den Trichter gekommen wären. Herausgefunden hätten sie es sicher irgendwann. Nur, wo sind die Versorger blos??? :?: Das heißt jede Menge britische Schiffe, die suchend durch die See Irren würden. Wer hätte denn von denen geglaubt das die in der Arktis rumhängen?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 13:20:46
Zitat von: Scharnhorst66Andererseits .. was hätten die Briten zu dieser Zeit denn an freien Schiffen zur Verfügung gehabt , um einen Verband von mehren BB´s evt. noch mit CV unterstützung anzugreifen ..


Diese Schiffe dort:
http://forum-marinearchiv.de/smf/viewtopic.php?t=341
:mrgreen:

Ja, ja - 'alternate Reality' hat immer die boesartige Regel, dass der Gegner auch ma' einen Zug machen darf.  :roll:

Tja - ich denke eine feste Basis wird wirklich sehr schnell entdeckt und gemelded. Soweit ich weiss, haben auch Ende der Dreissiger schon einige Walkochereien Katapultflugzeuge gehabt. Das ist blos eine Zeitfrage, bis ma' jemand direkt in die Basis hineinstolpert. Die muss ja nun dummerweise auch noch ausgerechnet Tiefwasserzugang haben und relativ eisfrei sein. Genau der Platz den eine Walkocherei, die einen Sturm abwettern will auch aufsuchen wird.

Erfolgversprechend denke ich ist da eher mobile Versorgung von Trosschiffen aus.

Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 13:30:31
@Seydlitz

Hmmm ... in genau den selben Buchten in denen Deine Trosschiffe so heimlich liegen, lungert aber ja dummerweise auch gerade ein Walfangboot, dass einen Kolbenschaden beheben will, herum und die Walkocherei, die einen Siedeofen reinigen will und der Versorger, der Ersatzteile für eine andere Walkocherei bringt und ... das war schon nicht das Ende der Welt da damals.

Ich denke Anker werfen ist für einen Deutschen Versorger da eine Option von einigen Tagen, vielleicht einer Woche, danach posaunt irgendwer in den Äther dass da in der Bucht aber ein gaaanz komisches Schiff mit Reichsdienstflagge am Heck liegt.

Und schon kommt HMS Thunderer, ein Lion Class Schlachtschiff der Suedamerikadivision, mal kurz vorbei ...

Dein Zug  :mrgreen:

Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Scharnhorst66 am 13 Januar 2006, 13:37:34
Ufo ,

ich wollte es ja nicht so darstellen .. als wenn die RN nichts an Schiffen hat ..
Aber wie oben schon geschrieben , wäre die RN ja immer noch an drei Fronten aktiv ..

Pazifik - Gegner Japan
Mittelmeerraum - Gegner Italien
Atlantik - Gegner - Deutschland

Das bindet natürlich schon recht viele Einheiten ..
Da dürfte es schon schwerer werden , genug Einheiten - die in der Lage sind ner H-Klasse gefährlich zu werden , zusammen zu ziehen.
( was nicht heissen soll , das ich der absolute Fan dieser Schiffe bin )

Selbstverständlich darf der Gegener auch Seine Züge machen ..
aber irgendwie sieht es in dieser Situation nach einem zusätzlichen Handycap beim Zuge aus ..
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 13:46:07
Schon klar!

Ich wollt' halt auch nur dezent darauf hinweisen, dass in den Kriegsspielen in denen 6 Hs und 3 Os so stolz ueber die Meere dampfen halt auch 7 Lions und rund 10 zusaetzliche Flottentraeger auf Britischer Seite spielen, zusammen mit dutzenden von Neubaukreuzern aller Kalliber.
Kommt schon was zusammen auch auf Allierter Seite und mit den fuenf KGV und den Sieben Mietzkatzen hat die RN doch einiges beisammen, was man einer H vorsetzen kann. (Nicht dass ich auf der Bruecke vom Duke of York stehen moechte wenn Friedrich der Grosse ueber den Horizont dampft aber die haetten das gemacht. Waer vielleicht das Ende von einer KGV gewesen aber die H hatte die ueblichen bloeden Loecher gehabt, die einem fern der Heimat so gar nicht bekommen.)

Ciao,
Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 13:46:35
Und ganz ehrlich, so am Ars... der Welt wäre eine echte Verteidigung auch mit Hs ein Witz... man kann es ja aussitzen... Ein zwei Uboote, ab und an mal ein Kreuzerverband... Ich gebe denen bis Ende 1941, dann sind sie platt...
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Scharnhorst66 am 13 Januar 2006, 13:51:28
ebenfalls klar ..
ich gehöre nicht zu der Fraktion , die der Meinung sind ..
alle dtsch. Schiffe teilen nur aus , machen schöne Löcher in die Britischen Schiffe , versenken alles - ohne auch nur einen Kratzer zu erhalten ..  :(

Aber wie gesagt , wenn - wäre wohl nicht nur eine DoY angekommen , sondern im Verbund mit ner Anson , Howe oder ner Vanguard  ..
die müssen aber gerade frei sein .. wenn Du verstehst was ich meine ..
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 14:00:52
Ne schon klar, aber die Briten haben sich ja auch angeschaut, was die Deutschen haben. Sie können zählen. Nervös wurden sie immer, wenn sie nicht wussten wo einer der großen Pötte der Deutschen war.
Und ehrlich, wenn die plötzlich drei Hs vermissen, werden die alles los schicken, was sie haben, um die zu finden.
Und dann, wenn sie es gefunden haben, quasi in ihrem Hinterzimmer, werden sie dieses erst einmal verbrettern und dann aushungern und zuletzt ausbrennen...
Das ist der Stoff aus dem dann die Helden sind und die zu Filmen wie Versenkt die Yamato führen... Spätestens mit den Amerikanern hätte es mehr als nur einen roten Hintern gegeben...

Aus meiner bescheidenen Sicht: Materialverschwendung.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Scharnhorst66 am 13 Januar 2006, 14:24:11
Möchte aber noch einmal auf meine Frage von Seite eins zurück kommen

Was ist mit den Versorgern um die es hier geht ??

Wäre es nicht so , das ich dann wenigstens zwei / drei dieser Versorger benötige ..
Der Versorger liegt als Basis in Bucht XX - oder schippert eben so rum -aber irgendwann sind auch die Vorräte , Muni , Ersatzteile ect.. aufgebraucht ..
Was dann - Versorger erst zurürck in die Heimat .. selber in die Überholung , auffrischen der Vorräte , Muni , Erstazteile ..

Da dann doch eher ein "Südpol-Express" ( wie die Japaner mit dem Tokio Express ) , nur eben nicht mit DD´s sondern mit den Versorgern ..

Alleine würde ich die auch nicht darunter / rauf fahren lassen ..
da sollte doch schon eine starke Hand mitfahren ..
oder nicht ??
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 14:49:46
Hm, aber Micha, was nützt es?
Die HSK sind aus den Gebieten teilweise wochenlang gefahren und haben keine Handelsschiffe kapern können. Und was ist, wenn so ein Großer eine doofe Granate abbekommen hat?

Wenn BS durchgebrochen wäre, wäre der Schiffsverkehr ja nicht zum erliegen gekommen. Die Einzelfahrer wäre sicher nicht mehr gefahren. Aber die Tommies wirklich ärgern? Nö...

Selbst in den besten Monaten haben auch die Wölfe von Dönitz nicht gegen die Produktionen anstinken können.
D hätte nur gewinnen und vielliecht einen Frieden erzwingen können, wenn sie die Luftschlacht um England gewonnen und Seelöwe durch gezogen hätten. Der Rest ist halt Geschichte.

Wenn nun D noch drei Hs gehabt hätte, und die da runter geschickt hätte, dann hätte die Allierten alles an Versogern heftigstlich gesucht und weggewischt. Und aus die Maus...
Vielleicht hätte sie noch 10 DDs, ein paar Cl und CAs und gar ein BB oder CV verloren. Na und? Kratzt die RN nicht wirklich...

Und die Versorger hätten dennoch immer durchbrechen müssen... Bis ´41, dann ist Schicht im Schacht... Oder was meint Ihr?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Woschnik am 13 Januar 2006, 15:10:11
Ich finde, es müssen schon eine ganze Menge wenns und abers zutreffen, damit so ein Szenario "Deutsche Schlachtschiffe im Südatlantik" hätte zutreffen können. Selbst für eine hypothetische Betrachtung hier im Forum.

1. Meiner Einschätzung nach waren diese Pläne für eine deutsche "Riesenflotte" vollkommen unrealistisch. Finanziell nicht machbar, von den Ressourcen an Material einmal ganz zu schweigen. Solche Pläne sollten wohl eher den Führer beeindrucken. So wie die verrückten Ideen von Schlachtschiffen mit 50cm Geschützen.

2. Selbst wenn es diese Flotte gegeben hätte, hätten diese Schiffe erstmal durchbrechen müssen. Wie wahrscheinlich ist das wohl?

3. Die Briten haben im Verlauf des Krieges fast ausschließlich mit recht gut ausgewogenen Verbänden operiert. Welche Chancen hätte wohl ein einzelnes deutsches Schlachtschiff, selbst als "H", gegen eine Gruppe aus Kreuzern, einer KGV und einen Flottenträger? Allein ein deutscher Verband mit Träger und entsprechenden kleineren Einheiten hätte den Briten Paroli bieten können.

4. Die Briten waren immer noch Weltmacht und hatte schon die größten Schwierigkeiten, gegen eine kleine Flotte wie die deutsche zu kämpfen. Wie sollen wir uns denn eine deutsche Flotte vorstellen, die als Jäger gegen die Briten hätten vorgehen sollen?

Nichts gegen all die Szenarien, die wir immer wieder durchspielen. Aber hier, so ist meine Meinung, finde ich zu viele unerfüllbare Prämissen. Denken wir doch daran, dass Deutschland nicht einmal die Graf Zeppelin fertigstellen konnte. Das Deutschland viel zu wenig Kreuzer hatte, von Zerstörern und allem anderen ganz zu schweigen.

Selbst U-Boote waren keinesfalls in ausreichender Zahl vorhanden.

Beste Grüße

Volker
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Lutscha am 13 Januar 2006, 15:17:08
Angenommen, man hätte irgendwie die Basis unbemerkt errichten können und die Schiffe hergezaubert, wie hätten sie problemlos versorgt werden können, die Amis haben es den Deutschen vorgemacht, wie man den Nachschub über See nahezu komplett mit U-Booten ausschaltet.

Und wie unbeschwert fährt eine H schon umher wenn ein schnelleres Schiff mit ebenso großer Reichweite zu Jagd ankommt, welches die H im 1on1 auch verprügelt. Davon gabs immerhin 4 stück. Und im Gegensatz zu den Deutschen fliehen die Amis nicht bei so einen Kampf.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 13 Januar 2006, 15:17:52
Hallo,

Wenn ich richtig verstehe, wollte die SKLHandelskrieg mit mehr, als einem Dutzend Überwasserschiffen führen.

Tja, diese benötigen aber gleichzeitig ein dutzend Versorger - von den U-Bootversorgern und Blockadebrechern nicht zu sprechen.
Schöner Tumult im Südatlantik/Indik  :D

Wie lange könnten sich diese Versorger verstecken? Ewig geht nicht. Und was wird aus dem Kriegsschiff dann? Schön eine Palmeninsel suchen, Schiffsboden anbohren, und Ferien machen?
Das gleiche, wenn eine dumme Granate da irgendwo einschlägt, wo sie nicht soll. In die Werft kann eine H nicht überall! Höchstens in Japan...


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 13 Januar 2006, 15:35:15
Hm – ich hatte ja grad Hansens Artikel vorgestellt, in dem er Raeders Strategie genauer unter die Lupe nimmt.

Ich denke das Ding lebt von Beweglichkeit. In dem Moment, wo Du beschliesst: 'Hier is' toll! Hier bleibe ich!' ist's vorbei.
Und selbst mit (ganz oder teilweise) Z-Plan wäre das ja immer noch ein Kampf des Schwächeren gegen die Britische Übermacht gewesen. Die Idee war ja gerade diese Übermacht zu umgehen.

Eine ausgewachsene Task Force in der Antarktis vielleicht sogar mit einer Art Basis wiederspricht dem Konzept in Teilen doch fast, oder nicht?

Wenn ich des guten Raeders Ideen so recht verstehe, macht es Sinn nicht eines, nicht zwei, nicht drei sondern gleich vier schwere Tommydampfer in Arktische Gewässer zu locken. Das aber kann eine Bismarck alleine machen, wenn sie wie weihland Graf Spee die Australien Cap Route und den Südatlantikverkehr terrorisiert.
Dann kann mein Verband aus drei Hs irgendwo im Nordmeer, in der Nordsee oder im Nordatlantik mal eine Balgerei mit einer unterlegenen (der abgezogenen Einheiten wegen!) Britischen Task Force anzetteln und gewinnen.
Das kostet die Briten zwei schwere Einheiten. Eine H aber muss hinterher ma' in die Werft. Sowas kann man nicht ambulant vom Trosschiff aus erledigen. So richtige Seegefechte mit drei Hs gegen ein Briten BB und drei CAs sind also mehr was für die eigenen Haus- und Hofgewässer.
Dann kann das angeschossene Schlachtschiff nach Hause humpeln und die zwei Anderen mutieren von Ships of the Line zu Raidern und geistern im Nordatlantik, an den Zufahrten zur Karibik und vor Südamerika herum.

Dann kann die Bismarck sich den suchenden Einheiten entziehen und sich irgendwo im Ostatlantik mit ihrer Schwester und einer H treffen. Wenn die Briten hinreichend Einheiten aus dem Gibraltar Freetown Raum abgezogen haben, um die lästigen Raider in der Karibik und im Nordatlantik zu jagen, dann kann der Verband versuchen eine geschwächte Britische Task Force irgendwo vor Wastafrika zum Kampf zu stellen und wiederum vielleicht zwei schwere gegnerische Einheiten zu versenken für den Preis eines eigenen Schlachtschiffes, dass dann in die Werft humpeln muss.

Aber das muss eben immer ein dynamisches System bleiben, bei dem ich an einem Punkt lange und penetrant genug mit Raidern herumfuhrwerke, das der Gegenr anderswo Streitkräfte abzieht. Dann kann ich dort guter (!) Überzahl ein Flottengefecht anzetteln.
Danach löse ich meinen Verband flugs auf, einer wird Raider, einer dampft zur Maschienenüberholung irgendwo in einen abgelegenen Winkel der Welt und einer humpelt begleitet von guten Wünschen nach Hause (oder der Home Fleet in die Arme – das Leben ist kein Picknick!)

Aber ich denke in dem Moment wo ich mich - egal ob in der Davis Street, in der Antarktis oder im Südpazifik - versuche 'fest' einzurichten, gebe ich dem Gegner die Möglichkeit mehr Kräfte zusammenzuziehen als ich zu irgend einer Zeit an irgend einem Ort aufbieten kann.
Und eine H, die vor Westafrika drei Treffer in den Maschienräumen kassiert hat, hat ja vielleicht noch einen Chance, aber eine, die von der Antarktis heimwärts humpeln muss, ist Submarine Futter.

Klar hätten die Briten die Deutschen Schlachtschiffe auch so nach und nach 'aufgerippelt'. Selbst versenkt in neutralen Gewässern oder angeschossen auf dem Heimweg vom Submarine erwischt, wären vermutlich die 'klassischen' Todesursachen geworden. Das war bei Raeder aber wohl durchaus eingeplant. Im echten Leben waren weder der Verlust von Graf Spee, noch der von Bismarck so gesehen echte Patzer. Das war eingeplanter Verschleiss.
Die Idee war aber eben, dass man derweil den Briten in Verbandsgefechten in Überlegenheit mehr Schiffe abknöpfen kann, als man selbst verliert. Und das funktioniert auf dem Papier eben, weil die Briten Seepräsenz zeigen müssen, die Deutschen hingegen jederzeit mit den Worten 'Ich spiel nicht mehr!' ihre schweren Einheiten aus einem Seegebiet abziehen können, um sie anderswo zu konzentrieren.


Was die Trosschiffe betrifft, denke ich, dass es natürlich bevorzugte Versorgungsplätze auf dem Globus gibt aber nach zweimal benutzen ist solch ein Platz dann auch erstmal tabu.
Also blos keinen Südpolexpress sondern diesen Monat einen zu den Capverden, dann einen in die Feuerlandregion, dann einen in den Grossraum Madagaskar, ...

Und die Trosschiffe sind ohne eine starke Hand an ihrer Seite besser dran!

Schaut man sich den Flottenvergleich unter 'Sett-Plan' an, den ich da vorgestellt hatte, haben die Briten einen unverschämten Vorteil bei Flottenträgern. Und auch wenn die Versuchung noch so gross sein mag, nach der ersten Pleite haben die raus, dass sie, wenn sie einen Verband mit Schlachtschiffen und Versorgern finden, die Torpedos in den Versorger knallen müssen.
Daher denke ich haben die Trosschiffe nur die Möglichkeit so unauffällig wie möglich zwischen anderen neutralen Dampfern einherzutuckern und auf's Beste zu hoffen.  
Wenn die von Wilhelmshaven bis zur Antarktis mit Geleitschutz laufen, können die ihre Position auch per Funk durchgeben. Die werden spätestens am Äquator von irgend einem Schweden, Iren, Brasilianer oder Spanier, dem der Geleitzug auffällt, verpetzt.

Geleitschutzoperationen über die Weltmeere sind immer was für die stärkere Seemacht nie was für den Schwächeren.


@Woschnik
Ja, stimmt – das Szenario ist wirtschaftlich unrealistisch. Stalin konnte seine Flotte bauen bis hin zum Hungertode von Bürgern der Sovietunion. Das wäre in Deutschland nicht durchgegangen. Das System wäre irgendwann einfach kollabiert.

By the way – die Sett-Plan Flotte hätten bie Briten auch nur finanzieren können, wenn die Buckingham Palace an Disney verscherbelt hätten.

Das ist also eine Art Papierkrieg mit Papiertigern – aber zumindest die Britischen Schlachtschiffe dabei heissen ja auch Mietzekatzen.


@Lutscha
Das funktioniert natürlich nur, wenn es Roosevelt nicht gelingt Deutschland den Krieg zu erklären und die Deutschen nicht blöde genug sind das selbst zu tun. Selbst wenn jemand behauptet, dass ich eine H mit einer Montana nicht unter Wasser bekomme ... nehmen ich halt zwei!  :twisted: Man hat's ja! Diese Sorte Seekrieg ist nur (!) ohne aktive US Beteiligung überhaupt denkbar.


 
Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 15:45:45
Jep Huszar, meine Rede... Ich fand die Sache it den HSK (Piguion, Komet) und der Scheer schon schneidig. Ich meine Scheer hatte igrend wie ein Kühlschiff mit was weiß ich wie vielen Eiern aufgetan und hatte somit die Versorgungstelle "Südatlantik" aufgemacht. Aber eine ganze Flotte?

So wie es lief, mit den HSK, selbst mit Spee und Scheer, das macht Sinn. Alles andere ist weit her geholt und häte so ein wenig den Wunsch der WWI Flotte in WWII...

Nach wie vor waren die Schlachtschiffe, so schick ich sie wirklich finde, wirklich nur Relikte aus alten Zeiten und für den Krieg, der dann wirklich geführt wurde Materialvergeudung.

Wie haben schon bei anderen Themen darüber geprochen, dass man nun diese Schiffe hatte und sie acuh einsetzen wollte/musste. Ein Schwarm M-Klasse oder ein paar Panzerschiffe hätten den Briten mehr weh getan, aber sie hätten sich ja auch schon beim Bau umgestellt, siehe U-Bootkrieg, als die Aliierten DDs auspuckten wie ein kleiner Junge Kirschkerne in Nachbars Garten.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 13 Januar 2006, 16:48:39
Guter Beitrag, Ufo!

@Ralf:
Oder wir bzw ihr baut den Fleuzer, oder den Super-A-Kruezer, den wir auch (fast) zu Ende entwickelt haben.


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Ralf am 13 Januar 2006, 17:00:58
Jenau!
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 14 Januar 2006, 01:32:45
Wahnsinn :shock:

das sind Gedankenspiele aus dem Jahre 1938. Da hat keine "Iowa" usw. etwas zu suchen. Wenn, dann eine "Lion".

Wenn ich mir das so durchlese, wow, da unten muß ja ein Traffic gewesen sein? Manhattan, rushhour! Ich dachte immer, da unten könnte man sich in Ruhe in die Landschaft stellen, alten, zweimal gefilterten Kaffee und den letzte Gyrosfurz vom Vorabend aus der im Schritt verstärkte Torpedomixerhose rauslassen, ohne das irgendjemand mir ein "Sau!!" entgegen wirft. War wohl nicht so.
Wie sah das den dann im Nordatlantik aus? Mußten die Deutschen ihren Überwasserkrieg im Atlantik vielleicht nicht wegen der Versenkung der "Bismarck" einstellen, sondern ab 1941 auf die "subway" ausweichen, weil oben schon alles voll war?
Warum dann etliche U-Boote auf ihren Turns nie ein Schiff gesehen haben kann ich mir nun aber nicht mehr erklären.
Wie gesagt, daß ist ein mögliches Szenario. Schön im Februar/März da unten 1 Troßschiff und ein Werkstattschiff für den Notfall abstellen. Ist im Nordatlantik gerade eine feine Zeit zum Durchbrechen. Bischen im Nordatlantik stänkern, dann mal nach unten abtauchen, irgendwann wieder auftauchen. Wenn mal einer einen Bugtreffer bekommt, nagut, muß man nicht nach Brest, was alle vermuten. Nee, gehen wir mal 2 Wochen "whale-watching", zur Entspannung. Da die beiden dort abgestellten Schiffe schon genug Bier und Sauerkraut aus Dosen verbraucht haben, ist auch genug Blech zum flicken da. Ich finde die Idee immer noch besser, als sowas vor Staten Island oder Freetown zu erledigen.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Lutscha am 14 Januar 2006, 08:33:36
Spee, ich wusste nicht, dass BS, TP und 3 Hs schon 1938 fertig waren. Mit eigenen Schiffen aus der Zukunft planen aber andere, die es im Gegensatz zur H tatsächlich gab, weglassen, finde ich ziemlich seltsam.

Was bringt es denn, mit Technologie von 1938 zu planen, wenn sie sich im Kriegsfalle weiterentwickelt? Wenn man die Amis weglässt, den briten aus unerfindlichen Gründen Radar verbietet und der stützpunkt nicht bemerkt wird, dann gehts vielleicht, aber diese Annahme ist doch unrealistisch. Wann sollen die Hs denn auch bitte fertig werden?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 14 Januar 2006, 08:40:29
Stellen wir mal zuerst Rahmenbedingungen auf, welche Seite was haben würde, und Spielen mal danach!

Voraussetzung für die Idee wäre, dass es die H-Klasse gibt. Damit ist aber vor 1944 nicht zu rechnen.

Gut, wer hat 1944 was?

Dtl:
2* H-Klasse (Friedrich der Grosse, und Barbarossa  :D )
2* Bismarck (Bismarck, Tirpitz)
2*Scharnhorst mit 38cm (Scharnhorst, Gneisenau)
3* Panzerschiffe (Dtl, Scheer, Spee)
5* CA (Hipper, Blüher, Prinz Eugen, Seydlitz, Lützow)
6* CL (Emden, Köln, Karlsruhe, Königsberg, Leipzig, Nürnberg)
ca. 4* Spähkreuzer/Grosszerstörer/M-Kreuzer
2* Fliegerträger

It:
4* Littorio
4* Cavour und Duilio
7* CA
13* CL
4-5* Grosszerstörer/Esploratore/...

Jap:
2-3* Yamato
10* Schlachtschiffe (Nagato, Ise, Fuso, Kongo)
18-20* CA
21-23* CL
18 Träger (Akagi, Kaga, Soryu, Hiryu, Shokaku, Zuikaku, Junyo, Hiyo, Taiho, Hosho, Ryujo, Zuiho, Shoho, Ryuho, Taiyo, Unyo, Chuyo, Kaiyo,

England:
5* QE
5* R
2* REpulse
1* Hood
2* Nelson
5* KGV
3-4 Mietzekatzen
1* Vanguard (?)
17* CA
ca 70*CL
14* Träger (Argus, Hermes, Eagle, Furious, Glorious, Corageous, Ark Royal, 6* Illostrious, Unicorn)

Frankreich:
3*Richelieu
2*Dunkerque
3*Lorraine
3* Courbet
7* CL
15* CA
3 Träger (Béarn, Joffre, Painléve)


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 14 Januar 2006, 08:42:03
Sorry, Lutscha, die Amerikaner standen 1938 überhaupt nicht zur Debatte, Radar war ein Säugling. Oder haben die Amerikaner 1940 schon darüber nachgedacht, wie man Kamikaze am besten abwehrt?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Lutscha am 14 Januar 2006, 08:52:27
Ja schön, aber wie hätte das denn dann 1944 aussehen sollen, die Amerikaner hätten auch ohne Krieg ihr Feuerleitradar gehabt, das gabs schon erstmals 1941 und geplant wurde damot schon vorher. Was bringt es denn, wenn aufgrund der historischen Entwicklung solche Planungen nicht mehr vernünftig durchfühbar waren?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 14 Januar 2006, 08:59:13
Damit die Rechnung von Reader aufget, muss es eine Situation geben, wie es Juli 1940 - Ende 1941 gab: England kämpf alleine gegen Dtl und Italien.

Lutscha: auch andere Lander hatten Radar - wenn ich mich nicht täusche, war das dt. lange besser, als das englische...


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 14 Januar 2006, 09:02:09
Schon richtig, aber das waren halt die Überlegungen 1938. Betrachtet man die mit dem Stand der Technik von 1938, dann hat das für mich durchaus was. So schnell würde das keiner bemerken. Geht man die technische Entwicklung dann bis 1944 durch, klar, ad absurdum. Aber hier breche ich mal eine Lanze für Admiral Raeder, das alles konnte er nicht voraussehen.
Innerhalb der US Navy war man sich 1940 auch nicht sicher, ob nun mehr "Iowa" oder mehr "Essex"?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 14 Januar 2006, 09:03:53
Wir gehen auch davon aus, dass es bis 1944 keinen Krieg gibt! Im Frieden ist die Geschwindigkeit der Entwicklung zwangslaufig langsamer!


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Lutscha am 14 Januar 2006, 09:16:00
Das stimmt, aber man kann trotzdem davon ausgehen, dass die Amis zumindest ihr Mk8 gehabt hätten (2 Jahre Verspätung), das hätte mehr als gereicht.

Deutschland hatte niemals ein vernünftiges Feuerleitradar (für SA), 1941 hatte sich da Blatt ja schon gewendet.

Die überlegene Flakfeuerleitung hatten die Amis ohnehin schon vor dem Krieg, den Mk37 gabs da ja schon.

Wär mal interessant zu wissen, ob der Wegfall unsinniger befehle der deutschen Forschung zu Gute gekommen wäre.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Huszar am 14 Januar 2006, 09:35:55
Tja, wie gesagt, die USA fällt für die ersteZeit aus, da keine Seite dem anderen den Krieg erklärt hätte. "Zufällig" über den Weg laufen geht noch  :D  (und Meldungen an die RN abgeben)


mfg

alex
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 14 Januar 2006, 09:53:01
@Lutscha,

waren nicht die Befehle, sondern das nicht vorhandene Interesse der Kriegsmarine, die die Entwicklung nicht zustandekommen lies.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Lutscha am 14 Januar 2006, 10:08:38
Ja, aber das hätte nicht unbedingt die Luftwaffe daran gehindert, besseres zu erhalten.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 14 Januar 2006, 10:20:50
Hatte sie doch. Der Führerbefehl war unbedeutend.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 14 Januar 2006, 19:44:41
Zitat von: SpeeWahnsinn :shock:

das sind Gedankenspiele aus dem Jahre 1938. Da hat keine "Iowa" usw. etwas zu suchen. Wenn, dann eine "Lion".

Wenn ich mir das so durchlese, wow, da unten muß ja ein Traffic gewesen sein? Manhattan, rushhour! Ich dachte immer, da unten könnte man sich in Ruhe in die Landschaft stellen, alten, zweimal gefilterten Kaffee und den letzte Gyrosfurz vom Vorabend aus der im Schritt verstärkte Torpedomixerhose rauslassen, ohne das irgendjemand mir ein "Sau!!" entgegen wirft. War wohl nicht so.
Wie sah das den dann im Nordatlantik aus? Mußten die Deutschen ihren Überwasserkrieg im Atlantik vielleicht nicht wegen der Versenkung der "Bismarck" einstellen, sondern ab 1941 auf die "subway" ausweichen, weil oben schon alles voll war?
Warum dann etliche U-Boote auf ihren Turns nie ein Schiff gesehen haben kann ich mir nun aber nicht mehr erklären.
Wie gesagt, daß ist ein mögliches Szenario. Schön im Februar/März da unten 1 Troßschiff und ein Werkstattschiff für den Notfall abstellen. Ist im Nordatlantik gerade eine feine Zeit zum Durchbrechen. Bischen im Nordatlantik stänkern, dann mal nach unten abtauchen, irgendwann wieder auftauchen. Wenn mal einer einen Bugtreffer bekommt, nagut, muß man nicht nach Brest, was alle vermuten. Nee, gehen wir mal 2 Wochen "whale-watching", zur Entspannung. Da die beiden dort abgestellten Schiffe schon genug Bier und Sauerkraut aus Dosen verbraucht haben, ist auch genug Blech zum flicken da. Ich finde die Idee immer noch besser, als sowas vor Staten Island oder Freetown zu erledigen.

@Thomas

Oh, nun – verzeih, dass wir Deine und Raeders Basis benörgelt haben. 8)

Ich werde meinen HMS Thunderer man noch zwei Monate Erprobung fahren lassen. Aber dann geht's rund! :twisted:
Nee – ma' im Ernst – ich denke die Frage welches Schiff da ist und welches nicht, ist sehr zweitrangig. Ich glaube Alex' Liste war ganz gut und so grade noch am Rande des wirtschaftlich machbaren für die meisten der Kontrahenten.

Aber ganz unabhängig davon welches Schiff sich nun mit welchen Schiff balgen wird – Es wird für die Kriegsmarine immer der Kampf der Mittelmacht gegen die Grossmacht sein.

Und da genau setzt eben meinen Kritik an der "Basis Neuschwabenland" an. In dem Moment wo man einen Fixpunkt auf dem Globus einrichtet – und sei es auch nur mit einem Sack voll Trosschiffe, ist man dran. Sowas wie "Basis Nord" geht eben nur unter den behütenden Flügelchen einer sehr dicken und furchterregenden Henne.
Natürlich kann man in der Antarktis ma' für Tage oder maximal wenige Wochen Trosschiffe stationiert haben. Aber das ist in der Davis Street oder im Südindik nicht anders. Das kann nie was Permanentes werden.

Dass Raeder und Genossen das zu Zeiten anderes gesehen haben, überrascht nicht unbedingt. Die haben auch einen Flugzeugträger gebaut, bis er fast fertig war und dann in klugen Denkschriften kund getan, dass das mit Flugzeugträgern ja man so eine fragwürdifge Sache sei und man ma' besser erst mit den Trägern testet, die die Briten und die Franzosen dann als Reparationsleistungen abtreten müssen.
So einen Hang zum Realitätsverlust findes man da immer mal.

Ich hatte ja in Länge und Breite dargestellt wie ich mit den Seekrieg mit Z-Plan Einheiten nach Raeders Konzept vorstelle. Ich denke da haben Basen im Sinne fester Einrichtungen oder Stationierungsorte für mehr als wenige Wochen keinen Platz drin.
Die RN hat einfach mehr aufzubieten. Wenn man Glück hat fängt sich ein zu lange stationäres Trosschiff einen Torpedo ein, wenn es dumm läuft hat das Submarine noch Treibstoff genug, um zu waren bis das Schlachtschiff zum Beölen anläuft.      

Tja – lange Rede kurzer Sinn. Ich glaube "Basis Neuschwabenland" ist nicht machbar. Toller Platz fuer kurze Zeit aber eben immer nur sehr voruebergehend.

Ciao,
Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: kalli am 14 Januar 2006, 20:06:57
Fazit für mich ( auch mit aller Ernsthaftigkeit der Diskussionsverfolgung ) :
Neuschwabenland = Neuschwanstein = Illusion
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: harold am 16 Januar 2006, 02:34:24
Oh was für Stuss und mythenseeliges Geraune !
Welche Kreuzungen aus ufo-Gläubigkeit (nein nicht unsrer aus Rhu!) und protofaschistoidem Gethöse !

- Gebt mal ,,Neuschwabenland" in irgendeine beliebige Suchmaschine... und euch geht´s genauso – verschärfte Ergebnisse bekommt man noch bei der Zusatz-Eingabe ,,Hohlerde".

Immerhin, ich war auf der Suche nach Fakten (Eisgrenzen, Walfang, Expeditionsaktivitäten) und bin dadurch auf einige nette Quellen gestoßen.

Eine, die recht viel Aufschluss gibt über die Expeditions-Frequenz und die Befahrenheit der Region in den Dreißigerjahren: www.south-pole.com/ ; da finden sich recht interessante Details.

Oh ja, und auch Antiquariate gibt´s, die
Ritscher, A., 1942: Wissenschaftliche und fliegerische Ergebnisse der Deutschen antarktischen Expedition 1938/39. - Hrsg. im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Amelang & Koehler, Leipzig, Bd. I - Textteil, 304 S.
sowie die beiden kartographischen Nachfolgebände anbieten ... für insgesamt 1400 Euro.
Ist mir a bissl zu teuer, das.
Aber die gute alte Nationalbilbliothek in Wien hat ein Exemplar davon in ihren Beständen, und desgleichen die geographische Abteilung des Völkerkundemuseums (deren Vorstand pikanterweise Schicklgruber heißt).
So ich Zeit, Muße und Gelegenheit finde, werd ich mich mal gemütlich in einen dieser Lesesäle setzen und anschließend eine kleine Review darüber verfassen, was
a) die bekannten Expeditionsergebnisse –so publiziert- waren,
b) die Ergänzungsbände aus 1954 zu sagen haben; ergo : der Status der Kenntnisse, 1939.

Mein Meyer-Weltatlas von 1936 gibt für die betreffenden Gebiete erfrischenderweise nur die Packeisgrenzen von 1820, 1831 und 1843 an ... und sehr exakt die Routen von Bellinghausen (1820), Biscoe (1830/31) sowie Ross (1843).
Achja, Cook´s Südroute (1773) ist auch noch eingezeichnet.

Südlich vom 70ten Breitengrad ist in dér Gegend jedenfalls Mitte der Dreißiger terra incognita.

Gut – jemand interessiert an Fakten, bevor wir in Mutmaßungen und Hypothesen, Runde 2, gehen?

Lesen, Jungs, lesen... it´s a lifelong job.

Ciao,
Harold
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: DHEO am 16 Januar 2006, 07:32:10
Hallo, melde mich aus meinem Urlaub zurück...

Ist ja gleich eine sehr interessante Diskussion hier *g*

Sind die Briten plötzlich verblödet? :lol:

Nein, sie hatten ein hervorragendes Spionagesystem, das darf man bei aller Diskussion über Flotten und Schiffe nicht vergessen. Ein permanenter Stützpunkt in der Antarktis wäre schon allein auf Grund des ständigen Schiffverkehrs gaaaanz schnell entdeckt worden, HSK hin, H-Klasse her. Und gerade dort hätte es keine britischen Lions bedurft, sondern einfach nur U-Boote. An der Packeisgrenze ist es sehr sehr laut, da kann ich mich als U-Boot Kommandant sehr gut verstecken, indem ich sozusagen im Lärm der trampelden elefantenherde untegehe. Wen ich den Versorger entdeckt habe, warte ich nur noch auf eine H, leg einen Fächer, versenke den Versorger und fahr nach Hause.

Grüße

Dirk
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 16 Januar 2006, 08:40:20
@Harold,

du wirst doch hoffentlich nicht den ganzen Schei.. über Hohlerde, Reichsflugscheibe, Aldebaraner etc. gegeben haben? Dann mußt du heute morgen ziemlich angesoffen auf Arbeit gegangen sein, für den Mist braucht man viel Alkohol zum verdauen.

Trotzdem, ich bleibe dabei, so einfach wäre eine temporäre Basis da unten nicht zu finden. Die deutschen HSK haben 1940/41 wochenlang auf britischen Handelsrouten operiert, die hätten bei dem Grundtenor hier nach 2 Tagen versenkt sein müssen. Soll aber welche gegeben haben, die gar länger als eine Woche unterwegs gewesen sind. Wie reichlich dort unten jemand unterwegs war, sieht man unter "Bouvet-Insel" oder "Bouvet-Island".
Wenn du da mal genauer ein Auge drauf werfen könntest, wäre interessant.
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 16 Januar 2006, 10:08:28
Zitat von: Spee

...

Trotzdem, ich bleibe dabei, so einfach wäre eine temporäre Basis da unten nicht zu finden. Die deutschen HSK haben 1940/41 wochenlang auf britischen Handelsrouten operiert, ...


Hm. Ich fuerchte in genau den paar Zeilen steht der massgebliche Unterschied schon drin. Die HSK sind rumgefahren. Die haben da nicht vor Anker gelegen und auf Beute gewartet.
Die Gretchenfrage haengt dann letztendlich daran wie temporaer Dein 'temporaer' den sein soll.  :)  
Mal paar Tage Anker werfen um in Ruhe zu schlafen - logisch. Aber sowas im Stile von 'Basis Nord' mit vier, funf Dampfern ueber Monate ... no way!

Ciao,
Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 16 Januar 2006, 10:21:15
@ufo,

geht ja auch witterungsmäßig nicht auf. Im antarktischen Winter hast du eine Packeisgrenze jenseits von Gut und Böse. Die Temperaturen werden ihr übriges tun. Was ich meine ist ein temporärer Aufenthalt, so ca. 3 Monate, +/-, nicht die Errichtung von Norfolk II/ Virginia, ähh Noischwoabaländle.
Vergleiche mal bitte die Gegebenheiten. "Bismarck" lief Ende Mai zum letzmöglichen guten Zeitpunkt für einen Durchbruch aus. Februar/März klingt wohl besser. Gerade im März ist vor Neuschwabenland Sommer, kein Packeis vor der Tür, sondern Küste, so mit richtig Felsen usw. Ein paar Arado's oder "Holzschuhe" als Aufklärer rumschwirren lassen, an der Küste ein kleines Depot, Troßschiff in der Bucht, keine gute Idee?
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: ufo am 16 Januar 2006, 11:11:07
Ich finde zum Beispiel im Rheinübungsszenario gewinnst Du nicht echt was gegenüber der erprobten Hochseeversorgung. Eine 'SS Duquesa' ist halt beweglich. Die kannst Du Dir zu jedem beliebigen Rendevous bestellen, wenn es Dich nach Frühstückseiern gelüstet. Das erlaubt abzuwägen ob der Versorger oder der Raider eher Treibstoff zum verheitzen übrig hat. Das erlaubt schnell auf gegenrische Task Forces zu reagieren und die eigene Versorgung entsprechend zu verlegen.

Eine Basis nagelt einen eher fest. Wenn da nun gerade eine gegnerische Task Force in der Gegend herumlungert, kann der Käptn vom Raider nur warten und besorgt auf die Tankuhr gucken. Wenn seine Tankstelle und sein Munitionslager beweglich sind, kann er sich einfach siebenhundert Meilen weiter westlich treffen. Ich sehe grad' im Rheinübungskontext eher keinen Vorteil von einer festen Basis.


Wenn Du in die Gegend patout mehr Versorger hinbekommen willst, bliebe als Möglichkeit selbst den Walfang als Tarnung zu nutzen.  

Bei Tønnessen, Johnsen, "The History of Modern Whaling" heisst es dass allein in der Saison 1938 / 39 sieben Deutsche Walfangflotten in der Antarktis unterwegs waren. Das sind sieben Fangfabrikschiffe mit ihren Fangbooten. Und es war damals schon üblich Tanker da runter zu schicken, die auf der Hintour Treibstoff brachten und auf der Rücktour Walöl mitnahmen.

Es wäre wohl ein leichtes gewesen zum Auftakt einer Saison vor Kriegsbeginn da Tanker, Werkstattschiffe (alias Walkochereien) und sogar U-Jäger (das wurde aus den meisten Deutschen Fangbooten sowieso) runterzuschicken. Dann hast Du da wenn der Krieg wie in Realita pünktlich zum Beginn der Fangsaison ausbricht schon ganz stattlich Hilfsstreitkräfte versammelt. Selbst wenn das Timing nicht ganz genau gelingt bleibt die Möglichkeit die Dampfer in Chile oder Argentinien aufzulegen und zu warten.

Aber auch dazu muss der Krieg geplant ausbrechen und nicht so als Diplomatische Hopplahopp Aktion wie er das in Wirklichkeit tat!

Ufo
Titel: "Neuschwabenland" für die "H"?
Beitrag von: Spee am 16 Januar 2006, 11:42:03
@ufo,

na, die Bücher zum Thema: "Wie provoziere ich einen Krieg und laß den anderen anfangen" bzw. "Was ist Diplomatie?" haben die Deutschen 1933 wohl auch verbrannt. Stümperhafter ging's nimmer, speziell ab Herrn Rippenbruch   ...   Rübenstock  ... (http://www.mysmilie.de/smilies/big/img/024.gif) ? Naja, die Leistungen des Herrn waren so unterirdisch, da muß man den Namen nicht erwähnen. Der Brief Trothas an Raeder zu dem Thema spricht Bände (guckst du im Güth).

Beweglich bliebt der Tanker/ das Troßschiff ja. Kann mal schnell auslaufen und dann wieder, husch, husch in Körbchen. Die Chance, da unten gefunden zu werden, solange die "Basis" nicht bekannt ist, sehe ich gleich zu der, irgendwo vor Tristan da Cunha einem Tramp zu begegnen.