Laut "Navi Mercantili Perdute" wurde der italienische Dampfer Pier Luigi, 1895, 2571 BRT, am 3/3/43 von einem alliierten U-Boot vor Kap Milazzo versenkt. Das ist falsch. Vielmehr ist PIER LUIGI am 13.11.43 auf Suda Reede nach Explosion in Brand geraten. Das Feuer breitet sich d. starke Winde über das ganze Schiff aus. Sabotage vermutet. Schiff in Pos. 35.29,33N 24.05,9O auf 31m WT gesunken. Bergung der Kohlenladung wurde versucht.
Laut Schmelzkopf wurde PIER LUIGI durch die Deutschen in Piraeus am 14.10.1943 requiriert. Am 13.11.1943 geriet in Souda Bay ihre Decksladung durch Sabotage in Brand, am 14.11.1943 wurde sie von der Crew selbstversenkt, um Explosion der Munitionsladung zu verhindern. Totalverlust.
PIER LUIGI wurde (laut Platon Alexiades) sabotiert von der Organisation YVONNE, und zwar durch "limpets" (Haftsprengladungen), die bereits in Piraeus angebracht worden sind, bevor das Schiff nach Kreta fuhr. YVONNE wurde geführt von APOLLO (Ioannis Peltekis) und war eine der erfolgreichsten Sabotage- und Spionagegruppen in Westeuropa.
Kann mir jemand Literatur und andere Infoquellen zu IVONNE empfehlen?
Schöne Grüße, Thomas
30.5.1941
Mittelmeer
Der in deutscher Charter fahrende Munitionstransporter Fürstin Maria Luise (ex-bulg. Knyaguinya Marija Luisa 3821 BRT) gerät im Hafen von Piräus aus ungeklärter Ursache in Brand. Ein Schlepper versucht, das brennende Schiff aus dem Hafen zu ziehen, aber Brennstoff und Ladung explodieren. Dies führte dazu, dass das in der Nähe befindliche italienische Vorpostenboot Albatros (V.19) ebenfalls explodiert. Der rumänische Frachter Jiul (3127 BRT) wird durch Trümmerstücke getroffen und leck geschlagen, so dass der Frachter am Kai sinkt. Auch der deutsche Frachter Alicante (2140 BRT) wird durch übergreifende Flammen zerstört. Mehrere Schlepper werden durch Trümmer beschädigt. Piräus entgeht nur knapp einer Katastrophe. – Nach deutschen Unterlagen wurde der Brand auf der Maria Luise nicht durch einen britischen Luftangriff verursacht, da die Royal Air Force an diesem Tag keinen Angriff auf Piräus flog. Ob es sich um einen Fall von Sabotage handelte, ließ sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln.
Quelle: --/>/> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/41-05.htm
Hallo Thomas,
Zitat von: TW am 11 April 2010, 11:17:55
Laut "Navi Mercantili Perdute" wurde der italienische Dampfer Pier Luigi, 1895, 2571 BRT, am 3/3/43 von einem alliierten U-Boot vor Kap Milazzo versenkt. Das ist falsch. Vielmehr ist PIER LUIGI am 13.11.43 auf Suda Reede nach Explosion in Brand geraten. Das Feuer breitet sich d. starke Winde über das ganze Schiff aus. Sabotage vermutet. Schiff in Pos. 35.29,33N 24.05,9O auf 31m WT gesunken. Bergung der Kohlenladung wurde versucht.
Laut Schmelzkopf wurde PIER LUIGI durch die Deutschen in Piraeus am 14.10.1943 requiriert. Am 13.11.1943 geriet in Souda Bay ihre Decksladung durch Sabotage in Brand, am 14.11.1943 wurde sie von der Crew selbstversenkt, um Explosion der Munitionsladung zu verhindern. Totalverlust.
PIER LUIGI wurde (laut Platon Alexiades) sabotiert von der Organisation YVONNE, und zwar durch "limpets" (Haftsprengladungen), die bereits in Piraeus angebracht worden sind, bevor das Schiff nach Kreta fuhr. YVONNE wurde geführt von APOLLO (Ioannis Peltekis) und war eine der erfolgreichsten Sabotage- und Spionagegruppen in Westeuropa.
Kann mir jemand Literatur und andere Infoquellen zu IVONNE empfehlen?
Schöne Grüße, Thomas
auf deutscher Seite denkt man natürlich auch gleich an einen Sabotageakt. Untersuchungen der Geheimen Feldpolizei ergeben jedoch, daß ein Stau-Fehler vorgelegen haben dürfte, durch den sich die Ladung entzündete. Leider ist der zum Vorgang angegebene Sonderbericht nicht auffindbar.
Grüße
René
Weitere Sabotageopfer (nach Verlustlisten bei WLB-Chronik):
10.04.43; Anna Maria; D;1205; Sousse; Sabotage
10.04.43; Armando; D;1541; Sousse; Sabotage
07.05.43; Orsa; D/fi;291; Bizerta; Sabotage
07.05.43; Anna; M/fi;103; Bizerta; Sabotage
07.05.43; Nicolò Padre; M/fi;66; Tunis; Sabotage
07.05.43; Giuseppina Chiesa; D/s;52; Tunis; Sabotage
Der Begriff Sabotage für die letzten sechs Schiffe erscheint irreführend. Es handelt sich um Schiffe, die bei der Aufgabe tunesischer Häfen selbst versenkt oder zumindest fahrunklar gemacht wurden.
Zitat von: TW am 11 April 2010, 11:17:55
Laut Schmelzkopf wurde PIER LUIGI durch die Deutschen in Piraeus am 14.10.1943 requiriert.
Mir ist das vorhin gar nicht so aufgefallen, aber hier irrt Schmelzkopf. Pier Luigi ist am 09.09.1943 in Piräus durch dt. Kommandos besetzt worden.
René
"Other Wellingtons raided the Greek mainland, Piraeus harbour in particular, where some retribution for the Luftwaffe's devastating raid on this same port at the start of the invasion (when eleven Allied merchantmen were sunk), was gained. The Bulgarian steamer Knyaguinya Maria Luisa (3821 tons), at the entrance to Piraeus, was hit; her deck cargo of benzine in drums caught fire and detonated her cargo of ammunition. She blew up and sank two other ships, the German Alicante (2140 tons) and the Rumanian 3127-ton Jiul, causing some 200 casualties."
Quelle: Air War for Yugoslavia, Greece and Crete 1940-41; Shores/Cull/Malizia
Was stimmt nun betreffs "Knyaguinya Maria Luisa"?
moin,
Zitat von: TW am 11 April 2010, 12:47:04
Weitere Sabotageopfer (nach Verlustlisten bei WLB-Chronik)
... und nicht nur im Mittelmeer (dito Chronik)
9.– 22.11.1944
Norwegen / Dänemark
Häufung von Sabotageanschlägen der nationalen Widerstandsbewegungen: Durch Sprengungen sinken in Svendborg am 9.11. Sperrbrecher 190 (1110 BRT), in Bergen am 13.11. der norwegische Frachter Neptun (1574 BRT), in Kopenhagen am 15.11. Sperrbrecher 166 (1592 BRT) und in Oslo am 24.11. der Tanker Euroland (869 BRT) und die Frachter Troma (5502 BRT) und Taiwan (5029 BRT), dort werden außerdem der Tanker Schleswig (ex-norw. Austanger, 10.243 BRT) und die Frachter Arna (4325 BRT) und Kaprino (3249 BRT) schwer beschädigt. Am 13.11. wird in Helsingör V 1708 schwer beschädigt.
Gruß, Urs
Urs vielleicht zur Ergänzung. 1943 wurde ja wohl die Fähre "Danmark" durch den dänischen Widerstand im Hafen von Gedser versenkt
Gruß - Achim-Trimmer
Und als weitere Ergänzung:
Im sehr gut anzuschauenden Film "Max Manus" (über den norwegischen Widerstand) sind auch einige Sabotage-Akte an Schiffen zu finden, z.B. Ortelsburg, Tugela, Monte Rosa, Donau:
--/>/> [wiki]Max_Manus[/wiki]
Zitat von: t-geronimo am 02 Juni 2011, 04:07:55
Sabotage-Akte an Ortelsburg, Tugela, Monte Rosa, Donau
"Auseklis" (litauisch, 1309 BRT) wurde in einem deutschen Hafen erbeutet und in "Ortelsburg" umbenannt (versenkt 28/4/43).
"Tugela" (norw., 5559 BRT) kam 1940 unter deutsche Kontrolle und sank ebenfalls am 28.4.1943, wurde aber gehoben und wieder in Fahrt gebracht.
The sabotage took place on the evening of 27 April 1943. In addition to Manus and Gram, two local resistance people, Einar Riis and Halvor Haddeland, also took part in the operation. They were thus four men in two canoes, and first paddled to the island Bleikøya, where they earlier had deposited equipment for the operation. They waited on Bleikøya until darkness, but weather conditions were not ideal because of starlight when the cloud cover disappeared. Gram and Haddeland headed with their canoe for the ship Ortelsburg of Hamburg, where they placed four limpet mines with time delay, and they also placed limpets on a second ship, Sarpfoss. Manus and Riis paddled towards Grønlia, where they placed limpets on the ship Tugela. Another target ship, Winrich von Kniprode, was abandoned because the area was lit due to ongoing night work. Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Mardonius
Zitat von: t-geronimo am 02 Juni 2011, 04:07:55
Sabotage-Akte an Ortelsburg, Tugela, Monte Rosa, Donau
The "Monte Rosa" was converted to a troop transport ship, running between Norway and Denmark with troops and prisoners. The ship was in June 1944 damaged by a time-set mine placed by the Norwegian resistance men Max Manus and Gregers Gram, but managed to get to port. Quelle: http://no.wikipedia.org/wiki/MS_%C2%ABMonte_Rosa%C2%BB
Das genaue Datum habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht kann jemand von Euch helfen?
Viele Grüße, Thomas
Hallo zusammen,
ich habe einmal der Reihe nach aus einer Auflistung von Schiffen über 400 BRT die ersten
sechs Schiffe aufgeführt welche durch Sabotage zerstört, versenkt oder beschädigt wurden.
Es ist so schon eine bunte Mischung aus Schiffen welche teilweise bereits als Neubauten au den Werften sabotiert wurden.
Sollte zu diesen Fällen ein positives Echo (meine nicht: feine Arbeit, weiter so u. ä. sondern
etwas Mitarbeit und weitere Hinweise ) kann ich gerne jeweils in sechser Gruppen die nächsten Schiffe senden oder gar die ganzen Sabotagefälle an allen Achsenschiffen gleich
ob Kriegsmarine, Handelsflotte, Fischerei usw. in Zeitfolge.
Gruß
Theo
D ARGENFELS 44/6256 DDG Hansa, Bremen
28. 7. 44 bei Wilton, Schiedam, von Stapel
7. 10. 44 in Rotterdam durch Sabotage beschädigt
12. 10. 44 ab Rotterdam abgeschleppt
31. 12. 44 in Hamburg durch Bombentreffer gesunken
12. 7. 50 nach Hebung und Reparatur in Dienst
M BALI 43/9462
Mai 43 als holl. Schiff in Rotterdam von Stapel
12. 10. 44 in Dordrecht durch Sabotage gesunken
Dez. 47 als holl. "Bali" fertiggestellt
M BELPAMELA 28/3165 Seetra Norwegen
5. 12. 42 ab Bergen nach Norden
Anf. 45 als norw. Schiff mit deutschem Bordflakkommando besetzt
2. 4. 45 in Sandefjord durch Luftraketen beschädigt
26.4.45 Oslo Sabotage
Mai 45 in Oslo
M BORNEO 43/9426
Juli 43 bei De Schelde in Vlissingen als holl. Schiff von Stapel
15. 9. 44 in Rotterdam durch Sabotage beschädigt
27. 9. 44 in Rotterdam als Blockschiff versenkt;
Dez. 47 nach Reparatur fertiggestellt und als holl. Schiff in Dienst
D CAP GUIR 27/1536 H. C. Horn, Hamburg DKFI
26. 6. 40 in Pauillac als franz. Dampfer angehalten
5. 8. 40 Seelöwe Transporter "H 11"
8. 4. 41 Transporter Ostsee, 31. 10. 41 an Reederei
25. 3. 43 vor Anholt durch Mine beschädigt
4. 10. 43 vor Bodö durch Luftangriff beschädigt
18. 9. 44 vor Anholt durch Minentreffer beschädigt
9. 12. 44 in Frederikshavn durch Sabotage beschädigt
16. 4. 45 vor Gotland durch Luftangriff gesunken
D DELAWARE 19/2280 Reikosee
Febr. 45 als dän. Dampfer beschlagnahmt, aber nicht in Fahrt
30. 3. 45 in Svendborg durch Sabotage gesunken, später gehoben
"Auseklis" (litauisch, 1309 BRT) wurde in einem deutschen Hafen erbeutet und in "Ortelsburg" umbenannt (versenkt 28/4/43).
Anbei ein altes Datenblatt zum Schiff.
Der Dampfer war allerdings lettisch.
Gruß
Theo
moin,
Zitat von: TD am 01 April 2014, 22:36:44
D CAP GUIR 27/1536 H. C. Horn, Hamburg DKFI
26. 6. 40 in Pauillac als franz. Dampfer angehalten
5. 8. 40 Seelöwe Transporter "H 11"
8. 4. 41 Transporter Ostsee, 31. 10. 41 an Reederei
25. 3. 43 vor Anholt durch Mine beschädigt
4. 10. 43 vor Bodö durch Luftangriff beschädigt
18. 9. 44 vor Anholt durch Minentreffer beschädigt
9. 12. 44 in Frederikshavn durch Sabotage beschädigt
16. 4. 45 vor Gotland durch Luftangriff gesunken
Hintergrund dazu:
4.10.1943
Norwegen
Operation »Leader«: Vorstoß der durch US-Einheiten verstärkten brit. Home Fleet (Adm. Fraser) gegen den dt. Schiffsverkehr vor Bodö. Gedeckt von den brit. Schlachtschiffen
Duke of York und
Anson, US-Kreuzer
Tuscaloosa, 3 brit. Kreuzern sowie 10 brit. und US-Zerstörern, startet US-Träger
Ranger 30 Dauntless-Sturzkampfbomber, Avenger-Torpedobomber und 12 Jäger. Sie greifen 2 dt. Konvois und auf der Reede liegende Schiffe an, versenken die dt. Dampfer
La Plata (8056 BRT),
Rabat (2719 BRT), die norw. Frachter
Skramstad (4300 BRT),
Vaagan (687 BRT) und beschädigen 6 weitere größere Schiffe, darunter
Ibis,
Cap Guir,
Kerkplein,
Schleswig (ex-norw. Austanger),
Topeka so schwer, dass die meisten auf Grund gesetzt werden müssen, teilweise sogar zum Totalverlust werden. Die
Malaga trifft nur ein Torpedoversager. 5 Flugzeuge gehen verloren. Auf deutscher Seite gibt es 357 Tote.
Möglicherweise wegen einer mißverstandenen mündlichen Übermittlung des französischen Schiffsnamens wird das Schiff in einigen KTB als "Kaguir" geführt.
Gruß, Urs
Hallo Theo,
Vielen Dank für den schönen Lebenslauf der Auseklis/Ortelsburg.
Bei Reinhart Schmelzkopf "Fremde Schiffe in deutscher Hand 1939-1945 habe ich noch auf Seite 27 die VEB Warnowwerft Warnemünde als Reparaturwerft gefunden. Als Indienststellungsdatum wird der 29.01.1951 genannt.
Viele Grüße
Harald
Zitat von: Rudergänger am 02 April 2014, 17:18:30
Hallo Theo,
Vielen Dank für den schönen Lebenslauf der Auseklis/Ortelsburg.
Bei Reinhart Schmelzkopf "Fremde Schiffe in deutscher Hand 1939-1945 habe ich noch auf Seite 27 die VEB Warnowwerft Warnemünde als Reparaturwerft gefunden. Als Indienststellungsdatum wird der 29.01.1951 genannt.
Viele Grüße
Harald
Siehe auch hier:
http://www.german-shipbuilding.com/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=6
Ich danke euch !
Gruß
Theo
Um wieder aufs Thema zurück zu kommen:
Die BELPAMELA wurde im April 1945 von Odd Isøy sabotiert. Weitere Angaben finden sich hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Odd_Is%C3%B8y
Der Frachter wurde nach dem Krieg gehoben und kam nochmal für 2 Jahre in Fahrt, bis er am 11. April 1947 bei Neufundland endgültig strandete und versank.
14.4.42
Frankreich
Der dt. Versorgungstanker Memelland (6236 BRT) wird im Hafen von Boulogne durch eine Haftmine schwer beschädigt.