Aus dem KTB der Skl. vom 11. Juni 1942:
Vortrag Ia/1Skl über
1.) Tel. Mar. Att. Tokio's über jap. Angaben betr. Verluste bei Midway-Aktion, die bisherige Mitteilungen bestätigen, und betr. Anfrage jap. Marine bzgl. Überlassung Flugzeugträgers "Graf Zeppelin". Frage ist negativ zu beantworten.
2.) ...
Wo doch schon das Durchbringen der Blockadebrecher schwierig genug war - wie wollten denn die Japaner einen Flugzeugträger von Deutschland nach Japan durchbringen???
Viele Grüße,
Karsten
Vielleicht so wie die Blokadebrecher ueber das Nordmeer. Die Scheer ist ja ach mal recht weit in die Karasee vorgestossen (Operation Wunderland 08.1942).
Don´t Panic
ZitatVielleicht so wie die Blokadebrecher ueber das Nordmeer.
... aber keinesfalls 194
2! Das war für die eisverstärkte KOMET schon schwierig genug!
Über das Nordmeer bzw. die Nordostpassage geht es m.E. nur mit Einverständnis der Russen. Und die Beringstraße zwischen den USA und der UdSSR ist auch nicht sehr breit. Seit Sommer (Unternehmen Barbarossa) bzw. Dezember 1941 (Pearl Harbor) war dieser Weg wohl endgültig "dicht".
Grüße,
Karsten
Es ging ja auch nur um die Annahme, wie der Traeger A wohl wenn ueberhaupt nach Japan zu verbringen sei. Fuer mich ist diese Route wahrscheinlicher, als durch den Indik, Pazfik oder die Nordwestpassage. Allerdings wurde dieses Gesuch ja auch abgelehnt. War wohl wenn ueberhaupt der Wunsch Vater der japanischen Gedanken.
Don´t Panic
Nochmal nachgefragt.
War die Graf Zeppelin im Juni 1942 mit ihren eigenen Antrieb schon Fahrtuechtig?
Was wussten die Japaner vom Zustand der Graf Zeppelin?
Don´t Panic
Soviel ich weiß war "GZ" noch nicht selbständig fahrbereit. Ihre Propeller lagen bis Kriegsende auf dem Flugdeck. Die Maschinenanlagen waren, glaube ich gelesen zu haben, auch noch nicht vollständig eingebaut.
moin, Q,
Zitat von: Q am 08 Juni 2010, 09:12:11
Vielleicht so wie die Blokadebrecher ueber das Nordmeer. Die Scheer ist ja ach mal recht weit in die Karasee vorgestossen (Operation Wunderland 08.1942).
dazu noch etwas Navigatorisches (abgesehen vom Kriegszustand 1942, der alles illusorisch machte):
die Kara-See ist noch der leichtere Teil des Wegs. "Dahinter", will sagen östlich von Sewernaja Semlja, in der Laptew-See, und noch weiter östlich, bei den Neusibirischen Inseln, kommen die "richtigen" Probleme mit dem Eis.
btw: kein "Blockadebrecher", so wie wir ihn verstehen (KOMET zähle ich dabei nicht mit), ist jemals durch die Nordostpassage gefahren.
Gruß, Urs
GRAF ZEPPELIN war weitestgehend fertig gestellt (man kann von ca. 90% ausgehen). Die Antriebsanlage war komplett eingebaut, ebenso die Katapultanlagen und die Geschütze. Später fing man dann an GRAF ZEPPELIN zu kanibalisieren und im Prinzip zurück zu bauen, wie beispielsweise der Ausbau der Geschütze, die teilweise als Küstenbatterien nach Norwegen gingen. Die Tatsache, das die Schiffsschrauben auf dem Flugdeck gelagert wurden, war u.a. darauf zurück zuführen, dass diese bei Überführungsfahrten im Schlepp nicht beschädigt werden sollten. Obwohl die Antriebsanlage komplett war, wurde sie offensichtlich nie in Betrieb genommen. Bei einer vernünftigen Politik der Marineleitung hätte man GRAF ZEPPELIN auch sehr schnell dazu bringen können, die Verlegungen mit eigener Kraft durchzuführen.
Eine Überführung nach Japan war, wie hier schon angeführt, zu jeder Zeit ein Hirngespinns und wahrscheinlich aus der japanischen Verzweiflung nach den herben Verlusten von Midway geschuldet ...woher jetzt schnellen Ersatz nehmen?.... :MV:
Herzliche Grüsse von der Spree
Berndt
Urs, haettest du die vorrangegangenen Beitraege gruendlicher verfolgt, haettest du dir deinen mir Gegenueber ersparen koennen. Zu diesem Schluss bin ich schon vor 3 Monaten gekommen. Aber dennoch gut das du zusaetzlich nochmal auf die geographischen Probleme hingewiesen hast.
Was mir wichtig erscheint sind 2 Fragen.
1. Wie kommen die Japaner auf diese Idee? Sind ja schliesslich auch ne Seefahrer Nation. Also werden die sich ja wohl vor diesem Ersuchen was ueberlegt haben, wie die Graf Zeppelin wohl nach Japan zu verbringen sei?
2. Hatten die Japaner ueberhaupt das Wissen wie weit der Bau fortgeschritten war, um nicht ein Traegergeruest zu fordern, das dann effektiv laengerer Zeit bedarf als die Chitose´s unzubauen?
Frage 2 scheint ja nichtmal jetzt eindeutig beantwortbar zu sein. Obwohl wir keiner Geheimhaltung wie Juni 42 unterliegen.
Don´t Panic
Ich denke, Berndt hat recht, reine Verzweiflung nach Midway, es fehlte einfach an großen Plattformen
Axel
Axel du warst doch Attachee im Land der aufgehenden Sonne, kannst du dir Vorstellen, das ein offizielles Kommunique der Japaner gegenueber den verbuendeten Gaijin mit dieser Konsequenz abgesendet worden waere?
Das ist ja Gesichtsverlust wie er im Buche steht! Das vor dem Waffengefaehrten. Solche Kommuniques werden doch sicher hundertfach geprueft bevor die raus gehen. Da wird doch sicherlich auch ein Plan dahinter gesteckt haben, wie man an dieses Schiff herrangekommen waere.
Don´t Panic
hi, Q,
Zitat von: Q am 13 September 2010, 18:20:20
Urs, haettest du die vorrangegangenen Beitraege gruendlicher verfolgt,
habe ich :-D aber Du hast nicht unrecht, auch mir passieren Wiederholungen 8-)
Gruß, Urs
@Q
Ich persönlich kann mir eine derartige Anfrage nicht vorstellen, wir bewegen uns ja hier auch reichlich im Bereich der Spekulation. Die IJN hielt sowieso nicht allzu viel vom deutschen Schiffbau, übernommene U-Boote wurden erst gar nicht in Dienst gestellt. Die deutschen Schiffe waren ja auch nicht für pazifische Gewässer ausgelegt (warmes Wasser für Seekühlwasser, Klimaanlagen usw.) Man nutzte gerne deutsche Technologie ( z.B. Zeiss-Optiken) aber für "ganze" Schiffe hatte man bestimmt keine Verwendung
Axel
Deswegen kommt mir diese Maldung ja auch irgendwie so spanisch vor. Gerade weil die Ueberfuehrung so unmoeglich scheint. Wuerde sowas doch sicherlich nicht als offiziele Anfrage laufen. Kann dieser KTB Eintrag der SKL irgendwie verifiziert werden?
Don´t Panic
KTB SKL 16.06.1942
Zitat
Unter Bezugnahme auf von Mar.Attachee Tokio übermittelten Wunsch japanischer Kriegsmarine um ev. Überlassung dieses Schiffes ist V.O. jap. Mar. bei Skl am 16/6. schriftlich bestätigt, daß mit Fertigstellung "Graf Zeppelin" nicht vor Mitte 1943 zu rechnen, Verwendung im Rahmen deutscher Seekriegsführung beabsichtigt ist und Einzelheiten noch nicht zu übersehen, sondern je nach Lageentwicklung entschieden werden.
Nach der Durchfuehrbarkeit eines Transfers von Nordsee zum Pazifik hat wohl niemand gefragt? Seltsam seltsam das ganze?! Ich haette rein aus jux einfach mal nachgefragt, wie sich der Stab der japanischen Kriegsmarine das vorstellt. Gibt es denn auch eine Angabe wer genau beim Attachee in Tokio diese Anfrage gestellt hat?
Don´t Panic
Da gab es doch noch die "GZ II" "Peter Strasser", sie war auch schon bis zum Panzerdeck fertig. Statt sie wieder abzuwracken hätte man sie auseinandergenommen, in Kisten verpackt (a la Graf Götzen) und nach Japan verfrachtet. Kleiner Scherz am Rande, wahrscheinlich wäre da auch nur ein kleiner Teil angekommen. :ML:
Traeger B war aber schon weit vor Midway abgewrackt (heisst das so bei nicht fertiggestellten Schiffen?) worden. Glaube mich zu errinern, so um die 1940 rum.
Don´t Panic
Stimmt "Q" bin mit der zeit in Totter gekommen. :MLL: