Angeregt durch die schönen Beiträge u-a. auch von Harald - Hastei - möchte ich hier mal eine Frage stellen. Kann man die Volksmarine in ihrer Kampfstärke bis 1990 mit der Bundesmarine vergleichen. Ich möchte hier keine Diskussion in Richtung "Klassenkampf etc " und anderes politisches gesaftel sondern eine reine Gegenüberstellung der Kampfkraft - vielleicht können da Axel und Urs genauere Auskunft erteilen bzw. eine Analyse erstellen. Hoffentlich habe ich mich jetzt verständlich ausgedrückt
Trimmer - Achim :MG:
Ich glaube, das wird eine interessante Diskussion, da ja eigentlich die grundlegenden Aufgaben schon sehr verschieden waren, z.B. Konvoibegleitung, U-Boot-Waffe und Marineflieger auf Seite der BM, eher Küstenschutz auf Seite der NVA einerseits, andererseits tummelte man sich ja auch gemeinsam auf der nassen Wiese (war wohl eher das Revier von Urs :-D :-P :-D)
Axel
Genau Axel deshalb auch meine Frage. Küstenflieger z.B. hatte ja die NVA ( ob unter VM lief ? ) auch - siehe Peenemünde. Ob es eine "reine Küstenschutzmarine " war oder auch im Zuge einer "Vorwärtsverteidigung " :? Also bitte - Fachleute vor :-D
Trimmer - Achim
moin,
Als ich 1979-81 Kommandant eines 142-Schnellboots war,hatten wir das subjektive Gefühl von (a) seemännischer/navigatorischer und (b) taktischer und auch (c) waffenmäßiger Überlegenheit. :O/Y
zu (a) Wir hatten Aufklärungsdaten, die besagten, das NVA-Schnellboote im Schnitt 9 Seetage im Jahr hatten (wir hatten so um die 120); und "Fahren lernt man nur duch Fahren". :wink:
Wir sahen aktuelle Fotos, auf denen OSA-Schnellboote bei glatter See ins Schießgebiet geschleppt wurden (angeblich: um die Motoren zu schonen).
Wir selbst schossen auf Luftziele bei einem Seegang, der schon grenzwertig war. :MZ:
(b) "Verbandsfahren", auch in enger Formation (150 yds Abstand) in hoher Fahrt (30-35 kn), bei Nacht und abgeblendet, gehörte bei uns zum täglichen Brot, von der Gegenseite wußten wir nichts davon.
(c) Wir hatten 30 Boote mit Flugkörperbewaffnung MM 38, den wir als dem SSN-2 Styx überlegen einschätzten (Schußtaktik: 1 FK gegen ein NVM-Schnellboot), Flugabwehrgeschütze mit Radarleitung und den drahtgelenkten Torpedo DM2A3 gegen große Seeziele.
Da haben wir uns wohl überschätzt und zuviel "eingebildet" :MV:. Aus Gesprächen mit Kameraden, die vormals in der NVM Dienst taten, weiß ich jetzt, das der SSN-2 eine sehr schwere Bedrohung dargestellt hätte, sowohl mit der Voreinstellung des Radarzielsuchkopfes als auch mit der Schußtaktik (4 FK gegen ein Boot). :-(
Der gefürchtete Gegner war nicht die NVM, sondern die Flieger der sowjetischen Ostsee(Baltische Rotbanner-)-Flotte.
Lang ist´s her ... und glücklicherweise am Ende gut ausgegangen :-)
Gruß,Urs
Hallo Urs - ich hoffe ja jetzt das auch mal ein ehemaliger VM ler sich meldet. Du beschreibst es von Deiner Seite - und jetzt kommt mein ABER - Du schreibst auch subjektive Gefühl - Dieses subjektive Gefühl hatte sicher auch die VM - Ich will es mal vom "Bodenpersonal " so beschreiben - unsere (NVA ) ist der BW überlegen - wurde so "eingeimpft".
Gruß - Achim - Trimmer :MG:
ZitatKüstenflieger z.B. hatte ja die NVA ( ob unter VM lief ? ) auch
Erst nach den KSZE-Verträgen, denn da waren Marinestreitkräfte ausgenommen. So wurde auch das KVR 18 aus einem alten MotSChützen Rgt "auf blau umgespritzt"!
Axel
Zitat von: Trimmer am 13 August 2010, 09:55:03
Ich will es mal vom "Bodenpersonal " so beschreiben - unsere (NVA ) ist der BW überlegen - wurde so "eingeimpft".
Das kann ich von meiner Seite nicht bestätigen, mich hat keiner in dieser Richtung geimpft, meine Kameraden und ich waren immer der Meinung, wenn es los geht, das wir den Kaugummi schon im Mund hätten, bevor wir zu den Waffen greifen konnten.
Diese Meinung hat sich nach der Wende geändert, in diesem Video (http://video.google.com/videoplay?docid=5019344230626951787#) geht man von einer anfänglichen Überlegenheit des Ostblocks aus. Da die NVA alleine keinen Krieg führen konnte, ist es natürlich nur im Gesamtbild zu sehen.
Wenn ich dich recht verstehe, dann willst du den alleinigen Vergleich der Seestreitkräfte.
Hier Vergleiche in Wiki:
Volksmarine (http://de.wikipedia.org/wiki/Volksmarine)
VM NVA (http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Volksarmee#Volksmarine)
Bundesmarine bis 1990 (http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesmarine)
BW bis 1990 (http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswehr)
Hallo Michael - genau diese Angaben - Vergleich - mit den Augen von direkt Beteiligten aus ihrer Sicht - siehe da z.B. wie es Urs schreibt. Ich hatte ja "geimpft " mit Anführungsstrichen geschrieben weil auch Du ja sicher zum "Politunterricht " (Rotlicht ) gehen musstest oder ?
Gruß - Trimmer - Achim
Hallo Trimmer-Achim
Stimmt, während des Dienstes am Volk waren wir auch dem politischen Unterricht ausgesetzt, aber ehrlich, ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht sehr aufmerksam war und meine Gedanken weit abschweiften. Zum einen Ohr rein zum anderen raus, von Überlegenheit gegenüber dem Klassenfeind ging nichts durch meine Ohren. Die Verteidigung stand erster Stelle.
Hast du dir mal das Video angeschaut? Die Marine spielt etwas später im Video eine große Rolle, Aufmarsch im Atlantik und im westlichen Ostseeraum.
Ich war nur Panzer Chauffeur bei der NVA und da war die Kaugummi-Theorie weit verbreitet.
Allerdings hatte unser Kompaniechef eines Tages Quassel Wasser zu sich genommen und berichtete uns, bei einer möglichen Konfrontation, dass Hubschrauber der BW in der Lage wären, ein Regiment, wie das unsere (Motschützenregiment mit Panzerbataillon), in einem Zuge fast zu vernichten.
Nur eine kurze Anmerkung die mich nachdenklich stimmt.
Auch bei der Knopp Simulation scheitert der WP letztendlich auch an der Bereitschaft seines Materials incl. des Nachschubs von Ersatzteilen.
Zitatzu (a) Wir hatten Aufklärungsdaten, die besagten, das NVA-Schnellboote im Schnitt 9 Seetage im Jahr hatten (wir hatten so um die 120); und "Fahren lernt man nur duch Fahren". wink
Wir sahen aktuelle Fotos, auf denen OSA-Schnellboote bei glatter See ins Schießgebiet geschleppt wurden (angeblich: um die Motoren zu schonen).
Wenn das auch nur Ansatzweise zutrifft, ist das ein maßgeblicher Unterschied und deckt sich ja mit der Simulation.
gerade habe ich einen Artikle,den ich mir mal aus der Marineforum 10/1994 rausgeholt hatte.
Der Einsatz der Jaguar Schnellboote 1958 bis 1971 . Diskerepanz zwischen Auftrag und Mitteln als eine besondere herausforderung an den militärischen Führer. Von Klaus Uwe Tautges.
Das ist sehr interessant zu lesen und macht mich z.T. sehr nachdenklich, denn ich fuhr im 3. SG . Das war eine Zeit, da besaß die BuMa noch
keine Lenkwaffen.
Gruß Hastei
hi
Zitat von: Hastei am 13 August 2010, 12:36:18
Der Einsatz der Jaguar Schnellboote 1958 bis 1971 . Diskerepanz zwischen Auftrag und Mitteln als eine besondere Herausforderung an den militärischen Führer. Von Klaus Uwe Tautges.
Das ist sehr interessant zu lesen und macht mich z.T. sehr nachdenklich, denn ich fuhr im 3. SG . Das war eine Zeit, da besaß die BuMa noch
keine Lenkwaffen.
Gruß Hastei
gut gefunden :-) Auf den Artikel wollte ich auch noch hinweisen.
Mindestens 10 Jahre lang, ca. 1961-1974, hatte die Bundesmarine den flugkörperbewaffneten Schiffen und Booten der Rotbannerflotte und dann auch der Volksmarine nichts Vergleichbares entgegenzusetzen. Das war in der Marine bekannt, es stand im "Weißbuch" und wurde im Parlament diskutiert.
Eine verspätete Kosequenz war die Beschaffung der Zerstörer der Klasse 103 in den USA und der Schnellboote der Klasse 148 (später: "Tiger") in Frankreich
Gruß, Urs
Ich habe mir gerade mal das Video angesehen. Gut gemacht aber eigentlich nur in vielen Sachen eine Verfilmung von Clancy - Im Sturm -
Wenn ich dagegen die Aussagen von Urs und Harald nehme - kann man von einer Patt - Situation ausgehen die also letztlich zum atomaren Inferno geführt hätte oder sehe ich es da falsch.
Ja Urs .... und glücklicher Weise am Ende gut ausgegangen.
Achim- Trimmer :MG:
Achim es kommt auf die Zeit an.
Das mit dem Atomar ist halt so die Sache, wenn einer den Knopf drückt ab den 60er Jahren, bedeutet das das Ende der Menschheit, also auch sein eigenes.
Wenn du mal taktische Sprengköpfe eingesetzt hast, ist der Schritt zu strategischen nur noch ein sehr sehr kleiner. Inwieweit das rational bei den Entscheidungsträgern eine Rolle gespielt hat, kann ich nicht sagen.
Bei einem Konventionellen Geschehen denke ich, ist der Zeitpunkt mit entscheidend. Bis Mitte-Ende der Siebziger Jahre sehe ich Vorteile bei der NVA und dem WP, während diesem Zeitpunkt schloss die BW massiv auf, um sich ab den 80er Jahren doch eine technische Überlegenheit zu erarbeiten.
Außerdem hatte der Westen ab den 80er Jahren, schon massiv mehr Geld und Technik zur Verfügung.
Carsten - mag wohl so sein. Wenn ich aber daran denke das der Lebensstandart sowohl in der DDR als auch beim "Grossen Bruder " immer weiter zu Gunsten der Rüstung geopfert wurde habe ich doch meine Zweifel. Viele Waffensysteme der damaligen SU sind uns doch bis heute gar nicht bekannt und wurden auch nicht in die DDR/NVA exportiert. Soweit mir bekannt ist z.B. Laserwaffen, Panzer und Raketen.Wie der geheime Rüstungsstand derzeit in Russland ist - dickes Fragezeichen.
Trimmer - Achim
Kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Soweit ich es bis jetzt weiß, ist der Kenntnissstand über die Rüstungsmöglichkeiten des WP aus den 80ern eigentlich ganz gut aufgearbeitet.
Ich glaube, dass ist aber ausschließlich meine eigene Meinung, dass der Bereich Hochtechnologie und vorallendingen die Herstellung von leistungsfähigen ("CPU's") Recheneinheiten/Halbleitern für viele Systeme ein großer Schwachpunkt des WP ab den 80er Jahren war.
Es gibt bis Heute jedenfalls im zivilen Bereich, irgendeinen Osthersteller im Bereich Halbleiterfertigung, das gibt mir zu denken.
Carsten gehört zwar hier nicht zum Thema aber ein sehr guter Freund von mir berichtete das in den 80ziger Jahren vom Ruden( Insel ) aus Versuchsschiessen mit Laser auf die Wracks vor Peenemünde durch geführt wurden. Techniker waren von Carl Zeiss Jena - Forschung. Das Versuchsmodell war auf dem Leuchtturm aufgebaut. Wärend der Versuchszeiten durften keine Fischkutter den Ruden anlaufen obwohl es ja auch Grenzstn. war. Ich habe nie irgendwo davon etwas gehört oder gelesen aber mein Freund wurde sogar zum Schweigen damals verpflichtet.
Trimmer - Achim
@ Achim
Meinst du jetzt schiessen mit einem reinen Laser, d.h. der Laser als Waffe?
Oder schießen mit Raketen oder Geschützen, wobei der Laser das Ziel anvisiert und dem Feuerleitcomputer alle Daten zur Verfügung stellt?
Das gibt es bei der Nato, seit Anfang der 80er Jahre auch der BW/ BM.
Carsten - mit Laserstrahl - gebündelten Strahl. Mein Freund arbeitete damals beim Amt für Standartisierung und Messwesen in Berlin/Hirschgarten als Strahlenschutzbeauftragter. Er musste Messungen machen in wieweit Strahlungen erzeugt wurden. Hat er auch bei der NVA bei einigen Geräten gemacht - Radar . Ich glaube auch heute noch das es sein Sargnagel war.
Trimmer - Achim
Ah ok Danke.
Davon habe ich bis Heute auch so noch nichts gehört.
Servus,
Laser wurde m.W. eher bei den Panzertruppen eingesetzt, z.B. in der Feuerleitanlage "Volna" bzw. "Kladivo" auf dem T-55AM2.
http://www.kotsch88.de/f_t-55am2.htm
Ging das vielleicht eher in die Richtung wie das amerikanische "Star Wars"-Programm: Bekämpfung von Interkontinental-Raketen durch Laser von Satelliten aus?
Also das mit Lasern bei Feuerleitanlagen ist ja hinlänglich bekannt.
Aber ich kann mich der Frage von Thorsten nur anschließen.
Nen Laser als wirkungsvolle Waffe halt ich für unwahrscheinlich, der Nutzen steht nicht im Verhältnis zum Energieaufwand. Obwohl ich auch an das von Torsten erwähnte Programm zuerst dachte. Da kann man sich aber sicher sein, dass der WP das auch hatte, bzw. die Nachfolger noch Haben. DIese Technik hätte einen eklatanten Vorteil auf dem atomaren Schlachtfeld bedeutet, d.h. wenn einer von beiden sicher gewesen wäre, er allein wäre im Besitz dieser Technik, dann wäre der andere inzwischen atomar eingedampft worden. :MZ:
Gut noch mal zur Frage Laser. Wie weit diese Entwicklung ging kann ich nicht sagen. Mein Freund hat mir damals erzählt das in den Wracks Löcher wie geschnitten waren. Nun gab es ja mal einen Grenzkrieg UdSSR - China am Ussuri wo nach der Erzählung ebenfalls Laserwaffen verwendet wurden sind.Das muß so in den 60 iger Jahren gewesen sein.Möglicherweise auch schon in diese Richtung :?Vielleicht findet sich noch jemand von der Grenzbrigade Küste die damals auch auf dem Ruden war.
Trimmer - Achim
Ich habe nun auch mal noch "gegoogelt " Lest Euch bitte mal den Beitrag über das Militärtechnische Institut der NVA in Königs - Wusterhausen durch. Vielleicht liegt bei denen sogar die Lösung :?
Trimmer - Achim
@ Hastei und Urs, Nr 10 u. 11
Den Autor kenne ich, meine Crew!
Axel
Das Thema ist ja an sich sehr interessant. Allerdings geht diese Lasersache doch wohl etwas am Ursprungsthema vorbei.
Bei diesen Verleichen darf man nicht vergessen, das es wohl nicht zu einer reinen Konfrontation NVA- Bundeswehr gekommen wäre, sondern immer zu Auseinandersetzungen zwischen Warschauer Vertrag und NATO. Die Volksmarine war darin eingebunden und hätte mit der baltischen und der polnischen Flotte zusammen gekämpft. Die unterschiedlichsten gemeinsamen Schiffschlaggruppen drückten das auch aus (Raketen und Torpedoboote, Raketenschiffe, U-Bootjagdgruppen, gemeinsame Minenräumgruppen). Wenn man die einzelnen Boots- und Schiffstypen vergleicht, kann man zwar taktisch-technische Daten (Reichweiten, Flughöhen, Kaliber usw.) nebeneinanderstellen und daraus seine Schlüsse ziehen. Die Kriege der vergangenen Zeiten haben aber gezeigt, das der Ausbildungsstand der Besatzungen und der Einsatzzustand der Technik, taktische Einsatzvarianten eine genauso große, wenn nicht die entscheidende Rolle spielen.
Noch ein Wort zu den Politschulungen. Bewertet diese nicht immer über. Wir waren keine Roboter, denen man irgendetwas eintrichterte und das dann einfach so nachgeplappert wurde.
Wir hatten auch mehr als 9 Seetage im Jahr und, ja, es wurden Boote nach Baltisk zum Raketenschießen geschleppt. Warum auch nicht.
Jeder Dieselmotor hatte eine bestimmte Anzahl von Motorenstunden pro Jahr. Und um diese nicht einfach so zu verfahren wurde eben geschleppt. Ist doch nichts verwerfliches dran.
Wenn Ihr noch etwas über die Raketen wissen wollt, lest unser Buch "Raketen über See".
IIm MGFA ist vor kurzem das Buch "Die Streitkräfte der DDR und Polens in der Operationsplanung des Warschauer Paktes" erschienen. Dort findet ihr viel über die geplanten Einsätze.
ich habe mir mal erlaubt, die Literaturangaben zu verlinken.
http://www.amazon.de/Raketen-taktische-Seezielrakete-Kalten-hei%C3%9Fen/dp/3897069113/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1281801683&sr=8-1
http://books.google.de/books?id=7E5DUj02B4EC&printsec=frontcover&dq=Die+Streitkr%C3%A4fte+der+DDR+und+Polens+in+der+Operationsplanung+des+Warschauer+Paktes&source=bl&ots=x0Rw8AiEAb&sig=AmsB95NXTY7EtPG0fDsHHqolOT4&hl=de&ei=Sb5mTLCKIJ6jOOzmqLgF&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CB4Q6AEwAg#v=onepage&q&f=false
@ der erste
Soweit ist dein Beitrag sicher richtig und auch gekauft.
Allerdings:
ZitatJeder Dieselmotor hatte eine bestimmte Anzahl von Motorenstunden pro Jahr. Und um diese nicht einfach so zu verfahren wurde eben geschleppt. Ist doch nichts verwerfliches dran.
Das glaube ich eher nicht! Jeder Motor hat Wartungsintervalle. Nach X Betriebsstunden liegt XY an Wartungsaufwand an. Das hat etwas mit Ersatzteilversorgung und Kosten zu tun.
Das ein Motor bestimmte Betriebsstunden pro Jahr hat oder nicht überschreiten darf, habe ich noch nie gehört. Um so mehr Betriebsstunden, um so mehr Wartung, bishin zur völligen Überholung. Das ist alles nur eine Frage ob man es sich leisten will und kann (Geld und Ersatzteile).
Die Betriebsstunden waren bei uns für den M 503 auf 150 pro Ausbildungsjahr festgelegt. Dann gab es noch eine Reserve, die aber vom CVM freigegeben werden mußte. Was ist verwerflich daran Motorenstunden zu sparen, um nicht außer der Reihe Wartungen oder Maschinenwechsel durchführen zu müssen? Wie gesagt für uns war das normal. In jeder Armee wird in irgendeiner Form gespart. Allerdings, Munition hatten wir genug.
Ich denke es hat auch etwas mit Ausbildung, ständigem üben und Einsatzbereitschaft zu tun.
Wenn 150 Betriebsstunden reichten im Jahr, um alle "Standards" einzuhalten ist das ja ok.
Aber 150 Stunden Betriebsdauer, sind gerade einmal sechs volle Tage im Jahr. Für mich hört sich das nach sehr wenig an, um alle Manöver ständig zu üben.
Hallo "der erste " und Kalli - danke für den Büchertip
Trimmer - Achim :MG:
Mag ja sein Matrose 71, aber es war so. Und auch mit dieser Stundenzahl haben wir unsere Ausbildungsziele erreicht. Im E-Fall hätte aber sowieso keiner auf die Stunden geachtet. Und, machen wir uns nichts vor, Schnellboote in einem heutigen dynamischen Krieg, (zwischen Armeen), in lang andauernden Kampfhandlungen, mit Einsatz von allen Mitteln, sie sind doch nur Onewayships. Ob irgendetwas in Friedenszeiten geplant und in noch so vielen Manövern geübt, an Computern durchgespielt wird - im Ernstfall schießt immer einer zurück und der ist auch ausgebildet.
Ich habe das Gefühl hier wird etwas um den heißen Brei geredet, kann es sein das die Motoren der NVA-Boote einfach nicht die Standzeiten der Westlichen Boote hatten.
Dies aber auch weil als Onewayships eingestuft gar nicht nötig war ?
:MG:
Manfred
ZitatDies aber auch weil als Onewayships eingestuft gar nicht nötig war ?
hat
der erste doch gesagt-oder?
Man könnte es etwas deutlicher sagen, hier findet doch ein Vergleich statt, hätten sie bessere Motoren gehabt wären sie auch eingebaut worden.
Dies hätte dann die Möglichkeit eröffnet eine ähnliche Anzahl von Seetagen wie die Boote der Bundesmarine zu erreichen und wie
Urs schon sagte, fahren lernt man eben nur durch fahren.... :MZ:
Das sie eventuell bei der NVA als Onewayships eingestuft wurden könnte auch an den zur Verfügung stehenden Motoren gelegen haben.
Ich kann mir nicht vorstellen das die Boote bei der Bundesmarine ebenfalls als Onewayships gesehen wurden, man erwartete die Boote sicher wieder zurück.
:MG:
Manfred
Manfred - ich kann es nur "landseitig " so bestätigen - 1000 km und dann ein Volltreffer -zumindest bei den Fahrzeugen hatte man so "geplant " - traurig aber wahr
Trimmer - Achim
Die Bezeichnung "Onewayship" wurde unter uns gebraucht. Es lag nicht an den Maschinenstunden. Die Begrenzung der Stunden war schon hilfreich, um die Maschinen zu schonen. Es waren Importmotoren, die nun mal nicht in Massen zur Verfügung standen. Ich kann mich auch noch an dien Kampf um die wenigsten Kuppelmanöver erinnern. Aber das nur am Rande. Da hat, glaube ich, mit der Ausgangsfrage wenig, wenn nicht sogar gar nichts zu tun.
Der Begriff Onewayship kam auf, und ich glaube, der kam nicht mal von uns, er war plötzlich da, als es darum ging, Kampfhandlungen zu planen. Wir wären mit an der 1.Operation der Flotte beteiligt gewesen, d.h. gegnerische Erstrangziele wie z.B. gegnerische Raketenschnellboote, Fregatten und Zerstörer, Minenleger und Geleite zu vernichten. Nachdem der Kampfsatz verschossen wäre, hätten wir ja irgendwo nachladen müssen, also neue Raketen übernehmen. Wir gingen damals davon aus das wir das nicht so ohne weiteres tun könnten, da die andere Seite ja auch noch da war und uns sicherlich mit Fliegerkräften nicht in Ruhe gelassen hätte. Die Fliegerabwehrmöglichkeiten der 205er waren ja nicht so überragend. Eigene Marinefliegerkräfte zur Deckung waren bis 1987 nicht vorhanden, und als wir dann ein Geschwader hatten, reichte das natürlich auch nicht aus. Die Fla.Raketenabteilungen der Luftverteidigung an Land, die uns decken sollten, für Dranske wäre das die Abteilung in Lancken und in Neuenkirchen gewesen, auch nicht, da sie im Gesamtsystem der Luftveteidigung des Landes integriert waren,. Also um es offen zu sagen, wir hatten ein Problem mit der Luftabwehr. Aber nicht nur wir, es betraf die gesamte VM. Das war bekannt. Da wir aber im Bestand der vereinten Ostseeflotten handelten, sollte es durch die Fliegerkräfte der SU kompensiert werden. Wie gesagt, die Maschinenstunden waren dabei aber nicht das Problem. Wir sollten ja nicht wochenlang draußen rumfahren.
Es gibt zu dieser Problematik eine Unmenge von Literatur, sehr offen von ehemaligen Offizieren der NVA geschrieben, die mit diesen Punkten sehr kritisch umgehen.
Gerade zum Vergleich Luftabwehrmöglichkeiten der Nato und des Warschauer Vertrages erscheint im Herbst ein Buch von ehemaligen Kommandeuren der Luftverteidigung der DDR.
Zitat von: der erste am 15 August 2010, 11:02:44
Es gibt zu dieser Problematik eine Unmenge von Literatur, sehr offen von ehemaligen Offizieren der NVA geschrieben, die mit diesen Punkten sehr kritisch umgehen.
Gerade zum Vergleich Luftabwehrmöglichkeiten der Nato und des Warschauer Vertrages erscheint im Herbst ein Buch von ehemaligen Kommandeuren der Luftverteidigung der DDR.
Hallo der erste,
Kannst Du oder auch ein Anderer mal bitte 3 oder 4 Bücher empfehlen, dass Thema würde mich schon sehr interessieren.
:MG:
Manfred
Ja klar, Such ich Dir raus.
:TU:)
:MG:
Manfred
Zusätzlich zu den schon genannten hier einige Bücher, sind vielleicht auch schon bekannt.:
Elchlepp/Minow/Jablonski und Röseberg "Die Volksmarine der DDR" 1999
Hans Werner Deim u.a. "Die militärische Sicherheit der DDR im kalten Krieg" 2008
Gödde "Eine Eliteeinheit der NVA rüstet ab" 2000
Siegfried Horst "Offizier bei den Fla-Raketen der NVA" 2009
Wünsche u.a. "Rührt Euch! Zur Geschichte der NVA" 1998
Biedermann "Offizier, Diplomat und Aufklärer der NVA" 2009
Biedermann und Horst bringen auch das Buch über die Fla-Raketen im Herbst heraus.
moin,
Zitat von: Albatros am 14 August 2010, 20:40:35
Ich kann mir nicht vorstellen das die Boote bei der Bundesmarine ebenfalls als Onewayships gesehen wurden, man erwartete die Boote sicher wieder zurück.
Wir gaben uns da keinen Illusionen hin. Beim Angriff auf einen WP-Landungsverband wurde voller Einsatz erwartet und mit hohen Verlusten gerechnet.
in marinehistorischem Vergleich: definitiv kein Kamikaze, aber "Panzerkreuzer ran an den Feind - voll einsetzen" war es schon.
Für uns war interessant, wie lange wir es unter ständiger Luftbedrohung "durchgehalten" hätten, gegen leichte Seestreitkräfte (Schnellboote und FK-Korvetten wie NANUCHKA) eingesetzt zu werden und immer wieder auf den "Laying-up-positions" in den dänischen Inseln zu versorgen, wenn der Landungsverband gar nicht oder erst Tage nach Eröffnung der Feindseligkeiten gekommen wäre.
Gruß,Urs
Hallo der erste,
Danke Dir für die Auswahl an Büchern, dann werde ich mal schauen was so geht.....
:MG:
Manfred
Manfred - hier mal von mir noch ein Buchtip - Die Volksmarine der DDR - Entwicklung - Aufgaben - Strukturen - Ausrüstung - Stärke von Siegfried Breyer ISBN -10 3763754237
Gruß - Achim - Trimmer :MG:
Danke Achim, das Buch von Breyer und Lapp habe ich, dann noch Die andere deutsche Marine von Mehl und Schäfer.... :O/Y
Ganz so unsortiert bin ich auch nicht...... :MZ:
:MG:
Manfred
Glaube ich Dir doch gerne Manfred - ich denke wenn wir alle gemeinsam eine Marinebücherei aufmachen würden - aber Hallo :-D
Gruß - Achim