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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - U-Boote => Thema gestartet von: Dmitri Donskoi am 11 Oktober 2010, 15:32:48

Titel: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Dmitri Donskoi am 11 Oktober 2010, 15:32:48
Habe gestern Neuigkeiten vom russischen Atom U-Schiff ,,Dimitri Donskoi" der Typhoon Klasse erfahren.

Möchte die Infos Euch nicht vorenthalten.

http://de.rian.ru/security_and_military/20091029/123755622.html

http://www.sueddeutsche.de/p5738K/3637542/Erfolgreicher-Raketentest.html

Mit getauchten  :MG: Grüssen
Dimitri Donskoi
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Elo am 11 Oktober 2010, 16:24:56
ZitatSeine Wasserverdrängung beträgt 49 800 Tonnen. Die Länge - 172 Meter und die Breite - 23,3 Meter.

Nein ist das ein riesen Ding. :-o Ich wusste ja das die Boote groß sind aber nicht so groß, hatte die ein bischen kleiner eingeschätzt.
Das passen unsere kleinen Taucheisen fast genau 100mal rein.
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Dmitri Donskoi am 11 Oktober 2010, 16:40:29
Hallo Elo

Schön was von  :ML: Dir zu lesen.

Schau mal hier :
Sind noch jene Information über die "Dimitri Donskoi"

http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,10279.0.html

Ist ein brachiales grosses Unterwassermonster.
Es ist die Grösse, die auch für mich die Faszination dieser Typhoon U-Schiffe ausmacht.

Mit getauchten kameradschaftlichen  :MG: Grüssen
Thomas

Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 09 Juni 2011, 21:21:10
+++@Dimitri Donskoi+++@Dimitri Donskoi+++@Dimitri Donskoi+++@Dimitri Donskoi+++@Dimitri Donskoi+++

Hallo,
... neue Bilder vom USchiff TK-208 "DMITRIY DONSKOY" ...:
Aufnahmen vom 06.06.2011 (http://kuleshovoleg.livejournal.com/)
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Baunummer 509 am 10 Juni 2011, 08:48:48
Hallo Olpe,

danke für die Bilder. Ist das Boot, überschrieben mit "Апл Пр.945, 945А #1" ein Charlie?

Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Albatros am 10 Juni 2011, 20:04:39
Zitat von: JotDora am 10 Juni 2011, 08:48:48
Hallo Olpe,

danke für die Bilder.



Ja, insbesondere auch das Video.  top

Zitat von: JotDora am 10 Juni 2011, 08:48:48
Hallo Olpe,

Ist das Boot, überschrieben mit "Апл Пр.945, 945А #1" ein Charlie?



Hallo Sebastian, ich glaube es ist ein Sierra SSN ......

:MG:

Manfred
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 10 Juni 2011, 22:21:54
Zitat von: JotDora am 10 Juni 2011, 08:48:48
Ist das Boot, überschrieben mit "Апл Пр.945, 945А #1" ein Charlie?
Hallo @JotDora,
in der Tat, wie @Albatros bereits schrieb, ist das Boot mit der Überschrift "Апл Пр.945, 945А #1" ein SIERRA. Aufgrund der ausgeprägteren Abrundung des vorderen oberen Turmteiles und der Flutschlitzöffnungen an der Backbordseite würde ich das U-Boot als Projekt 945 BARRAKUDA (NATO: SSN der SIERRA-I-Klasse) ansprechen. Hier sind zwei Vertreter vorhanden: die K-239 "TULA" (ex. "KARP") und die K-276 "KOSTROMA". Da die "KOSTROMA" um 2003 mit dem System SOKS ausgestattet wurde (eine Kielwasserfolgeanlage mit Sensoren u.a. an der Turmvorderseite), auf dem Bild diese aber fehlen, gehe ich davon aus, dass es sich um die K-239 "TULA" handelt.
Das Boot liegt vor der Dockschleuse im Schiffsreparaturwerk "Zvezdochka" (NATO: Navy Yard 'Yagry Island') in Severodvinsk.
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Baunummer 509 am 11 Juni 2011, 12:21:40
@Olpe, Albatros

Danke für die ausführliche Erklärung. Ich muss gestehen, dass ich dachte alle sowjetischen SSN/SSGN/SSBN - Klassen zu kennen, aber die Sierras sind irgendwie an mir vorbei gegangen. Interessant finde ich den Titan Rumpf (Projekt 705 Lira, Projekt 661 Papa, Projekt 685 Mike) und dass sie überhaupt noch im Dienst sind.

Sind diese Boote - was die Geräuschsignatur angeht - überhaupt noch effektiv einsetzbar? Sensoren und Effektoren lassen sich ja auf den neuesten Stand bringen, Verringerung der Geräuschsignatur sollte aber nur mit größeren, baulichen Veränderungen machbar sein, oder?

Gruß und euch ein schönes, langes Wochehende

Sebastian
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: Taucher am 11 Juni 2011, 12:22:46
@Dimitri, Olpe

vielen Dank für die interessanten Infos, Fotos, Videos über die Typhoon Klasse.

Besonders das letzte Bild vom 6.6. mit der romantischen Abendstimmung könnte ich mir sehr gut als Fototapete für die Wand im Wohnzimmer vorstellen !!!
Leider wird das aber an der Gehnemigung durch meine Quartiermeisterin scheitern :cry:

P.s
Ich war ja schon mal in Peenemünde auf dem Boot der Juliet Klasse, mann, das war ja auch schon ein Riesen Teil !

Wenn ich mir nun vorstelle, das ein Typhoon noch ca 2x länger, 2x breiter und ca 10x mehr Verdrängung hat  :O-_

Mann, so ein Teil würde ich echt gerne mal live sehen, muss ja der Hammer sein !
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 13 Juni 2011, 20:54:51
Zitat von: JotDora am 11 Juni 2011, 12:21:40
... aber die Sierras sind irgendwie an mir vorbei gegangen.
Hallo,
jo, das sind recht interessante und außergewöhnliche U-Boote. Außergewöhnlich auch deshalb, da sie vom Konstruktionsbüro ZKB-112 "LAZURIT" im früheren Gorki an der Wolga (heute Nizhniy Novgorod) projektiert und im Werk am gleichen Orte, der Werft "Krasnoe Sormovo imeni A.A. Zhdanova" (NATO: Yard 112 Krasnoe Sormovo) gefertigt wurden. Die Boote besitzen einen Druckkörper aus Titan mit einer Belastungsgrenze von 70-72kg/mm² (im Gegensatz zur damalig verwendeten Schiffbaustahllegierung AK-25 mit ca. 60 kg/mm² bzw. AK-27 für weniger belastete Teile mit 52kg/mm²). Das gestattete eine um den Faktor 1,5 höhere Tauchtiefe, als bei bisherigen Konstruktionen.

Die Boote (4+2):
Projekt 945 BARRAKUDA (NATO: SSN der SIERRA-I-Klasse)
- K-239, seit 06.04.1993 B-239 "KARP (Korrektur: der im o.a. Post angegebene neue Name "TULA" ist nicht sicher ...  :-( )
- K-276, seit 06.04.1993 B-276 "KRAB", seit 15.11.1996 B-276 "KOSTROMA"

Projekt 945A KONDOR (NATO: SSN der SIERRA-II-Klasse)
- K-534, seit 06.04.1993 B-534 "ZUBATKA", seit 03.04.1996 B-534 "NIZHNIY NOVGOROD"
- K-336, seit 06.04.1993 B-336 "OKUN' ", seit 03.04.1996 B-336 "PSKOV"

Projekt 945B MARS (NATO: SSN der SIERRA-III-Klasse)
- K-536, 1994 in der Werft zerlegt
- K-?, nicht weitergebaut, zerlegt ?

Einige Daten (http://warfare.ru/?linkid=1760&catid=306)

Grüsse
OLPE
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 13 Juni 2011, 21:07:14
Zitat von: JotDora am 11 Juni 2011, 12:21:40
Sind diese Boote - was die Geräuschsignatur angeht - überhaupt noch effektiv einsetzbar? Sensoren und Effektoren lassen sich ja auf den neuesten Stand bringen, Verringerung der Geräuschsignatur sollte aber nur mit größeren, baulichen Veränderungen machbar sein, oder?
Hallo,
von den vier o.g. Booten sind augenscheinlich alle vier im Flottenbestand verblieben, obgleich eine Ausserdienstnahme Ende der 90er Jahre d.v.Jh. duchaus vorstellbar gewesen wäre. Nach und nach durchlaufen die Boote Reparaturen und Instandsetzungen in der Werft ... Hier stehen m.E. aber eher werterhaltende Maßnahmen denn umfassende Modernisierungen im Focus. Die Boote haben im Schnitt ein durchwachsenes Alter: das erste Boot, K-239, kam 1984 in den Flottendienst, das letzte Boot K-336, 1993. Ob das Geld auch für Modernisierungen reicht(e), bleibt abzuwarten ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: H44 am 14 Juni 2011, 11:31:29
Hallo Olpe,

wenn wir gerade dabei sind, wie ist deine Meinung zu der, mMn sehr radikal gestalteten U-Bootklasse der Alfa-Klasse. Diese Boot waren bereits in den 70ér Jahren mit Titan-Rümpfen und ein Wellen Reaktor Anlage auf Geschwindigkeit und Tauchtiefe getrimmt. Die Reaktoren wurden auch mit einem Flüssigmetallsystem gekühlt, welches sich allerdings als sehr störanfällig erwiesen hat und auch sicherlich, neben dem enormen Geräuschpegel mit zur Ausmusterung der Klasse geführt hat. Das die Boote sehr laut sein würden hat man schon vorher geahnt aber die hohe zu erwartende Geschwindigkeit von 40 kn sollte das wieder wett machen.


Noch einen schönen Tag wünscht

Alex 
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: hillus am 15 Juni 2011, 11:41:48
Hallo Thomas und Olaf,
der Beweggrund meiner Antwort ist die Nachricht der angeblichen Namensänderung von K-239 KARP (Projekt 945-Nato Code SIERRA I) in TULA. Ich habe sofort meine russischen Partner aktiviert, was daran dran ist. Ich hoffe auf baldige Nachricht. Nach meinem Archiv wurde zuletzt K-456 VILYUCHINSK (Projekt 949-A-Nato Code OSCAR II) in TVER umbenannt. Die in kein Schema passenden Namensgebungen waren ja schon einmal in der Diskussion im Marinearchiv. Nur soviel von mir, heute ist bei der Namensgebung oft der Kommerz im Spiel. Die Namen haben ihre Ursache im "Reichtum" der Bezirke, Städte, Oblaste, Kraj's und sogar einzelner Großbetriebe Rußlands, so z. B. der TYPHOON TK-20 SEVERSTAL. TULA und TVER sind wirtschaftlich recht gut dastehende Städte und sie werden für die Marine kommerziell "gemolken". Der Staat schafft es bei allen Anstrengungen nicht, die tatsächlich notwendigen Gelder aufzubringen. Warten wir also die Antwort meiner Partner ab. Sollte es tatsächlich stimmen, müßte dan der bisherige Namensträger K-114 TULA (Projekt 667-BDRM-Nato Code DELTA IV) umbenannt bzw. jetzt wieder ohne Namen sein. Auch das ist schlecht vorstellbar, denn die DELTA IV-Boote gehören zu den strategisch nuklearen Einsatzkräften und brauchen jeden Rubel für ihre strategische Einsatzerhaltung, zuletzt ja mit dem Abschuß mehrerer SINEVA-Raketen besonders sichtbar. Obwohl von den sieben die DELTA IV-Booten inzwischen sechs Boote für eine weitere 10-jährige Einsatzbereitschaft komplett modernisiert und auf den Raketenkomplex RSM-54 SINEVA umgerüstet wurden, nagt das Alter an den Booten. Sie wurden zwischen 1984 und 1990 in Dienst gestellt. Kurz einige Daten des Lebens von K-114 TULA:
1. 22.02.84 a.St. bei SEVMASH als RPKSN/ 22.01.87 Stapellauf/ 30.10.87 i.D. der SKF/ 30.12.87 i.D. Nordflotte
2. 30.12.1987 zur 13. Division der 3. Flottille in der guba Olenija (Murmansk)
3. 03.06.1992 neue Klassifizierung als APKSN
4. 21.08.1997 auf Befehl des Oberbefehlshabers der SKF Admiral Gromow Name TULA
5. Ab 06.2000 zur Generalüberholung und Modernisierung zur FGUP MP ZVEZDOCHKA (16. Brigade Baubelehrungs- und Werftliegerschiffe)
6. 12.01.2006 wieder in Dienst bei der 31. Rotbannerdivision der 12. Eskadra und 2007 erster Abschuß einer SINEVA
7. 10.02.2010 Nach Auflösung der 12. Eskadra Übernahme der 31. Rotbannerdivision und ihres Bestandes in die Rotbanner Unterwasserstreitkräfte der Atom-U-Boote der Nord Flotte
8. 2011 noch in Dienst der Rotbanner Unterwasserstreitkräfte der Atom-U-Boote der Nord Flotte, seit 11.2009 ist KzS Andrej Alexandrowitsch Chramow Kommandant von K-114
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 15 Juni 2011, 21:49:22
Hallo @hillus, hallo Jochen,
vielen lieben Dank für Dein Statement im Hinblick auf die "TULA" ... Freue mich auch auf die Antwort des russischen Partners ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: olpe am 15 Juni 2011, 22:27:12
Zitat von: H44 am 14 Juni 2011, 11:31:29
wenn wir gerade dabei sind, wie ist deine Meinung zu der, mMn sehr radikal gestalteten U-Bootklasse der Alfa-Klasse.

Hallo @H44,
in der Tat, die U-Boote des Projektes 705/705K LIRA (NATO: SSN der ALFA-Klasse) waren außergewöhnlich. Ein russisches Fachbuch von B.V. Grigor'ev über die Alfa's trägt den Titel: Корабль опередивший Время (Korabl' operedivshiy Vremya – sinngemäß: ,,Ein Schiff seiner Zeit voraus") ... genau das trifft es ...

Unten einige wenige Gedankenstriche über die technischen und schiffbaulichen sowie die taktischen Parameter, welche das Projekt 705 anders machten als herkömmliche Konstruktionen dieser Zeit:

- Rumpf, Hydrodynamik: Ausgeprägte tear-drop-Form des Hüllkörpers, ähnlich der U.S. SKIPJACK-Klasse, Druckkörper in Titanfertigung
- Bewaffnung: Raketen-Torpedokomplex RPK-2 V'YUGA (NATO: SS-N-15 STARFISH) mit Rakete 82R oder 90R (jeweils mit nuklearer Wasserbombe 200kT bzw. 10-20kT), Torpedo-Rakete VA-111 ,,Shkval", Torpedos SAET-60 und SET-65 sowie Minen
- Sonaranlage und Gefechtsführungssystem: MGK-1001 "Enissey" und BIUS "Akkord" – automatisierte zusammenwirkende Komplexe
- Antrieb: Dampfturbine. Reaktor: Flüssigmetallkühlung (Blei-Wismut-Legierung)
- Schleichfahrtpropeller an beiden Enden der achteren Tiefenruder
- Besatzung: nur 31 (32) Mann (von vorher geplanten 15!): 24 Offiziere, 6 Fähnriche (Mitchmany) und ein Koch im Matrosendienstgrad (+Politoffz.?)
- Rettungssystem: Aufschwimmende kollektive Rettungskapsel für die gesamte Besatzung
- Automatisierung: extrem hoch; mit analoger Datenverarbeitung.
- Geschwindigkeit: 42-44 kn
- Tauchtiefe (Grenztauchtiefe:  >400m - unbestätigt, nach anderen Quellen: >600m, Zerstörungstauchtiefe noch - deutlich? - höher)
- Vorteile der Konstruktion: hohe Konzentration von Technik auf kleinem Raum, umgehende Erhöhung der Reaktorleistung, hohe Manövrierfähigkeit (halber Drehkreis mit voller Fahrt in 42s !), hohe Einsatzbereitschaft (Zeit bis zum Auslaufen: 1h !)
- Schwachstellen: Althergebrachte Propellerform (keine schwachkavitierende skew-back-Form), akustische Signaturen hoch, umständliche Handhabung des flüssigmetallgekühlten Reaktors (halten der Temperatur > 125°C)
- Wachsystem: dynamisch

Modifikationen des Projektes:
Pr. 705   (Reaktortyp OK-550)
Pr. 705K (Reaktortyp BM-40A)
Pr. 705A (bewaffnet mit Flügelraketen), Projekt nicht umgesetzt
Pr. 705B (bewaffnet mit ballistischen Raketen), Projekt nicht umgesetzt
Pr. 705D (D=dovooruzhennyy=verbesserte Bewaffnung und Ausrüstung), Projekt nicht umgesetzt

Boote:
K-64      Bau-Nr. 900   Pr. 705 (mehr ein Versuchsboot)
K-316    Bau-Nr. 905   Pr. 705
K-373    Bau-Nr. 910   Pr. 705
K-463    Bau-Nr. 915   Pr. 705
K-123    Bau-Nr. 105   Pr. 705K
K-432    Bau-Nr. 106   Pr. 705K
K-493    Bau-Nr. 107   Pr. 705K

Dislozierung: Nordflotte, 6. U-Boot-Division, Stützpunkt: Zapadnaya Litsa

Video (russ.) - interessant (http://video.mail.ru/mail/danevskiy/330/1685.html)
Skizze (http://www.deepstorm.ru/DeepStorm.files/45-92/nts/705/705%20s.gif)

Grüsse
OLPE

Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: hillus am 16 Juni 2011, 09:14:40
Hallo Olaf und @H44,
über die Boote des Projektes 705/705-K kann durchaus ausschweifend diskutiert werden. Tatsächlich hat man mit K-64 als Prototyp versucht, alle Kinderkrankheiten zu beseitigen. Gelungen ist es nicht in jedem Fall, so wie von Olpe und @H44 beschrieben. Das Wichtigste am Bau der Boote scheint aber zu sein, dass sie nicht  ausschließlich einen Titanrumpf hatten. Die bei der Vereinigten Leningrader Admiralitätswerft gebauten vier Boote K-64, K-316, K-373 und K-463 verfügten über einen Stahlrumpf. Erst die bei der SSZ N° 402 SEVMASH gebauten Boote K-123, K-432 und K-493 hatten den Titanrumpf. Die Vereinigte Admiralitätswerft in Leningrad verfügte zum Zeitpunkt noch nicht über die Möglichkeit (Technologie) der Fertigung von U-Bootsrümpfen aus Titan, vor allem aus schweißtechnischen Gründen.

K-64 wurde wie alle anderen in Leningrad gebauten Boote im Transportdock zur Nord Flotte überführt und ging im Dezember 1972 dort als Versuchsboot in Dienst der 3. Division der 1. Rotbanner Flottille. Bereits am 31.01.1972 hatte K-64 eine schwere Havarie der Hauptantriebsanlage, die sofort abgeschalten werden konnte. K-64 wurde danach in den Stützpunkt geschleppt. K-64 (Projekt 705) wurde nach der Havarie seiner Hauptantriebsanlage im Juni 1972 zur Schadensanalyse bei der SRZ N° 10 eingedockt. Danach in Sewerodwinsk als Auflieger aufbewahrt. Vom 11.10.1972 bis 01.05.1973 mit der 2. Besatzung (46. Besatzung) an Bord Maßnahmen für vorgesehene Wiederherstellungsmaßnahmen, dabei Herausnahme der Reaktorabteilung bei der SRZ N° 893 ZVEZDOCHKA. 1973 soll dann die Abtrennung des Vorderschiffes incl. Turm erfolgt und das Achterschiffes verschrottet worden sein. 14.08.1973 erfolgte die Überführung des gesamten Vorderschiffes mit Turm im Transportdock über innere Wasserwege nach Leningrad. Am 19.08.1974 offiziell außer Dienst gestellt und Verwendung des Vorderschiffes mit Turm für Erprobungen und Besatzungstraining beim 270. Schulzentrum der Seekriegsflotte. Anfang der 90-ziger Jahre endgültige Verschrottung.

Während alle anderen Boote zwischen 1996 und 1998 verschrottet wurden, überlebte das wegen einer Reaktorhavarie stillgelegte K-123 bis 2008, der Beendigung der Verschrottung. Nach der Havarie wurde K-123 von 1982 bis 1989 entaktiviert und bekam einen neuen Reaktor, der am 17.11.1990 neu gestartet wurde. Am 28.07.1992 war K-123 bei der 33. Division der 1. Rotbanner Flottille wieder dienstbereit. Der Flottendienst endete am 31.07.1996 mit der Freigabe zur Verwertung und schließlich begann im Mai 2006 die Verschrottung bei der Reparatur- und Abwrackwerft OAO SRZ NERPA.

Tiefer schürfende Erkenntnisse werden für alle Interssierten im Herbst 2011 möglich sein, wenn die zwei Bände über die U-Boote der Nord Flotte hoffentlich fertiggestellt sind.

Im Sinne von DMITRIY DONSKOY mit getauchten Grüßen

Hillus


Titel: Das Ende im Film
Beitrag von: Typhoon am 16 Juni 2011, 10:23:28
Das Ende der Goldfische


http://media.ntv.ru/news/20091006/TV_CH6_1006_1859_KUCHIN_T288.mp4


Gruß Typhoon
Titel: Re: Dimitri Donskoi
Beitrag von: hillus am 16 Juni 2011, 16:03:46
Hallo TYPHOON,

danke für die schöne Ergänzung zum Ende eines ALFA. Welcher es war, konnte ich nicht erkennen, aber das ist nicht so schlimm, wie der miserable Schutz der Menschen in der Abwrackwerft und Umgebung. Nicht vorzustellen, dieses atomare Problem hätten unsere Damen und Herren in Berlin auch noch am Hals. Da wären Kehrtwendungen nicht möglich!!!
Trotzdem danke für das Video! top top

Ohne Schutzkleidung grüßt

HILLUS