Anlass zu den Überlegungen war der tödliche Unfall auf der ,, Gorck Fock".
Angesprochen wurde in der Diskussion auch ob man nicht die Leute die nach oben müssen dementsprechend absichert. Möglichkeiten dazu gibt es. Das ganze heist "Klettersteigset". Woher das kommt ist wohl klar, vielleicht kennt ihr ja das ganze auch von einem Hochseilgarten oder ähnlichen.
Grundprinzip/Theorie:
Hüftsitzgurt der mit 2 Karabinern verbunden ist, die man abwechselnd einhängt -> einer sollte also auf jeden Fall immer an einem Sicherungspunkt befestigt sein. Theoretisch ist das ganze also sicher.
Praxis, Höhenglücksteig (Bayern, im Frankenjura, nähe Nürnberg):
Das war bisher mein einziger Klettersteig. Die Absicherung ist zweifellos gut und mit der Richtigen Ausrüstung und richtig angewand, ist das ganze auch sicher. Mein Eindruck vom Steig: Ganz nett mal zu Ausprobieren, das war aber auch. Irgendwie fehlt dem die Höhe (die Felsen haben durchschnittlich wohl 15m) und beim klettern hängt man nicht so arg an den Armen.
Eine Beschreibung gibt es unter anderem hier (http://www.via-ferrata.de/img-hohenglucksteig-54.htm). Das Video auf der Seite ist sehenswert. Falls man nicht weis wie gesichert wird oder was ein Klettersteig ist, sieht es man dort ganz gut.
Was man aber auch bedenken muss und was bestimmt auch nicht in der Touristeninformation steht.
Hier sind schon viele Leute gestorben!
Eine Statistik für die letzten (20?) Jahre habe ich leider noch nicht finden können.
2010 war aber bestimmt ein schlechtes Jahr:
15. September 2010: Die Leiche eines 29-Jährigen am ,,Norissteig" gefunden. Ok, ist ein anderer Steig, aber das selbe Gebiet. Wenn man schon am Höhenglücksteig ist, kann man dort noch vorbeilaufen, sind nur 15min zu Fuß.
26. September 2010
Kurt Albert stürtz ab und erliegt zweit Tage später seinen Verletzungen. Er führte eine von drei Gruppen durch den Steig.
Kurt Albert war nicht irgendjemand, er war Profi und einer der bekanntesten deutschen Kletterer sozusagen ein ,,Urgestein". Man kann auch hier (http://www.alpin.de/news/news/47589d7c-c5ef-4ece-b48d-f81e5d6b82fd) nachlesen.
Vor knapp 30 Jahren stieg er durch die Eigennordwand, zum Unfallzeitpunkt war er immer noch Topfit. Der Unfall ereigenete sich an einer Stelle die für ihn bestimmt nur ein "Spaziergang" war.
Was war passiert?
Den Bericht der polizei gibt es hier: (http://www.polizei.bayern.de/oberpfalz/news/presse/aktuell/index.html/127041)
Was in dem Bericht nicht drinsteht. Kurt Albert hatte wohl sehr wenig geschlafen, da er am Vorabend noch in Hamburg einen Vortrag hatte und noch heimgefahren ist.
Ein "richtiges" Klettersteigset hätte den Absturz wohl verhindert, ein Helm wahrscheinlich den Tot.
War die Absicherung also unzureichend?
Die schnelle Antwort ist also eindeutig ein "Ja".
Nach etwas nachdenken kam für mich aber ein klares "Nein" herraus. Klar hätte man das Restrisik weiter verkleinern können, aber war das Risiko groß?
- Einfaches Gelände
- Grundlegende Absicherung vorhanden
- Der Man wuste genau was er tut!
Also eigentlich doch komplett ausreichend.
Zurück zum Schiff:
Die dementsprechende Ausrüstung sollte nicht das Problem sein. Ein normales Set gibt es ab 100€.
Aber, selbst wenn man die Leute dementsprechend ausrüstet. Das ständige ein und aushängen der Sicherung währe bestimmt extrem lästig. Würde es dann durchgeführt werden? Ich bezweifel es sehr, da einfach zu lästig. Der Mensch ist ja Bequem.
Und wenn man es nur benutzt wenn man Probleme hat oder unsicher ist? Also nur bei Bedarf einhängt? Dann kann es helfen, oder auch nicht, siehe Beispiel oben.
Vielleicht diskutieren wir mal ja drüber warum eine Rekrutin abgestürtzt ist, obwohl sie doch alles zum Sichern dabei hatte....
Ach ja, man kann auch aus gedankenlosigkeit beide Sicherungen auf einmal aushängen. Ist mir auch schon im Hochseilgarten passiert. Geschichten gibt es dazu auch genug.
Irgedwie gehen einem die Gedanken nicht aus dem Kopf warum ein "Vollprofi" in so einem "Pobligen Klettersteig" sein Leben läst. Gefährlicheres hat er in seinem Leben schon genug gemacht. Früher auch zusammen mit Wolfgang Güllich (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_G%C3%BCllich), der wurde nicht alt, am klettern lag es nicht. :wink:
Sobald man oben ist kann es auch ganz schnell nach unten gehen. Egal ob am Fels, auf einem Schiff oder an einer Treppe.
Ob man deshalb ein Seegelschulschiff abschaffen muss?
Mein Mitbewohner hat sich früher mal überlegt ob er sich verpflichten soll. Wegen dem "Berüchtigten" Schiff.
Denkt mal drüber nach!
Grüße
Johannes
Ach ja, zum Thema Klettern:
Insgesamt eine sehr sichere Sportart. Wenn man sich verletzen möchte sollte man lieber Fußball, Volleyball oder eine andere Manschaftssportart betreiben.
Ich muss mal wieder ins Frankejura, den Höhenglücksteig könnte man dann ja auch nochmal machen....