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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - U-Boote => Thema gestartet von: hillus am 21 November 2011, 17:32:29

Titel: Ein neues konventionelles U-Boot für die russische Seekriegsflotte
Beitrag von: hillus am 21 November 2011, 17:32:29
Hillus meldet sich aus dem Kurzurlaub zurück und ich fand gerade diese neue Meldung!

Der feierliche Akt der Kiellegung des nicht atomaren U-Bootes (NAPL) B-237 ROSTOV NA DONU (неатомная подводная лодка НАПЛ Б-237 РOCTOB HA-ДOHY) fand am 21. November 2011 in der Bauhalle der OAO Admiralitätswerften in St. Petersburg statt.

Als Gäste der Zeremonie waren Mitglieder der russischen Regierung, der Verwaltung von Sankt Petersburg, der Führung der Admiralitätswerften, Vertreter des Konstruktionsbüros ZKB МТ RUBIN und der russischen Seekriegsflotte anwesend.

Es ist das zweite nicht atomare U-Boot des Projektes 06363, das bei den Admiralitätswerften für die  russische Seekriegsflotte gebaut wird. Bereits im August 2010 wurde der Bau des U-Bootes B-261 NOVOROSSIYSK des fast gleichen Projektes begonnen. Zunächst ist der Bau von drei U-Booten des Projektes 06363 für die russische Seekriegsflotte geplant.

Es ist wahrscheinlich, dass diese U-Boote den Dienst bei der Schwarzmeerflotte aufnehmen werden. Die Entsendung des ersten U-Bootes B-261 NOVOROSSIYSK soll bis 2013 stattfinden. Die Vollendung des Baues des zweiten Bootes B-237 ROSTOV NA DONU (deutsch - ROSTOV AM DON Ergänzungen hillus) und eines dritten Bootes ist für 2014 vorgesehen. Es ist möglich, dass die Zahl der U-Boote in einer Serie noch weiterer drei Einheiten mit einer Ablieferungsfrist des letzten U-Bootes im Jahre 2015 vergrössert werden kann.

Das nichtatomare U-Boot B-237 ROSTOV NA DONU des Projektes 636 gehört zur dritten Generation der dieselelektrischen U-Boote und ist eine Modifikation der dieselelektrischen U-Boote (russisch-ДЭПЛ) der Projekte 877/877ЭКМ, die noch während der Sowjetzeit entworfen und gebaut wurden. Diese wurden bekannt durch ihre beeindruckenden taktisch-technischen Daten, für deren Konstruktion ebenfalls das ZKB МТ RUBIN vorstand.

Die neuen U-Boote des Projektes 636 unterscheiden sich von ihren Vorgängern durch die relative Geräuschlosigkeit während der Fahrt, dem Vorhandensein moderner Systeme der Navigation und einer recht starken kombinierten Raketen-Torpedoausrüstung. Die maximale Tauchtiefe beträgt 300 Meter, die Seeausdauer 45 Tage und die Besatzungsstärke 52 Mann.

Meine Urlaubstemperaturen von über 30°C und Wasser 25°C wären mir jetzt lieber!!!

hillus
Titel: Re: Ein neues konventionelles U-Boot für die russische Seekriegsflotte
Beitrag von: hillus am 22 November 2011, 08:52:42
Gestern kam von der Nachrichtenagentur NOVOSTI noch eine Konkretisierung zum Bau nicht atomarer U-Boote!

Die russische Seekriegsflotte beabsichtigt, bis 2020 den Bestand von nicht atomaren U-Booten mit 10 Diesel-U-Booten zu erweitern. Sie sollen vor allem die Unterwasserstreitkräfte der Flottengruppierungen in den Randmeeren wieder herstellen bzw. erweitern. Diese Nachricht erfuhr am 21. November die Nachrichtenagentur Novosti von offiziellen Vertretern des Verteidigungsministeriums Russlands. Die neuen U-Boote werden in erster Linie die Gefechtsbereitschaft der Schwarzmeer- und Baltischen Flotten stärken.

Im Zusammenhang mit der Kiellegung des dieselelektrischen U-Bootes B-237 ROSTOV NA DONU (Projekt 636.3 oder auch 06363-NATO Code KILO improved) bei den OAO Admiralitätswerften in St. Petersburg bemerkt das Oberkommando der Seekriegsflotte, dass bis zum Jahre 2020 8-10 Diesel-U-Boote in der Seekriegsflotte erwartet werden.

Es wird betont, dass die nicht atomaren dieselelektrischen U-Boote ständige Verbesserungen der Parameter in ihrer Gedeckheit, der Vergrößerung der Seeausdauer und der Vielseitigkeit der Anwendung der U-Boote - nach den Überwasser-, Unterwasser- und Uferzielen- in den nächsten 10 Jahre erfahren werden.
Den Worten nach sind die Handlungen der dieselelektrischen Boote in jenen Meeresbebieten vorgesehen, wo die Nutzung der atomaren U-Boote unmöglich bzw. unzweckmässig ist. Solche Regionen sind die Bedingungen der Randmeere wie dem Schwarzen Meer und der Ostsee.

Hier eine Erweiterung der TTD
Vmax üW-17 Knoten
Vmax uW-20 Knoten
Tauchtiefe max-350 Meter
Seeausdauer-45 Tage
Besatzung-57 Mann
Bewaffnungsvorrat-18 Torpedos und/oder Raketen

Anmerkung hillus:
Den Bestand von 20 Diesel-U-Booten bilden heute Boote unterschiedlicher und teilweise ähnlicher Projekte.
1 Boot Projekt 677 (NATO Code LADA).- ST. PETERBURG
5 Boote Projekt 877 (NATO Code Kilo II – auch schon als Projekt 636 bezeichnet) - B-177, B-187, B-190, B-345, B-459
13 Boote Projekt 877 (NATO Code KILO I) - B-260, B-227, B-394, B-401, B-402, B-439, B-445, B-464, B-471, B-494, B-800 (Projekt 877-LPMB), B-806 (Projekt 877-EKM), B-808
1 Boot Projekt 877-V (NATO Code KILO III) - B-871

Nicht gezählt wurden PZS-50 ex S-49 Projekt 633-RV (NATO Code ROMEO mod.) und das inzwischen gestrichene B-380 des Projektes 641-B (NATO Code TANGO).
Die Bootsnamen wurden aus Platzgründen weggelassen!

Grüße aus Braunschweig

hillus