Hallo,
vor kurzem fand ich eine Textstelle, vermutlich in ,,Die deutsche Flotte im Spannungsfeld der Politik". Leider kenne ich nicht die korrekte Quelle:
"Bismarck war ein Mann, der Krisen und Katastrophen über Deutschland sich auftürmen sah. .... Er sagte voraus, es werde diese Art Alb jeden deutschen Kanzler heimsuchen, und hatte recht damit, bis hin zu Konrad Adenauer. »Die Hungrigen ... werden uns fressen«, prophezeite er 1883 einer fassungslosen Tischgesellschaft" (9). Bestätigt der Druck der anderen Euroländer auf die BRD, den Euro-Rettungsschirm immer wieder aufzustocken, seine Worte?
:MS:
Hallo allerseits,
hier wird aber ein weiter Bogen gespannt.
Ich glaube Bismarck hat unsere heutigen Probleme in Ihrer Vielfältigkeit in keiner Weise vorhergesehen.
Er war sich aber mit Sicherheit mehr als die meisten seiner Zeitgenossen bewußt, daß Deutschland durch seine geografische Lage gefährdet war und war daher bemüht einkreisende Koalitionen möglicher Gegner ebenso zu verhindern, wie Großbritannien nicht Frankreich in die Arme zu treiben.
Für die Briten hat er sogar offen Symphatie bekundet.
Ich glaube er war ein weitblickender Staatsmann, aber kein Prophet!
Liebe Grüße
Stefan
Hallo zusammen,
den "Propheten" habe ich ja mit einem Fragezeichen versehen. Also damatisch etwas überhöht. Trotzdem ist es erstaunlich, es ging damals um Kolonien, wie er die Probleme vorausgesehen hat.
gruß Sm.
Ihr kennt aber bestimmt auch den Spruch " das der Prophet im eigenen Lande .... ".
Gruß - Achim -Trimmer
Das ist Politik.
Ich kann in einer Stunde ein Plädoyer verfassen, der den Eurorettungsschirm absolut plausibel macht, und brauche ca eine weitere Stunde, um die zuvor angeführte eigene Argumentation vor einem anderen Auditorium ad absurdum zu führen.
Es kommt nur darauf an, was ich erreichen möchte (erschrecken, umschmeicheln, beruhigen, verängstigen) und wen ich erreichen möchte (meine Wähler, Gegner, Sponsoren, Ausschussvorsitzende)
Bismarck war in vielen Bereichen eine tragische Figur, aber er konnte in seiner Glanzzeit seinen Willen durchsetzen.
Zitat von: Seekrieg am 27 Januar 2012, 13:32:35
Hallo zusammen,
den "Propheten" habe ich ja mit einem Fragezeichen versehen. Also damatisch etwas überhöht. Trotzdem ist es erstaunlich, es ging damals um Kolonien, wie er die Probleme vorausgesehen hat.
gruß Sm.
dafür musste man kein Prophet sein, die meisten Kolonien kosteten insgesamt mehr Geld als sie reingeholt haben, Bismark war einer der die Sachlage zu meist realistische analysierte und betrachtete.
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Mehrkosten insgesamt für die Bevölkerung, natürlich machten einzelne Unternehmen und Gruppen dabei durchaus Gewinne, aber dies ist mit Eurorettung nicht viel anders, das Geld was im Rahmen der Eurorettung nach Griechenland gepumt wurde wandert zumeist auf die Konten der Banken der Geberländer, die Griechen sind Merkel doch egal, aber Auswirkungen einer griechischen Unzahlungsfähigkeit auf deutsche und andere europäische Banken sind alles andere als egal... Deswegen keine Sorgen machen, noch verbleibt das Geld in Deutschland, nur auf Konten anderer Deutscher :-D
Hallo,
da bin ich anderer Meinung, das Verhältnis zur Russland ist wieder normal, wie zur Zeiten des Eisernen Kanzlers, was Zähneknirschen hier in Polen (der Pipelinie wegen!) und in der ganzen Brüsseler €-Kolchose verursacht. Die Leuye, die nach Angie kommen, werden bestimmt einen noch engeren Russland - Kurs ansteuern.
Nun Micha - als "Normal " würde ich das Verhältnis Russland - Deutschland nicht bezeichnen. Dafür geht Putin viel zu sehr "eigene Wege" . Das ist m.M nach ein Wunschdenken unserer "Mutti der Nation " aber auch nicht mehr. Wenn ich es richtig sehe sind Russlands interessen auf einen ganz anderen Teil der Weltkugel und solange Europa mit sich selbst beschäftig ist ( Euro-Krise ) besteht für Russland ja wohl auch kein Anlass sich stärker an die EU zu binden oder gar "Empfehlungen und Ratschläge " an zu nehmen
Gruß - Achim-Trimmer
Eigentlich ist es doch keine große Überraschung, daß der deutsche Steuerzahler die anderen Nationen unterstützen soll.
Letztendlich praktiziert die BRD dieses Wirtschafts-und Finanzsystem doch schon seit Jahrzehnten im eigenem Lande. Nur heißt dies bei uns "LÄNDERFINANZAUSGLEICH"
Die wirtschaftlich starken Bundesländer verdienen prächtig an den reichlich sprudelnden Steuereinnahmen, ein Teil dieses Geldes fließt in die ärmeren Bundesländer und wird dort ausgegeben, damit die Konzerne aus den stärkeren Bundesländern dieses Geld wieder verdienen können. Sowas nennt man Wirtschaftkreislauf.
Und ich bin fest davon überzeugt, daß dieses Modell auch die Zukunft für Europa sein wird. Man darf es dem Volk nur nicht sofort verraten, sondern es nach und nach vor vollendeten Tatsachen stellen.
Für die Regierungen in Europa geht es schon lange nicht mehr um ihre Nationen, für die gibt es keine Deutschen, keine Spanier und keine Griechen. Die kennen nur noch Konsumenten und Konzerne, egal wo diese letztendlich leben.
Hallo, Micha,
ich sehe es auch so. Ein weiterer Spruch von Bismarck, sinngemäß: Solange zwischen Russland und Deutschland Ruhe ist, ist Frieden in Europa. Die Gegner Preussens und Deutschland waren nur stark, wenn sie Russland auf ihrer Seite hatten. Bestes Beispiel Friedrich II.: als die Zarin starb war Ruhe! Das Verhältnis Russland Deutschland war doch meist gut, sogar bei Lenin. Das Digest "Sputnik behauptete einmal, die russische Geschichte wäre eigentlich eine deutsche. In der Sonntagsakademie vor ca. 3 Wochen brachte Prof. Demandt im Votrag "Zukunft die keine war" (sehr interessant!) das Detail, dass russische Studenteneinmal die deutsche Sprache als Landessprache forderten. Eins steht doch fest: die Russen sind uns näher als wir glauben. Wir brauchen Öl und Bodenschätze und sie neue Technologien (sie würden sicher auch gern unsere Brennstoffzellen-U-Boote nehmen!)
Es müsste für beide passen!
Jürgen
Hallo Jürgen- ich denke "da lehnst Du dich aber sehr weit aus dem Fenster " :-D Lenin -die Interesse von Lenin bestand darin das Deutschland nach der Novemberrevolution den selben Weg wie Russland einschlägt- nicht mehr aber auch nicht weniger. Und - ja wir brauchen Öl und Bodenschätze aber ob Russland unsere Technologien noch braucht :? Das war vielleicht nach Ende des II:WK so - siehe Raketenbau aber heute :? Nein wir sind heute gerade durch unsere Öl und Gasimporte aus Russland letztendlich erpressbar gewurden und das sieht man auch wenn unsere Regierung mit Putin "spricht "
Gruß - Achim-Trimmer
Hallo Achim,
als rohstoffarmes Land werden wir immer erpreßbar sein, egal von welcher Seite! Schon zu DDR-Zeiten, als der Westen durch Mannesmann-Rohre Gas usw. bezog, freute sich die Partei über die "strategische Abhängigkeit"!
Gruß Jürgen
Hallo Achim
ZitatLenin -die Interesse von Lenin bestand darin das Deutschland nach der Novemberrevolution den selben Weg wie Russland einschlägt- nicht mehr aber auch nicht weniger.
Lenin hatte 1917 und in den
Folgejahren ganz andere Sorgen. Es ging um das nackte Überleben der Revolution.
Er brauchte mit Deutschland einen Frieden um jeden Preis. (Brest Litowsk)
Ausländische Interventionstruppen standen in Murmansk, Wladiwostok, Odessa und Archangelsk und 'die Weißen' beherrschten (nicht nur) den Ural und Sibirien.
Tatsächlich wandten sich die Bolschewiki während einer kurzen Phase der scheinbaren Stabilisierung an den Bürgerkriegsfronten den Träumen über die Weltrevolution zu und hofften während der Novemberrevolution auf eine kommunistische Deutsche Republik.
Anfang März 1919 wurden diese Träume schlagartig beendet. (Koltschaks Armeen griffen an.)
Deine Äußerung ist eine Facette der Situation und im Detail zutreffend, aber ich denke, man sollte die Lage in einem größeren Zusammenhang betrachten.
Grüße vom Micha