Hallo,
ich stell mal drei Dokumente ein zu einem, der deutschen Sperrbrecher..
Wer hat mehr Erkenntnisse zum Wirken der CPVA bei solchen Schadens-Untersuchungen?
Gruß TT
Hallo TT,
ging es Dir an disem Beispiel um Schadensuntersuchungen an Schiffen oder um Sprengversuche der CPVA an Schiffen?
Bei der Kriegsmarine war nur die CPVA berechtigt Sprengversuche beliebiger Art durchzuführen. Bis 1940 erfolgte die Messung der Wirkung an aufwändigen Schiffswandmodellen, wobei die Ergebnisse auch noch ungenau waren.
Danach fand Dr.Keller eine Methode der Messung , die mit 1/100 des bisherigen Aufwands auskam. Die Berechnungen dafür lieferte Dr.Keil.
Nachzulesen in "Markus Köberl -Der Toplitzsee-"
Interessant dürfte das darin erwähnte "Lehrbuch der Sprengkunde" von Dr.Buchmann sein.
Edit. Dies ursprünglich 1937 als Grundlage für den Untericht an Sperrschulen entwickelte Buch wurde 1944 von Dr.Wunderlich überarbeitet, war aber bei Kriegende erst zur Hälfte fertig.
Im Auftrag der alliierten Kontrollkommission (CCG) wurde das Werk dann bis 31.08.1945 fertig gestellt und hieß dann "Einführung in das Unterwassersprengwesen"
Zu finden hier (http://research.archives.gov/search?expression=Unterwasser+Sprengwesen&pg_src=group&data-source=all)
(aus Preuss/Eitelberg HGS Kiel-Dietrichsdorf).
Wie ist der Schaden am Sperrbrecher VII eigentlich entstanden?
Grüsse
Beate
Hallo zusammen,
viele Minenschäden, glaube aber auch Beschuss-Schäden, wurden später von der CPVA untersucht.
Trefferwirkung, Leckabwehr u.a. .
Das ganze diente auch dazu die Sinksicherheit der Schiffe zu erhöhen.
Gruß
Theo
Hallo,
@Beate + Theo - mich würde mal das ganze Prozedere:
Schadenuntersuchung-Auswertung mit eventueller Vergleichssprengung bzw. Abgleich mit vorliegenden Erkenntnissen-Einfluss auf Neubauten/ Umrüstungen bei den Werften [hier mal umrissen]
an einem Beispiel interessieren.
Die CPVA, eine für mich hoch interessante Geschichte in Verbindung mit der TVA. Leider finden sich immer nur Bruchstücke zu den gelaufenen Versuchen. :-(
Zu den aufgeführten Personen habe ich folgendes in meiner Personenliste:
* Dr. Keller, ? - CPVA_Kiel (Toplitzsee); Messungen der Geschwindigkeit und der Beschleunigung von Schiffsrumpfplatten unter Explosionsdruck
* Dr. Keil, ? - CPVA_Kiel, Physikalische Abt. (P)
* MinRat Dr. Buchmann, Erich *1904 - CPVA_Kiel, Physikalische Abt. (P) 04.34-09.39 Sprengstoffe; WFM, AK Hochdruck; MarRüst/FEP I Leiter u. FEP II Leiter ab 08.44
* Dr.habil. Wunderlich, Walter *06.03.1910 - Marineartillerie 1940; CPVA_Kiel+Bad Frankenhausen, ziviler wissenschaftlicher Mitarbeiter d. Abt. Sprengphysik ab 1942 [Lehrbuch]
Eine Ergänzung der Daten zu den Mitarbeitern wäre sehr willkommen!!
Das dt. Lehrbuch "Einführung in das Unterwassersprengwesen" steht auf meiner Suchliste ganz weit oben.
Mein Dank für den Tipp, den dort hatte ich noch nicht danach gesucht.
Viel Grüße TT
Das erwähnte Buch klingt auch für mich hochinteressant ...
Zitat von: Torpedotaucher am 04 November 2014, 00:00:19
* Dr.habil. Wunderlich, Walter *06.03.1910 - Marineartillerie 1940; CPVA_Kiel+Bad Frankenhausen, ziviler wissenschaftlicher Mitarbeiter d. Abt. Sprengphysik ab 1942 [Lehrbuch]
Eine Ergänzung der Daten zu den Mitarbeitern wäre sehr willkommen!!
Hallo TT,
Walter Wunderlich bei wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Wunderlich
Im Nachruf von Helmuth Stachel der Hinweis auf "Einführung in das Unterwassersprengwesen",
das Lehrbuch das "
in seiner Literaturliste niemals angeführt" wird und die Arbeit über
"auf akustische Signale reagierenden "Geräuschtorpedos" "Grüsse
Beate
DANKE, an dieser "Einführung in das Unterwassersprengwesen" wäre ich schon interessiert und würde auch die englische Ausgabe nehmen ... :-D
... ein anderer Artikel (http://sodwana.uni-ak.ac.at/geom/mitarbeiter/wallner/wunderlich/pdf/9.pdf) von WUNDERLICH mit Marinebezug
Hallo,
@Beate - Du hast nach dem ursächlichen Vorfall der Beschädigung des Sperrbrecher VII gefragt
Leider kann ich Dir diese Frage nicht beantworten. Habe dazu nichts in der mir zur Verfügung stehenden Literatur gefunden, ist aber auch nicht mein Spezialgebiet.
Auf den Zeichnungen findet sich das "Aufnahme-Datum" 13.05.1940 - grenzt die Sache zumindest ein.
Gruß TT
Hallo - kann es der Minentreffer am 13.05. 1940 vor Warnemünde gewesen sein :? - siehe Akte RM 96/238 - Sperrbrecher VII - Vielleicht besitzt im Forum Jemand diese Akte
Gruß - Achim - Trimmer
Hallo Beate,
die SAUERLAND ( als Sperrbrecher VII ) lief am 13.5.1940 vor Warnemünde auf eine brit. Magnetmine.
Die Schäden waren so groß das der Sperrbrecher aufgesetzt werden musste und bis zum 16.8.1941 in Reparatur war.
Mehr dazu ist im Buch "Deutsche Sperrbrecher 1914-1945" von Peter Arndt zu finden.
Am besten in der erweiterten Auflage von 2005.
Gruß
Theo
Hallo ,
danke für die Hinweise, mit der Literaturangabe konnte ich das auch in meiner alten Ausgabe finden. :-D
Den nächsten Treffer erhielt der Sperrbrecher bereits am 30.8.1942 in La Pallice,
der ihn bis zum 2.4.1944 in die Werft zwang.
Grüsse
Beate
moin, Theo,
Zitat von: TD am 06 November 2014, 12:20:30
die SAUERLAND ( als Sperrbrecher VII ) lief am 13.5.1940 vor Warnemünde auf eine brit. Magnetmine.
Bei allem Respekt für Deine Datensammlung ..
.. da möchte ich zumindest ein Fragezeichen setzen :|
Hatte die RAF bereits 1940 eine Luftmine mit Magnetzünder
und gingen die Verminungsaktionen bereits so weit nach Osten ?
Gruß, Urs
Zitat von: Urs Heßling am 11 November 2014, 18:49:02
.. da möchte ich zumindest ein Fragezeichen setzen :|
Hatte die RAF bereits 1940 eine Luftmine mit Magnetzünder
Hallo Urs,
den 1.Teil der Frage kann ich mit ja beantworten.
Seit Mai 1940 war den Deutschen die britische Luftmine mit Magnetzünder durch einen Fund bekannt.
s.auch http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,5152.msg68233.html#msg68233
die Aussage über den "1.Angriff mit Luftminen" am 21.7.1940 halte ich für falsch und dürfte aus der befohlenen strengen Geheimhaltung vom Fund resultieren.
Arndt schreibt in seinem Buch von einer "Magnetmine" als Ursache für den Schaden der "Sauerland".
Welche Herkunft könnte die Mine sonst haben ?
Grüsse
Beate
Hallo Urs,
Chronik hat nicht alle Daten, aber doch paar Einträge zu den brit. Luftmineneinsätzen.
--/>/> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/40-04.htm
Zitat
13.– 26.4.1940
Luftkrieg Westeuropa
Britischer Luftmineneinsatz mit 15 Hampden-Bombern (Gruppe No.5 / 44., 49., 50., 61., 144. Sqn. RAF Bomber Command) in der Nacht vom 13./14.4. erstmals im Großen und Kleinen Belt, der Kieler Bucht und vor der Küste Dänemarks. Es folgen weitere Minenunternehmen: 14./15.4.: 23 Hampden wiederholen die o.g. Operation, 15./16.4.: 9 Beauforts in der Deutschen Bucht, 20./21.4.: 24 Hampden in Weser und Ems-Mündung, 21./22.4: 36 Hampden in Elb-Mündung, Großem und Kleinem Belt, 22./23.4.: 6 Swordfish der 816. Sqn werfen Minen nordöstl. Schiermonnikoog, 24./25.4.: 7 Swordfish der 815. Sqn in der Ems-Mündung, 25./26.4.: 28 Hampden in der Kieler-Bucht, Großem und Kleinem Belt. Etliche Verluste durch Luftminentreffer: Es sinken in der Ems-Mündung am 6.5. das Vorpostenboot V 811 / Hugo Homann (383 BRT), bei Drogden am Südausgang des Öresunds die Frachter Cronshagen (1787 BRT) am 24.4., Westerwald (ex Campinas, 4541 BRT) am 10.5. und Finkenau (916 BRT) am 30.5., bei Kiel Feuerschiff am 6.5. die Brage (5954 BRT) und in der Kieler Bucht am 23.5. die Franz Haniel (2188 BRT), in der Lübecker Bucht am 12.5. der Frachtsegler Käthe Jürgensen (345 BRT). Beschädigt werden bei Korsör am 15.4. der deutsche Sperrbrecher XI / Petropolis (4845 BRT, nach Reparatur als Transporter genutzt) und vor Travemünde am 24.4. Schiff 20 / Nerissa.
--/>/> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/40-05.htm
Zitat1.– 14.5.1940
Luftkrieg Deutschland
Britische Luftmineneinsätze gegen dt. Seeverbindungswege. In der Nacht zum 1.5. werfen 15 Hampden-Bomber 7 Minen in die Elb-Mündung, in der Nacht 13./14.5. werden Minen in den Kaiser-Wilhelm-Kanal geworfen. In der Folge sind teilweise Sperrungen dieser Seewege notwendig.
Mal schauen ob ich noch andere Literatur ausmachen kann.
:MG:
Darius
Hi,
ich habe hier "Shores, Fledgling Eagles" als Buchempfehlung.
Wg. Magnetmine habe ich bisher nichts gefunden.
:MG:
Darius
... nach Martin W. BOWMAN, Deep Sea Hunters:
13./14.04.1940 erster Luftmineneinsatz der RAF mit 15 Hampdens, wovon 14 Maschinen Minen in dänsichen Gewässern legen. Ein Flugzeug geht verloren.
14./15.04.1940 28 Hampdens starten zum Luftmineneinsatz in dänsichen Gewässern, 2 Maschinen gehen verloren
20./21.04.1940 23 Hampden legen Minen in der Elbe-Mündung
25./26.04.1940 28 Hampdens starten zum Luftmineneinsatz, aber wegen schlechten Wetters gehen 3 Maschinen verloren und es werden keine Minen geworfen
2./3.05.1940 26 Hampdens legen Minen im Oslofjord und in der Kieler Bucht
9./10.05.1940 23 von 31 gestarteten Hampdens legen Minen vor Kiel, Lübeck, Warnemünde und in die Elbe
moin,
Zitat von: Darius am 11 November 2014, 20:54:47
Chronik hat nicht alle Daten, aber doch paar Einträge zu den brit. Luftmineneinsätzen.
Danke, aber die Einsätze in der westlichen Ostsee kannte ich (natürlich), deswegen meine Frage betr. Warnemünde
Zitat von: bettika61 am 11 November 2014, 19:58:16
den 1.Teil der Frage kann ich mit ja beantworten. Seit Mai 1940 war den Deutschen die britische Luftmine mit Magnetzünder durch einen Fund bekannt.
Zitat von: Peter K. am 11 November 2014, 23:09:32
... nach Martin W. BOWMAN, Deep Sea Hunters:
...
9./10.05.1940 23 von 31 gestarteten Hampdens legen Minen vor Kiel, Lübeck, Warnemünde und in die Elbe
Herzlichen Dank top :MG: an Euch beide ! Theo, Deine daten sind also richtig :O/Y
Gruß, Urs
Hallo Urs,
so genau konnte ich es auch nicht sagen.
Ich weiß nur das die Minen-Verluste in den dänischen Gewässern
im April schon deutscherseits als Verlust durch Magnet-Minen geführt wurden.
Bis dann
Theo
Hinsichtlich der Räumung von aus der Luftabgeworfenen Seeminen habe ich in den letzten hier angelandeten KTBs gelesen, dass die Deutsche Kriegsmarine
die Abwürfe mit Seetaktgeräten eingemessen hat, unter Einweisung durch Freya Flum. Leider ist mir die Fundstelle nicht mehr erinnerlich.