Stichwort "Regenbogen"
Habe ja heute Morgen beim Suchen nach Tarnbezeichnungen auch die Prüfnummer 1 des Befehls Stichwort "Regenbogen" in einen alten Ordner gefunden.
Hier ist einmal die Urfassung dieses Befehles, welcher ja später bei den U-Booten trotz Gegenbefehl noch durchgeführt wurde.
Vielleicht eine alte Kamelle, ich hatte aber schon ganz vergessen wie dieser Befehl lautete.
Gruß
Theo
Interessant Theo, danke fürs zeigen. Schön ein Befehl das so bekannt ist, mal zu sehen in Orginal. Was ich mich gleich abfrage, hatte dann zb die Lützow, Prinz Eugen und Schnellboote sich auch nicht selbst versenken mussen? Es ist eigentlich nur von den U-Boten bekannt?
Herzliche Gruss,
Maurice
Hallo Maurice,
Laut dem gezeigten Befehl hätten sich auch Dickschiffe,Zerstörer usw, selbstversenken sollen. Nach Aufhebung des Befehls haben sich aber wohl nur U-Boote gezielt selbst vesenkt.
MfG
Frank
Deswege Frank. Nur die U-Bootekommandanten 'hörte nich zu'.
Gruss,
Maurice
Hallo,
Doch zugehört haben die schon. Aber dann so gehandelt wie in der Marine Tradition war. Und in meinen Augen war das auch o.k.
MfG
Frank
Hmmm. Das heißt dann doch aber auch, dass in der U Waffe ein anderer "Geist" (etwas vorbelastet in diesem Kontext) geherrscht hat als auf den Überwassereinheiten, oder? Für mich irgendwie schwer vorstellbar.
Oder war es vielleicht das Bewusstsein wie Aussichtslos es war den Kampf fortzuführen? Ich könnte mir vorstellen dass zumindest die Kommandanten der älteren Boote insgeheim erleichtert waren ihre Boote versenken zu können/dürfen. Kampfgeist hin oder her, denen war doch allen klar das sie mit den alten Booten kaum eine Überlebenschance hatten.
Kampfgeist war sicher mehr bei den U-Booten vorhanden wie auf den jahrelang durch Freiwilligenmeldung zur U-Boot-Waffe ausgedünnten großen Kampfschiffen.
Die U-Boot-Beatzungen waren ja teilweise unter gut 20/25 jährigen Kommandanten eine eingeschworene Mannschaft in welcher einer den Anderen mitzog.
Die U-Boot-Leute fühlten sich ja als Elite bei der Marine wie andere in den dunklen Uniformen bei der Wehrmacht oder Jagdflieger bei der Luftwaffe.
Gruß
Theo
Theo, was du erwähnst kann man meines Erachtens auch für das S-Bootswaffe behaupten. Die haben jedoch nicht ihrer Boote versenkt, in wie weit ich weiss.
Gruss,
Maurice
Hallo,
Es gibt aber vielleicht noch einen andere Aspekt dabei. Einige der Überwassereinheiten haben ja noch an den Evakuierungen über die Ostsee mitgewirkt, und das quasi bis zu letzten Minute. Zudem Zeitpunkt waren die meisten U-Boote schon versenkt, welche ja auch für solche Einsätze nur bedingt tauglich gewesen wären. Vielleicht auch ein Grund weshalb sich kein Zerstörer, T-Boot oder S-Boot selbstversenkt hat. Ferner haben S-Boote auch Besatzungen von selbstversenkten U-Booten beim ausbooten usw. unterstützt.
MfG
Frank
Hallo Frank,
vielleicht spielte es auch eine Rolle dass die Kommandanten und Offiziere weitsichtige waren ?
Diese hatten ja in der Regel das Ende des ersten Weltkrieges erlebt und waren politisch nicht so erzogen
wie di e meist jungen U-Boot- Kommandanten.
Weiterhin waren ja wohl in den Ungültigkeitsbefehlen zu ,,Regenbogen" Hinweise auf Sieger- Maßnahmen und ja
besonders auf die Möglichkeit bis zur letzten Minute an der Ostfront Menschen retten zu können.
Ich habe die Aufhebungsbefehle zu ,,Regenbogen" vor gut 25 Jahre gelesen, wenn man die hätte wüsste man
schon wieder viel mehr.
Gruß
Theo
Hallo,
Auch Kommandanten von U-Booten der Typen XXI und XXIII haben zum Teil weitsichtig gehandelt, indem beim versenken der Boote darauf geachtet wurden das sie zwar dem Zugriff durch den Gegner entzogen werden aber gleichzeitig eine spätere Bergung und Verwendung in einer "neuen" deutschen Marine möglich sind. Dieser Fall ist dann ja auch wenige Jahre später eingetreten.
MfG
Frank
Hallo Frank,
was genau meinst Du mit
Zitatindem beim versenken der Boote darauf geachtet wurden das sie zwar dem Zugriff durch den Gegner entzogen werden aber gleichzeitig eine spätere Bergung ..... möglich sind
Wie sieht denn so eine "schonende" Selbstversenkung aus? Wurden denn Boote mit verschlossenen Abteilungen versenkt? Oder bezog sich das auf die Stelle an der die Boote versenkt wurden?
Gruß
Sebastian
Hallo,
Der Versenkungsort spielt auch eine Rolle, z.b. die Wassertiefe oder Schiff-Fahrtswege. Aber natürlich auch die Art und Weise der Versenkung. Einige der älteren Boote wurden einfach gesprengt. Da wäre eine Wiederinstandsetzung logischer Weise schwierig. Man kann ein Boot aber auch einfach durch Fluten versenken. Dann ist das Boot zwar versenkt und voll mit Wasser, aber ansonsten unbeschädigt, so das eine eventuelle Instandsetzung nach einer Bergung viel einfacher ist. Das dauert zwar etwas länger als eine Sprengung, aber diese Zeit hatte man z.b. im Raum Kiel locker. Theoretisch lässt sich gerade ein U-Boot ja auch versenken ohne das Bootsinnere zu fluten. Ob das allerdings praktiziert wurde entzieht sich meiner Kenntnis.
MfG
Frank
Edit:R.F.
Zitat von: F.B. am 20 März 2012, 12:49:30
Hallo,
Es gibt aber vielleicht noch einen andere Aspekt dabei. Einige der Überwassereinheiten haben ja noch an den Evakuierungen über die Ostsee mitgewirkt, und das quasi bis zu letzten Minute. Zudem Zeitpunkt waren die meisten U-Boote schon versenkt, welche ja auch für solche Einsätze nur bedingt tauglich gewesen wären. Vielleicht auch ein Grund weshalb sich kein Zerstörer, T-Boot oder S-Boot selbstversenkt hat. Ferner haben S-Boote auch Besatzungen von selbstversenkten U-Booten beim ausbooten usw. unterstützt.
MfG
Frank
Stimmt grossenteils, aber man konnte sich dann fragen warum die S-Boote im Westen; 21 in Holland, 9 in Norwegen, 1 in Lorient, sich nicht selbstversenkt haben. (die übrige 44 lagen in Geltinger Bucht und waren teilweise beschäftigt gewesen mit die Evakuierung) Auch hatte das dort noch passieren können in ein 'Scapa Flow Style action'.. Es passierte aber nicht, nur die U-Boote taten das. Also, grundsatzlich ist etwas anderes damit. Was genau, ist die Frage.
In das Buch 'Gesunken und Verschollen, Menschen und Schiffsschicksale Ostsee 1945' von Wolfgang Müller und Reinhard Kramer wird geschrieben das es seit Kriegsbeginn ein ständige Dienstanweisung in Kraft war wonach jedes Kriegsschiff das in Feindeshanden zu fallen droht, zu vernichten sei. Diese Dienstanweisung wurde 1943 auch für U-Boote ergänzt. (warum erst dann?) Das wurde am 30 april 1945 bestätigt, auf das Stichwort Regenbogen. Das Stichwort blieb aber aus, aber viele Kommandanten haben doch ihrer Boote versenkt gegen die Befehlen und Bekantmachungen ein.
Sehe auch: http://www.kbismarck.com/u-boot/urainbow.htm Im Buch von W.Lüdde-Neurath konnte ich das Besuch der Kommandanten nicht finden. Ob die Mythos die der Auteur erwähnt auch stimmt, lass ich jeder für sich entscheiden. Ein aufmerksame Geschichte ist es aber sicher.
Gruss,
Maurice
Hallo,
beim Thema "Regenbogen " ist m.E vor allem eines unklar:
Wurde vor Beginn der Teilkapitulation ein entsprechender Befehl gefunkt und wurde er vor Inkraftreten der Teilkapitulation am 6.Mai 1945 8 Uhr widerrufen ?
Entsprechende Funksprüche als Dokument habe ich bisher nicht gesehen.
Weiterhelfen könnten dabei entschlüsselte Funksprüche in den DEFE Akten.
Zu betrachten ist dabei auch , wer hat wann an wen gefunkt.
Ich hänge einige Funksprüche aus ZTPG an und bitte um Erläuterung der möglichen Bedeutung.
Grüsse
Beate
In einem Zeitungsartikel des Hamburger Abendblatts von 2005 steht:
https://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article106989783/Die-Nacht-als-47-U-Boote-versanken.html
47 U-Boote wurden in jener Nacht von ihren Besatzungen selbst versenkt - gegen den Befehl der deutschen Seekriegsleitung, die am 3. Mai 1945 allen Einheiten der Kriegsmarine per Funkspruch noch befohlen hatte, "daß alle Selbstversenkungsaktionen zu unterbleiben haben, mit Rücksicht auf die Rückführung deutscher Soldaten und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten".
Das hier zitierte Dokument habe ich bislang nicht gefunden.
Dass die SKL keine Schiffe versenkt sehen wollte, die für Transportaufgaben nützlich waren,
zeigt sich in dem 2ten der von Beate geposteten Dokumenten. Diese Einschränkung von "Regenbogen" gab ja sehr vielen Befehlshabern (FdZ, FdS, Sicherungsdivisionen) die unerwartete Möglichkeit, von einem Befehl zur Selbstversenkung abzusehen.
Wenn Kampfschiffe am Ende eines Krieges, kurz vor der Kapitulation, in Feindeshände fallen, ist es im Grunde genommen ohne weitere Bedeutung, da die Auslieferung ja die eigene Kampfkraft nachhaltig nicht mehr schwächen kann. Sie ist ja bereits auf dem Nullpunkt.
Bei den Transportaufgaben denkt man natürlich sofort an die Evakuierung der sowjetisch besetzten Gebiete. Da haben bekanntlich auch Zerstörer, Schnellboote, Landungsschiffe und dergl. eine Menge beigetragen.