Hi,
ich habe hier gerade eine Schiffskartei liegen und sehe da z.B., dass ein Schiff über Winden mit einer Hebefähigkeit von 5to verfügt und über Ladebäume mit 20to Tragfähigkeit. Verstehe ich das richtig das die 5 to Winden über Seilzüge mit dem entsprechenden Ladebaum Lasten von 20to haben heben können?
Gruß
Dirk
So würde ich das auch verstehen. Ein Ladebaum kann mit maximal 20to belastet werden - entweder mit einer Winde (5to) mit Talje oder durch mehrere Winden, die an dem einen Ladebaum wirken.
Gruß
Jörn
Hallo Jörn,
vielen Dank. Kleine Zusatzfrage:
Wenn ich jetzt an einer Luke 2 Ladebäume a´5 to und einen a´ 20 to habe, bekomme ich dann damit auch eine Last (Hintergrund ist, dass ich schauen möchte welche Transporter bei Seelöwe Panzer hätten ausladen können) von 30 to in einen längsseits liegenden Prahm oder nur 25 to weil die zwei 5 to Ladebäume nur jeweils in eine Richtung geschwenkt werden können, oder gar nur 20 to weil ich eine Last nur an einem Ladebaum vernünftig handlen kann?
Konkretes Beispiel wäre der Dampfer H 20 = Kerguelen, Skizze in DDK S. 133. Es handelt sich hier um Luke 2 von 5 (werden die eigentlich vom Bug zum Heck nummeriert?)
Gruß
Dirk
moin,
meine Meinung: je mehr die Ladebäume zur Seite ausschwenken, desto mehr schwindet die Möglichkeit, eine Last mit 2 Ladebäumen zu handhaben (es kommt bzw. käme ja dazu, daß die Last nicht mehr senkrecht unter dem Ausleger hängt).
Eine denkbare Lösung des Problems gab es später in der sehr gut durchdachten Kombination der Schwergutladebäume der DDSG-Hansa-Schiffe (-"fels") in den 60er Jahren.
Gruß, Urs
Moin Urs,
Danke! Interpretiere ich Deine Aussage richtig, dass Du meinst, dass man mit 2 Ladebäumen (also 25to Last) es unter Schwierigkeiten hinbekommen könnte, mit 3 Ladebäumen (also 30 to), wenn überhaupt, dann nur mit extrem viel Übung?
Gruß
Dirk
moin, Dirk,
nee, nicht mit Übung !
Die einzige Möglichkeit, einen 20 to- und einen 5 to-Kran voll zu nutzen, besteht mE in einer Palette, auf der die fragliche 20 to + - Last steht und die es erlaubt, die Last so abzusenken, daß die tragenden Seile/Ketten an beiden Kränen immer vertikal sind.
Wenn die Kräne z.B. 10 m voneinander entfernt stünden und die um 10 m abzusenkende Last an einem "Holepunkt" hinge, ginge mE bereits aufgrund der Winkel zur Senkrechten soviel Hebekraft verloren, daß die Sache sinnlos wird. Erklärung ... hm ... HAROLD !!!
Gruß, Urs
hallo Dirk
in der Handelsschiffahrt gab es schwenkbare Ladebäume die mit einer 8 fach geschorenen Runner- Talje und 8fach geschorener Hangartalje
bis zu 180 to tragen konnte.
Das Ausschwingen erfogte mit 4 bis 6 fach geschorenen Stander Taljen..
Mit Doppelladebäumen d.h. einer steht über Deck/Luke und der andere nach Außenbords (über der Pier) konnten Lasten bis zu 3 to und
bei mehrfach geschorener Hangertalje auch 5 to gelöscht oder geladen werden.
Die seitliche Zugkraft auf die Bäume wurde mit Drahtstandern abgefangen.
Die Runner der Bäume wurden mit einem Herzstück zusammengeschäkelt und daran befand sich dann der Haken für die Last.
Der über der Luke stehende Baum hob die Last über Deckhöhe, dann wurde der nach außen stehende Baum gehievt und der über der
Ladeluke stehende Baum in solch einer Weise gefiert, daß die Last langsam nach Außenbords schwingt.
war dann die Last senkrecht unter dem Außenbaum wurde die Last abgesetzt indem man beide Bäume fierte.
(Hierzu hatte natürlich jeder Baum seine eigene Winde)
Das ganze Verfahren wurde von einem Mann (Lukenfiez) dirigiert, der mit beiden Händen den Windenmänner anzeigte ob sie hieven oder fieren
sollten.
Das Vulkangeschirr (V-förmiger Mast) (Reedereien Hansa, Leonhard Blumenberg) konnte je nach Ausführung bis zu 400 to heben.
Beim Außenbordsschwingen solcher Lasten mußte das Schiff gegengeflutet werden und beim extrem langsamen Absetzen mußte
die Gegenflutung wieder gelenzt werden.
Das Löschen ein solcher Gewichte konnte gut einen Tag und mehr dauern, da alles ungeheuerlich langsam vor sich gehen mußte
Die Berechnung der Zug- und Lastkräfte erfolgt einfache Kräfteparallelogramme.
Faustregel:
Hast du eine Winde mit einer Zugkraft von 5 to und benutzt du eine 4 fach geschorenen Runnertalje (Hebetalje) und einen für
solche Lasten ausgelegten Baum sowie eine entsprechende Hangertalje dann kannst du 20 to bei einer Auslage von max ca 45 Grad
heben.
Zum Ausschwingen benutzt du ebenfalls mehrfach geschorene Taljen wobei die holende Part ebenfalls über eine Winde laufen kann.
Ich hoffe, daß dies deine Frage beantwortet
viele Grüße
Hans
Hallo Urs,
Hallo Hans,
ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich das verstanden habe. Zunächst einmal bin ich froh, dass ich herausgefunden habe was eine Hangertalje ist. Das ist also (nach Entwurf und Einrichtung von Handelsschiffen vor dem 2. Weltkrieg von Heinrich Herner) die Talje die vom Mast zum Ladebaum führt und diesen anhebt. Soweit richtig? Ist die Runner-Talje dann die, die die Last selbst hebt, auch als Lasttalje bezeichnet?
Wie man mit einem Doppelladebaum auschwenkt meine ich jetzt auch verstanden zu haben. Ich bin mir aber in meinem konkreten Fall noch nicht ganz sicher wie das aussehen würde.
Nochmal die Ausgangslage: ich habe eine Luke mit 2 Winden mit jeweils 5 to Hebefähigkeit. Ferner ist an der Luke ein Doppelladebaum mit je 5 to Tragfähigkeit und gegenüber ein Ladebaum mit 20 to Tragfähigkeit.
Schon mit 4 fach geschorenen Runnertalje und einer Auslage von max ca 45 Grad bekomme ich also mit dem 20 to Ladebaum auch eine Last von 20 to hoch. Wenn ich eine 8fach geschorene Talje hätte, dann könnte ich eine größere Auslage erzielen. Soweit düfte das wohl noch stimmen?
Sehe ich das jetzt richtig, dass man mit Hilfe des Doppelladebaumes zwar größere Lasten anheben könnte, aber das man die dann nicht nach Außenbord geschwenkt bekommen hätte?
Soweit das stimmen sollte, kommen wir dann also zum Ausschwenken, der alleine mit dem 20 to Baum gehobenen Last. Kann das dieser Baum alleine, oder müßte der/die 5to Bäume helfen?
Da es hier ja um Ausladen in Prähme an freier Küste geht, stellt sich natürlich noch die Frage, bis zu welchen Seegang eine solche Last noch zu kontrollieren wäre und in wieweit dazu der Doppelbaum beitragen könnte. Ich habe einen Bericht über eine Ausladeübung eines Kraftwagentransportregiments, nachdem dort schwere LKWs (ich meine 6,5 to) im Hafen bei Seegang 0 entladen wurden, wobei die Last einfach durch Soldaten und Seile stabilisiert wurde. In diesem Bericht wurde schon bei diesen idealen Bedingungen von Schwierigkeiten gesprochen die Last zu kontrollieren. Habt ihr zu diesem Thema auch eine Meinung?
Vielen Dank nochmal. Ich hoffe, dass ich nicht zu großen Blödsin geschrieben habe. Für einen Laien ist, dass alles ja immer nicht leicht zu verstehen und einzuschätzen.
Viele Grüße
Dirk
Hallo Dirk (Bergedorf),
ich habe einige Zeichnungen und Beschreibungen der Takelung von Lademasten und Ladebäumen, sowie von Schwergut-Ladegeschirren bis 30 t und bis 60 t mit Beschreibung der Ladearbeit mit gekoppelten Ladebäumen.
Bei Interesse kurze PN mit Email-Adresse.
Hallo Georg,
danke, die Mail ist angekommen. Ich hoffe, dass ich morgen ein wenig Zeit habe mir das anzuschauen.
Gruß
Dirk
Hallo Dirk
anschließend ein ein link bei dem du die verschiedenen Arten von Ladebäumen bis
hin zum Vulkangeschirr erkennen kannst
sind drei Ladebäume an an einem Mast, so ist immer der mittlere ein schwenkbarer Schwergutbaum
www.ddghansa-shipsphotos.de/uhenfels300.htm#oben
Gruß
Hans
Hallo Bergedorf
Wenn du vor und hinter deiner Luke einen Schwergutbaum mit 20t haettest, koenntest du ueber eine Traverse mit beiden zusammen 40 t heben. Das sollte dann fuer den Panzer reichen. Auf dem Foto das ich gefunden habe hat das Schiff aber nur einen Mast zwichen den vorderen Luken und zwei Ladepfosten vor der Bruecke. Dann geht es nicht.
Hast du vielleicht eine Skizze von deinem Schiff?
Durchschwingbare Schwergutbaeume (Stuelken oder V-Masten) gibt es m.W. erst seit den 50ern. Das wird hier also nicht in Frage kommen.
Hier (S22) ist ein normales (nicht Schwergut) Geschiff fuer ein Liberty ship dargestellt:
http://hnsa.org/doc/merchant/deck/part2.htm
Und hier ein Victory-Schiff
http://www.lanevictory.org/laneVtour_mast_boom.php
Auf dem zweiten Bild von oben kannst du die Version mit 3 Baeumen (der mittlere senkrecht fuer Schwergut) sehen. Das ist eine Standardloesung und vermutlich auf deinem Schiff aehnlich
Schoene Gruesse aus Shanghai :MG:
Vielen Dank,
Eine Skizze befindet sich wie gesagt in Gröners: Die deutschen Kriegsschiffe, Band ? War das 7/I mit den genazen Transportdampfern, S. 133. Danach und nach den Angaben die ich aus der Kartei habe, steht an der Luke auf der einen Seite der 20 to Baum und auf der anderen der 5 to Doppelbaum
Gruß
Dirk
Hallo Dirk,
Den Groener habe ich leider nicht, aber ich habe im Internet Bilder gefunden: "Kerguelen", spaeter "Winrich von Kniprode".
Ich habe noch mal in meinem Handbuch fuer Seemannschaft nachgesehen:
Du kannst theoretisch die beiden leichten Baeume gekoppelt schwingen, dann koenntest du mit einer Traverse 10t heben. Oder 20t mit dem Schwergutbaum. Alles zusammen koppeln geht meiner Meinung nicht
Die Windenleistung ist in diesem Fall nicht so entscheidend. Wenn die nicht reicht kann man mit geeigneten Taljen die Hubkraft erhoehen. Wichtig ist die Auslegung des Geschirrs (Baum, Mast, Bloecke, usw.)
Dein Schiff kann meiner Meinung nach nicht mehr als 20 schwere Einzelgewichte laden.
Schoene Gruesse aus Shanghai :MG:
Ich glaub ja das die deutschen Marineoffiziere damal kompetent genug waren um die richtigen Schiffe / Ladeeinrichtungen für die richtige Ladung / Aufgabe zu wählen. :MLL: :MLL:
Hallo Shanghai,
vielen Dank! Damit habe ich dann eigentlich die Info, die ich haben wollte.
Gruß
Dirk
hallo , die Winde hat zwar nur eine tragkraft von 5 Tonnen , durch eine mehrfache Untersetzung von Seilblöcken kann man die genannte
Tragfähigkeit erhöhen , in diesem Fall auf 20 Tonnen . gruss Halina
Hallo Halina,
ja das hatte ich schon verstanden. Danke trotzdem.
Gruß
Dirk
Zitat von: Captain Hans am 11 April 2012, 00:35:36Vulkangeschirr (V-förmiger Mast) (Reedereien Hansa, Leonhard Blumenberg)
Was ist denn ein Vulkangeschirr? Das Stülckengeschirr der DDG Hansa ist ja bekannt, zu einem Vulkangeschirr hätte ich gerne mehr Infos.
Gruß
Piet
Was ist denn ein Vulkangeschirr? . Herr Strasser, Ihnen fehlt einfach die Fachkompetenz. Son Kaptein inne Karibik er weiß halt alles ( besser). Ist so wie das Kümo das wo er nach 1945 bei Sietas entstand ließ und nicht wie ich Drömmel dachte bei Nobiskrug inne Zwanziger. Also heißt das auch Vulkan-Geschirr und nicht Stülcken. Vielleicht kann Herr Kapitän Ihnen auch die betr. Internet-Seiten mitteilen. In meinem Fall war er ja so nett reichlich Links von Sicherheits- und Behördenvorschriften betr. Feuerschutz usw mir zugänglich zu machen. Was habe ich mich da geschämt! Da haben wir doch auf der Werft anne Elbe über 20 Jahre (!!!) Feuerschutztüren gebastelt ohne zu wissen das es dafür Vorschriften gibt. So entging uns auch die leckere Pferdewurst, wie wo es immer nache Feuerprobe bei die Feuerwehr in Altona gab. Also wird schon was ran sein am Vulkan-Geschirr. :ROFL:
Hallo Peter
tut mir leid es heißt natürlich Stülcken Geschirr und nicht Vulkan Geschirr. :O-_
da muß ich wohl was durcheinander bekommen haben :O-_ :O-_
viele Grüße
Hans
Alles klar,
ich mach nicht in Frachtschiffen, daher hätte es ja sein können...
Gruß
Piet