Ich bin neu im Forum und recherchiere in eigener Sache.
Vor einiger Zeit sind Briefe aus der Kriegszeit von meinem Vor mehr als 20 Jahren verstorbenen Vater (Jg.1922), aufgetaucht. Daraus geht hervor, dass er die Funkerausbildung in Beverloo bekam und danach in der Ägäis stationiert war.
Genaueres wird nur in einem einzigen Brief vom April 1943 erwähnt. Da schreibt er, dass. Auf Prahm 497 ist.
Am 6.11.43 wurde ihm das Kriegsabzeichen für Minensuchboot-,Jagd-und Sicherungsverbände, verliehen. Die Besitzurkunde ist von einem Vizeadmiral Langer unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt lag er aber schon an Ruhr erkrankt in einem Lazarett. Zuerst auf Kos, dann in Athen. Das Abzeichen wurde ihm ins Lazarett nachgeschickt.
Meine Frage an Euch: kann mir jemand mehr über den Einsatz von F 497 erzählen? Gibts vielleicht sogar ein Foto von diesem Boot?
Danke für alle Eure Bemühungen!
Hallo und Herzlich Willkommen! :O/Y
In unserem Historischen Marinearchiv haben wir leider noch keins:
--/>/> http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/landungsfahrzeuge/marinefaehrprahm/ausgabe.php?where_value=122
Auch wir sind an Unterlagen immer sehr interessiert! :MZ:
Hier aber immerhin ein Foto mit zwei Schwesternbooten: "Tynos"/"F 494" und "Naxos"/"F 495":
http://historisches-marinearchiv.de/ablage/bilder/MFP_F_495_308_494_370.jpg
Hallo Nichtschwimmer,
ich kann mal das KTB der 5. L-Fl. durchschauen, ob da etwas evtl. für die Zeit im Schwarzen Meer zu finden ist.
:MG:
Darius
Danke für die wirklich interessanten Infos. Ich hab nun auch noch ein paar Fakten die ich liefern kann. Ich habe durch die wenigen Feldpostnummern die ich von meinem Vater kenne (die Kuverts sind leider nicht mehr vorhanden)
folgendes herausgefunden:
März 42: 3.Flottillen Stammabteilung Ostende,
April 42: Marine Stammregiment Beverloo,
April 43: 5.Landungs Flottille (damals in Varna),
Juni 43: Admiralität Ägäis.
Spätere Feldpostnummern sind leider nicht mehr vorhanden.
Schön langsam kommt auch immer mehr in meiner Erinnerung hoch, was mir mein Vater in meiner Kindheit so alles erzählt hat.
1. Das Boot das sie übernommen haben (Prahm 497) war neu - stimmt zeitlich mit den Feldpostnummern und es Marinearchiv überein
2. Sie wurden mit 4 Uniformen ausgestattet. 2 blaue für an Bord, eine weisse Ausgehuniform und eine kakibraune Uniform (oder wie mein Vater sagte "Afrikahemd")
3. Sie hatten an Bord echte Porzellangeschirr (hat er öfters erwähnt, war wahrscheinlich nicht selbstverständlich)
4. Er hat mir auch erzählt das neue Boot wurde entmagnetisiert bevor sie damit wegfuhren - was immer das ist....
Und jetzt kommen 2 Ungereimtheiten die nicht mit dem Marinearchiv übereinstimmen:
Er meinte sie hätten im Verband Wasserbomben auf ein brit. U-Boot geworfen und dieses vermutlich auch versenkt. Zumindest wäre nach seinen Erzählungen ein riesiger Ölfleck auf der Wasseroberfläche aufgetaucht.
Außerdem erzählte er mir immer der Prahm wäre mit BMW Flugzeugmotoren ausgerüstet gewesen???
Laut Marineachiv sollten es ja Dieselmotoren gewesen sein???
Danke jedenfalls für die Infos - vielleicht wisst Ihr ja auch dazu noch Interessantes berichten!
NACHTRAG
Das mir das nicht gleich eingefallen ist!
Mein Vater hat mir seine Kriegserlebnisse erzählt, da war ich so 8-10 Jahre alt. Das war so Anfang/Mitte 70er. Ja,ja man wird alt! Danach hat's mich nicht mehr interessiert und wie ich dann 25 war, war er schon verstorben.
Eine seiner Geschichten war, dass das Boot (Prahm 497) beschädigt wurde . Das Leck haben sie mit Segeltuch abgedichtet. Repariert wurde es schließlich indem das Loch mit Beton ausgegossen wurde.
Um mich nicht ganz zu blamieren hab ich im Marinearchiv nachgschaut. Da steht F497 wäre am 17.9.43 durch Beschuss beschädigt worden. Da war mein Vater definitiv an Bord. Eigentlich kann es sich nur darum gehandelt haben.
War das Ausbessern mit Beton eine gängige Reparaturpraxis?
Zitat... der Prahm wäre mit BMW Flugzeugmotoren ausgerüstet gewesen
... das klingt nun eher nach ner Siebelfähre ...
ZitatWar das Ausbessern mit Beton eine gängige Reparaturpraxis?
... durchaus, besonders wenn´s schnell gehen musste ...
Ich hab noch 2 Fotos gefunden. Ich weiss nicht genau wann und wo diese Bilder aufgenommen wurden.
Zum ersten Bild: man sieht ja nicht sehr viel vom Boot, aber könnte das Prahm 497 sein?
Zum zweiten Bild: eine Weihnachtsfeier - ist das im Inneren eines Bootes aufgenommen, oder irgendwo in einem Lokal.....?
Wenn ich mir das Foto der Weihnachtsfeier so ansehe, dann sehe ich da keinen einzigen "deutschen Helden" sondern lauter junge Burschen von denen keiner wirklich glücklich aussieht.
Liebe Grüße
Hallo Nichtschwimmer,
ich habe hier paar Notizen zu F 497 aus dem KTB 5. L-Flottille (sind teilw. auch in der Datenbank aufgeführt) - u.a. ein Hinweis auf das Entmagnetisieren:
24.05.1943 F 497 auf Koralowagwerft mit Einbau Laderampe begonnen.
27.05.1943 Mit Funkspruch Gruppe Süd 11137 Org. wird befohlen, dass 5. L-Flottille 4 MFP an Ägäis abgeben soll. Es werden hierfür bestimmt: die beiden letzten in Varna Indienstgestellt F 495, F 496 sowie die demnächst in Varna fertig werdenden F 494 und F 497. Von der Abgabe der in Konstanza befindlichen F 418, F 419 wird abgesehen, da beide bereits für eine Sonderaufgabe in der Kertsch Straße vorgesehen sind.
F 495, F 496 gehen in die Werft zum befohlenen Umbau. Bei F 494, F 497 wird Umbau zugleich mit der Fertigstellung ausgeführt.
Am 09.06.1943 sollen alle 4 Boote klar zum Auslaufen nach Konstanza sein, wo Entmagnetisieren und Kompensieren erfolgen soll.
31.05.1943 F 494, F 497 in der Koralowagwerft mit dem Umbau zur Überführung begonnen.
09.06.1943 Varna: F 494, F 497 Tarnumbau Korallowagwerft beendet.
11.06.1943 F 494, F 495, F 496, F 497 in Varna auslaufbereit zur Abgabe an Ägäis.
12.06.1943 F 494, F 495, F 496, F 497 (Naxos, Tynos, Paros, Andros) in Konstanza ein.
:MG:
Darius