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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: freestyler am 18 September 2012, 02:23:10

Titel: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: freestyler am 18 September 2012, 02:23:10
Guten Abend zusammen,

ich bin auf der Suche nach Info's zu meinem ersten Opa.
Heinz Wittkus (dt.) oder Vitkus (litauisch) geboren 01.04.1918 in Memeln.
Angeblich Funker.

Eine Anfrage bei der Wast hat unter beiden Namen keinerlei Ergenbis erzielt außer das er 1950 als Kriegsvermisst gemeldet und angegeben wurde das er die letzten Nachricht als Angehöriger der 18. U-Flotte gegeben hat. Er wurde dann nachträglich zum 31.12.1945 für Tod erklärt.

Wie ich bisher recherchieren konnte (marinepage.de, u-boat.net, forum-der-wehrmacht & wikipedia) waren folgenden U-Boote in der 18. Flottile:

U-A eigtl. für die Türkische Marine gebaut aber dann wegen Eigenbedarf einbehalten. War des erfolgreichste Ausländische U-Boot. Im Mai '45 ausserdienst gestellt und versenkt/abgefragt in Kiel.
UD-4 ein holländisches U-Boot. 1941 in Dt. Besitz. Im März 1945 ausgemustert. Im Mai versenkt/abgefrackt in Kiel.
U-1161 aus Italien kommen nach deren Kapitulation. Versenkt/abgefrackt am 4 Mai '45 in der Kupfermühlen Bucht/Flensburg
U-1162 gleich wie beu U-1162 bloß am 5. Mai versenkt/abgefrackt.
U-1008 war ein Erprobungsboot was neue Technik testen sollte wurde zweimal getroffen und musste später vor der Insel Hjelm/Dänemark versenkt werden. Alle 44 Mann überlebten.

Desweiteren existierte die 18. Flottile eigtl. nur für 3 Monate Januar bis Februar 1945 offiziell als Trainingsflotte. War aber im Kampf in der Baltischen See. Keines der Boote ist gesunken oder hat eigtl. Männer verloren.

Sind meien Infos soweit richtig oder hat noch jemand etwas hinzuzufügen?
Frage ist wo ist der Opa abgeblieben..? :?
Also eigt. war er Funker auf dem U-Boot. Eine andere Aussage meiner Oma war das sie Ihn das letzte Mal in Berlin gesehen hätte.
Eine früher Anfrage beim DRK brachte bloß die wage Vermutung er sei bei den Endkämpfen um Berlin gefallen.
Irgendwie passt das nicht aber mein Oma war eben auf der Flucht wie viel da im Nachinein richtig erzählt wurde kann man natürlich nicht sagen.
In den Kriegswirren da komm man durcheinander.

Naja vielleicht kann der eine oder andere helfen oder hat noch eine Idee?!

P.S.: Heute Nacht kam eine Dokumentation über Kriegskinder (Erwachsen werden ohne Vater). War ein bsp. dabei bei wo der Vater sogar die Seelöwer Höhen überlebt hat und sich bei seiner eigtl. Familie nie wieder gemeldet hat stattdessen '46 eine neue Familie gegründet hat diese aber auch wieder verlassen hat um als Alleinstehender in West Berlin zu leben wärend die Tochter in Ostberlin gewartet hat. Würde mich nicht wundern wenn es noch mehr solcher Schicksale gibt. Man kann den Krieg körperlich überleben aber nicht geistig und seelisch.

Danke vorab für alle Infos und sonstiges.
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: Arche am 20 September 2012, 18:23:57
Hallo!

Es gab tatsächlich Soldaten, die nicht zurück zur Familie gingen. Mit neuen Namen wurde ein neues Leben begonnen. Ich kenne den Fall eines U-Boot-Koches, der als Volksdeutscher in der Kriegsmarine diente und 1944 in Frankreich in Kriegsgefangenschaft geriet. Die Familie flüchtete damals ins Ruhrgebiet. Er flüchtete im August 45 aus der KG und ging in seine polnische Heimat zurück, wo er seinen polnischen Namen wieder annahm. Er wurde 1950 für tot erklärt, damit seine Familie Versorgungsansprüche (3 kleine Kinder) erhielt. In Polen baute er ein neues Leben auf.
Hier wäre also eine Klärung in Litauen nötig.

Nicht alle Angehörigen der 18.Uflt hatten Bordkommandos. Mir ist im Moment nicht klar, welche Alarmeinheiten von Kiel eventuell noch nach Berlin geschickt wurden oder besser in Richtung Berlin, da ja die Stadt im April 45 eingeschlossen wurde.

Sollte der Großvater auf Hela geblieben sein und hat die Reise nach Kiel nicht mitgemacht, musste er dort auf Hela weiterkämpfen. Hier sind viele Angehörige der Kriegsmarine noch bis Mai 45 gefallen oder werden bis heute vermisst.

Kannst Du uns sagen, welche Stammrollennummer der Großvater hatte oder wann er in die Kriegsmarine eingetreten ist?

Es ist auch möglich, dass man ihn als "erfahrenen Funker" nach MNO Bernau kommandierte. Hier sind mir ebgenfalls Einzelfälle bekannt. Diese Soldaten sind dann oft in Berlin geblieben und haben den Abzug der MNO nach Flensburg nicht mitgemacht. Alle mir bekannten Soldaten sind in Berlin gefallen. In Berlin-Moabit gibt es ein Friedhof mit ca.10 gefallenen Marinesoldaten. Nur zwei sind namentlich bekannt.

Gruß

Heinz-Jürgen
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: freestyler am 22 September 2012, 14:13:13
Danke schonmal für die Info's.

Was darf ich mir den unter einer Stammrollennummer vorstellen..?
Etwa wie eine Feldpostnr.?
Und wo war diese verzeichnet bzw. wo kann ich die rauslesen?

Ich glaube mit Unterlagen (Briefe, Fotos usw.) sieht es schlecht aus.

Ich bin verwundert das die Wast keine Akte hat. Den schließlich war er 1945 schon 27 und sollte eigtl. ja eine akte haben. Schließlich wird man Funker ja auch nicht von heut auf morgen.
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: Arche am 23 September 2012, 00:17:00
Ein großer Teil der Akten wurde bei einem Luftangriff auf Berlin zerstört. Bei einem Teil wurde dann wieder versucht neue Akten anzulegen. Manchmal gab es aber nur ein Schnipsel und da stand dann zum Beispiel eine Meldung, dass jemand zur 18.Uflt kommandiert wurde. Eventuelle weitere Kommandierung zum Ende des Krieges haben die WASt nicht mehr erreicht.
Zur Stammrollennummer - als Beispiel
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?threadid=18185&sid=9fdd8b0d20825f30dbd826a65bc36375

Gruß
Heinz-Jürgen
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: freestyler am 01 September 2014, 15:16:16
Ich wollte das Thema gerne nochmal angehen.
Hat jemand weitere Ideen für mich?
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: Trimmer am 01 September 2014, 17:07:58
Hallo freestyler - ich denke das Du mit Deinen wenigen Angaben kaum weiter kommst. Der Möglichkeiten gibt es da zu viele. Ich denke hier z.B. an die sogenannte " Dönitzspende " - Marinesoldaten für den " Endkampf Berlin " oder an die 1. und 3. Marine Inf. Division zwischen Weichsel und Elbe oder an Marinesoldaten welche bei Oranienburg gefallen sind.
Das sind jetzt mal nur noch Ergänzungen zu der Antwort von Heinz- Jürgen - Arche -
Weiter müßte geklärt werden - kaum möglich - ob die gesuchte Person zum Schluß gar nicht mehr zur Marine gehörte sondern in eine Heereseinheit oder der Waffen-SS eingegliedert wurde und in einem Massengrab als " Unbekannt " liegt. Die "deutsche Ordnung " hatte sich doch Ende 44 - Anfang 1945 längst erledigt d.h.auch Meldungen an die WASt

Gruß - Achim - Trimmer 
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: freestyler am 03 September 2014, 01:56:52
Würde evtl. eine Anfrage an das Amtsgericht das Ihn am 20.11.1952 nachträglich für Tod erklärte weitere Informationen zu Tage fördern?

Diese Informationen kommen ja von Der Wast somit ist er denen nur durch die Registrierung 1950 bekannt?

Habt Ihr Erfahrungen mit den Engländern zwecks Kriegsgefangenen Informationen (http://www.nationalarchives.gov.uk/records/research-guides/pow-displaced-persons.htm)
Ein paar der Kommandaten sind in Kriegsgefangenschaft gekommen nur einer nachweislich bei den Engländern?

Ich habe außerdem noch einen Volksbund Mitarbeiter in Russland an der Hand den ich im letzten Jahr traf der Zugriff auf neue Gefangenenlisten hätte die erst in den letzten Jahren freigegeben wurden.

Die Hoffnung stirbt gekanntlich zu letzt ;)
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: Trimmer am 03 September 2014, 12:14:04
Hallo freestyler - soweit mir bekannt ist erfolgte die Todeserklärung durch ein Amtsgericht nur nach Antrag d.h. das Amtsgericht von sich aus erklärt eine Person nicht für Tod. Wäre also zu klären wer den Antrag gestellt hat und ob es da Dokumente/ Belege gab.
Ich habe schon öfters einfach mal einfach die Botschaft des betreffenden Landes angeschrieben und nachgefragt wie, wo, wer usw. Meist bekommt man eine vernünftige Auskunft.
Wie Du natürlich jetzt auf die Gefangenlisten der Russen kommst  ist mir etwas schleierhaft wen die gesuchte Person gefallen sein sollte.

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: freestyler am 04 September 2014, 15:58:32
Hallo Achim,

ich werde mal beim Amtsgericht nach Akteneinsicht fragen.

Es ist nicht bekannt ob er wirklich gefallen ist.

Auf die Engländer komme ich in dem Fall das er die letzten Tage im "Stützpunkt" war. Einer der Kommandaten ist ja nachweislich bei den Engländern in Kriegsgefangenschaft gewesen.

Auf die Russen komme ich deswegen sollte er in der Dönitz Spende gewesen sein könnte er ziemlich sicher auch den Russen in die Hände gefallen sein oder sehe ich das falsch?
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: Trimmer am 04 September 2014, 16:17:06
Hallo freestyler - ok - die Engländer haben auch Kriegsgefangene an die Russen ausgeliefert -In sofern wäre es eine Möglichkeit. Ja und dann würde ich wirklich erst mal klären wie es zu der Todeserklärung gekommen ist. Muß ja irgend wer gestellt haben

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Info's zur 18. U-Boot Flottile gesucht bzw. Verwandter gesucht
Beitrag von: RUDIGERA am 04 September 2014, 23:33:26
Hallo freestyler!

Ich kann dir leider nicht wirklich weiterhelfen,aber ich bin bei meinen Recherchen bezüglich der Dienstzeit meines Vaters in der 19. ,22. u.27. U-Flottille auch auf eine Menge Ungereimtheiten und noch mehr Fragen gestoßen. Bei der WASt sind anscheinend die Unterlagen über genau diese Zeit/Einheiten verloren gegangen.
Interessant ist, dass auch mein Vater angeblich in englischer Kriegsgefangenschaft oder Internierung war - keine Aufzeichnungen bis dato...-und laut anderen Dokumenten 1946 in Salzburg aus der "German Navy" entlassen wurde.
Übrigens war auch er Funker mit Erfahrung...Zufall??

Gruß Gera  :MG: