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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - U-Boote => Thema gestartet von: Albatros am 13 Oktober 2012, 20:55:23

Titel: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 13 Oktober 2012, 20:55:23

Kuba-Krise, 13 Tage am Rande eines Nuklearkrieges

Der russische U-Boot-Offizier Wassili Archipow verhinderte den Start eines Atomtorpedos - und so den Krieg. 

http://diepresse.com/home/politik/zeitgeschichte/1300981/Der-wahre-Held-der-Kubakrise?_vl_backlink=/home/politik/zeitgeschichte/index.do

http://www.main-netz.de/nachrichten/politik/politik/art4204,2317011

:MG:

Manfred


Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Kaschube_29 am 14 Oktober 2012, 20:53:43
Moin Manfred,

zu den Aktivitäten der russischen Unterseeboote der "Foxtrot"-Klasse im Rahmen der Kuba-Krise 1962 (firmiert in Rußland unter dem Begriff "Karibikkrise" ["Карибский кризис"]) urden in der Russischen Föderation nach der Perestrojka viele Meldungen veröffentlicht.

Aus der russischen (fast täglich erscheinenden) Armeezeitung ,,Krasnaya Zvezda" (,,Kрасная Звезда"),
der russischen (monatlich erscheinenden) Marinezeitschrift ,,Morskoy Sbornik" (,,Морской Сборник") und einigen seit 1994 in Rußland erschienen (und von mir erworbenen) russischsprachigen Marinebüchern habe ich in den vergangenen Jahren einmal die russischen Darstellungen zu den Aktivitäten der russischen Unterwasserflotte gesammelt.

Eine von mir gefertigte deutschsprachige Übersetzung/Auswertung dieser (teilweise recht unkritischen) russischen Darstellungen habe ich diesem Beitrag in einer elfseitigen Datei angehängt.

Im Nachhinein betrachtet ist es fast ein Wunder, dass es durch die russischen dieselgetriebenen Unterseeboote, die jeweils einen Torpedo mit Kernsprengladung mitführten (was die Amerikaner seinerzeit nicht vermuteten), nicht zu einem atomaren Schlagabtausch auf See kam.

Einen schönen Abend wünscht

Kaschube_29
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: olpe am 14 Oktober 2012, 21:49:03
Hallo,
@Kaschube_29 ... top ... für die Ausarbeitung ...

Hier noch einige Ergänzungen über Vasili Alexandrovich Arkhipov incl. Bilder:
Der Lebenslauf und die Ereignisse mit K-19 sowie während der Kuba-Krise sind in kurzer und prägnanter Form dargstellt.
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 15 Oktober 2012, 08:45:16
Ja, Archipow war ein ruhiger und sachlicher Offizier. Vor allen Dingen, und das kann Olaf sicher auch bestätigen, ein bescheidener. Ich seh ihn noch vor mir, wie er die Formationen abging oder uns begrüßte. Oder wenn wir an der Bierbude standen und er vorbeiging, überhaupt nicht Admiral und Chef, sonder normaler Bürger. Von seinem Leben haben wir erst nach der Wende erfahren, auch wenn er schon damals, bzw einige Offiziere in Baku, mal so nebenbei von seinem Leben berichtet haben. In den neunziger Jahren hat er für sein damaliges Verhalten an Bord eine italienische Auszeichnung erhalten.
Warum allerdings einige Zeitschriften, so auch "TV - Sehen und Hören" 36/12, berichten, er sei 2. Offizier gewesen, ist mir unklar.
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 15 Oktober 2012, 16:41:06
Hallo Kaschube_29

ganz großen Dank das Du uns Deine Übersetzung/Auswertung der Ereignisse hier zur Verfügung gestellt hast.
Unglaublich was die Besatzungen der U-boote ertragen mussten und die Welt war wohl nie so nahe an einem Atomkrieg gewesen wie zu dieser Zeit der Kubakrise.

Auch ist es interessant zu erfahren das es hier Mitglieder im Forum gibt die den Konteradmiral Archipov persönlich kennen gelernt haben.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: olpe am 15 Oktober 2012, 21:11:13
Zitat von: der erste am 15 Oktober 2012, 08:45:16
Ja, Archipow war ein ruhiger und sachlicher Offizier. Vor allen Dingen, und das kann Olaf sicher auch bestätigen, ein bescheidener. Ich seh ihn noch vor mir, wie er die Formationen abging oder uns begrüßte.
Hallo,
jo, da kann ich Hogo (@ der erste) nur zustimmen ...
Ein - wenn auch kleines - --/>/> Bild von Konteradmiral Archipov (http://www.kirovzi.de/Allgemein/postroenie.jpg) vor der angetretenen Gruppe der Volksmarinekursanten (Offiziersschüler) an der Kaspischen Höheren Schule der Seestreitkräfte in Baku um 1980 ...
(kleines Kuriosum mit Schmunzeleffekt: die Flagge hängt so, als ob es sich um die der Bundesrepublik handelt ... der s.g. "Werkzeugkasten", Hammer-Zirkel-Ährenkranz, ist nicht zu erkennen ... ein frühes Ohmen auf spätere Entwicklungen ... ?  :-D)
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 15 Oktober 2012, 21:23:02
Ist zwar die Bildzeitung aber es geht hier um die Fotostrecke zu Wassili Archipow

http://www.bild.de/news/inland/kalter-krieg/fg-archipow-25550928,cid=25553338.bild.html#

:MG:

Manfred
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: olpe am 15 Oktober 2012, 21:30:38
Zitat von: Albatros am 15 Oktober 2012, 21:23:02
Ist zwar die Bildzeitung aber es geht hier um die Fotostrecke zu Wassili Archipow
Hallo,
...  top :MG: ... besten Dank, Manfred ... schöne Bilder ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: olpe am 15 Oktober 2012, 21:35:58
Zitat von: der erste am 15 Oktober 2012, 08:45:16
Oder wenn wir an der Bierbude standen und er vorbeiging, überhaupt nicht Admiral und Chef, sonder normaler Bürger.
Hallo,
...  :-D :-D ... Diese Szene muss man sich jetzt mal richtig auf der Zunge zergehen lassen: vor dem Haupteingang der o.g. Marineschule stand eine recht schäbige Bierbude ... die einzige Tränke weit und breit ... sonst kaum durstige Typen vor dem Tresen ... das Bier schmeckte scheußlich ... Aber: zur 'Landgangszeit' meist eine kleine Traube von german seamen von der anderen Feldpostnummer in Zivil vor der Hütte ... Bierbämbel in der Kralle, lustige Gesichter, nette Unterhaltung, Gelächter ... Dieser Anblick war sprichwörtlich ... Und dann geht - in Uniform - der Schulchef höchstpersönlich an der Lasterhöhle vorbei ...
Nun muß Hogo weiterhelfen ... mir ist nicht bekannt, ob Konteradmiral Archipov, später Vizeadmiral - vielleicht noch freundlich lächelnd - sich die Szene reingezogen hat ... bierschlürfende deutsche Kursanten vor seiner Schule ...!  :-D :-D
Der Betreiber der Bierbude nannte sich übrigens 'Borja' ... jeder kannte ihn, ein Wahrzeichen dieses Vorortes von Baku und aller Marineleute dort ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 15 Oktober 2012, 22:00:15
Und vor allem bei jedem Wetter. Archipov ließ überhaupt nicht den Chef raushängen, er grinste immer nur. Andere Offiziere übrigens auch nicht, wenn sie mit uns zusammen da rumhingen, bzw. hinten bei Borja in der Hütte saßen und bei kaltem Wetter angewärmtes Bier aus dem Teekessel tranken. Aber sowie man durch den KDL war, mußte man schon mit einer Taschenkontrolle rechnen.
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Ferenc am 16 Oktober 2012, 00:26:43
Naja,
alte Osterfahrene, wenn man so liest.
Bitte mehr, bitte genauer, Bin zu jung, bin ein Ösi, aber diese Geschichten sind schon interessant. Der Mensch Archipow ist mir unbekannt, aber sicher sehr bemerkenswert.
Wenns diesen Krieg gegeben hätte, wäre ich nicht oder nur atomar mutantiert auf der Welt. Dewegen bin ich ausgesprochen dankbar, das es Menschen wie Archipow gegeben hat.
Grüße
Ferenc
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: hillus am 16 Oktober 2012, 14:35:25
Moin,

das ist wieder einmal eine interessante Seite und sie trifft genau meine Linie der Kommandeure in der ehemaligen sowjetischen Seekriegsflotte.

Die Biographie von Wasilij Alexandrowitsch Archipow
(nur der militärische Werdegang!)

- 195? bis 03.1958 Kommandant S-150 Projekt 613 (WHISKEY-Klasse)
- Sommer 1961 Teilnahme an Fernfahrt K-19 Projekt 658 (HOTEL-Klasse) als Fregattenkapitän und Doubler-Kommandant gemeinsam mit dem Kommandanten Fregattenkapitän N.W. Satejew. Am 03.07.1961 schwere Reaktorhavarie mit 6 Toten, später starben noch zwei Besatzungsmitglieder. Im Schlepp auf die Reede der Sapadnaja Liza Bucht. 07.1961 bis 12.1961 sechs Monate zur Deaktivierung
der Radioaktivität am dortigen Platz.
- 12.1961 bis 11.1964 Chef des Stabes der 69. Brigade der 4. Rotbannereskadra
- 12.1961 bis 01.1963 Chef des Stabes der 69. Brigade der 20. Eskadra, der extra zur Kuba-Krise gebildeten Eskadra.
- 11.1964 bis 11.1967 Brigadechef der 69. Brigade der 4. Rotbannereskadra
- 01.1968 bis 1971 Chef des Stabes der 37. Rotbannerdivision der Baltischen Flotte
- 1971 bis 11.1975 Divisionschef der 37. Rotbannerdivision der Baltischen Flotte
- 12.1975 bis 09.1985 Kommandeur der Höheren Seeoffiziersschule "imeni S.M. KIROW" in Baku
- 1973? Konteradmiral
  10.02.1981 Vizeadmiral

P.S. Anmerkung
In meinem Buch "Schiffe in diplomatischer Mission" S. 30 wird diese Operation von mir erwähnt, wobei die vier FOXTROT-Boote in keinen kubanischen Hafen einliefen, obwohl auch Cienfuegos angegeben wurde. Das ist aber nicht richtig, wie ich heute weiß!

Das U-Boot B-75 der ZULU II-Klasse unter dem Kommando von Fregattenkapitän Nikolaj Iwanowitsch Natnenkow war ab 01.07.1962 in der 69. Brigade, in die es aus der 161. Brigade abgestellt wurde. Im Dezember 1962 verlegte es wieder zurück in diese Brigade.

Interessant ist nun hinzufügend an den Artikel von Kaschube_29:
Am 29.08.1962 auslaufend aus Poljarnyj und bis 10.1962 Aufklä-
rung für die U-Boote der 69.Brigade während der Kuba-Krise im Bereich der US-Küste und Guantanamo. Am 10.11.1962 wieder eintreffend in Poljarnyj.

Grüße aus Braunschweig

hillus

Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Urs Heßling am 16 Oktober 2012, 15:11:34
moin,

Zitat von: hillus am 16 Oktober 2012, 14:35:25
...
- Sommer 1961 Teilnahme an Fernfahrt K-19 Projekt 658 (HOTEL-Klasse) als Fregattenkapitän ...
- 12.1961 bis 11.1964 Chef des Stabes der 69. Brigade der 4. Rotbannereskadra
- 12.1961 bis 01.1963 Chef des Stabes der 69. Brigade der 20. Eskadra, der extra zur Kuba-Krise gebildeten Eskadra.

das paßt aber nicht mit der a.a.O. angegebenen Information "Erster Offizier" oder "Second-in-Command" zusammen. Deinen Angaben nach wäre er als Vorgesetzter des Kommandanten an Bord gewesen.
Hat da evt. jemand wieder "Second-in-Command" mit "Kapitän 2. Ranges" verwechselt ?

@ der erste: ach ja, by the way, da uns Bundesmarinern immer die Abkürzitis vorgeworfen wurde ... eine Frage: was heißt "KDL" ?

Gruß, Urs
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 16 Oktober 2012, 16:27:41
KDL-Kontrolldurchlass= Wache= TKP= Torkontrollpunkt
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 16 Oktober 2012, 16:35:23
Nochmal zu den Unterstellungsverhältnis. Archipov war Chef des Stabes der Brigade. Vorgesetzter des Kommandanten war aber der Brigadechef, der sicherlich auf einem anderen Boot mit dabei war(?). Auf alle Fälle oblag die Kommandogewalt auf dem Boot beim Kommandanten. Der SCH hätte nur Rat geben können. Hätte er einen Befehl erteilt, hätte in die Schiffsführung eingegriffen, wäre ihm sofort die Schiffsführung übertragen worden und er stände dann in der Verantwortung. So war das auch bei uns.
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: hillus am 16 Oktober 2012, 18:53:23
Hallo Urs,

ich glaube, da geht etwas durcheinander. Bei seiner Mitfahrt bei K-19 hatte Archipow den Dienstgrad FREGATTENKAPITÄN, wie geschrieben, und war entsprechend der aufgeführten Dienstzeiten noch kein Stabsoffizier. Er war auch nicht SECOND IN COMMAND, sondern bei größeren Fernfahrten wurde zur Entlastung des Kommandanten ein sogenannter DOUBLER mitgenommen bzw. sogar eine 2. Besatzung. Das war sehr oft so. Dieser DOUBLER übernahm dann die Aufgaben des Kommandanten, nicht wie üblich der 1.WO. Im Russischen war das also doch etwas anders.

Was Der Erste schreibt, steht hier doch gar nicht zur Debatte. Das gilt, und so schreibt er es auch, nur wenn ein entsprechender Vorgesetzter der Fahrt dabei war. Das konnten Stabsoffiziere, entsprechende Kommandeure des U-Bootverbandes sein, aber auch Kommandanten anderer U-Boote des gleichen Typs bis hin zum Verteidigungsminister und anderer hoher Militärs.
Das Einmischen in die Angelegenheiten des Kommandanten führte bei den Russen zu mehreren fatalen U-Boot-Katastrophen, so z.B.

B-3 Typ BARS
25.07.1935. Nach Kollision mit dem Schlachtschiff MARAT während des Manövers der Baltischen Flotte im Finnischen Meerbusen untergegangen.
Eine Untersuchungskommission stellte fest:
Die Kollision mit dem Linienschiff MARAT muss vom heutigen Stand der Forschungen dem Volkskommissar für die Verteidigung Woroschilow angelastet werden, der sich auf der Brücke des Schlachtschiffs in die Schiffsführung einmischte und es dadurch zu irritierenden Kommandos kam. Die B-3 sank mit der gesamten Besatzung und den ein Praktikum ableistenden Kursanten. Es starben 55 Mann. Die Verantwortung für den tragischen Vorfall übernahm der damalige Chef des Stabes der Baltischen Flotte I. S. Isakow. Am 4. August erfolgte in Kronstadt die feierliche Beisetzung der verstorbenen U-Bootfahrer in Anwesenheit des stellvertretenden Volkskommissars für Verteidigung M. N. Tuchatschewskij, dem Chef der Marinekräfte der Roten Arbeiter- und Bauernarmee W. M. Orlow und dem Befehlshaber der Baltischen Flotte L. M. Galler.

oder:

K-122 Projekt 659T NATO CODE ECHO I
Während des autonomen Marsches zum Manöver OZEAN im Mai 1970 kam es durch angeblichen Kommandantenfehler zur schweren Havarie auf K-122. Im Ergebnis der von Admiral N.N. Amelko geführten Untersuchungskommission wurde der Kommandant Fregattenkapitän W. F. Kopjow abgelöst. Er war das Bauenopfer für Kapitän zur See L. F. Sutschkow, dem Vorgesetzten der Fahrt, der massiv in die Handlungen des Kommandnten eingegriffen hatte.
Kapitän zur See Sutschkow soll nach A. F. Kopjow in ,,Nemnogo o podwodnom flote i ego ljudjach" noch bis 14.07.1973 Stellvertreter des Divisionschefs der 26. Division gewesen sein und wurde dann nach der Havarie auf K-56 seines Postens enthoben.

und noch einen:

K-94 Projekt 675 NATO Code ECHO II
Kapitän zur See Ju. A. Samojlow wurde 1973 Kommandant des sich in der Überholung befindlichen K-94. Ohne je mit dem Boot praktische Erfahrungen auf See gesammelt zu haben, besuchte er ab 1974 die Seekriegsakademie und wurde nach deren Beendigung Chef des Stabes der 26. Division und ab 1981 Divisionschef. Seine Unerfahrenheit im praktischen Gefechtsdienst wurde K-45 unter Fregattenkapitän A. W. Konjew und seiner Besatzung fast zum Verhängnis, denn seine Eingriffe in die Arbeit des Kommandanten, als Vorgesetzter der Fahrt durchaus möglich, führten fast zum Untergang des Bootes. Er wurde sofort abgelöst und in den Ruhestand versetzt. Er war das Opfer einer verfehlten Personalpolitik.

Alle drei Beispiele sollten aufzeigen, was so alles passieren kann und was durchaus bei den Russen möglich war. Also, es konnte durchaus eingegriffen werden in die Arbeit des Kommandanten, aber eben bei Gnade des eigenen Unterganges!!!


Grüße aus Braunschweig

hillus
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Urs Heßling am 16 Oktober 2012, 22:17:49
moin,

Zitat von: der erste am 16 Oktober 2012, 16:27:41
KDL-Kontrolldurchlass= Wache= TKP= Torkontrollpunkt

ah ja.

Zitat von: hillus am 16 Oktober 2012, 18:53:23
ich glaube, da geht etwas durcheinander. Bei seiner Mitfahrt bei K-19 hatte Archipow den Dienstgrad FREGATTENKAPITÄN, wie geschrieben, und war entsprechend der aufgeführten Dienstzeiten noch kein Stabsoffizier.

ja, da ist wirklich ein Unterschied. Nach (west :wink: ) deutscher "Marinebegrifflichkeit" ist ein Fregattenkapitän immer ein Stabsoffizier (aufgrund seines Ranges, nicht der Dienststellung)

danke Euch beiden  :wink:

Gruß, Urs
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 18 Oktober 2012, 20:03:41
Mal ein paar Fakten zur Kubakrise,

Hier z.B. zwei Bilder , das erste zeigt einen russischen Frachter der wohl nukleare  ballistische Mittelstreckenraketen vom Typ SS-4 SS-4 Sandal ( Reichweite 2000 km ) oder die SS-5 Skean ( Reichweite 4500 km )an Bord hat. Aufgeklärt und beschattet wird er von einem Seeaufklärer der US-Navy einer Lockheed P-2 Neptun.

http://diepresse.com/images/uploads/6/8/9/1300105/launchy-view-1349942934402.jpg

Das zweite Bild zeigt die Situation im Oktober 1962.

http://diepresse.com/images/uploads/6/8/9/1300105/launchy-view-1349875502107.jpg

Luftaufnahmen bewiesen die Existenz von 16 bis 32 Raketen vom Typ SS-4 und SS-5 mit einer Reichweite von 2000 bis zu 4500 km. Die Raketen hätten neben der amerikanischen Hauptstadt auch die wichtigsten Industriestädte der USA erreichen können; die Vorwarnzeit hätte nur fünf Minuten betragen. Außerdem werden IL-28-Bomber entdeckt. Tatsächlich wurden sogar 42 Raketen auf Kuba installiert.

Samstag, den 27. Oktober Ein amerikanisches U-2-Aufklärungsflugzeug wird über Kuba von einer SA-2-Guideline-Flugabwehrrakete abgeschossen, der Pilot stirbt.

Im Nachhinein kann man eventuell sogar die Sowjetunion als Gewinner der Kubakrise ansehen,sie ziehen ihre Raketen zwar aus Kuba ab. Aber dagegen erklären die USA, keine weitere militärische Invasion Kubas zu unternehmen und ihrerseits die amerikanischen Raketen aus der Türkei und Italien abzuziehen.

Zu Archipow vielleicht noch,  er starb an Krebs wohl infolge Verstrahlung die er sich in Atom-U-Booten, speziell auf K-19, wo es 1961 ein schweres Reaktorunglück gegeben hatte zugezogen hat.

:MG:

Manfred













Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: hillus am 18 Oktober 2012, 22:24:17
Hallo Manfred,

Du schreibst, Archipow sei wahrscheinlich an Krebs wegen Verstrahlung auf K-19 gestorben. Das schreibt man, aber schwer zu sagen, ob die Inkubationszeit von 1961 bis 1999 tatsächlich so lange dauert. Nach meinen Unterlagen über die Sterbensrate von U-Bootfahrern der Seekriegsflotte der SU bzw. der RF kann festgestellt werden:
1. Die ersten Projekte 627/627-A, 658 und 675 hatten eine relativ hohe radioaktive Eigenstrahlung. Von diesen Booten ist ein Großteil der Besatzungen an den Spätfolgen von Verstrahlung gestorben.
2. Dagegen steht das blühende Leben des ehemaligen Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte, Admiral der Flotte W. N. Tscherjawin. Er ist nun schon über 90 Jahre alt, diente aber als Kommandant auf K-21 Projekt 627-A NATO Code NOVEMBER, dem größten Strahlemann!
3. Was will ich damit ausdrücken??? An Krebs erkranken auch nichtverstrahlte Menschen. Die Verstrahlung läßt das alles gallopieren. Also Manfred, vielleicht stimmst Du mir hier zu, denn Archipows "Mitkämpfer" sind schon länger tot.
4. Selbst meine Sterbedaten können in der Konsequenz nur subjektiv sein und können nicht den objetiven Prozess der Verstrahlung ausdrücken.

Bis denne!

Jochen
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 19 Oktober 2012, 10:09:34
Zitat von: hillus am 18 Oktober 2012, 22:24:17


Also Manfred, vielleicht stimmst Du mir hier zu,

Dis denne!

Jochen

Das kann ich machen Jochen.... :MZ:

:MG:

Manfred
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 27 Oktober 2012, 17:44:39
Ein Nachklapp zum Thema.....

http://www.welt.de/kultur/history/article110264897/Lasst-uns-die-Amerikaner-in-die-Luft-jagen.html

Ich fürchte das war knapp! Das hätte uns allen den Garaus machen können.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 08 November 2012, 12:03:32
Hier ist noch ein Link zu Archipov mit sehr schönen Bildern
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2208342/Soviet-submariner-single-handedly-averted-WWIII-height-Cuban-Missile-Crisis.html
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Kaschube_29 am 11 November 2012, 22:38:54
Moin Moin,

etwas abschweifend (aber noch zum Jahre 1962 gehörig) komme ich einmal auf Kuba-Krise 1962 zurück, aber dieses Mal aus Sicht eines seinerzeitigen Offiziers der Bundesmarine.

Am 27.10.2012 wurde ein Interview mit Vizeadmiral a. D. Horten (veröffentlicht in der Sonnabends-Beilage der Tageszeitungen des sh-z-Verlags, wie z. B. Flensburger Tageblatt, Rendsburger Landeszeitung...) über seine Erinnerungen an die Kuba-Krise 1962 veröffentlicht, als er seinen Dienst in der Bundesmarine ableistete.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Kaschube_29
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: der erste am 25 Dezember 2012, 12:00:38
Passt nicht ganz zu Archipow, aber doch zur Kubakrise. Auch an der sowjetischen Uhrenindustrie ging das Thema nicht spurlos vorbei  http://www.ebay.com/itm/Soviet-watch-MOLNIYA-MOLNIJA-Regulator-Cuban-Missile-Crisis-strap-/290834837527?_trksid=p2047675.m1985&_trkparms=aid%3D444000%26algo%3DSOI.CURRENT%26ao%3D1%26asc%3D13%26meid%3D4403173169933625587%26pid%3D100012%26prg%3D1014%26rk%3D2%26sd%3D300835715638%26
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 21 Januar 2013, 20:27:45
Passt noch zum Thema,

Eine Bildserie, Castro, Kennedy und die Kubakrise. Als die Welt vor dem Atomkrieg stand.

http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/politik/Als-die-Welt-vor-dem-Atomkrieg-stand-article7371731.html

:MG:

Manfred

Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Baunummer 509 am 22 Januar 2013, 08:13:19
Hallo Manfred,

danke für den Link  top
Es ist allerdings erschreckend wie viele inhaltliche und sogar Schreibfehler sich ntv hier leistet.

Gruß

Sebastian
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Albatros am 22 Januar 2013, 09:47:11
Moin Sebastian,

Ich habe mich mit dem Thema Kuba/Kubakrise nie intensiv befasst, welche wesentlichen  inhaltlichen Fehler sind Dir denn aufgefallen?
Einige Untertitel passen nicht zu den Bildern, ,, Cruise-Missile-Raketen" gab es glaube ich auch noch nicht und ob Castro Chruschtschow zu einem Atomschlag aufgefordert hat, daran hätte ich auch so meine Zweifel, ebenso ob er Chruschtschow einen Hurensohn, Bastard, ein Mausebärchen genannt hat.... :O/Y

:MG:

Manfred
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: Baunummer 509 am 22 Januar 2013, 10:11:16
Hallo Manfred,

damit meine ich: z.B.
ZitatChruschtschow lassen die Drohgebärden nicht unbeedruckt...
Verstehe!

ZitatAbschussvorrichtungen für sowjetische Langstreckenraketen und Atombomber
Aha, böse sowjetische Atombomber werden nun auch schon geschossen und müssen deshalb nicht mehr selbsttätig starten. Teufel auch... die Sowjets sind wirklich unberechenbar.
usw.

Bilder von Flugabwehr oder maximal Kurzstrecken - Raketen die Interkontinentalraketen darstellen sollen.
Komische Schifflein mit altertürmlichen Kanonen an Bord die wohl zum "Auftauchen gezwungen wurden", obwohl offensichtlich ist dass diese Schiffe wohl nur für einen einmaligen Tauchgang taugen.
usw.

Die ganzen Fakten und Daten will man da gar nicht überprüfen...

Jedem meiner Mitarbeiter oder Azubis würde ich sowas um die Ohren hauen. Mal ein falsches Bild, gut, aber die Böcke im Text sollte doch jeder beim einmaligen Korrekturlesen finden und beheben können. Das sind doch Journalisten und sollten das besser können.
Titel: Re: Vor 50 Jahren, am 22. 10. 1962,der wahre Held der Kubakrise Wassili Archipow
Beitrag von: AndreM1965 am 27 Januar 2013, 20:38:00

ZitatAbschussvorrichtungen für sowjetische Langstreckenraketen und Atombomber

Eine sehr sehr merkwürdige Formulierung in diesem "Beitrag".

Fakt ist aber auch, das der US-Geheimdienst auf Grund von Penkowskis Spionagetätigkeit genau ermitteln konnte, um welche Raketentypen es sich auf Kuba handelte.
Und vor der R-14 hatten sie auf Grund ihrer Reichweite Respekt.