Hallo,
1952 wurde mit grossem Aufwand das Wrack der "Wally Faulbaum" aus der Unterelbe geborgen.
http://www.abendblatt.de/archiv/article.php?xmlurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1952%2Fxml%2F19521222xml%2Fhabxml52_34284.xml&pdfurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1952%2Fpdf%2F19521222.pdf%2FASV_HAB_19521222_HA_002.pdf
"Als man vor einiger Zeit erfahren hatte, daß die im Laderaum des gesunkenen Schiffes gelagerten Bomben geschärft verladen worden sind und als die Munitionsfachleute euch noch ihre Sorge darüber aussprachen, daß das Wasser und die Zeit die Gefahr einer Explosion nicht beseitigt hätten, ging man mit aller Energie an die Beseitigung der "Wally Faulbaum" heran, ein Objekt von einer Million D-Mark...
Endlich war da" Wrack 250 Meter von der Fahrrinne entfernt Seit Sonnabend mittag hat man zwischen Tonne 12 Vind 13 bei Lühesand wieder genügend Spielraum für die Schiffahrt.
Die "Wally Faulbaum" ist furchtbar zugerichtet. Die Decksaufbauten zeigen ein sinnverwirrendes Durcheinander von Eisenfetzen. Das Ganze ist verschlickt und verdreckt. Spezialisten bewachten das Löschen der Ladung in Leichter. Munitionsfachleute nahmen die Untersuchung der Bomben und der Kleinmunition vor.
Das Wrack gehörte früher der Reederei Max Faulbaum in Flensburg, deren Interessen in Hamburg von der Maklerfirma Steckhan vertreten werden
Aus einem Aktenvermerk vom 25.6.1953 im LASH geht hervor , daß das Schiff 600t Munition (Bomben und Gewehrmunition) an Bord hatte. Die Munition wurde von der Munitionsräumgruppe Schleswig-Holstein geborgen und entschärft. Die Bomben wurden der Fa.Porr in Boostedt zugeführt, die auf dem Gelände der MUNA eine Bombensäge betrieb.
Meine Frage. welche Vorgeschichte hat die "Willy Faulbaum", wie kamen die scharfen Bomben an Bord?
Bekannt ist der Verlust am 19.4.1945 in Hamburg durch Bombardierung(?) http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/verluste/ausl%2Bdtsch-4506.htm
Wurde das Schiff später noch gehoben und zur Munitionsversenkung verwendet.?
Grüsse
Beate
Moin, moin Beate,
wenigstens Deine 2. Frage kann ich Dir beantworten.
Neben Deinem link auf das Abendblatt-Archiv bringt das Abendblatt noch drei weitere Artikel zum Schiff:
http://www.abendblatt.de/archiv/article.php?xmlurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1952%2Fxml%2F19521022xml%2Fhabxml52_29349.xml&pdfurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1952%2Fpdf%2F19521022.pdf%2FASV_HAB_19521022_HA_003.pdf
http://www.abendblatt.de/archiv/article.php?xmlurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1953%2Fxml%2F19531229xml%2Fhabxml53_28387.xml&pdfurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1953%2Fpdf%2F19531229.pdf%2FASV_HAB_19531229_HA_003.pdf
http://www.abendblatt.de/archiv/article.php?xmlurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1954%2Fxml%2F19540423xml%2Fhabxml54_8703.xml&pdfurl=http%3A%2F%2Farchiv.abendblatt.de%2Fha%2F1954%2Fpdf%2F19540423.pdf%2FASV_HAB_19540423_HA_013.pdf
Nach dem letzten Artikel wurden "zur Zeit" (= April 1954) Teile des Wracks abgesprengt und zum Abwrackbetrieb gebracht.
Damit ist zwar nicht bewiesen, dass das ges. Schiffswrack beseitigt und verschrottet worden ist. Aber nach den Beschreibungen in den drei Artikeln ist es wohl unmöglich, dass man "...das Schiff später noch gehoben und zur Munitionsversenkung verwendet..." hat.
Gruß
klaushh
Hallo Klaus,
vielen Dank, die links bringen mich schon weiter, wenn man die Informationen der Zeitung etwas korrigiert.
Die Munition war schon an Bord , als das Schiff bombardiert wurde.
Das Datum des Angriffs im2.Artikel mit 18.4.1945 passt schon eher als im 1.Artikel (Februar 1945).Die Muntionsmenge im 1.Artikel (7000t) dürfte um ein 10-faches zu hoch sein.
Bleibt die Frage , was sollten die Bomben auf dem Schiff, Munitionstransport oder geplante Fahrt zur Versenkung?
Grüsse
Beate
nochmals moin, moin!
Egal, ob das Schiff im Februar 45 oder (richtigerweise) im April 45 versenkt wurde: warum sollte man zu der Zeit ein Schiff mit Munition beladen, um sie dann (wo?) zu versenken? Zu der Zeit stand der Feind noch "weit" entfernt und man hatte sicher andere Sorgen, als Munition zu versenken.
Trotzdem bleibt natürlich die Frage, warum und wo wurde das Schiff beladen mit welchem Auftrag / Befehl.
Gruß
klaushh
Hier etwas zum Dampfer
Theo
noch etwas
Theo
Danke, Theo.
Der Ladeplan macht ja den Eindruck, daß es sich um ein ordnungsgemäßes Beladen geahndelt hat, nicht für eine unter unter Zeitdruck vorgenommene Evakuierung, sondern eher für eine planmäßige Verschiffung.
Als Ziel kann ich mir bei der Ladungszusammensetzung und dem Zeitpunkt eigentlich nur Norwegen vorstellen.
Hallo,
dank an Theo für die aufschlußreichen Unterlagen :MG:
@kgvm: danke für die Erläuterungen
Da mir das Hintergrundwissen fehlt, warum Norwegen als mögliches Ziel?
(Den einzigen Bezug zu Norwegen den ich für das Schiff herstellen konnte ,ist die Beschädigung
am 31.12.1944 im Flekkefjord http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/44-12.htm )
Grüsse
Beate
Hallo Beate - dieser Gedanke - warum nun gerade Norwegen - ist mir auch gekommen. Gerade wenn ich an die Kämpfe im Raum Pillau - Königsberg - Kurland denke ( Großraum Ostpreußen ) würde mir ein Transport dorthin sinnvoller erscheinen zumal ja dort auch noch die LW im Einsatz war.
Gruß - Achim - Trimmer
Bloß Baustoffe konnten die in Ostpreussen im April 1945 wirklich nicht mehr gebrauchen.
Hallo Klaus Günther,
sehe ich auch so.
Habe leider keine Fahrtangabe.
Aber normal waren ja einige Transporte schon lange nicht mehr.
Adolfs Bilder sollen ja auch nach Stalingrad gebracht worden sein ??
Gruß
Theo
Hallo,
die Kampfmittelräumung auf der Wally Faulbaum findet sich auch wieder in
Wolfgang Thamm ,,55 Jahre Kampfmittelbeseitigung in der Bundesrepublik Deutschland"
über den Zweck der Fahrt leider keine weiteren Informationen, aber als Quelle für Bergung und Räumung sehr hilfreich
"Bergung und Räumung des Schiffwracks "Wally Faulbaum".
Dieser Frachter war in den letzten Kriegstagen mit scharfen Sprengbomben an Bord durch einen kleinen Bombentreffer leck geschlagen und vor den Toren Hamburgs auf der Elbe gesunken. Das Wrack, das in einer Tiefe von 8 Metern auf Grund lag, war im Laufe der Jahre durch den Strom unterkolkt worden und bis auf 16 Meter Tiefe gesunken. So musste eine Bergung zum Schutz der Elbeschifffahrt unter großen Schwierigkeiten durchgeführt werden. Eine große deutsche Bergungsfirma hob das Wrack in 4 Monaten schwerer Arbeit unter Einsatz aller technischen Hilfsmittel. Zur Bergung der gefährlichen Fracht wurde das Schiff im flachen Wasser abgesetzt, und der Tauchertrupp der Munitionsräumgruppe Schleswig-Holstein barg in monatelanger, vorsichtiger Arbeit jede Bombe. Da die Ladeluken bis obenhin mit Schlick vollgelaufen waren, mussten die Bomben einzeln mit einer Wasserstrahlpumpe frei gespült und der Schlick durch eine Schlammpumpe abgesaugt werden. Die Bergungsarbeiten am Wrack durch die Bugsier-Reederei mit Hilfe der Hebeschiffe "Energie" und "Ausdauer" hatten am 7.9.1952 begonnen und wurden am 22.12.1952 beendet. Die am 4.5.1953 begonnene eigentliche Bergung der Kampfmittel wurde am 20.12.1953 ohne einen Unfall abgeschlossen. Außer Loren, Kippmulden, Schienen und anderem Gerät verschiedener Art wurden folgende Mengen Kampfmittel geborgen, entschärft und zur endgültigen Beseitigung durch Delaborieren und Sprengen nach Kiel-Haffkamp und Boostedt bei Neumünster abtransportiert:
2.044 Stück Bomben
937.500 Stück Munition für Handfeuerwaffen
50 Stück 3,7 cm-Granaten"
Grüsse
Beate