Nach dem Neubau von 21 MSR-kurz Projekt 89.1 ab 1967 wurde als Folge einer ,,operativ-taktischen Forderung" von 1971 bis 1973 30 Schiffe des etwas größeren und besser bewaffneten Projektes 89.2 von der Peene-Werft an die Volksmarine ausgeliefert. Jeweils sechs Schiffe wurden in vier MSR-Schiffsabteilungen zusammengefaßt
1. und 3. MSRA als Teil der 1. Sicherungsbrigade der 1. Flottille in Peenemünde
2. und 4. MSRA als Teil der 4. Sicherungsbrigade der 4. Flottille in Warnemünde
Drei Schiffe wurden als sogenannte V(ersuchs)-Schiffe dem Werfttechnischen Zentrum (WTZ) der Peenewerft in Wolgast unterstellt und dienten den Test neuer Minenräumgeräte.
Die verbliebenen drei Schiffe bildeten gemeinsam mit drei MSR-kurz eine gemischte MSR-Abteilung in der Schulbrigade der Flottenschule "Walter Steffens" in Stralsund-Parow und wurden nach deren Auflösung 1981 im P'münder Nordhafen in Reserve gehalten.
Ab 1978 erfolgte eine Modernisierung zum Projekt 89.2 UR, äußerlich zu erkennen an dem aufgesetzten Deckshaus auf dem Räumdeck in dem sich der Sperr-Leitstand für die Steuerung der Fernräumgeräte (Kabelfernräumgerät, Hohlstab, Rabatzboje) befand. Zusätzlich begann man ab 1985 einige Schiffe mit einem FASTA-4 Starter für je vier STRELA auf dem Stb.-Brückenvorbau zu installieren.
Taktisch-Technische Daten:
Verdrängung 449 t normal / 480 t (89.2 UR)
Länge über alles : 56,52 m
Länge KWL : 53,00 m
Breite über alles : 7,76 m
Breite KWL : 7,50 m
Tiefgang Vorn : 2,48 m
Mitte : 2,37 m
Hinten : 2,40 m
Reichweite : ca. 2000 sm
Geschwindigkeit : 18 – 20 kn
Besatzung : 30 Mann
Max. Windstärke : 8 – 10
Max. Seestärke : 7 – 8
Antriebsanlage :
2 x Hauptmaschinen 2 x DM 40 je 2200 PS bei 750 u/min (Fahrstufe 10) max. 2500 PS bei 780 u/min (AK bis eine Stunde)
2 Schiffswellen mit 3-flügeligen Verstellpropellern (+23 bis -10 Grad Propellersteigung)
5 x Hilfsdiesel 6 VD 14,5 mit je 108 PS mit Generator 60 Kw gekoppelt
Bordnetz 380 V Drehstrom/220 V Wechselstrom
Bewaffnung:
Artillerie : 3 x 25 mm Doppel Lafette 2M3, 6120 Granatpatronen (4080 x Splitterbrand m. LS + 2040 x Panzer m. LS)
Sperr : MSG 1 und 2 (Schneid- oder Sprenggreifer, mechanisch), HFG-24 (Hohlstab 24 Meter, elektro-magnetisch), FRG-3E (Kabelfernräumgerät, elektro-magnetisch), AT-2 (Rabatzboje, akustisch)
Zweckbestimmung des Schiffes:
Schneller Minensucher
Eiseinsatz bis 15 cm geschlossene Eisdecke
bis 30 cm bei Krümeleis
Hauptaufgabe :
Minensuchen und Minenräumen
Nebenaufgaben :
Minen legen , U-Bootsuche und -bekämpfung mit Wasserbomben, Vorposten- und Begleitdienst , Aufklärung , Bekämpfung von leichten Überwasserzielen und Flugzeugen
Fahrgebiet :
Ostsee , Nordsee , Ärmelkanal bis 61° n.B. , Sund und Beltzone
bis zum engl. Kanal
Bauausführung :
Geschweißter Schiffskörper mit Schlingerkiel
9 Wasserdichte Abteilungen
8 Wasserdichte Querschotten
durchlaufendes Oberdeck ( Glattdecker )
Deckhaus mit offener und geschlossener Brücke
Gerader ausliegender Vordersteven
Spiegelheck
Pfahlmast
Balanceruder mit 2 Blätter
Fortsetzung folgt
2M3
Zitat von: 2M3 am 04 April 2013, 21:34:14
Drei Schiffe wurden als sogenannte V(ersuchs)-Schiffe dem Werfttechnischen Zentrum (WTZ) der Peenewerft in Wolgast unterstellt und dienten den Test neuer Minenräumgeräte.
Hallo,
interessanter thread ... top.
Kleine Korrektur: WTZ bedeutet
Wissenschaftlich-Technisches Zentrum, genauer WTZ-18 (unterstand damit direkt dem Kommando der Volksmarine).
Kurze Historie:
- 1952 Baubelehrungsabteilung
- 01.02.1957 9. Flottille
- 01.01.1958 Auflösung der Flottille, Schaffung eines Erprobungs- und Abnahmezentrums
- 01.01.1960 Erprobungszentrum
- 01.12.1965 WTZ-18
Es gab keine Zugehörigkeit zur Peene-Werft.
Grüsse
OLPE
Dazu das passende Foto.
Grüße Joern
moin,
gibt´s denn nach den mehr "offiziellen Daten" auch eigene, subjektive Wertungen zu
- Seegangsverhalten,
- Wohnlichkeit,
- Handhabbarkeit der Minensuchausrüstung auf dem Achterdeck ?
Gruß, Urs
Hier noch ein Link zur Ergänzung der Daten von @ 2M3:
parow-info.de (http://www.parow-info.de/Einheiten/89/89-2.html)
Zitat von: olpe am 04 April 2013, 23:12:06
Zitat von: 2M3 am 04 April 2013, 21:34:14
Drei Schiffe wurden als sogenannte V(ersuchs)-Schiffe dem Werfttechnischen Zentrum (WTZ) der Peenewerft in Wolgast unterstellt und dienten den Test neuer Minenräumgeräte.
Hallo,
interessanter thread ... top.
Kleine Korrektur: WTZ bedeutet Wissenschaftlich-Technisches Zentrum, genauer WTZ-18 (unterstand damit direkt dem Kommando der Volksmarine).
Kurze Historie:
- 1952 Baubelehrungsabteilung
- 01.02.1957 9. Flottille
- 01.01.1958 Auflösung der Flottille, Schaffung eines Erprobungs- und Abnahmezentrums
- 01.01.1960 Erprobungszentrum
- 01.12.1965 WTZ-18
Es gab keine Zugehörigkeit zur Peene-Werft.
Grüsse
OLPE
Danke, Olpe, für die Richtigstellung top, wie sich solche falschen Abkürzungen doch ins Gedächtnis einprägen :MZ:
2M3
Zitat von: Urs Heßling am 05 April 2013, 08:56:30
moin,
gibt´s denn nach den mehr "offiziellen Daten" auch eigene, subjektive Wertungen zu
- Seegangsverhalten,
- Wohnlichkeit,
- Handhabbarkeit der Minensuchausrüstung auf dem Achterdeck ?
Gruß, Urs
Ja, ich wollte erstmal die grundlegenden Daten einstellen. Bin ja selber 37 Monate auf dem Projekt gefahren und werde noch einiges zum Besten geben, versprochen :MG:
Meine erstmal grobe rein subjektive Bewertung, die MSR waren die Arbeitspferde der Volksmarine, sie waren wirklich Hochsee-Minensuch- und Räumschiffe und da schließe ich die MSR-kurz der Grenzbrigade Küste, die ja offiziell als Küsten-Minensuch- und Räumschiffe geführt wurden, mit ein. Ebenso die beiden Aufklärungsschiffe Meteor und Komet, welche auf dem Proj. 89.1 basierten.Wenn andere Schiffe bereits lange leinenverstärkt oder vom Eise umgeben im Hafen lagen, haben diese ihre meist einwöchigen Vorpostentörns vor Fehmarn oder Rügen abgeritten. Selten wurden sie zurückgerufen, vor Rügen bei Westwind zum Ankern in die Tromper Wiek und bei Ostwind vor Hiddensee.
Auch mit der Maschinenanlage gab es kaum Probleme. Die Hauptmaschinen waren bauähnlich dem Diesel in den auch bei der Deutschen Reichsbahn gefahrenen sowjetischen "Taigatrommeln" der Baureihe 118 (ex V-180) und auf Langlebigkeit und Wartungsarmut getrimmt. Die Verstellpropelleranlage gewährleistete eine hohe Manöverierfähigkeit und Wendigkeit, die Schiffe konnten damit auch ohne Bugstrahlruder nahezu auf der Stelle drehen.
Die Maximalgeschwindigkeit von über 18 Knoten lag über den sonst üblichen um die 15 kn anderer Minensucher, lediglich die Schütze-Klasse konnte das toppen, allerdings hatten diese bestimmt nicht die Seegängigkeit und Eis-Klasse der MSR. Je nach Räumgeschirr waren Räumgeschwindigkeiten bis 16 kn möglich, was der Geschwindigkeit der zu begleitenden Landungsschiffe der Hoyerswerda-Klasse Proj. 108 angepasst war.
Die Besatzung von 30 Mann (5xOffiziere, 1xFähnrich/BU, 7xUaZ, 17xSaZ) wohnte, mit Ausnahme der Außenschläfer, ganzjährig an Bord. Für die SaZ stand ein zweigeteiltes 17-Mann-Deck (Abteilung-VIII, Stb. 9 Mann, Bb. 8 Mann) zur Verfügung. Die BU/UaZ waren in zwei Kammern a 4 Mann untergebracht, der Meisterkammer in Abt. VII und der Maatenkammer in Abt. VI. Die Offiziersräume befanden sich wie die Meisterkammer in Abt. VII.
Der Kmdt. hatte eine eigene Kammer an Stb. mit einer zusätzlichen Reservekoje, Bb. lag der Offz.-Schlaffraum mit 4 Kojen und dazwischen die Offz.-Messe. In der gleichen Abt. gab es noch einen Offz.-Arbeitsraum mit 2 Reservekojen, in der gelegentlich auch die BUs untergebracht wurden (Sperrtechniker, zugleich Bootsmann + Abteilungstechniker, 1 BU je Abteilung). Für die UaZ und SaZ gab es eine Messe mit 3 Tischen und 6 Bänken. Gegessen wurde in zwei Schichten, auf See nach Wache gegliedert, im Hafen nach Dienstalter :cry:.
Zu meiner Dienstzeit gab es in den beiden Messen je einen Schwarz-Weiß-Fernseher, Radioempfang über Bordlautsprecher, natürlich nur Ostsender erlaubt, aber in P'münde gab es eh nichts anderes. Auf See vor Fehmarn drückte beim Schwojen vor Anker in Radio oder Fernseher schon mal ein Westsender durch :wink:, man durfte sich nur nicht erwischen lassen, sonst war ein Karriereknick unvermeidlich.
Neben der Messe lag die geschätzt 7-8 qm große Kombüse. Neben dem eigentlichen Schiffskoch gab es mindestens noch einen SaZ, der selber Koch oder einen artverwandten Beruf hatte als Urlaubsvertretung. Essen war kostenlos, reichlich und qualitativ gut, da der Verpflegungssatz höher als bei Landeinheiten (5,25 M je Tag statt 4,50 M). Dazu kamen auf See zusätzlich eine Mark für den Mittelwächter. Wem das nicht reichte, der konnte sich im MHO-Laden an Land eindecken. Kostenlosen Bohnenkaffee gab es aber nur sonntags und donnerstags zum Frühstück, wer mehr wollte konnte für 50 Pf./Tasse beim Smut kaufen oder kostenlos aus der eigenen Tüte machen lassen. Es gab noch eine sogennannte Cola-Bar auf Kommisionsbasis, wo man sich auch auf See mit Cola, Limo, Keksen, Schokolade, Bonbons, Zigaretten usw. versorgen konnte. Alkohol an Bord war auch im Stützpunkt streng verboten (Befehl 30/74).
Die Sanitärräume umfassten den Offz.-Waschraum mit einem Waschbecken, einer Dusche und einem WC, der Mannschafts-Waschraum 3 Waschbecken und 3 Duschen und das Mannschafts-WC 2xWC und ein Waschbecken. Warmes Wasser war vor allem abends Mangelware, da nur ein elektrischer 80-Literboiler im E-Werk zur Verfügung stand. Wenn die ersten 4-5 Mann geduscht hatten, musste man entweder kalt duschen oder mit einem späteren Termin in der Nacht vorlieb nehmen. Auf See wurden die Waschbecken und Duschen meist auf Seewasser umgestellt, Wasser zum Zähneputzen, Rasieren oder das Marine-Standbad holte man sich aus der Kombüse. Der Trinkwasservorrat umfasste max. 11500 Liter, im Winter wurden aber weniger gebunkert wegen Gefahr des Einfrierens der Entlüftungsstutzen, eine Meerwasserentsalzungsanlage gab es nicht.
Zur Erstausstattung der Schiffe gehörte auch eine Waschmaschine und Schleuder, allerdings musste ich 2,5 Jahre ohne WM auskommen. Unsere war in der Peenewerft "abhanden gekommen" und Ersatz gab es nicht.
Fortsetzung folgt
2M3
moin,
Danke top :MG:
Zitat von: 2M3 am 05 April 2013, 14:55:55
.. Westsender .. man durfte sich nur nicht erwischen lassen, sonst war ein Karriereknick unvermeidlich.
heißt konkret ... Beförderungssperre ?
Gruß, Urs
Bei der V 180,oder auch BR 118,wurden zwei, 12 KVD 21 gefahren......Der "Russenmotor"war ein 14 D40,Zweitaktmotor.Und er war wirklich sehr wartungsfreudig.Er war in der BR 120,ex V200 eingebaut.Im Fachjargon auch Taigatrommel genannt.Eine feine Lok!!Hab sehr gerne an ihr geschraubt....
Zitat von: Urs Heßling am 05 April 2013, 15:24:13
moin,
Danke top :MG:
Zitat von: 2M3 am 05 April 2013, 14:55:55
.. Westsender .. man durfte sich nur nicht erwischen lassen, sonst war ein Karriereknick unvermeidlich.
heißt konkret ... Beförderungssperre ?
Gruß, Urs
Hmm, konnte sein, man tat so, als hätte man es nicht bemerkt, konnte einen Verweis oder als Wiederholungstäter schlimmer geben, was einer Beförderungssperre gleich kam, oder auch mal eine Einladung zum GA-VII (auch GHG Gucken-Horchen-Greifen genannt), es gab "Scharfe Hunde" aber auch Vorgesetzte, die da mal weg sahen und grinsten :wink:.
Das ganze betraf aber eher die bis Linie Rostock stationierten Einheiten, jenseits von Rostock war Westempfang nur bei Überreichweiten oder wie in P'münde gar nicht möglich. Auf See war Fernsehempfang wegen der ständigen Neuausrichtung der Antennen bei Kurswechseln sowieso kaum drin und während der Freiwache haute man sich lieber aufs Ohr oder sah Kino.
Wir hatten auf Vorposten meist eine Kinoanlage und zwei bis drei Filme mit, an die Klassiker mit Bud Spencer & Terence Hill, Louis de Funes oder Pierre Richard kann ich mich noch gut erinnern.
Zur Frage: Handhabbarkeit der Minensuchausrüstung auf dem Achterdeck
Ich bin zwar nicht der Sperr-Profi, aber hatte vom Arideck hinter dem Schornstein einen guten Blick auf das Räumdeck. Beim Einsatz der Räumgeräte hatten das Sperrpersonal (Sperrtechniker, Sperrmaat, 4 Sperrgasten, Koch) viel Platz zum Arbeiten. Zusätzlich war beim Einsatz der Fernräumgeräte der E-Maat oder ein E-Gast zur Bedienung der Kabelwinde für die Stromversorgung involviert. Das alles war natürlich trotz zweier hydraulischer Hebezeuge am Heck ein Knochenjob und nicht ganz ungefährlich. Ich habe die Zeit der Umrüstung auf die neuen Räumgeräte miterlebt, wenn ich selber auch nicht mehr auf einem Umrüster gefahren bin. Im Vergleich waren diese Umrüster beim Ausbringen und Einholen des Räumgeschirrs wesentlich schneller. Grund dafür waren die zugbelastbaren Kabel, es mussten nicht mehr die zusätzlichen Drahtseile (Stander) ausgebracht und die Kabel angeschäckelt werden, sondern nur nach das Kabel selbst mit den Tragebojen. Das mal aus meiner Froschperspektive :-). Ansonsten gibt es hier im Forum Spezialisten, die den "Mehrwert" der neueren Technik besser erklären können.
Gruss Frank
Zitat von: joern am 05 April 2013, 08:35:18
Dazu das passende Foto.
Grüße Joern
Schönes Foto, bitte mehr davon. Das Bild muss von vor 1980 sein, die 3. MSRA war ab Anfang 1980 komplett auf den Stand UR, also mit "Hundehütte" auf dem Achterdeck. Zu den taktischen Nummern - die erste Ziffer stand für den Schiffstyp, in diesem Fall die 3 für MSR-lang, die zweite Ziffer für die wievielte Abteilung, die dritte Zahl war Ordnungszahl, ergo die 332 und die 334 sind das 2. und 4. Schiff der 3. MSRA.
Ein führendes V stand für die V-Schiffe des WTZ, ein S für die Schiffe und Boote der Schulbrigade. Die Einheiten der Grenzbrigade Küste hatten ein führendes G
Ansonsten zu meiner Dienstzeit die erste Ziffer wie folgt:
1 - KSS (Koni-Klasse)
2 - U-Jäger (Hai, später Parchim-Kl.)
3 - MSR-lang
4 - MSR-kurz
5 - Räumpinasse (Schwalbe, davon eine noch aktiv bis Mitte der 80er in der 1. Flottille zur Reservistenausbildung, danach für Kl. Raketenschiff Tarantul-Kl.)
6 - Landungsschiff (Hoyerswerda-Kl.)
7 - RS-Boot (Osa-Kl.)
8 - TS-Boot (Shershen-Kl.)
9 - KTS (Libelle-Kl.)
Frank
@steffen1973, zum besseren Verständnis: Mit der BR 120 / V200 war nicht unsere V 200 von der DB gemeint, oder :?
Grüße Ronny
Nee Ronny - damit war die sowjetische " Taigatrommel" gemeint :-D
Gruß - Achim - Trimmer
...Achim top :MG:
Hau wech
Ronny
Zitat von: steffen1973 am 05 April 2013, 19:06:45
Bei der V 180,oder auch BR 118,wurden zwei, 12 KVD 21 gefahren......Der "Russenmotor"war ein 14 D40,Zweitaktmotor.Und er war wirklich sehr wartungsfreudig.
Wartungsfreudig oder wartungsfreundlich? Ich denke, das ist ein kleiner aber feiner Unterschied... :wink:
Wartungsfreundlich war damit gemeint :-Dkein Ventilspiel einstellen,meistens nur die Luftsammelrohre von Ölkohle befreien....http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CDIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FDR-Baureihe_V_200&ei=xWJhUbKTCYmM4gT6noHYAQ&usg=AFQjCNGB4fN2E1GuTGEqIqjfmar73IfSDQ&sig2=XQnZL_v4PT9ejTqUO0BlzA&bvm=bv.44770516,d.bGE&cad=rja
Hallo Frank hier habe ich noch einige Bilder von MSR:
Bild 5 1969 im Hintergrund noch der alte Fähranleger von Warnemünde
Teil 2 MSR
Noch etwas zur Maschine-unsere Stoker sagten immer sie wäre aus dem "Ganzen gefeilt".Wir hatten 2 D 40 in der Robbe.
Zitat von: smutje505 am 07 April 2013, 14:37:27
Hallo Frank hier habe ich noch einige Bilder von MSR:
Bild 5 1969 im Hintergrund noch der alte Fähranleger von Warnemünde
Danke Smutje top,
Bild 1 - dürfte die Mutter aller MSR Projekt 89.0 sein
Bild 2 - Werfterprobung?
Bild 3 - die S 322 "Stralsund" kurz vor Auflösung der Schulbrigade 1981, danach in die 1. MSRA als 314
Bild 4 - die 312 "Eisleben", auf der war ich meine letzten 7 Monate
Bild 5 - 327 neu in Dienst gestellt und noch nicht in der richtigen Abteilung?
Bild 6 - 332 "Bitterfeld" und 333 "Gransee"
Gruss Frank
Zitat von: smutje505 am 07 April 2013, 14:46:20
Teil 2 MSR
Bild 7 - 335 "Altenburg" und ? in P'münde, hinten Tanker Poel-Klasse
Bild 8 - das sind MSR-kurz Projekt 89.1 der 1. Grenzschiffabteilung Grenzbrigade Küste in Sassnitz, wurden Ende 1983 nach W'münde verlegt
Bild 9 - mit Wasserbomben B-1 an der Ausrüstungspier? in der Peenewerft Wolgast
Bild 10 - mit Kontaktmine JAM dito, auf beiden Seiten gut zu sehen jeweils die "Rabatzbojen" AT-2 gegen Minen mit akustischen Zündern, davor MSG-2 gegen Kontaktminen, in der Mitte Leinenwinde, dann Kabelwinde und Bojenmagazin mit Schlauchboot drauf
Bild 11 - Sömmerda ex 311 als M2670 von der Bundesmarine übernommen
Bild 12 - die Kamenz ex S 321 als VIESTRUS in Lettland mit polnischem 23mm Zwilling Wrobel auf der Back
moin,
Zitat von: 2M3 am 07 April 2013, 19:21:21
Bild 6 - 332 "Bitterfeld" und 333 "Gransee"
Frage: Welche Bedeutung hat in diesem Fahrtzustand (offensichtlich nicht mit ausgebrachtem Räumgerät) der schwarze Ball am Mast ?
Gruß, Urs
Hallo Frank habe vielen Dank für die Beschreibung meiner eingestellten Bilder. top
Nach der Auflösung der Volksmarine sind viele MSR nach Indonesien,Uruguay,Tunesien,Malta und Lettland gegangen,dabei auch die M 2670,M 2672-Indonesien sowie M 2671(deine Eisleben)M 2673+M 2674-Uruguay.Hier noch einige Bilder
MSR im Ausland
moin,
Bild 20 - verdeckt hinter der "Pulau Romang" liegt ein ex-sowjetisches Schiff.
Wegen des Geschützes (57 mm/L 80), des Feuerleitgeräts und des Radars (NATO: STRUT CURVE) tippe ich auf eine Korvette der GRISHA-Klasse ( Proj. 1124 - Альбатрос)
Gruß, Urs
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 10:45:17
moin,
Bild 20 - verdeckt hinter der "Pulau Romang" liegt ein ex-sowjetisches Schiff.
Wegen des Geschützes (57 mm/L 80), des Feuerleitgeräts und des Radars (NATO: STRUT CURVE) tippe ich auf eine Korvette der GRISHA-Klasse ( Proj. 1124 - Альбатрос)
Gruß, Urs
Hallo Urs,
knapp daneben, das ist die Parchim-Klasse, ex Volksmarine. Alle 16 Schiffe wurden 1993/94 an Indonesien für kleines Geld verkauft und mindestens 6 von ihnen ab 2003 remotorisiert.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Armadarilf2.jpg?uselang=de (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Armadarilf2.jpg?uselang=de)
Gruss Frank
Zitat von: smutje505 am 08 April 2013, 20:26:09
Hallo Frank habe vielen Dank für die Beschreibung meiner eingestellten Bilder. top
Nach der Auflösung der Volksmarine sind viele MSR nach Indonesien,Uruguay,Tunesien,Malta und Lettland gegangen,dabei auch die M 2670,M 2672-Indonesien sowie M 2671(deine Eisleben)M 2673+M 2674-Uruguay.Hier noch einige Bilder
Bild 14 - die 1. MSRA am Liegeplatz 1 in P'münde beim Ablegen in Bereitschaftsstufe-I (mit Stahlhelm und Kampfanzug See), hinter der 314 ist der Signal- und Beobachtungsturm zu sehen, der mit Signälern der Flottille besetzt war. Schön meine beiden Dampfer mal nebeneinander zu sehen, die 315 (30 Monate Dienstzeit) und 312 (7 Monate) :ML:. Hinter der 1. MSRA sind die Schiffe der 3. MSRA zu sehen
Bild 15 - ein MSR-kurz mit Illumination und großem Flaggenschmuck, vermutlich Flottenparade 1969, 20. Jahrestag der DDR in Rostock. Diese Schiffe waren nur kurzzeitig im Dienst der VM und wurden nach Fertigstellung der MSR-lang an die Grenzbrigade Küste abgegeben. Obwohl sie bei der GBK als Grenzschiffe fuhren, hatten sie noch die komplette Räumausrüstung an Bord, allerdings nur noch einen Bootsmann und einen Gasten mit Sperrausbildung. Jährlich wurden erfahrene Sperrtechniker der VM für mehrere Tage zur Durchführung der Sperrausbildung zur GBK abkommandiert. Dabei wurden alle Räumgeräte durchgefahren.
Bild 16 - von der Räumausrüstung befreites MSR-kurz als Patrouillenboot der maltesischen Marine, mal gut zu sehen, die drei äußeren Unterscheidungsmerkmale zum MSR-lang (fehlendes Arideck hinten, Schornsteinform, geschlossene Brücke vorn nur 3 kleine Fensterschlitze statt der 5 großen Fenster bei den langen)
moin, Frank,
Zitat von: 2M3 am 09 April 2013, 13:13:29
knapp daneben, das ist die Parchim-Klasse, ex Volksmarine.
na klar, an das Nächstliegende mal wieder einmal nicht gedacht :|
Wie ist das nun mit dem "schwarzen Ball" (siehe oben) ?
Gruß, Urs
Zitat von: smutje505 am 08 April 2013, 20:28:54
MSR im Ausland
Bild 18 - die Eisleben ex 312 bei der uruguayischen Marine, vorn mit 40mm OTO Breda? und FASTA-4-Starter unter der Persenning auf dem Brückenvorbau. Die Räumausrüstung scheint noch original VM zu sein
Bild 19 - die Indonesier haben die Schiffe komplett armiert übernommen, in der deutschen Presse war damals von Lieferung ohne Waffen die Rede
Bild 20 - mit Sonnendeck, im Hintergrund UAW-Korvette (KSS) ex Parchim-Klasse
Bild 22 - vordere 25mm fehlt, dafür ein 12,7mm MG DSchK? an Stelle des FASTA-Starters
Bild 23 - da landen wohl die meisten Kampfbleche, aber immer noch besser als mit der Besatzung am Meeresgrund
Frank
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 14:30:03
moin, Frank,
Zitat von: 2M3 am 09 April 2013, 13:13:29
knapp daneben, das ist die Parchim-Klasse, ex Volksmarine.
na klar, an das Nächstliegende mal wieder einmal nicht gedacht :|
Wie ist das nun mit dem "schwarzen Ball" (siehe oben) ?
Gruß, Urs
Keine Ahnung :?, das ist klar ein Fall für einen Signäler, Signalmaat344 übernehmen Sie :MG:
Gruss, Frank
Aufteilung und Inhalt der Abteilungen von achtern nach vorn:
Abteilung I : Sperrlast , Rudermaschinen , Farblast , Kreiskolbengebläse ,
Notruderstand
Abteilung II : Kartoffel und Gemüselast , Munitionslast GA III
Handfeuerwaffenhellegat , Balastwasserzelle 1
Abteilung III : E-Räume ( Ersatzteile GA V ) , Hydraulikblöcke (PDFA) , Chemielast
hintere Munitionslast GA II , Trinkwasserzelle ,
DK-Überlaufbunker , Hydraulikölvorratstank ,
Öltank und Motor für Leinenwinde ,
Wellenanlage mit Verstellölzuführung ,
Steuerröhre und Wellenbremse
GA III-Leitstand bis zur Umrüstung auf UR, danach im Deckshaus auf dem Räumdeck
Abteilung IV : 2 Hauptmaschinen , Vorschmier und Rückförderungspumpen ,
2 Verdichter , Luftflaschenbatterie , FLS , MES-Umformer
Altölpumpe , Motorenölpumpe , Umlauftanks , Seekasten ,
Altöltank , Motorenölvorratstank
Abteilung V : 5 Hilfsdiesel a 60kW, Lenz- , Kühlwasser- , DK-Pumpen , Bilgenentöler
Starterbatterien , E-Boiler , Z-Fahrstand , DK-Bunker ,
Süß- und Seewasser Hydrophere mit Pumpen ,
Werkstatt , Treibölschleuder
Abteilung VI : Hydroakustischer Geräteraum 1 und 2 , Hydroschacht ,
Maaten-Deck , Fahrtmessanlage , Ausfahrschacht POU-18/MG-69
Abteilung VII : Offiziersmesse , Kommandantenkammer , Offiziersschlafraum , Offiziersarbeitsraum , Meisterkammer , Kreiselraum , BA-Last , Proviantlast , Schmutzwasserzelle , Kofferlast
Abteilung VIII : 17-Mann Deck , vordere Munitionslast GA II , Ballastwasserzelle 2
Abteilung IX : Bootsmannlast , Kettenkasten , Motor für Ankerspill
Ballastwasserzelle 3
Gefechtstationen
GS-1 vorderes Geschütz
GS-2 Funkraum
GS-3 Schleuse/Messevorraum (Stellplatz Schiffssicherungszug)
GS-4 Steuerstand (Ruder)
GS-5 Funkmessstation + FFK-Anlage (geschlossene Brücke, links vorn)
GS-6 Kartenraum
GS-7 Hydroakustischer Betriebsraum
GS-8 Signalstand
GS-9 E-Werk
GS-10 Backbord Geschütz hinten
GS-11 Steuerbord Geschütz hinten
GS-12 Maschinenraum
GS-13 Hydraulikblöcke
GS-14 Leitstand GA-3
GS-15 Achterdeck
GS-16 Notruderstand
Besatzungsliste Minensuch- und Räumschiff Projekt 89.2
5 x Offiziere Dienstzeit 25 Jahre
1 x Sperrtechniker BU 10 Jahre oder Fähnrich 25 Jahre
7 x UaZ 4 Jahre
17 x SaZ 3 Jahre
1. Kommandant 1. Wache
2. 1. Wachoffizier 2. Wache
3. 2. Wachoffizier
Navigationsgefechtsabschnitt GA-I
4. Obersteuermann/GA-Kmdr.
5. Steuermannsgast
Artilleriegefechtsabschnitt GA-II
6. Artilleriemaat/GA-Kmdr.
7. 1. Ari-Gast
8. 2. Ari-Gast
Sperrgefechtsabschnitt GA-III
9. Sperrtechniker/GA-Kmdr. und Bootsmann, Freiwächter
10. Sperrmaat
11. 1. Sperrgast
12. 2. Sperrgast
13. 3. Sperrgast
14. 4. Sperrgast
15. Koch, Freiwächter
Nachrichten- und Beobachtungsgefechtsabschnitt GA-IV
16. Hydroakustikermaat/GA-Kmdr.
17. Hydroakustikergast
18. Signalmaat
19. Signalgast
20. Funkgast
21. Funkmessgast
Maschinengefechtsabschnitt GA-V
22. Leitender Ingenieur/GA-Kmdr., Freiwächter
23. Wachingenieur
24. Motorenmaat
25. 1. Motorengast
26. 2. Motorengast
27. Pumpengast
28. Elektrikermaat
29. 1. E-Gast
30. 2. E-Gast
Die WI-Planstelle war nur auf ca. jedem 2. Schiff mangels Personal besetzt.
Der Bootsmann (auf MSR 89.2 Fähnrich-Planstelle) entsprach der Diensstellung Hauptfeldwebel NVA bzw. Kompaniefeldwebel BW und war zusätzlich für den seemännischen Zustand des Schiffes an Oberdeck zuständig, also Reinschiff, Rostschutz, Leinen und Fender usw. Er war Disziplinarvorgesetzter aller Mannschaften und Uffze.
Bootsmann und Koch waren Freiwächter, bei LI bin ich mir nicht sicher, ebenfalls Freiwächter der Backschafter, meist aus den Reihen der Ari- oder Sperrgasten. Der Bootsmann teilte sich auf Vorposten die Rolle als Diensthabender unter Deck (DuD) mit einem weiteren Uffz., aus den Reihen der seemänischen-waffentechnischen Laufbahn.
Bei Fahren als Einzelschiff wie z. B. auf Vorposten kam zusätzlich ein 2. Funker vom Nachbarschiff oder vom Abteilungs-/Flottillenstab, zusätzlich ein Chiffrierer bei Einsatz als Führungsschiff bei Gefechtsübungen auf Abteilungs- oder Brigadeebene.
Auf einem Schiff der Abteilung war der Funkmessgast ein Maat (Abteilungstechniker)
Fortsetzung folgt
Frank
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 14:30:03
Wie ist das nun mit dem "schwarzen Ball" (siehe oben) ?
Hallo,
bezogen auf den "schwarzen Ball" habe ich einen ehemaligen MSR-Kommandanten kontaktiert und ihm zwei Bilder zugesandt:
- "6 332+333 in Prora Wieck.jpg" und
- "13 MSR 314 Zeiz.jpg"
Ihm fiel auf, dass auf dem ersten Foto beim genauen Hinschauen neben dem Ball an der achteren Saling eindeutig auch die schwarzen Bälle an der Bb- und Stb-Rahe zu erkennen sind. Das bedeutet nach seinen Worten: "... die Jungs sind voll bei der Räumfahrt ... ".
Auf dem zweiten Foto, die 314 "ZEIZ", liegt das Schiff vor Anker: "... Es ist keine Fahrt im Schiff, die Jungs
lungern im Bb-Seitengang, die Waffen sind bezogen. Der Ankerball ist einfach an der längsten Saling
befestigt ... "
Na denn ... Ahoi! Und dank dem Kommandanten :MG:
Grüsse
OLPE
moin, Frank,
Zitat von: 2M3 am 09 April 2013, 21:25:30
Der Bootsmann (auf MSR 89.2 Fähnrich-Planstelle) entsprach der Diensstellung Hauptfeldwebel NVA bzw. Kompaniefeldwebel BW .. Er war Disziplinarvorgesetzter aller Mannschaften und Uffze.
Wirklich Disziplinarvorgesetzter ? ... mit "Disziplinarstrafgewalt" ?
Das war bei der BW/BM nur der Kompaniechef/Kommandant, nicht der Kompaniefeldwebel.
Zitat von: olpe am 09 April 2013, 21:42:17
bezogen auf den "schwarzen Ball" habe ich einen ehemaligen MSR-Kommandanten kontaktiert und ihm zwei Bilder zugesandt:
- "6 332+333 in Prora Wieck.jpg" und
Ihm fiel auf, dass auf dem ersten Foto beim genauen Hinschauen neben dem Ball an der achteren Saling eindeutig auch die schwarzen Bälle an der Bb- und Stb-Rahe zu erkennen sind. Das bedeutet nach seinen Worten: "... die Jungs sind voll bei der Räumfahrt ... ".
Das hatte ich aus meinem "Signalwissen" auch vermutet, aber ich hatte achtern keine ausgehenden Trossen gesehen und auch den Abstand zwischen den Booten als "nicht räumfahrtgeeignet" :| angesehen
Zitat von: olpe am 09 April 2013, 21:42:17
Und dank dem Kommandanten :MG:
Ja ! :MG: und Danke auch an Dich top :MG:
Gruß, Urs
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 21:58:50
... aber ich hatte achtern keine ausgehenden Trossen gesehen und auch den Abstand zwischen den Booten als "nicht räumfahrtgeeignet" :| angesehen
Hallo Urs,
nun, der Abstand zwischen den Einheiten kann sich durch Fotoaufnahme mit Teleobjektiv etwas verändert darstellen ... Im Hinblick auf Räumtrossen ist die Variante Hohlstab möglich ... Für diese spricht die relativ hohe Fahrtstufe (siehe Bugwelle und Hecksee), die notwendig ist, um die großen Stäbe stabil zu halten und das fehlen von Personal auf dem Achterdeck ... Bei Anwendung von mechanischen Räumgeräten stehen dort zumindest Posten, die die Zugmesser im Blick haben. Beim Schleppen der Hohlstäbe dagegen reicht die Überwachung von der Räumhütte aus ...
(post nach erneuter mail mit besagtem Kommandanten)
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 21:58:50
Ja ! :MG: und Danke auch an Dich top :MG:
:MG:
Grüsse
OLPE
Zitat von: Urs Heßling am 09 April 2013, 21:58:50
moin, Frank,
Zitat von: 2M3 am 09 April 2013, 21:25:30
Der Bootsmann (auf MSR 89.2 Fähnrich-Planstelle) entsprach der Diensstellung Hauptfeldwebel NVA bzw. Kompaniefeldwebel BW .. Er war Disziplinarvorgesetzter aller Mannschaften und Uffze.
Wirklich Disziplinarvorgesetzter ? ... mit "Disziplinarstrafgewalt" ?
Das war bei der BW/BM nur der Kompaniechef/Kommandant, nicht der Kompaniefeldwebel.
moin Urs,
Bei der NVA ging die Disziplinarbefugnis bis ganz nach unten. Selbst ich als GA-Kommandeur mit Uffz.-Dienstgrad konnte eine Belobigung oder einen Verweis gegenüber meinen Arigasten aussprechen. Der Bootsmann gegenüber allen Maaten und Matrosen auch. Das galt wimre für alle Vorgesetzte in direkter Befehlslinie so. Ist aber schon eine Weile her, sorry
Gruss, Frank
Hallo Frank - also das mit dem Diziplinarvorgesetzten kenne ich aus meiner NVA-Zeit aber auch nicht so. Eine Diziplinarstrafe konnte nur der ZF oder KC - und Höher aussprechen. Der Gruppenführer war zwar der Diziplinarvorgesetzte in Punkte Anweisung aber außer einer "Verdonnerung " zum Stuben-Revierdienst hatte er keine "Strafbefugnis". Er konnte sich aber über Dich beschweren und die Entscheidung traf dann der ZF ( Zugführer ) oder KC ( Kompaniechef )
Gruß - Achim - Trimmer
Zitat von: Trimmer am 10 April 2013, 10:39:35
Hallo Frank - also das mit dem Diziplinarvorgesetzten kenne ich aus meiner NVA-Zeit aber auch nicht so. Eine Diziplinarstrafe konnte nur der ZF oder KC - und Höher aussprechen. Der Gruppenführer war zwar der Diziplinarvorgesetzte in Punkte Anweisung aber außer einer "Verdonnerung " zum Stuben-Revierdienst hatte er keine "Strafbefugnis". Er konnte sich aber über Dich beschweren und die Entscheidung traf dann der ZF ( Zugführer ) oder KC ( Kompaniechef )
Gruß - Achim - Trimmer
Auszug aus der Innendienstvorschrift DV 10/3
Punkt 9
... der nächste direkte Vorgesetzte eines Armeeangehörigen ist der unmittelbare Vorgesetzte
(2) Direkte Vorgesetzte haben Befehls- und Disziplinarbefugnis
Zu den genauen Disziplinarbefugnissen laut DV 10/6 Disziplinarvorschrift finde ich in der Schnelle nichts
Gruss Frank
Die MSR-lang waren sogenannte Einwachschiffe, d. h. in Bereitschaftsstufe 1 (Gefechtsalarm) waren alle Mann auf Gefechtsstation (GS). Das hatten sie wohl mit allen Schiffen und Booten dieser Größe gemeinsam. Auf Grund der relativ geringen Besatzungsstärke konnten aber auch bei BS 1 nicht alle GS komplett besetzt werden. Deren Besetzung war nach meinen nicht mehr ganz so frischen Erinnerungen folgendermaßen, wobei es von Schiff zu Schiff durchaus Abweichungen vom Rollenbuch gab.
Die fordere Flak GS-1 war mit dem 1. Arigast und einem Sperrgast besetzt, wenn dieser nicht gerade mit dem Ausbringen oder Einholen der Räumgeräte oder mit diversen Havarierollen beschäftigt war.
Der/die Funker hatten ihre Bude GS-2 ganz vorn im Brückenvorbau auf der Bb.-Seite. Die Funkspruchzettel wurden in Hülsen per Pressluft mit der Rohrpostanlage in den Kartenraum im hinteren linken Teil der geschlossenen Brücke geschossen. Zwei Schiffe der Abteilung waren als Führerschiffe ausgestattet und besaßen zusätzliche Funkanlagen und eine Sprachverschlüsselungsanlage "SIRENA". Auf dem Führerschiff befand sich temporär zusätzlich ein Chiffrier-Maat, der sich im Wachraum mittschiffs hinter dem Messevorraum eingeschlossen hatte. Die Kombüse befand sich gleich hinter dem Funkraum und war über die Mannschaftsmesse, welche die gesamte vordere rechte Seite des Deckshauses einnahm, erreichbar. Die Messe war das Schiffslazarett, der Koch Gefechtssanitäter.
Im dahinter gelegenen Messevorraum GS-3 trafen sich bei "Leck im Schiff" oder "Feuer im Schiff" die Angehörigen des Schiffssicherungszuges (wimre WI, Bootsmann, E-Gast, Pumpengast, Hydrogast, Sperrgast, Koch)
Der Steuerstand GS-4 mit dem Ruder befand sich vorn mittschiffs in der geschlossenen Brücke. Rudergänger waren bei BS 1 abwechselnd Funkmessgast oder Steuermannsgast, wenn dieser im Kartenraum abkömmlich war. Das Navigationsradar TSR-333 GS-5, geschlossene Brücke vorn links, wurde bei Bedarf vom gesamten Brückenpersonal genutzt, dahinter befand sich in einer Nische die mit dem Radar gekoppelte FFK-Anlage Nikrom hinter einem Vorhang. Rechts vom Ruderstand und mittschiffs auf der offenen Brücke befanden sich wahlweise schaltbare Steuerstände der PDF-Anlage (Propellersteigung und -drehzahl-Fernverstellung), bedient von einem Motorengast. Rechts in der geschlossenen Brücke stand vorn das Tochtersichtgerät der hydroakustischen Minensuchanlage MG-69, welche bei Bedarf vom Hydromaat oder II. WO. bedient wurde. Der II. WO war verantwortlich für die GA-I Navi und GA-IV Nachrichten und Beobachtung. Er organisierte und ver- bzw. entschlüsselte den Funkverkehr, unterstützte die Steuerleute und überwachte die an der rechten Seite über die gesamte Länge der geschl. Brücke angebrachte Störungsmeldetafel.
Im ca. 2x3 Meter großen Kartenraum GS-6 geschl. Brücke hinten links hatten Obersteuermann und Steuermannsgast ihr Tun. Hier befand sich auch der VS- und Waffenspind.
Auf der rechten Seite der geschl. Brücke ging hinten ein Luk hinab zum Messevorraum und von da wiederum ein weiteres Luk auf der rechten Schiffsseite hinab zum hydroakustischer Betriebsraum GS-7, dem Arbeitsplatz von Hydroakustikermaat und -gast, sowei ein Schott hinaus zur offenen Brücke, dem eigentlichen Hauptbefehlsstand (HBS).
Fortsetzung folgt
Frank
Hallo Frank - danke für Deine Information - das "Problem " ist aber genau hier ebend nicht ersichtlich - Rahmen wie weit z.B. ein Gruppenführer in seiner Funktion eine Bestrafung aussprechen durfte. Ich habe natürlich auch mal versucht da etwas weiteres in der DV 10/6 zu finden - Fehlanzeige. Zu beachten ist auch das die DV wohl mehrmals geändert wurde und es 1966 etwas anderes war als ein paar Jahre später.
Gruß - Achim - Trimmer
Der Kmdt. führte das Schiff von der Stb.-Seite, der I. WO, zuständig für GA-II und III, hatte seinen BÜ-Anschluss auf der Bb.-Seite des HBS. Signalmaat und -gast beobachteten den See- und Luftraum je einer Schiffsseite und regelten den optischen Signalverkehr vom HBS und Signaldeck GS-8 hinter dem Mast.
Die hintere Bb.-Flak GS-10 waren mit dem 2. Arigast und einem Sperrgast und die Stb.-Flak GS-11 mit dem Arimaat und einem Sperrgast besetzt. Die Artilleristen waren, wie die Signäler, überlappend für die See- und Luftraumbeobachtung zuständig.
Sperrtechniker/Bootsmann und Sperrmaat, sowie der verbliebene Sperrgast überwachten beim Minenräumen mit Fernräumgeräten den Sperrleitstand GS-14 bzw. die Zugmesser beim Räumen von Kontaktminen. Sperrmaat und -gast besetzten während der Revierfahrt den Notruderraum.
Im vorderen Teil der Abteilung-V befand sich über die komplette Schiffsbreite der Maschinen-Leitstand (BS-V) mit LI, WI und wimre E-Maat, dahinter im E-Werk GS-9 die beiden E-Gasten sowie der Pumpengast.
Abteilung-IV, der Maschinenraum GS-12, waren mit Mot.-Maat und Mot.-Gast besetzt.
So in etwa war der Dienst auf einem MSR-lang zu meiner Dienstzeit organisiert. In Bereitschaftsstufe-2 wurde in Wache und Freiwache eingeteilt, die GS waren nur einfach oder gar nicht besetzt, so wie die Ariwaffen und das Sperrdeck auf Vorposten. Das Ari-, Sperr- und Hydropersonal ergänzte dann das Brückenpersonal als Ruder- bzw. PDF-Gänger, Ankerposten oder Wachleiter. Der Wachleiter war in BS-2 der Stellvertreter des diensthabenden Brückenoffiziers (Kmdt. oder I. WO). Aus den Reihen von GA II und III wurde ebenfalls der See-Backschafter gestellt, mit Vorliebe einer der älteren Stabsmatrosen, da war man Freiwächter und konnte abwechseln mit dem Koch jede 2. Nacht durchschlafen (sonst Mittelwächter ausgeben).
Frank
Der Wachrhythmus im Zweiwachbetrieb (Bereitschaftsstufe-II) erfolgte auf den MSR-lang wie folgt und dürfte auch für die meisten anderen Kampfschiffe der VM so gelten:
00.00 - 04.00 Uhr
04.00 - 08.00 Uhr
08.00 - 12.00 Uhr
12.00 - 16.00 Uhr
16.00 - 18.00 Uhr
18.00 - 20.00 Uhr
20.00 - 24.00 Uhr
Die 1. Wache hatte an ungeraden Monatstagen die Hundewache von 00.00 - 04.00 Uhr, die 2. Wache an geraden Tagen, war der Monatsletzte ein ungerader Tag, ging die 16-Uhr-Wache bis 20 Uhr.
Essenszeiten waren für die beiden Wachen jeweils 30 Minuten vor und nach
08.00 Uhr - Frühstück
12.00 Uhr - Mittagessen
18.00 Uhr - Abendessen
24.00 Uhr - Mittelwächter
Ansonsten wurde die Freiwache 15 Minuten vor Wachwechsel durch ein Klingelzeichen geweckt und 5 Minuten vor Wachwechsel war Vollzähligkeitskontrolle auf dem Achterdeck, bei Schlechtwetter im Messevorraum.
Gruss Frank
Moin Achim,
noch mal eine kleine Anmerkung zur Taigatrommel, bist Du sicher, dass auf Deinem Bild eine derartige Lok zu sehen ist?
In meinen zwei Jahren, die ich zu meinen BGS Zeiten auf dem Bahnhof Frankfurt/Oder verbrachte, hatte ich diese Loks anders in Erinnerung.
Habe als Anhang mal ein Bild drangehängt.
Ansonsten ist dieser Thread Spitze! Interessant zu lesen!!!!
Weiter so! Es ist wirklich ein tolles Forum!
Viele Grüße!
Zitat von: Bugsierstefan am 25 Juni 2013, 23:02:58
Ansonsten ist dieser Thread Spitze! Interessant zu lesen!!!!
Weiter so! Es ist wirklich ein tolles Forum!
genau..... :=D>
Aber eine Frage hätte ich da noch, wie lange konnte das Boot ohne weitere Versorgung in See stehen?
:MG:
Manfred
Zitat von: Albatros am 26 Juni 2013, 10:05:44
Zitat von: Bugsierstefan am 25 Juni 2013, 23:02:58
Ansonsten ist dieser Thread Spitze! Interessant zu lesen!!!!
Weiter so! Es ist wirklich ein tolles Forum!
genau..... :=D>
Aber eine Frage hätte ich da noch, wie lange konnte das Boot ohne weitere Versorgung in See stehen?
:MG:
Manfred
Im Grunde genommen lag die Seeausdauer bei 7 Tagen.
Proviant hatten wir am Ausrüstungstag für 7 Tage Frisch plus 3 Tage Komplekte in Form von Suppenpulver, Dosenbrot, Wurstkonserven, Tubenmarmelade u. ä.
Norm-Füllmengen MSR-lang proj. 89.2:
DK : 49 to
Öl : 2,6 to M14WZ
Frischwasser : 10,75 to
Kesselspeisewasser : 1,35 to
Verbrauch DK:
Maximal: 0,8 to/h
Marschfahrt : 0,46 to/h
Minimal : 0,1 to/h
Ein Vorposten 72 oder 12/1 ging im allgemeinen von Freitag bis Freitag. Im April 82, kurz vor meiner Entlassung sind wir mal für 10 Tage VP 12/1 nördlich Rügen gefahren. Das ging dann aber bereits an die Grenze der Belastung und Versorgungsmöglichkeiten. Später ist VP 12/1 auch über 2 Wochen gegangen, allerdings wurde da nach einer Woche in Dranske oder Sassnitz DK und Wasser nachgebunkert und verpflegt.
Problem der Lebensmittelversorgung waren fehlende Tiefkühlmöglichkeiten, es gab nur zwei große Kühlschränke an Bord. Da konnten Fleisch und Wurst nach einer knappen Woche schon etwas verdächtig muffeln :|
Gruss Frank
Zitat von: 2M3 am 26 Juni 2013, 21:24:55
Kesselspeisewasser : 1,35 to
Gruss Frank
Moin Frank,
Kesselspeisewasser ? Habt ihr einen Dampferzeuger an Bord gehabt?
:MG:
Manfred
Zitat von: Albatros am 27 Juni 2013, 08:48:31
Zitat von: 2M3 am 26 Juni 2013, 21:24:55
Kesselspeisewasser : 1,35 to
Gruss Frank
Moin Frank,
Kesselspeisewasser ? Habt ihr einen Dampferzeuger an Bord gehabt?
:MG:
Manfred
Hat eine weile gedauert, zwecks Recherche.
Dampferzeuger gab es nicht. Ölvorwärmung und Heizung erfolgte elektrisch. Das Kesselspeisewasser (Kondensat) wurde als Kühlmittel für den geschlossenen Kühlkreislauf für die Maschinenanlage benötigt. Über einen Wärmetauscher wurde die Abwärme an den offenen Seewasserkreislauf abgegeben. Der Wärmetauscher ließ sich leichter von Schlick und Salzkruste reinigen als die schwer zugänglichen verbauten Dieselmotoren. Zudem konnte man so bei gedrosselter Maschinenleistung auch mal durch Treibeis fahren, ohne das sich die Maschinen durch verstopfte Seekästen und Kühlleitungen heiß fuhren.
Gruss Frank
Zitat von: 2M3 am 29 Juni 2013, 19:39:53
Hat eine weile gedauert, zwecks Recherche.
Gruss Frank
Danke Dir für Deine Recherchearbeit.... top
:MG:
Manfred
Hallo!
Gibt es hier jemanden, der vom MSR-lang eventuell einen Modellbauplan hat. Ich hätte da großes Interesse...
Gruss Sascha
Zitat von: Albatros am 27 Juni 2013, 08:48:31
Zitat von: 2M3 am 26 Juni 2013, 21:24:55
Kesselspeisewasser : 1,35 to
Gruss Frank
Moin Frank,
Kesselspeisewasser ? Habt ihr einen Dampferzeuger an Bord gehabt?
:MG:
Manfred
Die Indonesier haben es immerhin geschafft neben einer Kippbratpfanne sogar noch einen Speisedampfkessel in die Schmiede zu bauen.
Die hätte ich damals auch gern gehabt.
Smutje
Nach langer Zeit mal wieder hir rein geschaut :zz:
Zur Frage mit den Bällen .
Es gab da mehrere Varianten :
Variante 1 : Ball an der Toppleine = Ankerball , Schiff liegt vor Anker ( Tagsichtzeichen )
Variante 2 : Fahrtänderungssignalball = mit dem Fahrtball wurde die Geschwindigkeit , am Tag , innerhalb eines Verbandes angezeigt . ( immer an der Steuerbordseite )
Variante 3 : 3 Bälle , einer im Topp ,einer Steuerbord und einer Backbord im Mast = Tagsignal für Minensucher in Fahrt durchs Wasser und einer Länge von weniger als 50m , die Länge bezog sich nur aufs Schiff !!
Da unser MSR aber über 50m lang war habe ich dies Zeichenführung für uns nie ganz begriffen .
Und dann gab es noch Kombinationen aus Bällen , Kegeln und Rauten die unterschiedliche bedeutungen hatten.
Bei Bedarf gerne mehr darüber.
Nachfolgend mal die vergatterten 24-Stunden-Dienste und Wachen in einer MSR-Abteilung im Stützpunkt (1. MSRA)
Diensthabender der Abteilung (DdA)
Sozusagen der "OvD" der Abteilung, durch die I. WO und II. WO gestellt, Kommandanten nur selten, bewaffnet mit Pistole Makarov + 2x6 Patronen
Bootsmann der Wache (BdW)
Stellvertreter des DdA und direkter Vorgesetzter und Aufführender der Posten, vorgesehen waren dafür von jedem Schiff zwei Uffze, der Bootsmann und ein "Erfahrener", bewaffnet mit Pistole M + 2x6 Patronen
Stellingsposten (StP)
Drei Posten (4 h Wache - 4 h Ruhe - 4 h Bereitschaft, witterungsbedingt auch kürzerer Rhytmus möglich), gestellt von den Matrosen des GA I bis IV außer Koch, Postenbereich auf der Pier, Leinenkontrolle, Tagsüber ohne Waffe aber mit Bootsmannspfeife, nachts jeweils mit MPi KM + 2x30 Patronen
BdW und Posten wurden meist vom selben Schiff gestellt.
Geschützführer und Ladekanonier Diensthabendes Geschütz (am LP-1 in P'münde das Buggeschütz des direkt an der Pier liegenden Schiffes, B-Munitionsgurte angeschlagen, keine Persenning aufgezogen, in P'münde lagen alle Schiffe mit dem Bug Richtung Hafenausfahrt!)
Diensthabender Ingenieur (DI)
gestellt von den LI und WI der Abteilung, direkter Vorgesetzter der DM
bei Bedarf:
Posten Pier (PP)
wie Stellingsposten, aber ganztägig mit MPi KM, nur außerhalb VM-Stützpunkten und der Verbündeten
Posten Außenschiff
auf Befehl bei erhöhter Gefechtsbereitschaft an der Außenseite der Schiffsabteilung
----------------------------------------------
an Bord:
Diensthabender des Schiffes (DdS)
der "UvD" des Schiffes, gestellt von den verbleibenden ca. 6 seemännischen/waffentechnischen und maschinentechnischen UaZ, Dienst ohne Waffe
Diensthabender Maschinist (DM)
gestellt von den 5 Matrosen des GA-V, Dienst ohne Waffe
Alle Angaben soweit mir noch erinnerlich.
Nicht vergattert wurden die sogenannten "Anwesenheitsoffiziere" AO der Schiffe, eine besonders vertrauensbildende Maßnahme, die am Besten das Mißtrauen der VM-Führung gegenüber den Unteroffizieren ausdrückte und auf beiden Seiten (Offze und Uffze) für Frust sorgte.
Die 24-Stunden-Dienste gingen Mo bis Fr von 17-17 Uhr, Sa und So sowie Feiertags war bereits 12 Uhr Vergatterung.
Gruss Frank
Zitat von: Bugsierstefan am 25 Juni 2013, 23:02:58
Moin Achim,
noch mal eine kleine Anmerkung zur Taigatrommel, bist Du sicher, dass auf Deinem Bild eine derartige Lok zu sehen ist?
In meinen zwei Jahren, die ich zu meinen BGS Zeiten auf dem Bahnhof Frankfurt/Oder verbrachte, hatte ich diese Loks anders in Erinnerung.
Habe als Anhang mal ein Bild drangehängt.
Ansonsten ist dieser Thread Spitze! Interessant zu lesen!!!!
Weiter so! Es ist wirklich ein tolles Forum!
Viele Grüße!
Ja, das sind immer diese Irrungen und Wirrungen nach 1990.
Dein Bild zeigt definitiv keine Taigatrommel (BR 120) sondern die "Ludmilla" BR 130; 131; 132, 142). Die "Begriffe" sind nach 1990 insbesondere von westdeutschen Eisenbahnhistorikern immer wieder durcheinander gebracht worden. Ich habe bei der DR gelernt und die Taigatrommel war da nie eine andere Lok als die BR 120, die den 14 D 40 als Motor hatte. Ludmilla kam als Begriff m.E. auch erst nach 1990 auf, für uns war es einfach die "132"
Also zumindest für die 80er Jahre lässt sich das Belegen, was Frank hier geschrieben hat. Das Bild zeigt einen Auszug aus der DV 010/0/006 Stand 1982. Da ich aber schon vor 1982 in der NVA war kann ich sagen, dass diese Regelungen mindestens seit 1978 Bestand hatten.
Zitat von: Trimmer am 10 April 2013, 10:39:35
Hallo Frank - also das mit dem Diziplinarvorgesetzten kenne ich aus meiner NVA-Zeit aber auch nicht so. Eine Diziplinarstrafe konnte nur der ZF oder KC - und Höher aussprechen. Der Gruppenführer war zwar der Diziplinarvorgesetzte in Punkte Anweisung aber außer einer "Verdonnerung " zum Stuben-Revierdienst hatte er keine "Strafbefugnis". Er konnte sich aber über Dich beschweren und die Entscheidung traf dann der ZF ( Zugführer ) oder KC ( Kompaniechef )
Gruß - Achim - Trimmer
Es gab in diesen Minensuchern ein Sonar - MG-69 - für Minensuchen. War das Gerät immer da seit 1971? Und funktioniete es?
Ich habe gesehen dass Ankerminen auf 1000-1100 Meter detektiert wurden. Aber war die Suche "effektiv"? In NATO gab es grosse Probleme, "Mine Hunters" zu schöpfen. Ich glaube dass erst um 1990 konnte mann Sonars und Ausrüstung für Minehunting effektiv machen. So die Frage ist: War MG-69 mit "Minehunting" zu vergleichen, oder war MG-69 nur eine Frühwarnung womit man eigentlich nicht einem systematischen Jagd einleiten konnte?
Ich bin zwar kein Sonarspezi, nach meiner Erkenntnis waren die MSR-Schiffe der VM primär zur Schaffung von Gassen in komplexen Minenfeldern für die dahinter laufenden Einheiten vorgesehen. Das Suchen und Räumen von einzelnen Minen wurde mit den Minentauchern des Kampfschwimmerkommandos geübt, wobei diese mit einem Schlauchboot voraus liefen und über das Sonar des MSR und das Navigationsradar an die Mine heran geführt wurden. Über der Mine angekommen, tauchten die Minentaucher mit einem kleinen Sonar ab und legten eine Sprengladung an der Mine. Das habe ich im Sommer 1981 selber mehrfach auf der 315 "Hettstedt" mit erlebt und wurde mir im NVA-Forum auch von anderen bestätigt. Da das geklappt hat, wird das MG-69 wohl nicht schlecht gewesen sein. Die Entfernung von ca. 1 km könnte auch hinkommen. Allerdings weis ich nicht, ob auch Grundminen auf diese Entfernung geortet werden konnten oder nur am Ankertau stehende. :? Das war damals mehr als nur geheim. 8-)
Gruss Frank
Zitat von: Pbogason am 20 März 2015, 19:07:39
... ein Sonar - MG-69 - für Minensuchen. War das Gerät immer da seit 1971? Und funktioniete es?
Hallo,
bei der ersten Bauserie der Minensucher vom Projekt 89.1 (NATO: MC der KONDOR-I-Klasse) kam die Sonar-Eigenentwicklung KLA-58 zum Einsatz, bei der zweiten Bauserie vom Projekt 89.2 (NATO: MC der KONDOR-II-Klasse) die sowjetische Anlage MG-69 LAN'. Beide Systeme besaßen typische Eigenschaften einer hydroakustischen Anlage für die Ortung kleinerer Objekte, auch in flacheren Seegebieten: kurze Impulse mit variabler Sendeleistung, Impulsfrequenz im oberen Bereich sowie eine Unterkielantenne, die den Suchstrahl (Richtdiagramm) auch nach unten schwenken konnte.
Im Bild (Q: Slg. OLPE) das Sichtgerät der MG-69 LAN' in der sowjetischen Variante ... die Exportversion kann sich davon etwas unterscheiden.
Siehe auch: http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,19658.msg220944.html#msg220944 (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,19658.msg220944.html#msg220944)
Grüsse
OLPE
Zitat von: 2M3 am 20 März 2015, 19:44:42
Das habe ich im Sommer 1981 selber mehrfach auf der 315 "Hettstedt" mit erlebt und wurde mir im NVA-Forum auch von anderen bestätigt.
Frank, hast du den genauen Hinweis im NVA-Forum dazu?
Gruss, Peter
Zitat von: Pbogason am 20 März 2015, 22:06:04
Zitat von: 2M3 am 20 März 2015, 19:44:42
Das habe ich im Sommer 1981 selber mehrfach auf der 315 "Hettstedt" mit erlebt und wurde mir im NVA-Forum auch von anderen bestätigt.
Frank, hast du den genauen Hinweis im NVA-Forum dazu?
Gruss, Peter
Hallo Peter,
ein ehemaliger Bootsmann eines MSR-lang der 4. Flottille in W'münde hat es wie folgt bestätigt:
ZitatJa, @2M3, ich kann diese Aussage bezüglich Minenjagdtraining mit KSK18 bestätigen, da wir diese mindestens einmal (eher noch zweimal) durchgeführt haben.
War immer etwas stressig, aber auch sehr lehrreich!
Besonders wenn die Jungens den Hydroakustiker baten, vor ihrem "abtauchen", die MG 69 auszuschalten, da sie auch als "Jungs" zurückkommen wollten! ;-)
--> http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=441&st=75&#entry419290 (http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=441&st=75&#entry419290)
Um das zu lesen muss man sich allerdings im Forum anmelden.
Gruss Frank
Frank, Ich habe mehrmals versucht mich im NVA-Forum zu melden, aber vergebens. Kein Reaktion davon. Und wei ich nicht Midglied bin, kann ich dem admin nicht zuschriben. Punkt 22? :-D Aber ich kann das Meiste lesen
Gruss, Peter
ZitatAntriebsanlage :
2 x Hauptmaschinen 2 x DM 40 je 2200 PS bei 750 u/min (Fahrstufe 10) max. 2500 PS bei 780 u/min (AK bis eine Stunde)
2 Schiffswellen mit 3-flügeligen Verstellpropellern (+23 bis -10 Grad Propellersteigung)
Moin,
in Peenemünde steht aktuell noch ein DM 40 mit Antriebsstrang und Verstellpropeller auf dem Gelände des Historisch-Technisches Museums.