Forum Marinearchiv

Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - Allgemein => Thema gestartet von: Albatros am 24 Juni 2013, 13:31:16

Titel: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 24 Juni 2013, 13:31:16
Der 3. Eskradra im Mittelmeer fehlten ja befestigte Marine und Luftwaffenstützpunkte auch um Versorgungsstützpunkte war sie immer verlegen.

In einigen arabischen Häfen konnte sie sich zwar mit Proviant und Öl versorgen und eventuell auch kleinere Reparaturen durchführen aber das war es auch schon.
Das gleiche galt für Tartus und Latakia (Syrien) und Kotor ( Jugoslawien).

Das Griechenland als Mitgliedstaat der Nato, der sowjetischen Flotte diese Möglichkeit zur Reparatur und Versorgung gab war schon ungewöhnlich.
Aber es gab in dieser Zeit auch andere Beispiele das westliche Staaten Russland halfen Kapazitäten auf den eigenen Werften für den Ausbau ihrer Flotte frei zu bekommen.
Schweden und Japan bauten z.B. für die sowjetische Flotte große Schwimmdocks.

Der zwischenstaatliche Vertrag von 1979 sah vor das sowjetischen Versorgungsschiffe der Flotte die nicht armiert sein durften Reparaturen durchführen und ihre Versorgungskapazitäten auffüllen konnten, die Besatzungen während der Reparatur sich an Land erholen können und die Schiffe weiter direkten Funkverkehr mit ihren Basen halten konnten.

Es gibt aber auch Personen die der Meinung sind das der Vertrag der sowjetischen Marine erlaubt hätte jede Art von Schiffen also auch bewaffnete reparieren zu lassen.

Welche Ansicht ist/war die richtige?

Und wie lange bestand denn überhaupt dieser Vertrag?

Und es ergibt sich in dem Zusammenhang scheinbar eine neue Möglichkeit für die russische Flotte.
http://www.tagesspiegel.de/politik/zypern-krise-ein-marinestuetzpunkt-fuer-moskau/7966250.html


:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: der erste am 24 Juni 2013, 14:06:45
Die Schiffe des 5. operativen Geschwaders hatten es nicht einfach. In der Anfangszeit ankerte man auf geschützten Reeden außerhalb der Territorialgewässer von Zypern, Kreta, Malta, vor der Küste Tunesiens und an anderen Plätzen. Es wurde auch einige Male umbenannt. Ursprünglich hieß es Mittelmeergeschwader der Schwarzmeerflotte, dann 5. Schiffsgeschwader der Flotte. Ab 1968 wurden erste Basierungspunkte an Land errichtet, in Alexandria und Mersa-Matrut., welche bis 1976 bestanden. Am 01.12.1983 wurde das 5. Geschwader in 5.operatives Geschwader umbenannt und der Schwarzmeerflotte unterstellt. Am 31.12.1985 wurde es in 5.Flottille umbenannt und am 01.10.1989 letztmalig wieder in 5. operatives Geschwader mit Unterstellung unter das Kommando der Schwarzmeerflotte.
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 24 Juni 2013, 15:32:04
Hallo Manfred,

zumindest für die Diesel-U-Boote, die aus der Nord Flotte, der Baltischen Flotte und der Schwarzmeer Flotte der 5. OPESK (5. operatives Geschwader) zugeführt wurden und in der 51. operativen Brigade in der Eskadra eingesetzt waren, wurden auf Mittelmeerwerften instandgesetzt. Das galt für Alexandria und Tivat, wo entsprechende Schwimmdocks vorhanden waren, als auch für andere Häfen, wo die Instandsetzungen ohne Dockungen von der Besatzung durchgeführt wurden.
Das Problem war dabei, wenn die U-Boote der Schwarzmeer Flotte der 5. OPESK zuliefen, dann mußten sie ja durch den Bosporus. Die Durchfahrten aus und in das Schwarze Meer waren aber durch den Vertrag von Montreux bestimmt. Der beinhaltete, dass die Passage vom Schwarzen Meer in das Mittelmeer von U-Booten im aufgetauchten Zustand stattfinden musste.
Aber:
Der Vertrag besagte auch, ein zurück in das Schwarze Meer war nicht gestattet. Guter Rat war teuer. Die U-Boote der Schwarzmeer Flotte waren ja tatsächlich zur Instandsetzung in Mittelmeer-Werften. Das Dokument ist mir nicht bekannt, aber mir bestätigten andere Marineexperten, dass die damalige Sowjetunion wohl einen bilateralen Vertrag mit der Türkei, also wieder einem NATO-Land, hatte, der es den sowjetischen U-Booten gestattete, die Rückpassage ins Schwarze Meer nur nach einer Werftinstandsetzung durchzuführen. Dazu waren dann die notwendigen Unterlagen bei den Türken einzureichen.

Alles andere, was so an angeblichen Tatsachen herumschwirrt, ist aus der Traumkiste!!! :MV:

Gruß :MG:

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Trimmer am 24 Juni 2013, 16:49:02
Jochen - eine Frage. Ist es sowjetischen U-Booten gelungen durch den Bosporus zu kommen ohne sich bei den Türken anzumelden . Ich verweise auf die Bücher von Patrick Robinson "Kilo-class " und Nachfolger wo es so etwas gegeben haben soll

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 24 Juni 2013, 18:47:13
Hier ein Spiegel - Artikel aus 1980

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14315835.html

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: RonnyM am 24 Juni 2013, 19:13:12
Wieso, frage ich mich, Reparaturen im Mittelmeer :? Sollten die Werftkapazitäten im Schwarzen Meer tatsächlich nur den Neubauten gelten und wurde deswegen keine Plätze vorgehalten :?

Achim, ich glaube nicht, dass U-Boote "heimlich" unter Wasser den Bosporus kreuzen. Zwar sind die schmalsten Stellen noch immer über 600 m breit, aber die Tiefgänge der Supertanker sind auch nicht ohne. Außerdem herrschen dort starke Ober- und Untersrömungen. Das ganze Vorhaben wäre ein Himmelfahrtskommando. :-P

Grüße Ronny
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Trimmer am 24 Juni 2013, 19:24:01
Ronny - das leuchtet mir schon ein. Im Buch ist die Rede das die U-Boote unter den Supertankern mit gelaufen sind. Es wird auch bestätigt das es ein Himmelsfahrtkommando gewesen ist aber ob nun wirklich machbar :/DK:

Vielleicht können unsere "Freunde der russischen Sprache " :-D da genaueres sagen

Abendgruß in die Südheide - Achim
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 24 Juni 2013, 20:00:55
Schaun wir mal Achim!

Das in der Passage vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer oder umgekehrt Sowjet-U-Boote unter eigenen Schiffen getarnt fuhren, um unerkannt zu bleiben, halte ich für eine Mähr. Da gebe ich Ronny unumwunden Recht. Aber ich habe noch eine Quelle. Mal sehen, was die weiß!
Bei Gibraltar sieht es da schon anders aus. Da versuchten es die Sowjet-U-Boote, weil auch hier die Passage nur aufgetaucht passiert werden durfte. Das Beispiel von K-53 (Projekt 671 - NATO Code VICTOR I) zeigte es der Welt. Allerdings kollidierte das Atom-U-Boot dabei am 19.09.1984 mit dem Führungsschiff BRATSTVO beim Versuch des unbemerkten Eindringens ins Mittelmeer.

Bis denne!

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: olpe am 24 Juni 2013, 23:16:26
Zitat von: hillus am 24 Juni 2013, 20:00:55
Das in der Passage vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer oder umgekehrt Sowjet-U-Boote unter eigenen Schiffen getarnt fuhren, um unerkannt zu bleiben, halte ich für eine Mähr. Da gebe ich Ronny unumwunden Recht.
Hallo,
... da hätte ich auch so meine Bedenken ... die Einhaltung des Montreux-Vertrages hatte für beide Seiten - die türkische und die sowjetische - m.E. eine hohe Priorität ... ohne Spielchen mit getaucht fahrenden U-Booten ... was letztlich eine Vertragsverletzung dargestellt hätte, von den navigatorischen Schwierigkeiten und der Gefährdung des Schiffsverkehrs ganz abgesehen ...

Zitat von: hillus am 24 Juni 2013, 20:00:55
Bei Gibraltar sieht es da schon anders aus. Da versuchten es die Sowjet-U-Boote, weil auch hier die Passage nur aufgetaucht passiert werden durfte. Das Beispiel von K-53 (Projekt 671 - NATO Code VICTOR I) zeigte es der Welt. Allerdings kollidierte das Atom-U-Boot dabei am 19.09.1984 mit dem Führungsschiff BRATSTVO beim Versuch des unbemerkten Eindringens ins Mittelmeer.
siehe auch:
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,16529.msg183269.html#msg183269 (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,16529.msg183269.html#msg183269)

Grüsse
OLPE
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Trimmer am 25 Juni 2013, 12:27:09
Hallo Olaf - Verträge hin oder her - wir wissen doch Beide das "Papier geduldig " ist und das beide Seiten immer versucht haben irgendwie auch diese Verträge zu hintergehen. Da "verirrte" sich mal ein Flugzeug, da war ein Schiff durch "Navigationsfehler" plötzlich in der Dreimeilenzone usw. usw.
Ja und wenn man erwischt wurde tauschte man Protestnoten aus und das Spiel ging weiter - ja geht sogar heute noch weiter

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 25 Juni 2013, 12:44:15
Moin,

Olaf danke für Deine Ergänzungen! top

Wie versprochen habe ich mich nochmals mit dieser Problematik beschäftigt.

1. Es ist kein Fall bekannt, dass ein sowjetisches U-Boot im getauchten Zustand den Bosporus passiert hätte. Diese Meldung ist gesichert!!!
2. Rein nautisch gesehen wäre das auf Grund der geringen Wassertiefen und den hohen Strömungsgeschwindigkeiten ein äußerst gefährliches Unterfangen gewesen.
3. Da aber nichts auszuschließen war, hatten die Türken eine den anderen Schiffsverkehr in nicht gefährdeter Tiefe eine U-Boot-Netzsperre!!!

Zu Gibraltar fiel mir noch ein, weil ein Gedankenblitz mich plötzlich an den Film "Das Boot" erinnerte. Dort war die Situation beim Durchbruch durch Gibraltar vom "Alten" Jürgen Prochnow hinsichtlich hoher Strömungsgeschwindigkeiten angesprochen wurden. Also eine 100% der Realität entsprechende Tatsache! Das war filmische Erinnerung.

In der Zeit des Kalten Krieges waren auch die Meeresforschungen soweit gediehen, dass man wußte, dass es, zutreffend für Gibraltar,  unterschiedliche Salzwasserdichten gab. Das Phänomen bestand doch darin, dass damit keine Ortung des U-Bootes von oben möglich war, wenn es zudem tief getaucht fuhr. Die Wassertiefe der Straße von Gibraltar war dazu wie geschaffen.
Wie nun die U-Boote kriegen, wenn sie sich nicht an die Abmachungen hielten????
Wenn von oben keine Ortung möglich bzw. erschwert ist, sind die Unterwasserschichten wohl von beiden Landseiten mit einer Art von Hydrophonen abgehört worden. Aber Achtung, das ist bis heute nicht nachgewiesen und immer noch das Geheimnis der Anrainerstaaten bzw. der NATO im Besonderen.

Mehr und nicht weniger dazu!!!

Es hat vor einer Stunde endlich geregnet für zehn Minuten, aber kräftig. Jetzt scheint wieder die Sonne.

Grüße aus Braunschweig

hillus

Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 25 Juni 2013, 12:51:22
Hallo Achim,

ich glaube, meine Antwort war eindeutig hinsichtlich Bosporus-Passage. Natürlich hast Du nicht ganz Unrecht, Verträge und Papier sind geduldig. Mit dem Abkommen von Montreux haben es sich aber auch die Sowjets nicht leicht gemacht, zumindest bei den U-Booten.
Die Durchfahrt ihrer Träger war ein anderes Blatt.

Grüße nach Marzahn und Cindy, die ich für den Tod nicht abkann. Endlich steigt sie aus "Wetten das?" aus. Am Anfang war die noch lustig, heute auch nur noch Kommerz! top

Gruß Jochen :MG:
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: bettika61 am 25 Juni 2013, 13:12:24
Zitat von: hillus am 25 Juni 2013, 12:44:15
Wenn von oben keine Ortung möglich bzw. erschwert ist, sind die Unterwasserschichten wohl von beiden Landseiten mit einer Art von Hydrophonen abgehört worden.

Hallo,
sowas in dieser Art (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s-h_magazin/zeitreise/zeitreisefehmarnlauscher101.html) ?  :MZ:

Grüsse
Beate
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 25 Juni 2013, 13:13:44
Zitat von: hillus am 24 Juni 2013, 15:32:04
Hallo Manfred,

Der Vertrag besagte auch, ein zurück in das Schwarze Meer war nicht gestattet. Guter Rat war teuer. Die U-Boote der Schwarzmeer Flotte waren ja tatsächlich zur Instandsetzung in Mittelmeer-Werften. Das Dokument ist mir nicht bekannt, aber mir bestätigten andere Marineexperten, dass die damalige Sowjetunion wohl einen bilateralen Vertrag mit der Türkei, also wieder einem NATO-Land, hatte, der es den sowjetischen U-Booten gestattete, die Rückpassage ins Schwarze Meer nur nach einer Werftinstandsetzung durchzuführen. Dazu waren dann die notwendigen Unterlagen bei den Türken einzureichen.

Gruß :MG:

Jochen

Zitat von: hillus am 25 Juni 2013, 12:44:15
Moin,

3. Da aber nichts auszuschließen war, hatten die Türken eine den anderen Schiffsverkehr in nicht gefährdeter Tiefe eine U-Boot-Netzsperre!!!


Hallo Jochen, bei dem ersten gehe ich davon aus das dies heute noch gilt und das zweite?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 25 Juni 2013, 13:17:27
Zitat von: bettika61 am 25 Juni 2013, 13:12:24
Zitat von: hillus am 25 Juni 2013, 12:44:15
Wenn von oben keine Ortung möglich bzw. erschwert ist, sind die Unterwasserschichten wohl von beiden Landseiten mit einer Art von Hydrophonen abgehört worden.

Hallo,
sowas in dieser Art (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s-h_magazin/zeitreise/zeitreisefehmarnlauscher101.html) ?  :MZ:

Grüsse
Beate

Hallo Beate,  :TU:) war mir auch neu..... :MV:

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 25 Juni 2013, 13:19:37
Moin,

na, solche "Lauscherchen" werden es wohl nicht gewesen sein! :MLL:
Aber interessant, was alles so aufgestöbert wird.

Über die Existenz des U-Bootnetzes bis heute liegt bei mir keine Nachricht vor.

Jochen :MG:
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 26 Juni 2013, 10:55:04
Bis jetzt gab es ja schon mal viele interessante Informationen aber zu dem gab es leider noch nichts......

Zitat von: Albatros am 24 Juni 2013, 13:31:16
Der 3. Eskradra im Mittelmeer fehlten ja befestigte Marine und Luftwaffenstützpunkte auch um Versorgungsstützpunkte war sie immer verlegen.

In einigen arabischen Häfen konnte sie sich zwar mit Proviant und Öl versorgen und eventuell auch kleinere Reparaturen durchführen aber das war es auch schon.
Das gleiche galt für Tartus und Latakia (Syrien) und Kotor ( Jugoslawien).

Das Griechenland als Mitgliedstaat der Nato, der sowjetischen Flotte diese Möglichkeit zur Reparatur und Versorgung gab war schon ungewöhnlich.
Der zwischenstaatliche Vertrag von 1979 sah vor das sowjetischen Versorgungsschiffe der Flotte die nicht armiert sein durften Reparaturen durchführen und ihre Versorgungskapazitäten auffüllen konnten, die Besatzungen während der Reparatur sich an Land erholen können und die Schiffe weiter direkten Funkverkehr mit ihren Basen halten konnten.

Es gibt aber auch Personen die der Meinung sind das der Vertrag der sowjetischen Marine erlaubt hätte jede Art von Schiffen also auch bewaffnete reparieren zu lassen.

Welche Ansicht ist/war die richtige?

Und wie lange bestand denn überhaupt dieser Vertrag?

Und es ergibt sich in dem Zusammenhang scheinbar eine neue Möglichkeit für die russische Flotte.
http://www.tagesspiegel.de/politik/zypern-krise-ein-marinestuetzpunkt-fuer-moskau/7966250.html


:MG:

Manfred

Hier mal eine Karte der Sowjetische Marinebasen und Ankerrechte um 1984.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Soviet_Navy_Bases_1984.png
Karte lässt sich vergrößern.

Hier ist Syros schon nicht mehr verzeichnet, dafür aber Malta.
Ebenso ist zu erkennen das Ägypten nicht mehr zur Verfügung stand und seltsamerweise Jugoslawien auch nicht mehr?

Die sowjetische Marine war also immer um Versorgungs und Stützpunkte im Mittelmeer verlegen.
Wenn nun eine neue Flotte im Mittelmeer aufgebaut werden soll wäre Zypern neben Tartus schon sehr wichtig, ansonsten bietet sich da angeblich wohl noch Montenegro an.

Hier zwei Bilder aus Limassol
http://p4.focus.de/img/gen/Y/y/HBYynCsB_Pxgen_r_1100xA.jpg
http://www.welt.de/img/ausland/origs116290756/121972226-w900-h600/Russina-Destroyer-Admiral-Panteleyev-Visits-Shanghai.jpg

http://www.focus.de/politik/ausland/militaerpraesenz-im-mittelmeer-russische-kriegsschiffe-gehen-in-zypern-vor-anker_aid_993202.html

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: RonnyM am 26 Juni 2013, 17:54:20
Was mich wundert, hier taucht in diesem Zusammenhang immer wieder Malta auf. Das ist doch eine von den Engländern "besetzte" Insel. Woher diese "Russenfreundlichkeit" :?

Grüße Ronny
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 26 Juni 2013, 18:33:05
Hallo Ronny, die waren eine Zeit vom rechten Weg abgekommen...... :O/Y
1974 deklarierte Malta sich als Republik und verzichtete damit auf die Queen als Staatsoberhaupt.
Die britischen Truppen durften aber bis 1979 auf der Insel verbleiben, dafür sicherte Malta angeblich zu, keinem Mitgliedsstaat des Warschauer Pakts militärische Anlagen zur Verfügung zu stellen. Die letzten britischen Militäreinheiten zogen am 31. März 1979 aus Malta ab. Nun lehnte sich die Außen und Sicherheitspolitik Maltas eng an die Sowjetunion, aber auch an China und Libyen an.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: RonnyM am 26 Juni 2013, 19:20:55
Danke Albatros. top

Grüße Ronny
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 28 Juni 2013, 18:30:14

Es scheint immer wahrscheinlich zu werden das die Russische Marine auf Zypern einen Stützpunkt bekommen wird. Es könnte auch sein, dass die russische Luftwaffe die Basis in Paphos nutzen werde.
Nun ist Zypern nicht in der Nato so wie Syros (Griecheland ) damals aber in der EU.
Es gibt auch keinen Warschauer-Pakt mehr oder den Kalten Krieg aber sollte ein Abkommen über einen Stützpunkt auf Zypern auf dem sich noch zwei Britische Stützpunkte ( Akrotiri und Dhekelia ) befinden zustande kommen so wäre das schon bemerkenswert.

Es finden ja inzwischen auch gemeinsame Manöver (Nato-Russland) statt aber so gerne das sie Stützpunkte gemeinsam nutzen würden haben sie sich nun auch nicht gerade....... :O/Y

http://www.dw.de/russische-muskelspiele-im-mittelmeer/a-16912260

Zu Syros hat scheinbar keiner der Experten der Roten Flotte etwas gefunden......... :MV:

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 28 Juni 2013, 18:38:36
Hallo Manfred,

ich habe noch nicht einmal gesucht!!! :MS:
Ich habe derzeit nur sehr wenig Zeit. Nur was ich schnell an Infos schüttenkann, geht ins FMA. Bitte Verständnis, aber wir haben auch noch andere Experten. Allerdings sind Kaschube_29 und der erste derzeit nicht mehr in Deutschland bzw. in den nächsten Tagen. Da wird wohl etwas aufgeschoben werden müssen. Vielleicht hat Olpe was in petto!

Gruß

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: der erste am 28 Juni 2013, 18:46:20
Zitat von: Albatros am 28 Juni 2013, 18:30:14

Es scheint immer wahrscheinlich zu werden das die Russische Marine auf Zypern einen Stützpunkt bekommen wird. Es könnte auch sein, dass die russische Luftwaffe die Basis in Paphos nutzen werde.
----oder den Kalten Krieg -

Manfred
Was spräche denn dagegen? Und, wieso glaubst Du, das der kalte Krieg vorbei ist?
Bin ab Sonntag in St. Petersburg. Melde mich dann nach der Messe wieder.
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 28 Juni 2013, 19:17:19
Zitat von: der erste am 28 Juni 2013, 18:46:20

Was spräche denn dagegen?


nichts, außer das es wie ich schon geschrieben habe bemerkenswert wäre...... :MZ:

Zitat von: der erste am 28 Juni 2013, 18:46:20

Und, wieso glaubst Du, das der kalte Krieg vorbei ist?
Bin ab Sonntag in St. Petersburg. Melde mich dann nach der Messe wieder.

Tja, da war ich einfach mal von ausgegangen, bist Du gegenteiliger Meinung?

Wünsche Dir ein paar schöne Tage in St. Petersburg.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 28 Juni 2013, 19:32:36
Zitat von: hillus am 28 Juni 2013, 18:38:36
Hallo Manfred,

aber wir haben auch noch andere Experten.

Gruß

Jochen

Genau, da gibt es außer die von Dir genannten zumindest auch noch einige Boardmoderaten die die Flotten der Welt als ihr Spezialgebiet angeben.

Wünsche Euch für Eure Neuerscheinung viel Erfolg.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 28 Juni 2013, 19:38:31
Hallo Manfred,

Danke für deine Wünsche für das neue Buch. Interesse??

Gruß Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 28 Juni 2013, 19:51:04
Zitat von: hillus am 28 Juni 2013, 19:38:31
Hallo Manfred,

Interesse??

Gruß Jochen

Schon.... :MV: .ich habe aber vor einigen Jahren mit meiner Frau beschlossen jetzt reicht es, ich bekam zeitweise im Wochentakt Bücher ins Haus........ :-D
Ich wünsche jetzt kein Gespräch darüber wer das letzte Wort hatte.... :angel:  :O/Y

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: der erste am 29 Juni 2013, 10:32:38
Es ist wohl überall das gleiche. Ich habe in meiner Kundenliste einen kleinen, christlichen Buchladen. Dort bestelle ich immer meine Bücher. So kommen sie gar nicht erst mit der Post ins Haus und ich erspar mir Erklärungen.
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 04 Juli 2013, 11:01:32
Zitat von: Albatros am 24 Juni 2013, 13:31:16

Der zwischenstaatliche Vertrag von 1979 sah vor das sowjetischen Versorgungsschiffe der Flotte die nicht armiert sein durften Reparaturen durchführen und ihre Versorgungskapazitäten auffüllen konnten, die Besatzungen während der Reparatur sich an Land erholen können und die Schiffe weiter direkten Funkverkehr mit ihren Basen halten konnten.

Es gibt aber auch Personen die der Meinung sind das der Vertrag der sowjetischen Marine erlaubt hätte jede Art von Schiffen also auch bewaffnete reparieren zu lassen.

Welche Ansicht ist/war die richtige?

Und wie lange bestand denn überhaupt dieser Vertrag?



Nach Abschluss des Vertrags zur Reparatur sowjetischer Schiffe waren innerhalb der nächsten 18 Monate 12 Schiffe davon 4 desarmierte Versorger der Marine in der Werft Nerion Shipyards auf Syros.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 13 September 2013, 12:12:29
Nochmal zu der Frage wie lange bestanden die Möglichkeiten für die sowjetische Flotte in Syros Reparaturen ausführen zu lassen.

1979 räumte die griechische Regierung unter Karamanlis der UDSSR die Möglichkeit auf der Neorion-Werft (Syros) ein und noch 1982 wollte die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) unter Papandreou diese erneuern.

Da ergibt sich für mich eine neue Frage, war Griechenland zu dieser Zeit nicht voll in die Nato Integriert?

Den Sowjets muss zu diesem Zeitpunkt reichlich Werftkapazität gefehlt haben denn sie nutzten in dieser Zeit auch Werften auf Malta und waren sogar gezwungen auf französische und auch britische Werften in Singapur auszuweichen.

Dies betraf aber wohl immer nur Schiffe der sowjetischen Handelsflotte und Versorgungseinheiten der Flotte. Auf Malta und in Syros wurde nicht nur gewartet und repariert sondern auch versorgt.

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 13 September 2013, 13:51:56
Moin Manfred,

die sowjetische Seekriegsflotte verfügte in ihren besten Zeiten über ein Netz von Versorgungspunkten. Sie nannten sich PMTO-Punkt materiell-technischer Sicherstellung (russisch - ПМТО - пункт материально-технического обеспечения) oder eben in englisch "point of the material and technical provision". Über diese Punkte wurde die gesamte Versorgung und schiffstechnische Hilfe sichergstellt. Alle anderen bekanntgewordenen Aufenthalte von sowjetischen Kriegsschiffen erfuhren eine operative Lösung über die jeweiligen Häfen, Flottenkommandos oder, wenn notwendig, über die Regierungen.

Die sowjetische Seekriegsflotte verfügte über folgende offizielle PMTO's:
- Hafen von Luanda in Angola
- die äthiopische Insel Dachlak
- Hafen von Berbera in Somali
- Reede der Insel Sokotra von Nordjemen
- die Häfen Mers-Matruch und Port Said in Ägypten
- die Häfen Tartus und Latakia in Syrien

Für die rückwärtige Versorgung und Schiffsreparaturen standen zur Verfügung:
- Cam Ranh in Vietnam
- Split und Tivat in Jugoslawien
- Alexandria in Ägypten
- Tripoli und Tobruk in Libyen
- Bizerta und Sfax in Tunesien

Bis bald!

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Trimmer am 13 September 2013, 14:32:03
Hallo Jochen - war Cuba nicht auch ein PMTO-Punkt oder war das nur geplant

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 13 September 2013, 17:14:08
Hallo Achim,

ich habe weder eine offizielle, noch eine inoffizielle Meldung darüber, ob in Cuba ein PMTO geplant war. Aber nach dem Desaster der Cuba-Krise, war das wohl auch nicht mehr möglich.
Zu bezweifeln ist allerdings nicht, dass Cuba allen sowjetischen und heute russischen Kriegsschiffen eine umfassende Hilfe zukommen ließ.
Die Flottenbesuche russischer Kriegsschiffe florieren ja bis heute.

Obwohl heute immer mehr aus den Archiven bekannt wird, wurde darüber nur wenig geschrieben. Auch in den neuesten Büchern, die Axel aus St. Petersburg zu diesem Thema mitbrachte, habe ich nichts gefunden.

Bis denne!

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: hillus am 13 September 2013, 17:27:21
Hallo Achim,

wenn Du bei Kuba etwas tiefer in die Materie eindringen willst, dann empfehle ich Dir das hier: http://alerozin.narod.ru/ !

Dort kannst Du, allerdings nur in Russisch-also den niedlichen kyrillischen Schriftzeichen- zwei sehr intensive Artikel finden.
Sie sind in der Gesamtaufstelung der Artikel im linken Seitenstreifen zu finden.

Gruß

Jochen
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Trimmer am 13 September 2013, 17:49:53
Hallo Jochen - ich habe mir schon einen ersten Überblick verschafft - toller Hinweis von Dir top Die "niedlichen " Schriftzeichen nehme ich doch da gerne in kauf  :-D  Wie die Beziehung Cuba - Russland heute ist  :/DK: Castro fühlte sich ja auch ziehmlich verraten von dem Herrn mit dem Muttermal

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 13 September 2013, 20:44:06
Zitat von: hillus am 13 September 2013, 13:51:56
Moin Manfred,

die sowjetische Seekriegsflotte verfügte in ihren besten Zeiten über ein Netz von Versorgungspunkten. Sie nannten sich PMTO-Punkt materiell-technischer Sicherstellung (russisch - ПМТО - пункт материально-технического обеспечения) oder eben in englisch "point of the material and technical provision". Über diese Punkte wurde die gesamte Versorgung und schiffstechnische Hilfe sichergstellt. Alle anderen bekanntgewordenen Aufenthalte von sowjetischen Kriegsschiffen erfuhren eine operative Lösung über die jeweiligen Häfen, Flottenkommandos oder, wenn notwendig, über die Regierungen.

Die sowjetische Seekriegsflotte verfügte über folgende offizielle PMTO's:
- Hafen von Luanda in Angola
- die äthiopische Insel Dachlak
- Hafen von Berbera in Somali
- Reede der Insel Sokotra von Nordjemen
- die Häfen Mers-Matruch und Port Said in Ägypten
- die Häfen Tartus und Latakia in Syrien

Für die rückwärtige Versorgung und Schiffsreparaturen standen zur Verfügung:
- Cam Ranh in Vietnam
- Split und Tivat in Jugoslawien
- Alexandria in Ägypten
- Tripoli und Tobruk in Libyen
- Bizerta und Sfax in Tunesien

Bis bald!

Jochen

Hallo Jochen,

was ist denn mit Malta und Syros, worunter fielen die denn?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Kaschube_29 am 14 September 2013, 18:53:44
Moin Manfred,

Malta ist ein "normaler" Anlaufhafen ohne ständige russische Militärpräsenz in Form von dort befindlichen Marineangehörigen; dort gab es die Versorgung über normale Schiffsagenten und die Betreuung durch das Konsulat/ die Botschaft.

Auch in Syros gab es kein ständiges russisches Verbindungskommando, das die entsprechenden Reparaturaufträge ständig betreut hat.

Bis dann,

Kaschube_29
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 21 Dezember 2013, 21:42:57
Montenegro lehnt russische Basis im Hafen Bar ab,

http://www.europeonline-magazine.eu/zeitung-montenegro-lehnt-russische-basis-im-hafen-bar-ab_310064.html

:MG:

Manfred

Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Albatros am 12 April 2015, 17:23:41
Vielleicht wir hier wieder etwas belebt........

Laut der Passauer Neuen Presse macht Griechenlands Regierungschef Tsipras ja keinen Hehl daraus, wie er die künftigen Beziehungen mit Moskau sieht, sie sollen einen Frühling erleben. Er tritt damit eventuell in die Fußstapfen von Sozialistenführer Andreas Papandreou. Dieser hatte ja vor 35 Jahren Absprachen mit Moskau getroffen , danach durfte die russische Mittelmeerflotte in griechischen Gewässern ankern, und Kriegsschiffe durften griechische Werften ( Syros ) anlaufen.
Man fragt sich, ob nicht eine Marinebasis auf einer griechischen Insel zu einem Geschäft gehören könnte um wieder Kohle in die leeren Kassen zu bekommen. Angesichts des Bürgerkriegs in Syrien dürfte Moskau sicher längst nach einer Alternative für seinen Stützpunkt in Tartus suchen.
Hat man da schon etwas in russischen Medien vermeldet?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Syros, die ehemals erste Reparaturbasis der Sowjetischen Marine im Mittelmeer.
Beitrag von: Kaschube_29 am 12 April 2015, 20:36:57
Moin Manfred,

im Moment ist es absolut ruhig an der "Meldungsfront" bezüglich der Suche nach Alternativen zu Tartus, denn:

- Limassol (Zypern) wird häufig als Anlaufhafen genutzt zum Auffrischen der Vorräte (und dem Vertreten der Besatzungen an Land). Weitere häufige Anlaufhäfen sind im Mittelmeerbereich Malta und Ceuta (Spanien). Im Indischen Ozean wird häufiger der Hafen von Salalah (Oman) genutzt.

- weiterhin werden bis zu vier Wochen dauernde Werftaufenthalte von russischen Kriegsschiffen, die im Mittelmeerverband eingesetzt werden, im Bereich von Sewastopol durchgeführt. Hauptsächlich werden die Kapazitäten der Marinewerft "13.Schiffsinstandsetzungswerk" genutzt.

- außerdem setzt man in Rußland weiterhin auf die gegenwärtige Assad-Regierung in Syrien, die auch schon sehr lange im Westen tot geschrieben worden ist.

Gegenwärtige Regierungspolitik der Russischen Föderation ist, längere Werftaufenthalte nicht im Ausland durchzuführen, sondern eigene Werftkapazitäten zu beschäftigen, auch wenn dies etwas länger dauert; das gegenwärtig letzte russische Kriegsschiff, das im Ausland einen Werftaufenthalt durchläuft, ist das Schulschiff "Perekop" ("Перекоп"), das in Varna (Bulgarien) im Verlauf von zwei Jahren überholt wird und in diesem Jahr die Werftliegezeit beenden soll.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)