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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - Allgemein => Thema gestartet von: smutje505 am 23 Dezember 2013, 20:25:06

Titel: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: smutje505 am 23 Dezember 2013, 20:25:06
Der russische Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow ist im Alter von 94 Jahren verstorben.
Die AK 47 hatten wir zu meiner Zeit an Bord.
das Bild von ihm aus "RIANOVOSTI"2011
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Violoncello am 23 Dezember 2013, 20:48:52
Hallo Smutje 505,

ich freue mich über diesen allgemein bildenden Beitrag! Wahrscheinlich hätte ich dies auf anderem Wege nie erfahren. Der Name zumindest dürfte den meisten, die sich auch allgemein für Waffengeschichte interessieren, ja bekannt sein!

Dennoch möchte ich an dieser Stelle ergänzen, dass Kalaschnikow nicht der Konstrukteur der AK 47 im strengsten Sinne gewesen ist. Bei der Konstruktion handelte es sich um eine Fortentwicklung des in die Wehrmacht eingeführten Sturmgewehrs 44, das aus dem Maschinenkarabiner MKb 42 hervorgegangen ist.

Viele Grüße

Violoncello
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Schorsch am 23 Dezember 2013, 21:18:55
Hallo Violoncello,

Zitat von: Violoncello am 23 Dezember 2013, 20:48:52
(...)
Dennoch möchte ich an dieser Stelle ergänzen, dass Kalaschnikow nicht der Konstrukteur der AK 47 im strengsten Sinne gewesen ist. Bei der Konstruktion handelte es sich um eine Fortentwicklung des in die Wehrmacht eingeführten Sturmgewehrs 44, das aus dem Maschinenkarabiner MKb 42 hervorgegangen ist.
(...)
...woran machst Du denn diese Behauptung fest? Die deutschen Waffen mit Kippblockverschluss, die AK 47 mit Drehkopfverschluss; schon das ist ein zu großer konstruktiver Unterschied, als dass hier eine direkte Verwandtschaft postuliert werden könnte. Das einzige, was unbestreitbar von sowjetischer Seite von den deutschen Waffen übernommen wurde, ist die Idee der Kurzpatrone als leistungsmäßiges Mittelding zwischen Pistolen- und Gewehrmunition.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: der erste am 23 Dezember 2013, 22:01:26
Generalleutnant Kalaschnikow wollte eine einfache, leicht zu handhabende  Waffe entwickeln, die unter allen meteorologischen Bedingungen einsatzbereit ist. Das hat er geschafft. Er wollte Waffen für den einfachen Soldaten, nicht für den Akademiker, entwickeln. Das hat er geschafft.
http://tvzvezda.ru/news/forces/content/201312232055-synu.htm
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Huszar am 23 Dezember 2013, 22:23:20
Rest in Piece  :cry:

Ich würde mal behaupten, dass kein einzelner Mensch die Nachkriegszeit mehr geprägt hat, als Hr. Kalashnikow.

:MG:

mfg

alex
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Jong am 23 Dezember 2013, 22:52:00
Zitat von: Huszar am 23 Dezember 2013, 22:23:20
Rest in Piece  :cry:


Magst ihn wohl nicht so sehr den Towarischtsch Kalaschnikow...

oder sollte es ein Rest in Peace werden...

:MG:
Jong
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Violoncello am 23 Dezember 2013, 23:48:28
Hallo Schorsch,

danke für die Info! Ist der "Drehkopfverschluss" der AK 47 dann vergleichbar mit dem "zweiteiligen Masse-Trägheitsverschluss mit rollengesteuerter Öffnung" (Enzyklopädie deutscher Waffen, Stuttgart 1999, S. 50) des Sturmgewehrs 45 (M) oder Gerät 06 (M) (S.55)?

Viele Grüße

Violoncello


Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: der erste am 24 Dezember 2013, 08:05:11
Hier mal ein Beispiel für die vielfältigen Nutzungsformen einer Kalaschnikow.
http://www.liveleak.com/view?i=b02_1385453273
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Schorsch am 24 Dezember 2013, 09:35:23
Hallo Violoncello,

auch die Verschlusstechniken des Gerätes 06 (Gasdrucklader mit starrem Rollenverschluss) und des StG 45(M) (Rückstoßlader mit verzögertem Rollenverschluss) unterscheiden sich deutlich von der Funktionsweise des Verschlusses der AK-Familie.
Zum Nachlesen bietet sich diesbezüglich Wikipedia an (--/>/> Drehkopfverschluss (http://de.wikipedia.org/wiki/Drehkopfverschluss), --/>/> verzögerter Rollenverschluss (http://de.wikipedia.org/wiki/Rollenverschluss#Beweglich_abgest.C3.BCtzter_Rollenverschluss)). Ein paar animierte Darstellungen sind auch in den Weiten des Netzes zu finden (--/>/> Drehkopfverschluss (http://www.waffeninfo.net/verschluss/bild/rotboltani.gif) à la AK-47, --/>/> Kippblockverschluss (http://www.waffeninfo.net/verschluss/bild/tiltblockani.gif) à la StG 44 und --/>/> Rollenverschluss (http://www.waffeninfo.net/verschluss/bild/roldelboltani.gif) à la StG 45(M)).
Insbesondere der verzögerte Rollenverschluss ist in der Nachkriegszeit die Standardvariante für die automatischen Handfeuerwaffen gewesen, die von Heckler & Koch produziert wurden, bis man auch dort mit dem G 36 zur Nutzung des Drehkopfverschlusses überging.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Trimmer am 24 Dezember 2013, 11:05:01
Nun zur "Ehrenrettung " von Violoncello muß man aber auch sagen das die Geschichte Sturmgewehr 44 - Vorläufer der Kalaschnikow - in vielen Köpfen immer noch rumgeistert und auf den ersten kurzen Blick könnte man es ja auch denken.
Auf alle Fälle hat dann die Kalaschnikow ihren " Siegeszug" geschafft ( Ironie ) Was mir persönlich damals gefallen hat - eine unkomplizierte Waffe bis auf das Putzen des Gaskanals  :-D wo der Spieß immer etwas gefunden hat

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Mario am 24 Dezember 2013, 14:14:31
Zitateine unkomplizierte Waffe bis auf das Putzen des Gaskanals  (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/Smileys/classic/grin.gif) wo der Spieß immer etwas gefunden hat

jaja, der gefürchtete Ruf : " WAAAAAAAAAFFENKONTROLLE"
ein Tisch mit einem weißem Tischtuch und eine Packung Streichhölzer, mit denen man in jede noch so winzige Ecke der Waffe kam.

Gab es die AK-74 eigentlich auch bei uns in der NVA ???
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Schorsch am 24 Dezember 2013, 14:30:27
Hallo Mario,

Zitat von: Mario am 24 Dezember 2013, 14:14:31
(...)
Gab es die AK-74 eigentlich auch bei uns in der NVA ???
...'türlich, guckst Du z.B. --/>/> hier (http://www.historisches-tonarchiv.de/downloads/001_kalaschnikow1985.zip)!

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 24 Dezember 2013, 15:53:02
Wir hatten ein paar von dieser "Geihmwaffe" in der US Army 1958.  Wir mussten lernen wie das Ding zerlegt und wieder zusammenbaut.  Meiner Erinnerungen nach waren damals die Teile zwischen den Gewehren noch nicht austauschbar. 
PS:  #11 zum "Putzen" der Kanten und Ecken benutzen wir einen harten Bleistift.  Das sah dann "glänzend" aus  :MLL:
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Jong am 24 Dezember 2013, 17:22:51
Zitat von: Mario am 24 Dezember 2013, 14:14:31
Zitateine unkomplizierte Waffe bis auf das Putzen des Gaskanals  (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/Smileys/classic/grin.gif) wo der Spieß immer etwas gefunden hat

jaja, der gefürchtete Ruf : " WAAAAAAAAAFFENKONTROLLE"
ein Tisch mit einem weißem Tischtuch und eine Packung Streichhölzer, mit denen man in jede noch so winzige Ecke der Waffe kam.

Gab es die AK-74 eigentlich auch bei uns in der NVA ???

Da ist man doch besser gekommen wenn man die Knarre nicht nur teilweise sondern vollständig auseinander gebaut hat...
Gut das war zwar nicht erlaubt und etliche mussten danach erst das kleine Federchen wieder suchen aber man bekam sie besser sauber als mit den Streichhölzern...

:MG:
Jong
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: smutje505 am 24 Dezember 2013, 22:56:57
Hallo Mario .....Anfang.Die AK 47 hatten wir zu meiner Zeit an Bord.
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: suhren564 am 25 Dezember 2013, 01:57:36
Zitat von: Mario am 24 Dezember 2013, 14:14:31
Gab es die AK-74 eigentlich auch bei uns in der NVA ???

Ein Cousin von mir hat 1986 die AK 74 beim Konterwechsel als Waffe bekommen. Erstaunlich ist ja immerwieder, daß die DDR viele Waffen erst in ihr Arsenal aufnahm, nachdem die NATO diese schon in allen Einzelheiten und vorallem mit allen ihren Schwächen kannten.
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Mario am 25 Dezember 2013, 10:20:49
ZitatDa ist man doch besser gekommen wenn man die Knarre nicht nur teilweise sondern vollständig auseinander gebaut hat...
Gut das war zwar nicht erlaubt und etliche mussten danach erst das kleine Federchen wieder suchen aber man bekam sie besser sauber als mit den Streichhölzern...
Das Streichholz war Kontrollinstrument. Es wurde erst mit dem Holzende in alle unzugänglichen Ecken der Waffe geführt und danach auf dem weißem Tischtuch abgewischt.
Mein Glück war, daß ich im Zug "Technik und Bewaffnung" war. Wir hatten die Möglichkeit, unsere Waffeleisen regelmäßig in mit Waschbenzin gefüllte Wannen zu baden. Dadurch hatten wir immer die saubersten MPi`s.

ZitatEin Cousin von mir hat 1986 die AK 74 beim Konterwechsel als Waffe bekommen. Erstaunlich ist ja immerwieder, daß die DDR viele Waffen erst in ihr Arsenal aufnahm, nachdem die NATO diese schon in allen Einzelheiten und vorallem mit allen ihren Schwächen kannten.

Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, daß unsere Brüder kein allzugroßes Vertrauen zur NVA hatten. Keine modernen Waffen, dreimal soviel sowjetische Soldaten als NVA-Angehörige in der DDR und immer sehr nah an den NVA-Standorten stationiert.
Freundschaft ist gut, Kontrolle ist besser  ;)
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: 2M3 am 25 Dezember 2013, 10:31:20
Zitat von: suhren564 am 25 Dezember 2013, 01:57:36
Zitat von: Mario am 24 Dezember 2013, 14:14:31
Gab es die AK-74 eigentlich auch bei uns in der NVA ???

Ein Cousin von mir hat 1986 die AK 74 beim Konterwechsel als Waffe bekommen. Erstaunlich ist ja immerwieder, daß die DDR viele Waffen erst in ihr Arsenal aufnahm, nachdem die NATO diese schon in allen Einzelheiten und vorallem mit allen ihren Schwächen kannten.
Hmm, wo waren denn die Schwächen der AK-47/74? Würde mich mal interessieren. Die Herstellungszahlen von geschätzten 100 Mill. Stück sprechen für einen Erfolg, sowohl in technischer als auch in kommerzieller Hinsicht. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt  top
Und für Grundwehrdienstleistende nicht zu anspruchsvoll.

Das mit der späten Übernahme von Waffensystemen war dem Mißtrauen unserer sowj. "Waffenbrüder" zuzuschreiben. Moderne Waffen wurden selten zeitnah zum Export freigegeben und eine eigene Herstellung lohnte sich entweder quantitativ nicht oder wurde sogar "sabotiert".

Frohe Weihnachten, Frank
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Trimmer am 25 Dezember 2013, 10:51:47
Da muß ich Frank voll zustimmen - das war eine Waffe auf die man sich verlassen konnte. Wenn man dann auch noch sieht das die Teile ohne Probleme austauschbar waren - also ein Standart im gesamten WP - nun das war ja wohl nicht so schlecht.
Übrigens - irgendwo hatte ich mal gelesen das es da dann auch eine DDR- Kalaschnikow - verbesserte Konstruktion - gegeben hat.
( nicht die KK - Kalaschnikow ) Einige Stück sollen wohl dann in den USA produziert wurden sein.Die AK 74 gab es bei einigen Einheiten der NVA in den 80 ziger Jahren. Mein Sohn - ausgebildet bei der BW am G 3 hate dann 1990 in Eggesin auch erst  die AK 74

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: der erste am 25 Dezember 2013, 11:16:44
Du meinst  bestimmt die "Wieger". siehe hier http://de.wikipedia.org/wiki/Wieger
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Mario am 25 Dezember 2013, 17:11:28
ZitatHmm, wo waren denn die Schwächen der AK-47/74? Würde mich mal interessieren.
Laut wiki war die Trefferquote niedriger als vergleichbare Waffen, wurde aber zugunsten der Zuverlässigkeit in Kauf genommen.
Bei geringer Kampfentfernung fällt das ja auch nicht ins Gewicht, Scharfschützen nutzten andere Waffen.
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Trimmer am 26 Dezember 2013, 09:06:53
Hallo Holger - genau dieses " Gerät " habe ich gemeint  top Ja Mario , die Kalaschnikow war oder ist ja eine Waffe für den "Nahkampf " - 300 - 500 m - ich habe die Visiereinstellung nicht mehr so richtig im Kopf - aber es ging ja auch darum die Feuerkraft einer Infanterieeinheit zu erhöhen, sowohl beim Angriff als auch in der Verteidigung. Dazu kommt, wie schon im Forum gesagt, dass selbst ein "4-Klassenschüler" die Waffe schnell beherrschen konnte .

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Mario am 26 Dezember 2013, 10:37:59
Zitatdass selbst ein "4-Klassenschüler" die Waffe schnell beherrschen konnte .
Wir hatten bei uns einen 2-Klassen-Schüler. Ein lieber Kerl, aber seine Kameraden haben ihm gleich nach jedem Wachantritt die vollen Magazine abgenommen und gegen leere getauscht.
Wenn neben Dir jemand steht, mit 60 scharfen Patronen und bei jedem Knacken im Gebüsch durchzieht, dann fühlst Du Dich nicht mehr so sicher.
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: Trimmer am 26 Dezember 2013, 15:19:24
Na Mario da staune ich aber nun wirklich. Wir durften nur mal einige Teile im Gelände suchen weil ein Kollege "Genosse" unbedingt wärend der Wache die MPi auseinander bauen mußte - im dunklem Wald - aber sonst Null-Probleme. Übrigens wir hatten auf Wache immer den vollen Kampfsatz also 120 Schuß am Mann. Vier volle Magazine a 30  und ein Leermagazin. Das sind Zahlen die man nie vergessen kann.

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: smutje505 am 26 Dezember 2013, 18:27:34
Hallo hier noch ein Bild mit der Kalaschnikow Weihnachten 1965
Titel: Re: M.Kalaschnikow verstorben
Beitrag von: der erste am 26 Dezember 2013, 21:13:43
Zitat von: Mario am 26 Dezember 2013, 10:37:59
Zitatdass selbst ein "4-Klassenschüler" die Waffe schnell beherrschen konnte .
Wir hatten bei uns einen 2-Klassen-Schüler. Ein lieber Kerl, aber seine Kameraden haben ihm gleich nach jedem Wachantritt die vollen Magazine abgenommen und gegen leere getauscht.
Wenn neben Dir jemand steht, mit 60 scharfen Patronen und bei jedem Knacken im Gebüsch durchzieht, dann fühlst Du Dich nicht mehr so sicher.

Das liegt aber nicht an der Waffe. Dasselbe konnte man auch bei Abiturienten beobachten.
Hier einige Bilder von der Abschiedszeremonie in Ischewsk. In Urdmutien sind 2 Tage Staatstrauer verordnet worden.
http://tvzvezda.ru/news/forces/content/201312260926-3m5r.htm