Moin moin,
mir kam neulich ein Buch in den Sinn, welches ich als Teenager mal gelesen habe, "Haie und kleine Fische".
Da erzählt ein Offizier, dass nach dem ersten Weltkrieg zwischen Heer und Marine das große Aufrechnen begonnen habe ("auf See unbesiegt", "im Felde unbesiegt"). Dabei sei die Marine allmählich ins Hintertreffen geraten, ihr seien auch Untätigkeit sowie natürlich die Novemberrevolte vorgeworfen worden.
Die Folge davon sei gewesen dass man, um dem Verdacht, die Flotte zu schonen zuvor zu kommen, die Bismark mit nur einem Kreuzer begleitet rausgeschickt habe. Mit den bekannten weiteren Folgen.
Meine Frage also:
Kommt das hin ? Können solche Eitelkeiten Planungen so stark beeinflusst haben ? Oder diktierte nur die militärische Logik, wie auch immer verquer die vielleicht gewesen sein mag ?
moin,
Zitat von: Teichmann am 02 April 2014, 18:08:06
Können solche Eitelkeiten Planungen so stark beeinflusst haben ?
Der deutlichste Fall des Einflusses von "Eitelkeiten" auf Einsätze der Kriegsmarine ist mMn die bekannte Weigerung Görings, Luftwaffeneinheiten (operativ) der Marine zu überstellen.
Das führte u.A. dazu (Quelle: Brennecke, Admiral Scheer), daß Bordflieger durch die Luftwaffe mit Schlüsselmitteln ausgestattet wurden und es dadurch Probleme in der Kommunikation mit dem "Eigenschiff" gab (redfort oder andere mögen mich berichtigen).
Die Unterstellung des Kampfgeschwaders 40 mit Fw 200 "Condor" unter den Befehlshaber der Unterseeboote (BdU) vom 7.1. bis 28.2.1941 führte zu einer äußerst erfolgreichen Phase der Zusammenarbeit, war aber nur möglich gewesen, weil Göring sich in einem ausgedehnten Urlaub befand, und wurde bei seiner Rückkehr rückgängig gemacht.
Der Einfluß solcher "Eitelkeiten" auf die Operation "Rheinübung" ist mir nicht bekannt.
Gruß, Urs
Zumindest führten die Verschärfungen dazu, daß die KM eine rigorosere Auswahl (was Herkunft betraf) an Offiziersschülern vornahm und zum Kriegsende eine verschärftere Gerichtsbarkeit hatte als die anderen Wehrmachtsteile.