In einem Bericht einer Marine Rundschau von 1985 ist folgendes zu lesen,
Am 28.12.1984 überflog ein sowjetischer Flugkörper, der als ein SS-N-3 oder SS-N-12 identifiziert wurde mit Mach 1.1 den norwegischen Luftraum südöstlich von Kirkenes und ging wahrscheinlich im Bereich des Inarijärvi Sees in Finnland nieder.
Es wird vermutet das der Flugkörper während eines Manövers von einem sowjetischen Uboot gestartet wurde.
Die beiden Flugkörper haben ja durchaus eine ähnliche Silhouette, deshalb konnte man wohl keine eindeutige Zuordnung vornehmen.
Mach 1.1 deutet aber wohl eher auf die SS-N-3 Shaddock oder ist die Fluggeschwindigkeit bei der SS-N-12 variabel ?
SS-N-3 Shaddock
http://imagizer.imageshack.us/a/img443/6568/ssn3p6p35.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-3_Shaddock
SS-N-12 Sandbox
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/P-500_bazalt_sketch.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-12_Sandbox
:MG:
Manfred
Der Unterschied zwischen P-6 und P-35 ist der, das die P-6 vom U-Boot und die P-35 vom Überwasserschiff gestartet wird. Ansonsten sind sie identisch, da beide aus der Überwasserlage gestartet wurden. Die P-500 war die Weiterentwicklung, die sowohl vom U-Boot und vom Überwasserschiff gestartet wurde. Sie hatte eine größere Marschgeschwindigkeit und Reichweite. Identisch ist, das beide mit Überschallgeschwindigkeit flogen, die P-6 und P-35 mit ca. 345 m/s.
Auf dem Bild ist eine P-35b in der Küstenraketenvariante, Reichweite ca. 350 km. Noch im Dienst in der Pazifik-, Schwarzmeer- und Nordflotte. Ab diesem Jahr beginnt die Außerdienststellung in der Pazifikflotte.
Zitat von: Albatros am 04 April 2014, 21:16:29
In einem Bericht einer Marine Rundschau von 1985 ist folgendes zu lesen,
Am 28.12.1984 überflog ein sowjetischer Flugkörper, der als ein SS-N-3 oder SS-N-12 identifiziert wurde mit Mach 1.1 den norwegischen Luftraum südöstlich von Kirkenes und ging wahrscheinlich im Bereich des Inarijärvi Sees in Finnland nieder.
Es wird vermutet das der Flugkörper während eines Manövers von einem sowjetischen Uboot gestartet wurde.
Die beiden Flugkörper haben ja durchaus eine ähnliche Silhouette, deshalb konnte man wohl keine eindeutige Zuordnung vornehmen.
Mach 1.1 deutet aber wohl eher auf die SS-N-3 Shaddock oder ist die Fluggeschwindigkeit bei der SS-N-12 variabel ?
SS-N-3 Shaddock
http://imagizer.imageshack.us/a/img443/6568/ssn3p6p35.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-3_Shaddock
SS-N-12 Sandbox
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/P-500_bazalt_sketch.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-12_Sandbox
:MG:
Manfred
Eine Möglichkeit ist, das der Flugkörper von
K-1 ("Echo II" Klasse) gestartet ist.
Von Februar 1981 bis Dezember 1985 u.a. zur Modernisierung zum Projekt 675MKW auf der Schiffsreparaturwerft "Zvezdocha" in Sewerodwinsk und Erprobung der Rakete P-1000 "Wulkan" ...........
Am 22. Dezember 1983 erster Start einer Rakete P-1000 von einem Boot des Projektes 675MKW im Weißen Meer.
Von Juli 1984 bis Juni 1985 wurden von "K-1" im Weißen Meer 18 Einzel-und Salvenstarts absolviert absolviert, von denen 10 total erfolgreich waren.
Quelle: http://www.deepstorm.ru/DeepStorm.files/45-92/nsrs/675/k1/k1.htm
moin,
Ich glaube nicht, daß Nordfinnland tatsächlich das Zielgebiet eines Testschusses eines neuen FK war. Den möchte man doch wohl eher noch geheimhalten.
Eine fehlerhafte Kursabweichung erscheint mir wahrscheinlicher.
Gruß, Urs
Zitat von: Urs Heßling am 04 April 2014, 23:42:54
moin,
Ich glaube nicht, daß Nordfinnland tatsächlich das Zielgebiet eines Testschusses eines neuen FK war.
Gruß, Urs
Moin Urs,
ich auch nicht mehr..... :MZ:
Ich ändere mal den Threadtitel
:MG:
Manfred
Die damalige Karikatur von Horst Haitzinger zum Thema (vgl. dazu http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,4825.0.html (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,4825.0.html) ):
Zitat von: AndreM1965 am 04 April 2014, 22:56:14
Eine Möglichkeit ist, das der Flugkörper von K-1 ("Echo II" Klasse) gestartet ist.
Von Juli 1984 bis Juni 1985 wurden von "K-1" im Weißen Meer 18 Einzel-und Salvenstarts absolviert absolviert, von denen 10 total erfolgreich waren.
Quelle: http://www.deepstorm.ru/DeepStorm.files/45-92/nsrs/675/k1/k1.htm
Hallo AndreM1965 , danke Dir für Deinen Hinweis aber vom Weißen Meer über Kirkenes zum Inarijärvi See ........(http://www.smilies.4-user.de/include/Denken/smilie_denk_14.gif)
In dem Bericht wird noch erwähnt das der Flugkörper in mehreren hundert Meter Höhe den norwegischen Luftraum durchquerte.
Kirkenes war ja im Kalten Krieg ein wichtiger NATO-Stützpunkt, da haben sicher dem einen oder anderen die Haare zu Berge gestanden....... :O/Y
:MG:
Manfred
Hallo,
aus verschiedenen - leider sehr spärlichen - russischen Internetangaben konnte ich folgendes zusammentragen:
- es handelte sich um einen Fehlschuss
- gestartet von einem U-Boot vom Projekt 675 am 28.12.1984
- bei dem Flugkörper handelte es sich um eine P-6
- die Flughöhe war doch deutlich höher, als bei einem normalen Einsatzflug (> 200m)
- die Luftraumbeobachtung Nordnorwegens und Nordfinnlands haben den Anflug nicht bemerkt
- der FK stürzte in den Inari-See, spielende Kinder beobachtete dieses und meldeten das Ereignis im Dorf als Flugzeugabsturz
- die P-6 wurde geborgen und in die UdSSR rücküberführt
- da der FK damals bereits als veraltet galt, ist kein großes Aufhebens gemacht worden ("... der Skandal wurde vertuscht ...")
Soweit in Kürze ... Leider ist es mir noch nicht gelungen, das feuernde U-Boot zu recherchieren ...
Grüsse
OLPE
Hallo,
ergänzend noch zwei Bilder und eine Anmerkung (unten):
- P-6 beim Start vom U-Boot (http://img-fotki.yandex.ru/get/5500/zheka-wmf.a2/0_5cc51_cd08f08f_orig)
- K-166 beim FK-Start (http://www.wrk.ru/forums/attachment.php?item=96136)
Anmerkung: nach Daten aus einem Flugschemata der P-6 (leider scheint der link nicht mehr aktiv zu sein, daher kann ich ihn nicht einstellen) steigt die P-6 erst einmal bei ca. 200 km auf 750 m Höhe auf, um dann im Anflug ab 50 km vor dem Ziel auf 400 m herunterzugehen.
Grüsse
OLPE
moin,
Zitat von: Götz von Berlichingen am 05 April 2014, 09:48:49
Die damalige Karikatur von Horst Haitzinger zum Thema (vgl. dazu http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,4825.0.html (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,4825.0.html) ):
top :MG:
Was mich daran wundert, ist daß der (offensichtlich verärgerte Chef-)"Zivilist" rechts wie Breshnev aussieht, aber der war 1985 schon tot .. :?
Gruß, Urs
Hallo Urs,
das ist Tschernenko:
http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Ustinowitsch_Tschernenko (http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Ustinowitsch_Tschernenko)
Gruß
Thomas
Zitat von: Albatros am 04 April 2014, 21:16:29
In einem Bericht einer Marine Rundschau von 1985 ist folgendes zu lesen,
Am 28.12.1984 überflog ein sowjetischer Flugkörper, der als ein SS-N-3 oder SS-N-12 identifiziert wurde mit Mach 1.1 den norwegischen Luftraum südöstlich von Kirkenes und ging wahrscheinlich im Bereich des Inarijärvi Sees in Finnland nieder.
Es wird vermutet das der Flugkörper während eines Manövers von einem sowjetischen Uboot gestartet wurde.
Die beiden Flugkörper haben ja durchaus eine ähnliche Silhouette, deshalb konnte man wohl keine eindeutige Zuordnung vornehmen.
Mach 1.1 deutet aber wohl eher auf die SS-N-3 Shaddock oder ist die Fluggeschwindigkeit bei der SS-N-12 variabel ?
SS-N-3 Shaddock
http://imagizer.imageshack.us/a/img443/6568/ssn3p6p35.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-3_Shaddock
SS-N-12 Sandbox
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/P-500_bazalt_sketch.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-12_Sandbox
:MG:
Manfred
Hallo Manfred,
stell den Bericht doch mal ein.
Some information is available in Finnish in Wikipedia, the page is titled "Inarinjärven ohjus" http://fi.wikipedia.org/wiki/Inarij%C3%A4rven_ohjus (http://fi.wikipedia.org/wiki/Inarij%C3%A4rven_ohjus), this translates as missile of Lake Inari. A short summary of the page is that the missile was a target missile. The missile had been fired 28.12. during exercises in Barents Sea. Several people had heard explosion in the Inarinjärvi area but authorities like Border Guard were not informed. Norwegian authorities informed Finland 2.1. that they had detected an object flying to Finland. The Soviet ambassador regretted the incident 4.1. Search of the missile started after a plastic part with text in Russian was found and brought to Border Guard. The place was found 30.1. in the north part of the lake and parts of the missile, like wings, motor and aft part, were lifted by divers and a helicopter working at -40 C temperatures on 31.1. and 1.2. From the dates found on these parts it was concluded that the missile had been a 15-year old target missile. The Soviet Union asked for return of the parts and they were handed back 8.2.
The Finnish Tourist Board brought naturally Santa Claus to oversee the operation :-D. You can find photos by using search words "ohjus" (missile) and "joulupukki" (Santa).
Regards
Jari
Moin Holger,
habe Dir eine PM gesendet, einstellen geht wohl wegen dem Copyright nicht..... :/DK:
:MG:
Manfred
Zitat von: jja60 am 06 April 2014, 11:01:42
Some information is available in Finnish in Wikipedia, the page is titled "Inarinjärven ohjus" http://fi.wikipedia.org/wiki/Inarij%C3%A4rven_ohjus (http://fi.wikipedia.org/wiki/Inarij%C3%A4rven_ohjus), this translates as missile of Lake Inari. A short summary of the page is that the missile was a target missile. The missile had been fired 28.12. during exercises in Barents Sea. Several people had heard explosion in the Inarinjärvi area but authorities like Border Guard were not informed. Norwegian authorities informed Finland 2.1. that they had detected an object flying to Finland. The Soviet ambassador regretted the incident 4.1. Search of the missile started after a plastic part with text in Russian was found and brought to Border Guard. The place was found 30.1. in the north part of the lake and parts of the missile, like wings, motor and aft part, were lifted by divers and a helicopter working at -40 C temperatures on 31.1. and 1.2. From the dates found on these parts it was concluded that the missile had been a 15-year old target missile. The Soviet Union asked for return of the parts and they were handed back 8.2.
The Finnish Tourist Board brought naturally Santa Claus to oversee the operation :-D. You can find photos by using search words "ohjus" (missile) and "joulupukki" (Santa).
Regards
Jari
Hi Jari,....... :TU:)
here two photos
http://img.yle.fi/uutiset/lappi/article6053888.ece/ALTERNATES/w580/Ohjus+Inari+1985+joulupukki
http://img.yle.fi/uutiset/lappi/article6053883.ece/ALTERNATES/w580/Ohjus+Inari+1985+osa+nostettuna
:MG:
Manfred
Hallo @jja60 & @Albatros,
schöne Fotos ... top :MG: ... Hier noch eins --/>/> Bild (http://hs11.snstatic.fi/webkuva/taysi/960/1347506434152?ts=178), der FK und der Santa Claus (:-D) sind noch besser zu sehen ...
Was mich allerdings etwas irritiert, ist der etwas zu kleine Flügel - auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass davon beim Absturz etwas abgebrochen sein könnte. Hier ein --/>/> link zur P-6 (http://militaryrussia.ru/blog/topic-391.html) mit aufschlussreichen Bildern ...
Grüsse
OLPE
Hallo,
mich würde mal interessieren, wie die öffentlichen sowjetischen Publikationen dazu waren, bzw. wie diese Aktion in Rußland nach 1991 behandelt worden ist.
In den 80er Jahren wird es dazu keine Reaktion gegeben haben, zumindest nicht von sowjetischer Seite. Sicherlich gab es diplomatische Noten. Öffentlich wurde es wahrscheinlich nicht gemacht. Und da es scheinbar keine Toten gab, ist das wohl im Sande verlaufen. Nach 1991 gab es wahrlich andere Probleme als diesen einen Fehlschuß. Heute müßten die Materialien dazu in Gatschina bei St. Petersburg im zentralen Marinearchiv lagern. Da es eine Zieldarstellungsrakete gewesen sein soll, höchstwahrscheinlich eine PM-35 (kein Gefechtssteil an Bord) wird es wohl eine Übung zur Raketenabwehr gewesen sein. Vielleicht wurde sie auch durch Treffer abgelenkt, wer weiß. Wie gesagt, alles Spekulationen.
Moin auch,
gab/gibt es eigentlich bei dem vermuteten Marschflugkörper einen Selbstzerstörungsmechanismus?
Wie mir Holger mitteilte geht er davon aus das der Marschflugkörper (höchstwahrscheinlich eine PM-35) auf einem autonomen Flug war.
Damit hatte das Uboot von dem der Marschflugkörper in der Barentssee gestartet wurde bei der geringen Flughöhe mit dem sie den Norwegischen Luftraum durchquerte wohl keine Möglichkeit mehr einzugreifen, oder war/ist dies generell auf einem autonomen Flug nicht mehr möglich?
:MG:
Manfred
Von einem Selbstzerstörungsmechanismus ist, mir zumindest, nichts bekannt. Üblicherweise führte man die Schießen immer in Gebieten durch, die die gesamte Flugstrecke abdeckten.