Liebe Modellbaufreunde,
ich beginne heute mit der Baubeschreibung unseres neuen Projektes.
Ich hatte ja den Bau bereits im Beitrag über die oszill. 2-Zyl. Schiffsmaschine angekündigt.
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,21501.45.html
Bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema ,,Raddampfermaschinen" bin ich wie bereits geschrieben, auf eine sehr interessante Maschine gestoßen.
Sie wurde bereits 1847 von der Maschinenfabrik Buckau, AG bei Magdeburg (...später unter Maschinenfabrik R.Wolf bekannt.) für den Radschlepper "Vorwärts" gebaut.
Ihre beiden oszillierenden Zylinder liegen schräg um 90° versetzt in Längsrichtung des Schiffes, jeweils vor bzw. hinter der Kurbelwelle und greifen auf die gleiche Kurbel..
Das Vorbild aus dem Großbetrieb war eine Niederdruck-Maschine mit einfacher Expansion.
Bei einem maximal zulässigen Dampfdruck von 1,6 atü (ca. 1,6 bar) wurde bei einer Drehzahl von 30 U/min. eine Leistung von etwa 120 PS erzielt.
Ihre jeweils gleichen Kolben hatten einen Durchmesser von 864 mm bei einem Hub von 901 mm. Der Kolbendurchmesser der, über eine Exzenterscheibe angetriebenen Luftpumpe war 660 mm bei einem Hub 584 mm. Die Kurbelwelle hatte 184 mm Durchmesser.
Diese Bauweise wurde als Einzel- oder Doppelmaschine für besonders schmale Fluß- und Kanalschlepper gebaut
Im Anhang findet ihr eine Übersichtszeichnung, sowie die Darstellung des Steuerstandes der Stb-Maschine meines Hauptentwurfs.
Wir werden unser Modell als Doppelzwilling bauen. Die Kurbelwellen der beiden Teilmaschinen werden über eine Klauenkupplung verbunden und können sowohl gekuppelt als auch beim Manövrieren einzeln gesteuert werden. Sie verfügen über jeweils eine Einspritz-Kondensation mit Luftpumpe, sowie über angehangene Kühlwasser- und Lenzpumpen. Die beiden Steuerstände haben zum Manövrieren jeweils ein Handrad zur unabhängigen Steuerung der beiden Manövrierventile über Kegelrad-Getriebe.
Diese Kegelrad-Getriebe können ebenfalls über eine Kupplung verbunden werden, sodass die beiden Einzelmaschinen von nur einem Steuerstand gefahren werden können. Die Steuerstände besitzen darüber hinaus Stellhebel für Drosselklappen und Kühlwassermenge.
Wir gedenken die Maschine als sehr detailreiches Standmodell im Maßstab 1 : 32 zu bauen; ihr Bau stellt höchste Anforderungen an die handwerklichen Fähigkeiten sowie die Werkstatt-Ausstattung. Für den rauen Fahrbetrieb wird damit das Modell wohl zu empfindlich.
Mein Freund und Partner Hartmut hat bereits mit der Herstellung der beiden Maschinenbetten begonnen. Die Maschinenbetten sind durch einen Rahmen verbunden. (Bilder).
Die beiden Lager-Traversen (siehe Bb-Maschine der Übersicht!) werden durch Verstrebungen verbunden.
Hallo Georg
Einfach gesagt ein riesiges Projekt, da in seiner Komplexizität die bisherigen Maschinen mit Sicherheit in den Schatten stellt! Mit vereinfachter Bauweise kann sie sicher auch für den Betrieb im Modell verwendet werden. Darüber werde ich mir sicher mal mein Köpfchen zerbrechen!
LG Gerhard
Hallo Modellbaufreunde,
die beiden Lagertraversen sind mittlerweile ebenfalls nahezu fertig. Es fehlen noch an drei Stirnseiten die Einfräsungen der angedeuteten Verrippung des ursprünglich als Gussteil hergestellten Originals (Bild 1).
Das zweite Bild zeigt die durch Streben verbundenen Lagertraversen und Bild drei die Lagertraversen mit den Maschinenbetten.
Nur absolute Winkeltreue und Parallelität der bearbeiten Flächen garantieren die notwendige Leichtgängigkeit aller beweglichen Teile. Das gilt im besonderen Maße für die beiden über eine Kupplung verbundenen Kurbelwellen.
Ihr seid echt irre. 8-) top top
Hallo Thorsten
DER sehr wohlgemeinte Irre ist in diesem Fall Georg, dem doch immer noch etwas Schöneres und Besseres als das Vorige einfällt! Ich bin in diesem Fall völlig unschuldig, aber extrem beeindruckt! ::B) Ich befasse mich vorerst mal damit, die Danzig fertigzuplanen, da hab ich Arbeit genug dran. Und die vielleicht mögliche Vereinfachung für den Betrieb im Modell ist derzeit nur angedacht, ob das was wird, kann ich noch überhaupt nicht abschätzen!
LG Gerhard
Ich freue mich jedenfalls irrsinnig über jedes weitere Bild von :ND//) Konstruktionen und Teilen in diesem Faden hier :-D
Eine technisch ausserordentlich interessante und den Konstrukteur/Erbauer fordernde Maschine. Die ersten Teile sehen schon einfach genial aus.
Gruss, Doggie
Hallo Modellbaufreunde,
Gerhard (Gerharddampf) beabsichtigt sich zur Herstellung obiger Maschinenteile eine geeignete Fräsmaschine zuzulegen. In diesem Zusammenhang stellte er die Frage, welche Maschine Hartmut benutzt. Hartmut hat mir daraufhin ein Foto seiner Maschine gesendet.
Diese professionelle Fräsmaschine wiegt etwa 1000 kg; sie würde in Gerhardts Etagenwohnung allerdings das Einziehen zusätzlicher Stahlträger erfordern (... ha,ha,ha!)
Da kann ich nur sagen: "Gefällt mir." Allerdings verläßt solch ein "Maschinchen" wohl etwas den Hobbybereich, ich würde es unter semiprofessionell einordnen, gilt übrigens für Fräs- und Dampfmaschine gleichzeitig. Bin auf die weiteren Ausführungen gespannt.
Hallo Gerd,
du hast natürlich recht mit der Zuordnung der Maschine.
Unter normalen Umständen sprengt sie sowohl beim Preis als auch bei Gewicht und Größe den Rahmen von Hobby-Modellbau; aber wenn man das Glück hat bei Auflösung einer Firma (sehr) günstig an so ein Teil heran zu kommen, müssen eben die räumlichen Gegebenheiten geschaffen werden.
Der Aufwand wird durch Leistungsfähigkeit und Präzision gedankt.
moin,
wiewohl selbst nur "Dieselfahrer" und auch kein Maschinenfan: Ich bin sehr beeindruckt :MG:
Frage: Weiß man, wie die "Heizer" des Jahres 1848 mit dem "Maschinchen" zurechtkamen ?
Gruß, Urs
Hallo Urs,
ich glaube du bist nicht der einzige, der sich der Faszination dieser alten Technik nicht verschließen kann.
Es ist bereits schwierig genug, an Informationen über diese alten Maschinen heran zukommen, selbstredend über die Umstände unter denen ihre Bedienung erfolgte.
Erstaunlich ist, dass diese sehr frühe ,,deutsche" Maschine bereits über die recht bedienfreundliche Stevenson-Umsteuerung verfügte, selbstverständlich in Verbindung mit der bei oszillierenden Zylindern notwendigen Penn-Kulisse. Dennoch war die Bedienung ,,Ingenieuren" vorbehalten, die anfänglich sogar Mitarbeiter der Hersteller-Firma waren. Das hierarchische Gefälle zu den ,,Heizern" war sehr groß und verdeutlichte sich auch optisch; ähnlich dem Bedienpersonal auf der ,,Adler", der etwa zur gleichen Zeit verkehrenden ersten deutschen Eisenbahn.
Der schmutzige Heizer im ,,Blaumann" und der Herr Maschinist in Frack und Zylinder.
moin, georg,
Zitat von: Turbo-Georg am 05 August 2014, 14:57:59
... Der schmutzige Heizer im ,,Blaumann" .. .
Da kann ich mir doch einen kleinen Exkurs nicht verkneifen ..
http://gutenberg.spiegel.de/buch/5009/33
Gruß, Urs
Hallo Modellbauer, hallo Urs,
Sehr schön. Echt Freiligrath!
... aber weiter geht's mit Kurbelwellenlagern und Lagerdeckeln.
Die Bronze-Gleitlager des großen Vorbildes werden bei unseren Maschinen nur optisch als solche in Erscheinung treten. In Wirklichkeit verbergen sich in ihnen wegen des bereits bekannten ,,Samtweichen Laufes" wieder Kugellager mit entsprechenden Abdeckscheiben.
Morgen wird die Arbeit fortgesetzt.
Ich habe heute in der Frühe im Werkzeugfachhandel erst zwei Schaftfräser mit extra langen Schneiden besorgt. Ich hoffe sie kommen Morgen per Post bei Hartmut an.
Übrigens: Die Bilder zeigen weiterhin eine Einzelmaschine; die baut Hartmut für meine Vitrine.
Ein wunderbarer Freundschaftsdienst und nicht wie ihr meint schnöder Konstrukteurs-Lohn.
... und die Zeit bis zum Eintreffen der neuen Fräser wurde zur Herstellung der Ölvasen-Attrappen aus Acryl und Messing genutzt.
Liebe Modellbaufreunde,
noch ein paar Bilder zum Wochenende.
In den letzten zwei Tagen hat sich Hartmut mit der Herstellung der mittleren Stützsäulen ,,herumgeschlagen".
Nicht nur wegen der Anzahl (12 Stück), sondern wegen des geringen Durchmessers von 2 mm bei einer Länge von 61,5 mm ist das Drehen eine recht mühsame Angelegenheit.
Dagegen war die Herstellung der 12 Schwungzapfenlager beinahe eine Erholung.
Das letzte Bild zeigt den Probeweisen Einsatz von Kugellagern mit Test-Wellen zur Prüfung der korrekten Höhe aller Schwungzapfenlager.
Aber auch ich habe mich ganze vier Tage mit einem Konstruktionsproblem ,,herumschlagen" müssen.
Es ging dabei um das recht unscheinbar wirkende Manövrierventil (Zeichnung); das ,,Ding" hat es nämlich im wahrsten Sinne in sich.
Die Ausgangslage ist einerseits ein etwa zeitgenössisches Erscheinungsbild
(... zweite Hälfte 19. Jahrhundert) und anderseits Maßstäblichkeit zu erreichen. Auch bei nur 15 mm Durchmesser an sich keine große Schwierigkeit, aber diese kleine ,,Ding" beherbergt die gesamte Maschinensteuerung und die Umsteuerung der Drehrichtung.
Was darin wirklich abgeht bleibt Modellbauer-Geheimnis; entscheidend ist letztendlich der Nachweis der einwandfreien Funktion am Ende des Projektes
Hallo Modellbaufreunde,
ich habe Hartmut in den letzten Tagen bezüglich des Manövrierventils mmer wieder mit Zwischenlösungen konfrontiert, um mit ihm die Herstellbarkeit abzuklären. Er hat jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Bei der nunmehr endgültigen Version sind auf einem Raum von 15 mm Ø x 17 mm Länge, ohne die 26 Gewindebohrungen (M1 bzw. M1,4) der Flansche, weitere 21 mehr oder weniger miteinander kommunizierende Bohrungen und 5 Ausfräsungen einzubringen.
Um euch einen ungefähren Eindruck vom komplexen Innenleben des Manövrierventils zu vermitteln.
Hallo Modellbaufreunde,
alle Teile des Maschinengestells wurden Probeweise zusammengebaut.
Spätestens jetzt zeigt sich wie präzise gearbeitet wurde.
... ich kann euch beruhigen. Die drei Testwellen laufen wunderbar leicht.
Damit ist ein wesentlicher Projektabschnitt abgeschlossen.
Hallo Georg
Das Bautempo ist ja nicht von schlechten Eltern...
Schöne Arbeit an diesem Rahmen! Gefällt mir sehr gut, so filigran und elegant top
Bei Manövrierventil habt Ihr euch aber was vorgenommen. Das ist nun endgültig kein Maschinenbau mehr, sondern eigentlich Uhrmacherei/Mikromechanik, die unter widrigen Bedingungen funktonieren soll. Wenn Ihr das trotz Wärmeausdehnung der Einzelteile sauber zu laufen bekommt (und daran zweifle ich keinen Moment), dann bin ich endgültig sprachlos :O-_
Gruss, Doggie
Hallo Modellbaufreunde,
nach krankheitsbedingter Zwangspause geht es nun bei mir langsam wieder weiter und ich konnte Hartmut mit weiteren Zeichnungen versorgen.
Das Bild 1 zeigt das Gestell der Solo-Maschine mit dem Gehäuse des Einspritzkondensators mit der Öffnung für den Luftpumpenzylinder. Ebenfalls fertig sind alle Einfräsungen an den Stirn- und Seitenflächen der Lagertraversen.
Bild 2 zeigt das Gestell der Solo-Maschine von unten. Bei dem noch unverschlossenen Kondensatorgehäuse müssen noch die Kühlwasser- bzw. Dampfbohrungen eingebracht werden. Darüber hinaus fehlen auch noch auf der Oberseite die Flanschbohrungen des Kühlwasserhahnes.
Bild 3 zeigt die beiden Kondensatoren in dem Gestell der Zwillingsmaschine...
Hallo Modellbaufreunde,
Urlaub bedingt, ruhen zurzeit die Werkstattarbeiten.
Ich habe zwischenzeitlich die angehangenen Tauchkolbenpumpen entworfen und in die äußere Seitenansicht der Maschine einkopiert.
Wie ihr erkennen könnt, werden die Pumpen über Lenkerscheiben auf den Achsstümpfen der Schwungzapfen angetrieben. Diese Pumpen dienen der Kühlwasserförderung, sowie dem Lenzen der Maschinenraum-Bilge.
Im Störungsfall oder zum Austausch der Ventileinsätze konnte die Lenzpumpe auch zur Kühlwasserversorgung herangezogen werde. Hierzu waren in den jeweiligen Saug- bzw. Druckleitungen entsprechende Wechselventile vorgesehen.
Häufig konnte die Lenzpumpe noch weitere Aufgaben übernehmen; so z.B. als Feuerlösch- oder als Spülwasserpumpe. Das erfordert zwangsläufig ein recht komplexes Rohrleitungsnetz. Soweit wollen wir aber die Detaillierung nicht treiben.
Die Zeichnung zeigt rechts oben den ziemlich voluminösen Wasserhahn. Er diente der Regulierung des Vakuums über die Kühlwassermenge. Bekanntlich ist das Vakuum Leistung steigernd. Das Vakuum erhöht das Expansionsvermögen des Dampfes und damit eine bessere Ausnutzung der Wärmeenergie.
Also, wenn DAS nicht Detaillierung fast schon mehr als genug ist................. :?
Einfach grossartig!!
LG Gerhard
Hallo Modellbaufreunde,
vielleicht haben einige von euch bereits auf eine Fortsetzung meines Berichts gewartet
Ich habe Hartmuts Abwesenheit genutzt und die Fertigungs-Zeichnungen der Zylinder mit den Abdampfbuchsen der Schwungzapfen, der Kurbelwelle mit dem Exzenter der Luftpumpe sowie einen ersten Entwurf der Luftpumpe erstellt. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass es diese Woche mit dem Bau weiter gehen kann. Hartmut hat also ausreichend Arbeit.
Ich habe mich zwischenzeitlich mit den ,,Kleinteilen" befasst; nämlich den winzigen Bauteilen der Stellantriebe für Drosselklappen und Kühlwasserhahn, sowie der Kegelrad-Antriebe (Modul 0,2) der Manövrierventile. Diese Bauteile sind in der Regel nur wenige Millimeter groß.
Es handelt sich dabei in erster Linie um die Stiellager zum Abstützen der Steuerwellen, sowie die Stellhebel mit ihren Gelenkbolzen (1 mm Ø, 2 mm lang, Gewinde M1).
Ich habe euch zum besseren Verständnis eine Zeichnung mit Hinweisen angehangen.
Die Steuerwelle Position A hat einen Durchmesser von 1,5 mm und führt vom Handrad am Steuerstand zum Antrieb des jeweiligen Manövrierventils. Position B zeigt die Stiellager der zweiten Steuerwelle. Es sind in Wirklichkeit zwei Wellen; eine 2 mm Hohlwelle zur Betätigung des Kühlwasserventils und die 1 mm Welle der Drosselklappen-Antriebe vor den Schwungzapfen der Zylinder. Beide Wellen werden über entsprechende Bedienhebel am Steuerstand betätigt.
Weiterhin seht ihr die Wellenkupplung, die die lösbare Verbindung beider Teilmaschinen bildet. Auf die Darstellung ihres Rast-Hebels, sowie die Kupplung der Ventilantriebe habe ich wegen der Übersichtlichkeit verzichtet.
Hallo Georg,
alle Achtung, da hast Du aber, wie man so schön sagt, die (technische) Sau herausgelassen. Im Original ist so eine Maschine schon imponierend, aber Euer Modell schlägt wohl alles.
Gruß
Gerd
Hallo Gerd,
die Bedienung der Antriebe gestaltet sich besonders am Modell der Doppelzwillings-Maschine etwas schwierig, da der Raum zwischen den Steuerständen nur ca. 42 mm beträgt.
Am Original entsprach das immerhin etwa 1,35 m. Das reichte für zwei Maschinisten beim vergleichsweise seltenen, getrennten Manövrieren der Einzelmaschinen, war aber auch von einem Maschinisten bei gekoppelten Maschinen überbrückbar.
Die Betätigung der Stellhebel für den Kühlwasserhahn und die Drosselklappen ist von untergeordneter Bedeutung, da wir die Modelle nicht mit Dampf sondern mit Druckluft betreiben werden.
Um nicht völlig auf das ,,fauchende" Geräusch des Dampfes beim Einströmen ins Vakuum verzichten zu müssen, muss die Luftpumpe mit entsprechend gestalteten Ventilöffnungen für den richtigen ,,Sound" herhalten.
Da wir auch kein Wasser zum Kühlen ansaugen, bleibt die Bedienung des Wasserhahnes eine ,,Luftnummer".
Auch eine Wirkung der Drosselklappen wird kaum wahrnehmbar sein, da das Modell ohne Last im Leerlauf kaum mehr als 0,3 bar benötigt.
Das Manövrieren der Einzelmaschinen sollte aber ebenso demonstriert werden können, wie das, der gekoppelten Maschinen.
Hierzu ist der rastende Kupplungshebel so zu platzieren, dass er einerseits leicht betätigt werden kann und andererseits seine Position nicht allzu sehr vom Vorbild abweicht.
Erschwerend kommt hinzu, dass mit dem gleichen Hebel beim Entkoppeln der Kurbelwellen auch die Verbindung der Manövrierventile getrennt werden muss, während beim Verbinden der Kurbelwellen die Kopplung der Manövrierventile erst über eine zusätzliche Endriegelung wirksam werden darf.
Das Verbinden der Kurbelwellen darf nur erfolgen, wenn sie zu einander um 180° versetzt stehen. Deshalb verfügt die Klauenkupplung über eine ,,Pilot-Klaue", die erst an der betreffenden Position einrasten muss, bevor die eigentliche Koppelung durch die übrigen Klauen erfolgen kann. Hierzu muss eine der Maschinen durch Betätigung ihres Manövrierventils bis zum Einrasten langsam gedreht werden.
Stehen beide Manövrierventile wieder in Neutral-Stellung, wird ihre Kupplung entriegelt und ihre Antriebe werden verbunden.
So, und so ähnlich stellen sich die Probleme eines Konstrukteurs von Modelldampfmaschinen.
Hallo Georg,
vermutlich soll die Kupplung, wenn eingerastet, den Gleichlauf der beiden Zylinder bewirken, größere Kraftübertragungen waren wohl im Original nicht vorgesehen. Aber es ist sehr interessant, Deine Überlegungen zum Betrieb zu lesen, ich stecke (leider) nicht so im Detail drin.
Gruß
Gerd
Hallo Gerd,
die Zylinder der beiden Einzelmaschinen sind um 90° versetzt. Durch die Koppelung der beiden Maschinen bei einem Versatz von 180°, wird das Gesamt-Drehmoment gleichmäßig auf den Drehkreis verteilt.
Das Modell wird voraussichtlich vorbildtreu sehr langsam und gleichmäßig dtehen.
Hallo Georg
Einfach viel zu kompliziert für ein RC-Schiffsmodell, als Standmodell zur Vorführung schlicht genial!
Da komm ich mit meinen noch als rudimentär zu bezeichnenden Kenntnissen überfordert! top
LG Gerhard
Hallo Georg,
würde nicht die Verteilung auf 180° bedeuten, daß beide Zylinder im gleichen Moment in ihren Totpunkten wären? Normalerweise versucht man dies doch zu vermeiden, Lokomotiven würden in solch einer der Totpunktstellung nicht anfahren können, deshalb immer ein Versatz. Aber bei Schiffen ist evtl. die Anfahrlast so nicht gegeben.
Gruß
Gerd
Hallo Gerd,
ist leider nicht wie du vermutest.
Stell dir einen Vollkreis vor. Maschine dreht im Uhrzeigersinn.
Maschine 1
Z1 bei 0° und Z2 um 90° voreilend.
Maschine 2
Z3 bei 180° und Z4 wiederum 90 ° voreilend.
Alle vier Segmente sind durch jeweils einen Zylinder besetzt.
Hallo Georg,
alles klar, bin von 2 Zylinder ausgegangen, war wohl etwas von der Rolle.
Gruß
Gerd
Hallo Gerd
Eine 2-Zylinder-Maschine könntest Du zwar auch "trennen", nur ginge dann die Fähigkeit zum Selbstanlauf verloren. DER klappt nur mit jeweils 2 Zylindern.
LG Gerhard
Hallo Modellbaufreunde,
nach einer Vielzahl von zeichnerischen Versuchen, haben nunmehr alle Elemente der Stellantriebe ihren Platz gefunden, ohne dass es zu Kollisionen kommt.
Ich konnte auch einen guten Kompromiss bezüglich ihrer Zugänglichkeit, ihrer Abmessungen und ihrer Position finden, ohne mich allzu weit vom Vorbild zu entfernen.
PS: ... in der Werkstatt läuft nach längeren Zwangspausen die Fertigung wieder auf Hochtouren.
... und die ersten Bilder von der provisorisch zusammengefügten Kurbelwelle mit dem Pumpenexzenter sind auch soeben eingetroffen.
Hallo liebe Modellbaufreunde,
die Übersichtszeichnung auf Seite 1 zeigt, dass die beiden Pleuel einer Einzelmaschine jeweils auf einer gemeinsamen Kurbel arbeiten.
Hierzu kommt neben einem Pleuel der bekannten Bauform, ein sogenannter Kreuzpleuel zum Einsatz. Durch seine Gabel-Form gestaltet sich seine Herstellung etwas schwieriger und durch die zusätzlichen Arbeitsschritte auch etwas Zeit aufwändiger.
Jeweils eine dieser Pleuel-Kombinationen besteht aus 25 einzelnen Bauteilen und bei drei Maschinen benötigt auch ein versierter Modellbauer hierfür eine Herstellzeit von nahezu drei Tagen. Alle Teile werden vor der Endmontage poliert.
Übrigens, die Zeichnung im Hintergrund zeigt die Kollisions-Untersuchng diesr Doppelpleuel.
Hallo liebe Modellbaufreunde,
die angehangenen Bilder bedürfen keiner vielen Worte.
Wie ihr sehen könnt, tut sich etwas in Sachen ,,Doppelzwilling".
Hallo liebe Modellbaufreunde,
bei einem so komplexen Vorhaben ist es wichtig, dass jeder weitere Schritt miteinander abgesprochen wird. Wir führen deshalb täglich eine Baubesprechung durch.
Kleine Ungereimtheiten oder Fertigungsprobleme werden dabei diskutiert und hierzu Lösungen gefunden.
Zwischenzeitlich wurden die Zylinder in den Schwungzapfenlagern ausgerichtet und entsprechende Leichtlauf-Tests durchgeführt.
Erwartungsgemäß drehen die Zylinder sehr leichtgängig; ein kurzer ,,Stupser" und sie laufen einige Umdrehungen frei.
Hallo Modellbaufreunde,
zum Wochenende noch ein paar Bilder vom Baufortschritt der Einzelmaschine.
Durch die Probemontage werden Zusammenspiel und Leichtgängigkeit aller beweglichen Teile getestet. Die Befestigungen sind noch provisorisch.
Bild 1 zeigt die Steuerstandseite. Auf den Schwungzapfenlagern seht ihr die Messing-Flansche der Frischdampfleitungen.
Bild 2 zeigt die Pumpenseite mit den Achsstümpfen der Pumpenantriebe. Die Schwungzapfenlager werden hier durch Aluminiumdeckel verschlossen.
In Bild 3 kommt die schmale Bauweise dieser Fluss- und Kanalschlepper-Maschine besonders zum Ausdruck.
In den nächsten Bildern seht ihr die zur Probe in die Kondensatoren eingesetzten Luftpumpen.
Wiederum zuerst von der Steuerstandseite und danach von der Pumpenseite.
Als nächstes wird die Zwillingsmaschine in diesen Bauzustand gebracht.
Hallo Modellbaufreunde,
zwischenzeitlich wurde auch die Zwillingsmaschine in den Bauzustand versetzt, um eine Montageprobe zum Test der beweglichen Teile vornehmen zu können.
Bild 3 zeigt im Vordergrund eine der montagefertigen Luftpumpen. Sie erzeugen bei der Betätigung von Hand, bereits einen mächtigen Unterdruck (sprich: Vakuum).
Hallo Modellbaufreunde,
das Projekt nimmt langsam Form an.
Heute wurden die beiden Einzelmaschinen das erste Mal über die Wellenkupplung zur Doppel-Zwillingsmaschine verbunden
Hallo Modellbaufreunde,
die Gehäuseteile der Wasserpumpen waren beim Vorbild aus Gusseisen.
Selbst für die sechs Pumpen der beiden Modell-Maschinen wäre der Aufwand zur Herstellung von Guss-Modellen zu hoch. Stattdessen werden sie in Lot-Aufbautechnik gefertigt.
Das heißt, es werden vergleichweise einfach herzustellende Dreh- bzw. Frästeile zusammengefügt, ihre Lage zueinander in geeigneter Weise gesichert (Bindedraht, Stifte usw.) und in einem Arbeitsgang mit Heißluft verlötet.
Durch das Zerlegen in einzelne, geometrische Körber lassen sich selbst komplizierte Gussteile im Modell-Maßstab realisieren.
Neben einer zeichnerischen Übersicht zeigen die Fotos die fertigen Rohlinge der jeweils drei gleichen Pumpen und schließlich die Probemontage an der Solomaschine.
Liebe Modellbaufreunde,
der doch recht Zeit raubende Bau der sechs Wasserpumpen konnte, von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, zwischenzeitlich abgeschlossen werden.
Wie ihr seht, wurden zwei Wasserpumpen mit ihren Antrieben an der Solomaschine montiert und auf ihre Funktion überprüft.
...und der Laie staunt Bauklötze... :-o
Alle Achtung Georg. top :MG:
Grüße Ronny
Hallo Ronny,
etwas Zeit brauchen wir noch bis zur endgültigen Fertigstellung, aber wir sind uns schon jetzt sicher, dass es eine außergewöhnliche und schöne Modellmaschine wird.
Liebe Modellbaufreunde,
wegen einer längeren Heilbehandlung ruhen zurzeit die Werkstatt-Arbeiten an den beiden Prototypen.
Hallo Georg.Tolles Teil, ist ja schon alles gesagt, könnte dich nur noch für das Bundesverdinstkreuz für Modellbauer vorschlagen.
Für mich viel zu klein. Du verwendest M1 Schauben, Bääääh die setzen
sich immer unter die Fingernägel und eitern dann heraus.
Nun Grobschmid Ist auch ein angesehener Beruf.
Grüße. Dietmar
Hallo Dietmar,
mein Partner Hartmut kann nur bis M1 Gewinde schneiden; meine Grenze liegt bei M 0,4.
Diese Schrauben und Muttern geraden nicht unter die Fingernägel; die atmet man ein. (Modellbau mit Mundschutz.)
Liebe Modellbaufreunde,
ich bedaure sehr, euch mitteilen zu müssen, dass dieser Beitrag über die Konstruktion einer oszillierenden Doppelzwilling Schiffsmaschine, sowie dem Bau eines Prototyps, nicht fortgesetzt werden kann.
Mein langjähriger Freund und Partner hat den langen Kampf gegen seine heimtückische Krankheit verloren.
Unsere Forumsmitglied Hartmut Babig ist am 22.09. 2016 verstorben.
Wir verlieren in ihm nicht nur einen exzellenten Modellbauer, sondern auch einen wunderbaren Menschen.
Ihm zu Ehren bleibt unser letztes gemeinsames Projekt unvollendet.
Das ist eine sehr traurige Nachricht, Georg! :cry:
Mein aufrichtiges Beileid! :MG:
R.I.P. :MG:
Mein tiefes Beileid.
Von uns auch herzliches Beileid.
Auch von mir ein herzliches Beileid an Georg und an die Familie von Herrn Babig.
Ich wünsche Euch allen viel Kraft und unzählige schöne Erinnerungen an gemeinsame Zeiten.