Falls noch nicht bekannt www.z-g-v.de/doku/archiv/oderneisse1/inhalt.htm
Dort findet Ihr u.a. Nr. 83 - Flüchtlingstransporte von der Insel Hela mit Angaben von Booten und Schiffen. Ich selbst würde Euch aber alles aus diesem Link empfehlen weil hier sehr gut die ganze Geschichte der Flucht und Vertreibung aus den Ostgebieten 1945 beschrieben wird
Gruß - Achim - Trimmer
Hallo Achim DANKE für den Link top :MG:
Hallo Achim.
der Bericht Nr. 83 ist von Udo Ritgen.
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,7863.msg225893.html#msg225893
Erkennbar ist der damalige und wohl auch noch spätere Zeitgeist und die Form der Wahrnehmung des Autors am Beispiel der Begegnung mit den Stutthof Häftlingen:
ZitatAls ich an einem der letzten Apriltage nachmittags durch den Wald zur Bunkeranlage Krakau fahre, stoße ich auf einen Pulk Menschen, die, wie alle andern auch, auf dem feuchten Waldboden lagern. In Abständen stehen Polizeileute herum. Es handelt sich um das ehemalige KZ.-Lager Stutthof, 750 Köpfe stark, das in der Nacht zum 30. April nach Hela herübergeholt wurde. Ich spreche mit den Leuten. Sie alle haben nur zwei Wünsche vorzubringen: Verpflegung und Abtransport nach dem Westen! — Noch am Abend werden ihnen Nahrungsmittel zugeführt, ihre Verschiffung erfolgt am 29. April 1945 auf dem Schiff ,,Ruth" und dem Schlepper ,,Pregel", der außerdem noch 30 Flüchtlinge mitnimmt. Hierbei waren zeitweise psychologische Widerstände in Anbetracht der Tausende von Zivilisten, die auch sehnsüchtig auf den Abtransport warteten, zu überwinden. Aber der Gedanke, daß im Falle eines plötzlichen Kampfendes eine Gruppe höchst unzuverlässiger Elemente auf der Insel zurückgeblieben wäre, führte dann doch zu der Entscheidung eines alsbaldigen Abschubs. In jedem Fall sollte die Zukunft dieser Menschen eine weitaus leichtere sein als die der ca. 80—90 Tausend Deutschen, die nach dem 8. Mai 1945 in russische Gefangenschaft gingen.[Hervorhebung von mir]
Die Realität für die Häftlinge sah anders aus, von den Häftlingen überlebten nur 630 den Schiffs-Transport.
ZitatDie Einschiffung der Haftlinge erfolgte in der Nacht vom 28. auf den 29. April, zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens. Unmittelbar zuvor waren nochmals 71 Personen, darunter 21 schwerkranke Jüdinnen, nach Einjagen in einen Bombentrichter durch Genickschüsse von den SS-Mannschaften ermordet worden." Von 1 .060 Häftlingen, die im Lager Stutthof aufgebrochen waren, gelangten lediglich noch 960 auf den Lastkahn "Ruth", wobei es durch fortgesetzte Brutalitäten zu weiteren Opfern kam. 50 wurden sämtliche Frauen derart in einen Laderaum verbracht, daß, man sie über einen schmalen Steg bis zur Luke gehen hiel'" um sie dort durch Kolbenschlage in den Laderaum hinabzustoßen. Ein Teil der Häftlinge kam dabei zu Tode, ein anderer Teil erlitt ernste Verletzungen. 18
Auch der ehemalige Häftling Erich Nagel berichtet von diesen Brutalitäten bei der Einschiffung. Da einige Haftlinge zudem erwarteten, auf der Ostsee in den Schuten versenkt zu werden, weigerten sie sich, an Bord zu gehen, woraufhin die Widerspenstigsten ins Wasser gestoßen und erschossen wurden, sofern sie nicht ertranken. 19
Quelle. Ulf Lüers ,,Die Toten über Bord geworfen"
Grüsse
Beate
Hallo Beate - dem widerspreche ich überhaupt nicht. Aber ich denke das - genau wie in der heutigen Zeit - jeder Mensch ( oder zumindest die meisten ) seine Eindrücke so wieder gibt wie er sie empfunden hat. Und genau wie Du auch schreibst spiegelt sich in diesen Berichten auch der damalige Zeitgeist wieder. Wichtiger ist mir aber das man dort auch Fakten findet - siehe z.B. Schiffe - welche sonst nirgends auftauchen. So trägt m.M. nach auch dieser Link dazu bei in die Operation " Hannibal " etwas mehr Licht hinein zu bringen
Gruß - Achim - Trimmer
Herr Ritgen ist doch ein klassisches Beispiel für die Indoktrination durch den Nationalsozialismus: Die Häftlinge sahen schlecht aus und galten als KZler (im KZ waren ja sowieso nur Leute, die schlimmes verbrochen hatten - sonst wären sie nie dort gewesen :| ). Er unterhält sich sogar mit ihnen und sieht sie dennoch als "unzuverlässig" an (wobei er sie garnicht kennt) und beklagt abschließend, das die guten deutschen Flüchtlinge zurückbleiben mussten...
Nun bodrog - welche Ausführungen hättest Du sonst von einem Major i.G ( im Generalstab ) der Wehrmacht erwartet :?Waren doch nicht alle " Kreisauer Kreis " oder im Widerstand.
Gruß - Achim - Trimmer
Hallo ,
um es vorwegzunehmen, die Erinnerungen des Leiters Seeleitstelle Hela wären informativ, daher ja meine Frage nach den fehlenden 23 Seiten und seinem geplanten Buch , aber wie die meisten Zeitzeugenberichte kritisch zu hinterfragen.
Was kann man erwarten von einem späteren Brigadegeneral :?
und von einer Dokumentation Ausgabe 1954 Neudruck 1994 ?
Was bei mir bleibt, ist die Frage, ob Ritgen was von den Verbrechen gesehen hat , die vor und bei der Einschiffung auf der "Ruth" verübt wurden. Ich habe die Akten des Stutthof-Prozesses gelesen (dank an Theo :MG:) , da fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben.
Grüsse
Beate
Um jetzt meinen "Senf" nochmal dazuzugeben: Natürlich wird er was gesehen haben und war leider auch 10 Jahre später nicht in der Lage, zu reflektieren, welches Unrecht dort geschah...
es gab aber auch einfache Leute und Soldaten wie Wichard von Alvensleben oder Wilm Hosenfeld, die das durchaus erkannt haben
Selbst auf die Gefahr hin nun ins " Fettnäpfchen " zu treten - hier noch ein sehr interessanter Link.
www.klee-klaus.business.t-online.de/gumbinnen_bis_balga.htm
Gruß - Achim - Trimmer
Hallo Trimmer und bettika61,
es war sehr interessant für mich Bericht Nr. 83 zu lesen. Auf Seite 320 ist eine Liste wo 4 Schiffe die nach Kopenhagen fuhren, angeführt sind. Jetzt wollte ich gern wissen ob es mehrere Seiten von dieser Schiffsliste existieren?
Ich habe versucht eine Liste über Flüchtlingsschiffe die nach Kopenhagen kamen zu machen. Ich habe in ,,Schiffsliste von Kopenhagener Freihafen" und in Polizeireport für Kopenhagen zu suchen. Beim Polizeireport ist das Problem, dass die dänische Polizei von der Wehrmacht in September 1944 verhaftet und in einem deutschen KZ eingesperrt war. Deswegen waren diese Reporte von CB (Zivilschutzleute) geschrieben.
Meine Liste gehen von 25.02.1945 bis 29.04.1945. Ich brauche diese Liste als Hilfe für die vielen Deutscher die mir bitten auszufinden wo die und ihre Verwandte in einen oder mehrere deutsche Flüchtlingslagern in Dänemark waren.
Ich finde z.B. nicht das Lazarettschiff ,,Adler", der am 15.04 nach Kopenhagen fahren sollen aufgegeben. Dagegen kamen ,,Pretoria" in Kopenhagen Freihafen am 21.04 und ,,Möwe" und ,,Merkator" am 18.04. Nur sind Antal von verwundete Soldaten und Flüchtlinge in meiner Liste nicht gleich.
Kann ich um Hilfe beten?
Mit freundlichen Grüßen
Olaf
Hallo Olaf - vermutlich meinst Du das Frachtschiff " Adler " der ARGO - Reederei.
Dieses Schiff war offizell kein Lazarettschiff - nicht international notifiziert ( Trug kein Rotes Kreuz und hatte Flak- Waffen )
Es konnte bis 450 Verletzte transportieren und befand sich im Mai 1945 in Vordingborg/ Dänemark
soweit mal in Kürze
Viele Grüße - Achim - Trimmer
Danke Achim,
es war weil es in Bericht Nr. 83 steht das ,,Adler" war ein Lazarettschiff auf Weg nach Kopenhagen, dass ich es nicht in Schiffsliste von Kopenhagen finden konnte.
Infolge ,,Besatzungsbericht für Vordingborg" kamen ein Paar Lazarettschiffe in Hafen beim Kriegsende (5. Mai) mit 1400 schwer verletze deutsche Soldaten und wurde auf das psychische Krankenhaus behandelt. Viele sind Gestorben, bis 40 pro Tag. Dänische und deutsche Ärzte haben gekämpft um die zu retten. In Deutschland gibt man aber dänische Ärzte der Schuld dass so viele Gestorben sind.
Hallo Theo, Du bekommst eine E-Mail später.
Mit Gruß, Olaf
Zitat von: bettika61 am 03 Dezember 2014, 18:26:45
Hallo ,
um es vorwegzunehmen, die Erinnerungen des Leiters Seeleitstelle Hela wären informativ, daher ja meine Frage nach den fehlenden 23 Seiten
Hi Beate,
Damals schrieb René:
Zitat von: Zerstörerfahrer am 18 November 2008, 07:35:24
Einzige Chance, die ich für dich sehe, ist das Bundesarchiv Bayreuth. Dort liegt die Sammlung (Ost-Dokumentation) des Admirals (Namen leider vergessen, glaube Konteradmiral Ehrhardt). Dieser Admiral hat in der Nachkriegszeit viele Kriegsmarine-Angehörige befragt und Erlebnisberichte von Flüchtlingen gesammelt.
Hast Du Dich in Bayreuth mal nach dem kompletten Bericht erkundigt?
https://www.bundesarchiv.de/bundesarchiv/dienstorte/bayreuth/index.html.de
Der Admiral hieß Conrad Engelhardt und war Transportchef Ostsee.
Seine Bemühungen werden in dem Buch "Ostsee '45" von Heinz Schön gewürdigt, der momentane Stand der historischen Diskussion, geprägt von der Zurückweisung der von Dönitz vorgegebenen Verdienste, hat leider auch Engelhardts Wirken verschüttet. Ich denke aber, man muss die beiden Personen getrennt von einander in Augenschein nehmen, auch wenn sie später bei der Erstellung der Ostdokumentation viel in Kontakt standen und Engelhardt in der Korrespondenz mit Dönitz einen (nach heutigen Gepflogenheiten) außerordentlich devoten Eindruck macht. Da darf man sich nicht täuschen lassen.
Momentan bin ich der Meinung, dass Engelhardt an Dönitz vorbei eine Menge für die zivilen Flüchtlinge organisiert hat; nach dem Krieg hat sich Dönitz die Leistung von Engelhardt ans Revers geheftet, hätte er das zu Kriegszeiten mitgekriegt, wäre Engelhardt möglicherweise von ihm vors Kriegsgericht gezerrt worden.
Dass die Kriegsmarine (und dabei nehme ich Dönitz aus) nichts für die zivilen Flüchtlinge getan hat und alles Einzelleistungen waren, wie es jetzt wieder in SCHIFF CLASSIC von der DGSM behauptet wird, das erscheint mir naiv und unglaubwürdig. Man bekam als Kapitän eines Schiffes nicht eben mal Bunkerkohle ohne Nachweis, für welche Fahrt und zu welchem Zweck.
Aber, und damit wieder zum Thema, Engelhard hat natürlich auch die Transporte der KZ-Schiffe gelenkt.
Gruß, Thomas
http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/ksp/ostsee/seetra.htm
Zitat von: Olaf Berg Nielsen am 04 Dezember 2014, 16:10:42
Viele sind Gestorben, bis 40 pro Tag. Dänische und deutsche Ärzte haben gekämpft um die zu retten. In Deutschland gibt man aber dänische Ärzte der Schuld dass so viele Gestorben sind.
Mit Gruß, Olaf
Lieber Olaf,
Nicht primär deutsche Historiker geben den dänischen Ärzten Schuld, nein, nicht alle Schuld, sondern ein gewisses Maß an Mitschuld. Sondern die dänische Ärztin Kirsten Lylloff stieß 1999 diese Debatte an.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40325388.html
Die dänische Ärztin und Historikerin Kirsten Lylloff, 64, hat jetzt die bislang unerzählte Geschichte der toten Kinder aufgeschrieben. "Die größte humanitäre Katastrophe der Neuzeit in Dänemark" nennt sie das massenhafte Sterben. Der Leiter des nationalen Roten Kreuzes, Jörgen Poulsen, spricht von einem "düsteren Kapitel" der dänischen Geschichte, "für das wir uns schämen müssen".
Zumindest wirft der erstmals dokumentierte Leidensweg der "tyske flygtningebørn" Fragen auf, zum Beispiel nach der Hilfsbereitschaft der dänischen Ärzte, aber auch der einheimischen Bevölkerung. Über die Antworten wird emotionsgeladen wie selten gestritten, späte Vergangenheitsbewältigung auf Dänisch.
Und hier noch ein Auszug aus dem Buch von Karl-Georg Mix:
http://books.google.de/books?id=OM8qpZNByxcC&pg=PA119&lpg=PA119&dq=Lylloff+Kirsten&source=bl&ots=dD_qwN_8Rh&sig=ZIpjkwApbqfKkZqfRZqFPYXDZhs&hl=de&sa=X&ei=lr2BVLrvJoLMO8OIgLAP&ved=0CDQQ6AEwBQ#v=onepage&q=Lylloff%20Kirsten&f=false
Nichts für ungut,
Thomas
Alle Familienforscher möchte ich noch auf diese Personen-Datenbank hinweisen:
http://www.westpreussen.de/cms/ct/fluechtlinge-in-daenemark.php
Viele Grüße, Thomas
Lieber Thomas,
ich versuche nicht zu sagen, dass von dänischer Seite alles damals richtig war und habe kein Interesse dänische Ärzte zu verteidigen. Der Artikel und Buch von Kirsten Lylloff hat in Dänemark zu großes Diskutieren geführt, besonders weil so viele Fehler waren. Es kamen nach Kopenhagen innerhalb 1½ Monat fast 250.000 Flüchtlinge und 100.000 verwundete Soldaten. In Voraus war die Situation in Kopenhagen schlecht. Die Wehrmacht hatten Lazarettschiffe in Hafen, aber es ist ja nicht unbekannt dass die Soldaten Vorrang hatten. Vor die Befreiung (5. Mai) waren in Kopenhagen deutsche Flüchtlingskrankenhäuser mit 20.000 Betten, 194 Ärzten, 46 Hebmuttern und 627 Krankenschwestern.
Es kamen eine 800 Schiffe mit Flüchtlingen nach Kopenhagen. Das erste das geschehen wurde war Leiche am Kai zu stäbeln. Die Krematorien und Friedhöfen in Kopenhagen konnte nicht mitfolgen und Todesdatum wurde am meisten den Tag wo die Beerdigt waren. Das war aber bei der Wehrmacht ganz üblich, das sehe ich oft in die Kirchenbücher.
So wenn Kirsten Lylloff 6000 Totenscheine untersuchen hat, soll man den Hintergrund zuerst kennen. Dass dänische Ärzte nicht helfen wollten wenn die Wehrmacht gefragt hat, war es weil die die viele Dänen (Polizei und Juden) in deutschen KZ ,,freikaufen" wollten. Außerdem wurden am gleichen Tag 10 dänische Ärzte als Clearingmord getötet. Trotzdem haben die dänischen Ärzte in alle Krankenhäuser Flüchtlingen geholfen. Wo ich (7 Jahre alt) und meine Eltern in Kopenhagen wohnten hatten wir zwei Ärzte, die jeden Tag für Flüchtlinge gearbeitet haben.
Bis zum Befreiung (5. Mai), wo die Wehrmacht für die Flüchtlinge Verantwortung hatten sind fast 7.000 gestorben. Ich habe mehrere Krankengeschichte kopiert für Deutschen, die ihre Verwandte suchen und jedes Mal gesehen, dass ein dänischer Arzt unterschrieben hat. Es ist ja auch nicht unbekannt, dass der Flucht von Preußen nach Dänemark ohne Essen und Wasser in bis 20 Grad Kälte für Kleinkinder ihren Leben kosten kann.
Ich habe so viel Materiale, dass ich sagen kann, dass unter die chaotischen Zustände damals wurde viel von dänische Seite getan. Ich kann etwas von es übersetzen, aber weiß nicht ob du lieber die Berichte von Frau Lylloff glauben willst.
Gutes Wochenende
Olaf
Hallo Olaf,
das was Du schreibst ist sehr bewegend.
Ich habe sowieso sehr viel Respekt vor dem Widerstand der Dänen gegen das Nazi-Regime. Habe erst vor kurzem das Buch von Bo Lidegaard gelesen: "Die Ausnahme: Wie die dänischen Juden mit Hilfe ihrer Mitbürger der Vernichtung entkamen."
Nein, ich möchte auch Frau Lylloff nicht lieber glauben, sondern ich habe nur darauf hinweisen wollen, dass die Debatte und die Kritik an der dänischen Ärztevereinigung zunächst aus Dänemark selber kam. Ich habe aber die Schilderungen von Frau Lylloff zur Kenntnis genommen, und ich habe auch vor ihrem Bemühen um geschichtliche Aufklärung Respekt. Ich habe ihre Feststellung auf einer Seite der "Chronik" zitiert (Hintergrundinfo/Kriegsschauplätze/Ostsee/1945) , eingebettet in die Schilderung der fürchterlichen Umstände, die das dänische Volk und seine Regierung am Ende des Krieges überrollten.
Mir war nicht deutlich, dass die dänischen Ärzte durch das Verdikt der Ärztevereinigung noch mehr unter Druck gerieten. Aber ich habe die Ärzte nicht verurteilt, und ich kenne auch keinen deutschen Historiker (unberücksichtigt die Publikationen aus rechtsradikalen Kreisen), der das getan hat.
Wenn das Diktum der Ärztevereinigung die Not der Flüchtlinge tatsächlich nicht entscheidend vergrößert hat, nehme ich den Satz auch ohne Zögern wieder aus meiner Darstellung heraus; ich wollte lediglich verdeutlichen, dass die Not der Flüchtlinge mit Ankunft in Dänemark noch lange nicht zu Ende war; dass nicht nur die Bevölkerung im Westen Deutschlands gegen die Flüchtlinge mauerte, was einen aus heutiger Sicht natürlich auch beschämt.
Herzliche Grüße,
Thomas
Moin,
es liest sich heute aus der warmen Stube heraus ja nicht unangenehm. Es ist unglaublich, welche Strapazen die Menschen durchstehen mussten.
Wie Olaf schrieb, kamen innerhalb von 6 Wochen über 250.000 Flüchtlinge. Auch die Dänen haben unter dem Krieg gelitten. Mit diesen Menschen musste das kleine Land fertig werden.
Wir schaffen es noch nicht einmal heute hier im Wohlfahrtsstaat Deutschland das Flüchtlingsproblem in den Griff zu bekommen. flop Dabei sind die Zahlen viel kleiner. :BangHead:
Dank Achims Links habe ich jetzt Ostpreussen viel besser kennengelernt. top Was ich heute besonders bedauere, ist, dass der breite Dialekt langsam ausstirbt. Damit auch das Marielsche... :cry:
Grüße Ronny
Hallo zusammen,
ich freue mich dass es hier Forum Teilnehmer sind, die die andere Seite von der dänischen Flüchtlingsgeschichte hören will. Als Mensch soll man aufpassen nicht auf solche Propaganda wie es in Nazizeit beim Juden war. Alles was schlecht von Juden erzählt war wurde akzeptiert und führte zum Massenmord.
Wie Ronny so richtig schreibt: ,,es liest sich heute aus der warmen Stube heraus ja nicht unangenehm". Man muss diese Zeit kennen. Die Flüchtlinge die nach Kopenhagen kam waren nicht wie heutige in guter Zustand, aber ausgehungert und kranke.
Kein dänischer Arzt war und ist von der dänischen Ärztevereinigung verpflichtet, sondern von seinen Ärzten Eid. Es waren von der Ärztevereinigung nur ein Versuch dänische Juden und Polizei freizukaufen. Man darf auf nicht vergessen, dass man z.B. keine moderne Medikamente als z.B. Penicillin (Kam zuerst in die 50sigerjahren)hatten. Viele andere Behandlungsmetoden waren damals unbekannt. Hunger bei der Mutter wegen das Gravidität führen zum niedrigen Geburtsgewicht und wie es beim Churchill Livingstone: ,,Forfar and Arneil's Textbook of Paediatrics" geschrieben ist: »Low Birthweight status is a major factor influencing infant survival not only during the perinatal period but also up to the age of 6 months«.
In viele Todesurkunden stehen beim Kleinkinder: Atrophische Kinder, Magen-Darmkrankheit. Wegen Hunger geht die Darmschleimhaut kaputt. Diesen Zustände kann nicht einmal heute Kuriert werden und führen zum Tot innerhalb Monaten.
Kopenhagen mit 1 Million Einwohnern war in den letzten Kriegstagen eingesperrt. Es waren Ausgangsverbot von 20Uhr Abend bis 5Uhr Morgen. Benzin war nur für die Wehrmacht und Ärzte. War man auf die Straße in dieser Zeit wurde man sofort erschossen. Alle Lebensmittel musste in diese wenige Tagesstunden von Lande (30 – 50 Km von Kopenhagen) auf kleine Pferdewagen transportiert werden.
Schon in Mitte Mai bekamen die Flüchtlinge 2.000 Kalorien pro Tag statt die Engländer nur 1.800 Kalorien befohlen haben. Ein paar Monate später wurde es bis 2.500 erhöht. Die Flüchtlinge sollen nicht arbeiten. In Deutschland mussten Flüchtlinge arbeiten und hat nur 800 – 1.000 Kalorien pro Tag bekommen.
Selbstverständig waren die deutschen Flüchtlinge nicht erwünscht, es hat eine Menge Geld gekostet und wenn die ein Schule oder Lager verlassen haben war alles kaputtgemacht. Unsere neue Schule (Baujahr 1942) war so zerstört, dass wir ein halbes Jahr in anderen Lokalen unterrichtet wurden bis es Umgebaut war.
Wir hatten aber Mitleid mit die arme Kinder und es war ab und zu Einsammlungen von Kleider und Spielzeug und Jedesmal kam eine Menge ein. Ich muss zugeben, dass die Flüchtlingskinder auf unsere Schule besser gekleidet als ich waren.
,,Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" 1. Thessalonicher 5:21
Gutes Wochenende
Olaf
Hallo Olaf,
deine für alle Seiten wertvolle Arbeit soll auf keinen Fall hier zu Diskussionen um Todeszahlen oder um Einsatz der Ärzte auf beiden Seiten ausarbeiten.
Wichtig ist das diese mangels KTB's und Berichten so arme Zeit noch weiter aufgehellt wird.
Neben den großen Lazarettschiffen liefen auch viele kleine Küstendampfer aus den Ostgebieten ein, sogar aus Kurland liefen ja bei Kriegsende noch Schiffe nach Dänemark aus.
Dazu kam ja auch noch das aus Norwegen in diesen Tagen manches Schiff Richtung Heimat fuhr und auch Station in Kopenhagen machte.
Ich bin mir ganz sicher dass mancher Familienforscher gerne deine Daten in Empfang nimmt.
Also, nochmals Dank für deinen Einsatz
und ein schönes Advent - Wochenende
Theo
Zitat von: TW am 05 Dezember 2014, 14:06:24
Zitat von: bettika61 am 03 Dezember 2014, 18:26:45
Hallo ,
um es vorwegzunehmen, die Erinnerungen des Leiters Seeleitstelle Hela wären informativ, daher ja meine Frage nach den fehlenden 23 Seiten
Hi Beate,
Damals schrieb René:
Zitat von: Zerstörerfahrer am 18 November 2008, 07:35:24
Einzige Chance, die ich für dich sehe, ist das Bundesarchiv Bayreuth. Dort liegt die Sammlung (Ost-Dokumentation) des Admirals (Namen leider vergessen, glaube Konteradmiral Ehrhardt). Dieser Admiral hat in der Nachkriegszeit viele Kriegsmarine-Angehörige befragt und Erlebnisberichte von Flüchtlingen gesammelt.
Hast Du Dich in Bayreuth mal nach dem kompletten Bericht erkundigt?
https://www.bundesarchiv.de/bundesarchiv/dienstorte/bayreuth/index.html.de
Hallo,
im zusammenhang mit http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,19876.msg317322/topicseen.html#new
habe ich mich an den Hinweis von TW :MG: erinnert.
Die suche mit invenio hat ergeben, der Aktenbestand der Ost-akademie befindet sich in Bayreuth unter
ZitatBestandssignatur :OSTDOK 4 Bestandsbezeichnung :Flucht über die Ostsee 1944/45 Laufzeit :(1944/1945) 1964-1958 Zitierweise :BArch OSTDOK 4/... Benutzungsort :Bayreuth
Bestandsbeschreibung :
Im Auftrag der Ost-Akademie e. V. in Lüneburg hatten Dr. Hanns Detlef Karsten von Krannhals sowie auch Konteradmiral a. D. Conrad Engelhard eine Materialsammlung mit dem Titel ,, Rettung der Flüchtlinge über See" über die Beteiligung der deutschen Kriegs- und Handelsmarine an der Rettung von Flüchtlingen und Vertriebenen zusammengetragen. 1971 übernahm das Bundesarchiv zusammen mit dem Nachlass Dr. von Krannhals diese Materialsammlung.
Inhaltliche Charakterisierung :
Der Bestand enthält sowohl regional als auch nach Schiffsnamen geordnete Erlebnisberichte, Korrespondenzen sowie Karteien über Schiffe, Flüchtlingstransporte und Zeitzeugen.