Ahoi Allerseits,
in meinem ersten Beitrag hier möchte ich um Hilfe bei der Identifizierung einer alten Flugabwehrkanone bitten, die sich zwischen den Überresten eines ebenso alten Wracks in der Ostsee etwas südlich der Flensburger Förde befindet.
Eigentlich ist es mein Ziel, das Wrack zu identifizieren, das ich für ein Räumboot halte. Allerdings kann ich noch nicht mal mit Sicherheit sagen, ob es sich um ein Deutsches R-Boot handelt, oder
überhaupt ein R-Boot, es sprechen zurzeit nur Indizien dafür.
z.B.
- 2 große, kurpferbeschlagene runde Decksplatten (ca. 2m durchmesser) lagen herum (Decksluken von Voith Schneider Antrieben?)
- 2cm Munition / 3,7cm Munition vorhanden
- Reste eines 2 cm Geschütz auf kegelförmiger Lafette
- ein 3,7 cm Geschütz(?)
- 2x 8-Zylinder Dieselmotoren
- Kompositbauweise (Holz/Alu)
- Untergangszeit vermutlich noch vor Kriegsende, weil scheinbar noch voll bewaffnet.
Das Geschütz hielt ich anfangs für eine 3,7cm M43 Flak, jedoch bei näherer Betrachtung stimmen zuviele Dinge nicht überein. Es ist sehr schwer, Details unter dem Bewuchs der Jahre zu erkennen. Munitionsreste waren in der näheren Umgebund aufzufinden Kal 2cm und vermutlich 3,7cm (Hülsen, die Projektile schon weggegammelt).
Hier ein Video von dem Geschütz:
https://www.youtube.com/watch?v=_3DuND0quFk
Die Sache ist, lt. den gängigen Aufzeichnungen dürfte in dem Gebiet nur das R-Boot 222 liegen vor Schleimünde. Hier liegt aber nun irgendwie noch eines und das dürfte da halt nicht liegen, weil der Verbleib aller Boote mit dieser Antriebs/Maschinenkombination gut dokumentiert ist. Nirgendwo finde ich etwas darüber, dass sonst noch dort etwas südlich der Flensburger Förde vor der Küste gesunken ist. Bin für jeden Tip dankbar.
Viele Grüße
Krischan
Ach, das ist ein Geschütz? :-o :-D
Hmm, Spaß beiseite, ist wirklich schwierig und ich kann wirklich nur raten! Ich rate mal eine 4cm Bofors in deutscher Ausführung. Nur..........sicher bin ich mir da wirklich nicht! :/DK:
Viele Grüße und noch viel Erfolg dabei! :MG:
Hallo Krischan - willkommen im Forum
Meine Vermutung - 2 cm C 30 oder C 38 auf Sockellafette und bei dem Rohr 3,7cm Flak M 42 - wenn die Rohrlänge 2560 mm beträgt - aber alles Spekulation
Gruß - Achim - Trimmer
Zitat von: schliedueker am 15 Januar 2015, 14:41:53
- 2 große, kurpferbeschlagene runde Decksplatten (ca. 2m durchmesser) lagen herum (Decksluken von Voith Schneider Antrieben?)
Kupfer = Sparmetall. In solchen Mengen für zwei bloße Lukendeckel verbaut? Das wundert mich. Warum müssen Lukendeckel kupferbeschlagen sein? Nur als Denkanstoß ...
Messing erscheint rötlich, wenn durch Säure der Zinkanteil heraus gelöst wird. Dazu reichen schon schwache Säuren wie Zitronensäure, ob das auch in Meerwasser geschieht, kann ich nicht sagen. Müsste dann aber der eine oder andere Wracktaucher schon mal gesehen haben.
Moin,
vielen Dank schon mal für die Tipps. Bezgl. der Kupferplatten oder was auch immer das ist, ist ja nicht so, dass ich dazu nicht auch eine Aufnahme hätte:
https://www.youtube.com/watch?v=Zrop2vDh2JA
Bitte urteilt selbst. Kupfer/Messing/Bronze erscheinen nach langer Liegezeit unter Wasser meist weißlich/bläulich mit Grünstich. Signifikant ist dabei immer, dass praktisch kein Bewuchs festzustellen ist durch den Kupferanteil im Metall, Antifouling sozusagen.
Ich bin darauf gekommen, dass es so eine Art Decksplatten sein könnten, da ich über folgende Zeichnung gestolpert bin, die ich auf der Website vom Marineverein Neuss gefunden habe. Hier ist mal die Draufsicht im Heckbereich zu beachten:
(http://www.marinevereinneuss.de/resources/pulchra_nussia_plan.jpg)
Die Platten liegen auch im Heckbereich.
Also, mir geht es vornehmlich um die Identifizierung dieses Wracks, nicht nur des Geschützes. Jeder Tipp oder jedes Gedankenspiel könnte mich weiterbringen.
Vielen Dank und viele Grüße,
Krischan
P.S.: Das große Geschütz auf der Zeichnung ist die Abbildung, die meinem Fund bisher am ähnlichsten sieht, kommt auch von der Position im Wrack absolut hin.
Hallo Krischan - nur mal als Frage - kann es sich nicht auch um ein Torpedoboot handeln - d.h. ich würde mich nun nicht unbedingt auf ein R-Boot " versteifen "
Gruß - Achim - Trimmer
Moin Achim,
so richtig versteift habe ich mich noch nicht, wie gesagt, ist zurzeit noch ein Indizienprozess. :-)
Falls du mit "Torpedoboot" die Schnellboote meinst, die hatten meines Wissens nach alle 3 Maschinen. Dieses Boot hat definitiv nur 2 Maschinen.
Zwei 8-Zylinder Reihenmotoren. Das meine ich an den 8 Sprengklappen unterhalb der Zylinder abzählen zu können. Da ich halt das Geschütz noch nicht
so richtig einordnen konnte, kam mir der Gedanke, dass es möglicherweise kein Deutsches Boot ist. Was mich aber doch sehr wundern würde, dort, wo es liegt.
Gruß
Krischan
Hallo Krischan - nein ich meine nicht die S - Boote
Gruß - Achim
Hmm, ich finde da auf die Schnelle nur Dampfgetriebene und/oder richtig große Koffer mit über 100m Länge oder so.
Das Boot hier ist vielleicht max 6m Breit und etwa 30m lang gewesen.
Eine Bofors ist das glaube ich nicht, dieses halbrunde Teil an der linken unteren Seite des Verschlusses, weist noch ziemlich deutlich erkennbar so eine Art Speichen auf, die ich bei der Bofors gar nicht und dem M42 nicht so ausgeprägt wiederfinden kann.
Signifikant ist vielleicht auch der fehlende Mündungstrichter/Feuerdämpfer. Gut, der kann schon weggegammelt sein. Und die vierkantige Lafette.
Bei Minute 0:30 ist noch ein gelochtes, zylindrisches Messingteil mit Verschraubung zu erkennen, das ich auch nicht einordnen kann. Ist oben geschlossen und in den Löchern ist siebartige Struktur zu erkennen.
Ich glaube, ich hab's gefunden, dieses Geschütz müsste es sein und steht in Dänemark im "Bangsbo Fort":
http://fortress-scandinavia.dk/Bangsbo/images_2011/Bangsbo_fortet_37_mm_FLAK_2.jpg (http://fortress-scandinavia.dk/Bangsbo/images_2011/Bangsbo_fortet_37_mm_FLAK_2.jpg)
Edit: Ist eine 3,7 cm S.K. C/30 und war nachdem, was ich so in Erfahrung bringen konnte, auf den Räumbooten R108 und R112 verbaut sowie der Reihe R 113-129.
Von denen kommt eigentlich nur R126 infrage, das die passende Bewaffnung, Motorisierung und Antrieb aufweist und dessen Verbleib nach Minentreffer im Großen Belt angegeben wird.
Wäre zumindest einigermaßen in der Nähe. Alle anderen sind weit weit weg gesunken oder waren nach 1945 noch irgendwie im Einsatz.
Minentreffer würde vom Schadensbild gut hinkommen, da ab Schiffsmitte zum Bug hin alles platt ist.
Edit: Frage in einem passenderen Unterforum gestellt. (http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,23138.0.html)