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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - Schiffe => Thema gestartet von: Albatros am 27 Januar 2015, 10:19:03

Titel: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Albatros am 27 Januar 2015, 10:19:03
Doggerbank (Schiff 53)
http://de.wikipedia.org/wiki/Doggerbank_%28Schiff,_1926%29
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Doggerbank_%28Schiff_53%29

Als Minenschiff funktionierte ihre Tarnung so gut das sie ein südafrikanischen Flugzeug,  den Leichten Kreuzer Durban und schließlich den britischen Hilfskreuzer Cheshire täuschen konnten.

HMS Durban
http://en.wikipedia.org/wiki/HMS_Durban_%28D99%29

HMS Cheshire
http://www.uboat.net/allies/warships/ship/3348.html



Und selbst U-43 erkannte nicht um welches Schiff es sich in Wirklichkeit handelt.
Auch wenn die Doggerbank früher als erwartet und auch nicht in dem Seeabschnitt fuhr, der für deutsche Blockadebrecher aus Japan vorgesehen war, hatten die U-Boot-Kommandanten keine Unterlagen wie die Deutschen Blockadebrecher aussahen?

Ein Überlebender......
http://www.ddghansa-shipsphotos.de/doggerbank100.htm
Ganz unten, wer war Kapitän Krage?

http://de.wikipedia.org/wiki/U_43_%28Kriegsmarine%29
Dreizehnte Unternehmung
Zitat Anfang......3. März 1943: Versenkung des deutschen Motorschiffs Doggerbank (5.154 BRT) durch drei Torpedos. Es wurde von U 43 irrtümlich als britischer Frachter Dunedin Star identifiziert und versenkt. Die Doggerbank war auf dem Rückweg von Japan; sie kam zwei Wochen früher als erwartet zurück. Von den 365 Mann an Bord überlebte nur einer.Diese Versenkung wurde später auf höhere Anweisung aus dem Kriegstagebuch des U-Boots entfernt....... Zitat Ende.

Was machte das für einen Sinn?

http://www.uboat.net/boats/u43.htm

Die Doggerbank hatte bei der Ausreise als Minenschiff 280 Minen an Bord, darunter 55 "EMF" des Typs Einheitsminen Typ F Ankertau Minen Gewicht 350 kg an Bord.
Diese sollen weil unbrauchbar über Bord geworfen worden sein, angeblich zu empfindlich bei starkem Seegang und neigten dazu zu früh zu detonieren.
War das von dem Typ Minen bekannt?

:MG:

Manfred








Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: AndreasB am 27 Januar 2015, 11:57:16
Ich bin ja kein Schiffsfachmann, aber fuer mich sehen die Doggerbank und M/S/ Dunedin Star schon aehnlich aus.

http://www.bluestarline.org/dunedin1.html

Alles Gute

Andreas
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Albatros am 27 Januar 2015, 14:32:28
Zitat von: AndreasB am 27 Januar 2015, 11:57:16
Ich bin ja kein Schiffsfachmann, aber fuer mich sehen die Doggerbank und M/S/ Dunedin Star schon aehnlich aus.

http://www.bluestarline.org/dunedin1.html

Alles Gute

Andreas

Ja, ähnlich schon....http://www.wrecksite.eu/img/wrecks/dunedin_star_0.jpg ....aber Dunedin Star ist viel größer und  im Heckbereich schon mit deutlichen Unterschieden.
Die Doggerbank war viel zu früh ( sie sollte erst am 5 März den Äquator überqueren ), außerdem im falschen Gebiet und es war gegen 22:00 Uhr, alles Dinge die für den U-Boot-Kommandanten und gegen den Kapitän der Doggerbank sprechen.

Es ist nur tragisch das bei größerer Sorgfalt und Umsicht man hätte so etwas eventuell vermeiden können, 364 Menschenleben, (von der Ladung, 7.000 t Kautschuk mal ganz abgesehen) hatte man sich beim F.d.U. oder im OKM zu solchen Situationen genügend Gedanken gemacht?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: AND1 am 27 Januar 2015, 18:32:39
Die Doggerbank sollte nicht vor dem 5.März 1943 den Äquator überqueren das Schiff fuhr schneller.
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Albatros am 28 Januar 2015, 09:01:32
Doggerbank wurde ja am 19.08.1942 in Yokohama wieder aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und war danach als Blockadebrecher unterwegs.Bei Dinklage/Witthöft ist folgendes zu den Blockadebrechern zu lesen.....Der Reiseweg für die Blockadebrecher mußte bis in die geringsten Kleinigkeiten festliegen, damit die Schiffe nicht eventuell Opfer eigener U-Boote werden.
Im Fall der Doggerbank wird vermutet das ihr Kapitän einen entsprechenden Funkspruch der Seekriegsleitung nicht erhalten hat.

Am 15.01.1943 lief Doggerbank von Yokohama kommend aus Batavia/Jakarta aus.....

In Batavia hatte der Marine Sonderdienst eine Dienststelle eingerichtet, ich würde jetzt vermuten das der Kapitän dort den letzten schriftlichen Fahrbefehl erhalten hat.

Muss ich das dann jetzt so verstehen das die Doggerbank eventuell nach ihrem Auslaufen aus Batavia einen Funkspruch der Seekriegsleitung mit einer Änderung des Fahrbefehls nicht aufgenommen hat?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Trimmer am 28 Januar 2015, 09:27:43
Hallo Manfred - das ist durchaus möglich. Würde aber auch bedeuten das Doggerbank den Funkspruch nicht bestätigt hat und normaler Weise müßte dann der Funkspruch  wiederholt werden - bis zur Bestätigung. Die Frage wäre auch ob der Funkspruch nach Batavia oder aber direkt an die Doggerbank adressiert war. D.h. das vielleicht auch hier ein Versagen der Dienststelle Batavia bestanden hat - hat FT nicht weiter übermittelt. Ist aber wie so oft alles Spekulation

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Urs Heßling am 28 Januar 2015, 17:16:39
moin, Manfred,

Zitat von: Albatros am 27 Januar 2015, 10:19:03
Ganz unten, wer war Kapitän Krage?
Krage war Kapitän des Blockadebrechers Ermland, später Weserland und ein erfolgreicher Blockadebrecher-Kapitän http://de.wikipedia.org/wiki/Ermland_%28Schiff,_1922%29 (http://de.wikipedia.org/wiki/Ermland_%28Schiff,_1922%29)

Gruß, Urs
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Albatros am 29 Januar 2015, 21:27:01
Zitat von: Urs Heßling am 28 Januar 2015, 17:16:39
moin, Manfred,

Zitat von: Albatros am 27 Januar 2015, 10:19:03
Ganz unten, wer war Kapitän Krage?
Krage war Kapitän des Blockadebrechers Ermland, später Weserland und ein erfolgreicher Blockadebrecher-Kapitän http://de.wikipedia.org/wiki/Ermland_%28Schiff,_1922%29 (http://de.wikipedia.org/wiki/Ermland_%28Schiff,_1922%29)

Gruß, Urs

Danke Urs, ob er seine Bemerkung über die "hemmungslose Vernichtungwut" noch während des Krieges gemacht hat?

:MG:

Manfred
Titel: Re: Fragen zur DOGGERBANK
Beitrag von: Hägar am 15 Februar 2021, 16:44:41
Hallo

Ist irgendwo ein Dokument zu finden, das Auskunft darüber gibt, ab wann man wusste, dass U 43 Verursacher des Verlustes war?
Das Boot lief am 31.3.43 in Lorient ein (HMA/Duikboot), also könnte die Auswertung des KTBs vielleicht um die Mitte April 1943 erfolgt sein.
Das KTB/A Skl v. 14.4.43 (S.291) notiert noch die Vermutung, dass das Schiff in der Natal-Freetown-Enge lautlos aufgebracht wurde.
Wann also lässt sich belegen, dass man Querverbindungen zwischen U 43 zur überfälligen DOGGERBANK zog?

Könnte jemand in NARA PG 30040, Reel 2929, einmal überprüfen, wie das KTB für den 3.3.43 aussieht und ob da tatsächlich etwas gelöscht, ausgetauscht oder sonstwie geändert ist (äußere Form, anderer Duktus, Überklebungen o.ä.)?

Besten Dnk für Eure Bemühungen
Gruß - Hägar
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: t-geronimo am 15 Februar 2021, 23:28:17
Hier die entsprechende Seite. Bis auf den Namen Doggerbank kann ich den handschriftlichen Eintrag leider nicht lesen.

Ob später noch andere Versionen existierten, weiß ich nicht.  :/DK:
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Hägar am 16 Februar 2021, 13:26:14
Danke, Thorsten, für die Nachsuche.

Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Datum/Uhrzeit-Spalte nicht original ist, warum auch immer.
Die handschriftliche Marginalie ist leider unleserlich, schade.

Eigentlich ist kaum vorstellbar, dass beim Kentern des Schiffes in zwei Minuten (!) fünf Boote mit 50 Leuten zu Wasser kamen.
Das wäre doch vermutlich nur möglich gewesen, wenn die Boote ausgeschwungen und fierbereit gefahren wurden.
Hat jemand Erkenntnisse dazu, wie das auf den Blockadebrechern gehandhabt wurde?

Wie es scheint, waren die Überlebenden der Überzeugung, es mit einem alliierten U-Boot zu tun zu haben.
Anderenfalls hätten sie sich sicherlich als Deutsche zu erkennen gegeben, um – hoffnungsweise – gerettet zu werden.
Insofern erscheint es tragisch, dass sie anscheinend ihren Tarnnamen riefen, so dass auf U43 gar nicht erst der Gedanke an deutsche Schiffbrüchige aufkam.
Bis zur westlichsten Kanareninsel, La Palma, waren es immerhin 880 Seemeilen im offenen Boot.
Was wäre wohl passiert, hätte Schwantke erkannt, Deutsche vor sich zu haben?

Dass die Beobachtung einwandfrei einen Blue-Star-Liner ergeben haben soll, war zumindest hinsichtlich der Größe eine klare Fehleinschätzung.
Offensichtlich basierte die Schussmeldung auf den 'Auskünften' der Überlebenden, wenn auch nicht ganz zweifelsfrei verstanden, aber zur Beobachtung 'Blue-Star-Liner' passend.

DUNEDIN STAR war allerdings schon seit Ende November 1942, also seit rund drei Monaten, nicht mehr aktiv, weil an der afrikanischen Küste auf Grund gesetzt.
Konnte man diesen gegnerischen Verlust im OKM kennen, so dass man bei der Auswertung der Schussmeldung stutzig wurde?
Übrigens sah ich gerade, dass auf dieser Meldung (Dokumentfaksimile im HMA/ASS) der 27.April 1943 aufgestempelt ist, vermutlich der Bearbeitungszeitpunkt.
Auch bereits der Zeitpunkt der Erkenntnis?

Gruß – Hägar
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: t-geronimo am 16 Februar 2021, 16:05:59
Diese Seite ist minimal besser, aber ich habe es immer noch nicht lesbar bekommen.
Auf den Seiten davor und danach sind die Daten und Zeiten nicht handschriftlich. Das war wohl nur wegen der schlechten Kopie.
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: t-geronimo am 16 Februar 2021, 16:08:10
Nachtrag: kann das eine englische Anmerkung sein??

"This was ...  the german Blockade runner Doggerbank"
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Hägar am 16 Februar 2021, 16:18:59
Danke für die Neukopie.

Thorsten hat recht - das ist eine englische Anmerkung:
This was actually the German blockade runner Doggerbank!
Bleibt weiterhin die Frage, ob und wann man deutscherseits den Querbezug erkannte.

Gruß - Hägar
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Rudergänger am 16 Februar 2021, 17:56:31
Hallo,
KTB Skl. Mai 1943. Danach hat die Skl. am 6.5.1943 vom Verlust der Doggerbank erfahren.
Quelle: KTB Skl. Band 45 Mai1943 Seiten 106,107,275,276,

Viele Grüße
Harald
Titel: Re: Fragen zur Doggerbank „Schiff 53“
Beitrag von: Hägar am 16 Februar 2021, 18:00:42
Danke, Harald

Momentan stand ich bei der Nachsuche Ende April, Mai wäre morgen oder übermorgen dran gewesen :)

Gruß - Hägar