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Seekrieg allgemein => Zweiter Weltkrieg => Thema gestartet von: kgvm am 28 Januar 2015, 20:21:36

Titel: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: kgvm am 28 Januar 2015, 20:21:36
Der jugoslawische Dampfer "Vido" (1919 BRT, gebaut 1906) lief entweder in der Nacht vom 10. zum 11. Juni 1940 oder am 6.10 1940 (eine der Angaben wohl ein Zahlendreher) ostwärts Sulina auf eine Mine und sank (oder wurde auf Grund gesetzt).
Hatten die Rumänen hier, obwohl Frieden herrschte, eine Defensivminensperre gelegt (eventuell im Zusammenhang mit der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Juni 1940??) oder war es ein Überbleibsel aus dem 1. Weltkrieg?
Titel: Re: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: Ferenc am 28 Januar 2015, 22:56:44
Hallo,
Zumindest zum Schiff ein paar Infos:

1906 bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut, Baunummer: 444, Stapellauf 23.7.1906, Fertigstellung August 1906 als SECALIA
2.639 BRT, Länge: 86,6 meter, Breite: 12,8 Meter,

1910, BORGLUM, A/S D/S Antlantik, Kopenhagen
1912, BORGLUM, A/S D/S Dannebrog, Kopnhagen
1928, AARO, Jens J.Petersen, Haderslev
1939, VIDO, Parobrodarsko Drustvo "Jugolevant", Dubrovnik

06.10.1940 ca 18 Seemeilen östlich Sulina nach Minentreffer gesunken.

Zu diesem Zeitpunkt, an dieser Örtlichkeit ein Minentreffer ist eine interessante Sache.

Zwei Möglichkeiten hast Du genannt. Nachforschbar wäre maximal die rumänische Minensperre.
Haben wir Mitglieder, die Zugang zu rumänischen Archiven haben oder gibts in deutschen Archiven Hinweise darüber?

Grüße
Ferenc
Titel: Re: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: Darius am 30 Januar 2015, 21:26:09
Hi,

Lloyd´s War Losses schreiben:
Zitat"06.10.1940; VIDO; YS; 1919; Istanbul for Braila; 60104 bales jute; 18 km E of Sulina; M.; all Crew saved; Rumanian Minister stated casualty occured 30 miles to sea and no mines laid except near coast. Admiarlity state vessel sunk by Rumanian mine."

Wg. "Frieden":  --/>/> http://de.wikipedia.org/wiki/Bessarabien
ZitatSowjetische Besetzung 1940[Bearbeiten]

Nach dem Ende des deutschen Westfeldzugs mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 22. Juni 1940 sah die Sowjetunion den Zeitpunkt gekommen, die Rückgabe Bessarabiens nach 22 Jahren (aus ihrer Sicht widerrechtlicher) Zugehörigkeit zu Rumänien zu erreichen. Mit dem besiegten Frankreich hatte Rumänien seinen engsten Bündnispartner verloren. Am 28. Juni 1940 besetzte die sowjetische Rote Armee das Territorium Bessarabiens. Rumänien bekam zuvor ein 48-stündiges Ultimatum zur Abtretung gestellt, dem es kampflos nachkam. Wie im Geheimen Zusatzprotokoll des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts von 1939 verabredet, duldete das Deutsche Reich die Besetzung. Gegenüber der Sowjetunion bekundete es sein Desinteresse an der Bessarabischen Frage, aber nicht am Schicksal der dort lebenden etwa 93.000 Bessarabiendeutschen. Deren Umsiedlung ins Deutsche Reich im Herbst 1940 ermöglichte der am 5. September 1940 geschlossene Umsiedlungsvertrag.

:MG:

Darius
Titel: Re: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: kgvm am 30 Januar 2015, 21:32:44
Danke, Darius.
Auf Bessarabien als Grund für eine eventuelle rumänische Defensivsperre hatte ich ja auch schon hingewiesen, und offenbar ist die "Vido" auf eine dieser Sperren gelaufen.
Titel: Re: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: Darius am 30 Januar 2015, 21:39:24
Hallo kgvm,

ich habe Deinen Hinweis wg. Bessarabien erst gelesen als ich schon gepostet habe - sorry.

In meinen Unterlagen habe ich zu möglichen Minensperren nichts finden können.

:MG:

Darius
Titel: Re: Verlust des jugoslawischen Dampfers "Vido"
Beitrag von: kgvm am 30 Januar 2015, 22:53:52
Aber offenbar ist die Existenz von Minensperren ja durch Rumänien zugegeben worden:
"Rumanian Minister stated casualty occured 30 miles to sea and no mines laid except near coast"