Hallo Marineinteressierte,
kann man anhand dieser beiden Fotos den Zeitpunkt bestimmen, wann die Aufnahmen gemacht wurden?
Ist es möglich den Kommandanten zu bestimmen?
Danke für jegliche Hilfe
LG
Nick
Das Foto ist gemäß der Uniformierung (alle tragen noch die weiße Mütze) vor Kriegsbeginn entstanden. Die entsprechenden Kommandanten sind nachschlagbar.
Zitat von: M-54842 am 23 November 2015, 16:33:48
Das Foto ist gemäß der Uniformierung (alle tragen noch die weiße Mütze) vor Kriegsbeginn entstanden. Die entsprechenden Kommandanten sind nachschlagbar.
Wie ist das jetzt gemeint mit dem Rückschluß weiße Mütze Aufnahmezeitpunkt liegt vor Kriegsbeginn ?
Moin Nick ,
Möchte davon ausgehen , dass die Aufnahme am 1. Mai 1936 gemacht wurde , auf dem Turm müsste es sich dann
um den Kkpt. Werner Scheer handeln , der hier in der Gala-Uniform ein geflochtenes Schulterstück trägt , er führte
dieses Boot vom 21.12.35 - 1.5. 1936 . Ein weiteres Indiz könnte sein , dass der in Blau gekleidete Lt.z.S. eine
Schirmmütze aufhat , die nach meiner Betrachtung noch nicht den goldverzierten gezackten Rand hat , dieser wurde
erst mit Verfügung des OKM vom 13.5.1936 und mit Weisung zum 1.7. 1936 für die Marineoffiziere bis zum Kptlt.
eingeführt , ab Kkpt. bis Kpt.z.S. mit Eichenlaubrand und ab Kt.Adm. mit doppeltem Eichenlaubrand.
Gruss halina
Danke Euch allen für diese Informationen - besonders Halina für die ausführliche Antwort.
LG
Nick
Zitat von: Archer am 23 November 2015, 16:54:06
Zitat von: M-54842 am 23 November 2015, 16:33:48
Das Foto ist gemäß der Uniformierung (alle tragen noch die weiße Mütze) vor Kriegsbeginn entstanden. Die entsprechenden Kommandanten sind nachschlagbar.
Wie ist das jetzt gemeint mit dem Rückschluß weiße Mütze Aufnahmezeitpunkt liegt vor Kriegsbeginn ?
Es tragen alle Besatzungsmitglieder weiße (Teller-) Mützen. Das gab es im Krieg nicht mehr. Die Tellermützen wurden mit der Einführung der Bordmützen (Käppis) im Dienst an Bord nicht mehr getragen.
Hai
Wurde nachträglich Flutschlitze eingebracht?
Ich habe einige Fotos von (vermeintlich) U10 gefunden mit Flutschlitzen im Bereich des Turms.
Hallo Jörg - wenn die Schrift stimmt ( bei Postkarten ist das ja wohl nicht immer sicher )- hier U 10
Gruß - Achim - Trimmer
Moin , möchte davon ausgehen , dass die von Achim eingestellte Aufnahme tatsächlich U 10 abbildet , aufgenommen
nach 1936 , gegenüber der von mir im Anhang zu sehende Abbildung von Januar 1936 sind die Schlitze am Turm von
U 10+ U 11 gut zu sehen, es dürfte wahrscheinlich sein dass der Turm nach 1936 umgebaut wurde oder dass sich diese
Schlitze nur an der Backbord-Turmseite befanden .
:MG: halina
Das Foto vom 1. Januar 1936 zeigt den U-Boot-Tender "Saar" mit den Booten U 8-U 11 mit der Reichsmarine-Flagge
Hallo hier noch eine AK (ohne U 12)
moin,
Zitat von: Whinigo am 23 November 2015, 14:17:30
Ist es möglich den Kommandanten zu bestimmen?
Was mich an diesem (Ausgangs-)Bild wirklich in Erstaunen versetzt, ist das absolut "unmilitärische" Aussehen (Unterhemd) und Verhalten (Rauchen (?), Anlehnen) der Mannschaftsdienstgrade :x
Gruß, Urs
Moin Urs ,
Es war ja 1. Mai 1936 , ausserdem hat wohl der Kommandant eine Runde geschmissen , denn an diesem Tag hat er
das Kommando an seinen Nachfolger in Kiel übergeben , so wie ich es aus meiner Sicht betrachte .
Gruss Günter
moin, Günter,
Zitat von: halina am 25 November 2015, 20:47:31
Es war ja 1. Mai 1936 , ausserdem hat wohl der Kommandant eine Runde geschmissen ,
Beides kann kein Grund sein, sich
vor Publikum so zu verhalten :SO/( :SO/( !!
Gruß, Urs
Moin :MG:
U10 hat ja reichlich Kommandanten kennen gelernt!
Einer davon und auch der letzte Kommandant war mein Bekannter Kurt Ahlers.
Bei einer Kaffee-Runde erzählte er mir auch warum U10 ausser Dienst gestellt wurde!
Es stelle sich heraus, dass der Druckkörper gravierende Mängel (Rost) aufwieß.
Bei einem Werft aufenthalt (O-Ton Kurt ) konnte man mit einem Schraubendreher durch den Druckkörper stechen, darauf hin wurde das Boot sofort ausser Dienst gestellt. Er vermutete, dass nicht zurückgekehrte U-Boote, diesem Problem geschuldet war.
Ihr kennt sicherlich das Buch, "Über dem nassen Abgrund"!
Das Bild(U10) auf dem Umschlag wurde vor Pillau gemacht und ist aus dem Besitz von Kurt Ahlers.
Wilhelm Schulz und Kurt Ahlers waren alte Freunde, und so kam es, dass Frau Schulz Kurt Ahlers um dieses Bild für das Buch bat. Ich Glaube mich zu Erinnern das Wilhem Schulz da schon verstorben war und seine Frau das Buch fertig stellte.
Der erste WO wurde im Schlauchboot ausgesetzt und so entstand das Foto vor Pillau.
Gruß Uwe :MG:
Moin Uwe ,
Danke für die interessanten Fakten zum Boot . Von September 1935 bis zur Ausserdienststellung durch den Oblt.z.S.
Kurt Ahlers am 1.7. 1944 waren es insgesamt 17 Kommandanten die auf U 10 Dienst taten .
Gruss halina
P.S. Dann dürftest Du wohl der Älteste hier im Forum sein , mein Respekt und alles Gute weiternin für Dich , top
Moin Halina :MG:,
Na ja, das mit dem Alter kann ich so nicht stehen lassen, der Kurt war da um einiges weiter.
Um es kurz zu machen, ich bin Bj. 1953.
Und da glaube ich, dass es hier doch noch ältere Kaliber gibt.
Er hatte mir seinerzeit viele "Geschichten " erzählt, so z.B. über die Bismark. Er sollte , als das Schiff angegriffen wurde, mit einem/seinem Uboot (Nr. ?) die , (wie nennt sich das Buch) Schiffskladde abholen. Er nannte es verrückt von der Seekriegsleitung, da das Boot auf Rückmarsch war, kaum noch Treibstoff hatte und verschossen war. Die eng. Vettern waren auf U-Jagt, so kam er nicht ran.
Regelrecht wütend war er über die Führung des Schiffes(Bismark).Er sagte mir mal, die Bismark hätte "Sprengschächte" zu den Rudern gehabt, er verstehe nicht, warum diese nicht abgesprengt wurden und das Schiff mit den Schrauben gesteuert wurde.
Was daran nun der Warheit entspricht, oder einem Laien auf die Nase gebunden wurde, kann ich nicht beurteilen.
Hier gibt es bestimmt Spezis die sich mit dem Bauplan des Schiffes auskennen und das Geheimnis lüften können.
Gruß vom Uwe :MG:
Die Geschichte mit dem U-Boot und dem Kriegstagebuch der Bismarck stimmt zwar soweit, aber dabei handelte es sich um U-556 unter Kapitänleutnant Herbert Wohlfarth welches sich auf dem Rückmarsch von der ersten Feindfahrt befand.
Kurt Ahlers war so weit ich weiss zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausbildung und evtl. Wachoffizierschüler auf U-562. U-562 befand sich am 27.05.1941 in Königsberg in der Werft.
Moin :MG:
Hallo Ingo, Danke für deine Recherche! top
Na da hat mir aber einer bei den gemütlichen Kaffee-Runden auch Seemannsgarn mit auf den
Kuchenteller gepackt. :DO/:
Das alte Schlitzohr............................ :OuuO:
mit maritimen Gruß
Uwe
Dann gehören wohl die ,,Sprengschächte" auf der,, Bismarck" wohl ebenfalls zum Knäuel Seemannsgarn, was der Herr Ahlers servierte oder :?
MfG Rüdiger
Burkhard Freiherr von M.R. - Schlachtschiff Bismarck. S187ff. Das Kapitel heißt: "Der Ruderschaden: Wurden alle Reparaturmöglichkeiten erschöpft?"
Von Sprengschächten weiß ich nichts aber eins ist sicher - es wurde ALLES versucht, natürlich einschließlich absprengen, Taucher und eine Reihe anderer Maßnahmen. Es ließ sich kein Raum der Ruderanlage wegen Wellenschlag betreten.
U10 war doch aber eigentlich das Thema hier, oder?
Das ist wohl wahr, Jörg, aber interessant trotzdem :-D Vor allem dann, wenn sich neue Aspekte ergeben könnten. Deswegen auch meine Anfrage, da ich beschriebenes Buch schon vor langer Zeit gelesen hatte.
MfG Rüdiger