Hallo zusammen,
zum Verlust des Kümo "NORDWIND" (ex "RO 16", ex "OPSTERLAND", ex "OUDEWATER") scheinen die gängigen Informationsquellen einen anderen Sachverhalt abzuliefern, als dies im KTB des Admiral östliche Ostsee vermerkt ist.
Verlust durch sowj. Flieger vor Reval, u.a.:
--/>/> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/verluste/ausl%2Bdtsch-4408.htm
--/>/> http://www.shipspotters.nl/viewtopic.php?f=17&t=2086
...
Aber Verlust durch Munitionsexplosion:
--/>/> http://www.marhisdata.nl/main.php?to_page=schip&id=4977
In den zeitgenössischen Dokumenten heißt es aber:
Dazu schreibt
KTB Skl:
Zitat1752 Uhr ist Kümo ,,Nordwind" mit Munition für 122.I.D. nach Hangoe bestimmt auf Liegeplatz im Hafen Reval beim Einladen der Munition in die Luft geflogen. Ursache ist vermutlich Unvorsichtigkeit. Personalverluste sind stark. ,,Nordwind", 1 Flugsicherungsboot und einige kleinere Boote sind gesunken. M 3, M 423, 1 AF und 2 Transportfähren sind beschädigt. 80 m Kai sind eingestürzt. Mehrere Gebäude im Hafen sind schwer beschädigt. Sperrschuppen ist zerstört.
und
KTB des Admiral östliche Ostsee vermerkt:
ZitatKümo "Nordwind" mit Munition für 122.I.D. (nach Hangö bestimmt) 17.52 h im Handelshafen Reval vor den Sperrschuppen liegend, beim Beladen in die Luft geflogen.
Der Kümo hatte 300 t Munition von Riga mitgebracht und etwa weitere 250t in Reval zugeladen. Als letztes wurden Tellerminen an Bord geschafft. Es besteht der Verdacht, dass dabei die hochempflindlichen Sprengkapseln unsachgemäss, obwohl in Sonderkisten verpackt, behandelt wurden.
Die starke Detonation zerstörte den Kai auf 80 m Länge, die Schuppen des Sperrwaffendepots, die nächstliegenden Hafengebäude; 1 Flugsicherungsboot und einige kleine Boote sind gesunken.
1 M-Boot und 1 AF schwer beschädigt, 2 weitere M-Boote, 2 Transportfähren, 1 Wohnboot, 1 Flugsicherungsboot beschädigt. Die Personalverluste sind z.Zt. noch nicht zu übersehen. In der ganzen Stadt Häuser- und grosser Glasschaden. Über 300m hoher Rauchpilz.
Lt.
KTB der 21. Landungsflottille kann noch ergänzt werden, dass:
-H.K.S. "
RENATE": beschädigt am Schiffskörper über der Wasserlinie, Schäden an Maschinen konnten am gleichen Tag beseitigt werden,
-M.B. "
WIKING": Deck, Decksaufbauten, Inneneinrichtungen zerstört. Maschine bedarf der Grundüberholung,
-
F 457: Beim Verholen nach der Explosion des Kümo vermutlich auf einen treibenden Gegenstand gelaufen, Auswechslung des hinteren Kugellagers der Kupplungswelle konnte mit Bordmitteln und eigenem Personal beseitigt werden.
Lt.
KTB der 9. Sicherungsdivision:
-
M 3: schwer beschädigt, u.a. in Abt. 9 ein 3x4 qum. großes Loch, Boot wird sofort eingedockt,
-
M 423: Brücke eingedrückt, FT-Raum zerstört, ... Boot einsatzklar,
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Fl.Jg. 25: leichte Schäden,
-
Vp. 1709: leichte Schäden an Oberdeck,
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1 AF (Nummer nicht bekannt, später aber als mit "38?" genannt: verschiedene Lecks, ist sofort aufgeslippt worden,
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Vp. 315: leichte Schäden,
-H.K.S. "
RENATE": beschädigt.
Auf M 3 gab es 2 Tote, mehrere Verletzte, u.a. Kommandant. Auf den übrigen Booten mehrere Leicht- und Shcwerverletzte.
Hat jemand ergänzende Informationen zu diesem Unfall (weitere Fahrzeugnamen - z.B. der Flugsicherungsboote, Anzahl der Personalverluste etc, Fotos, ...).
Danke & :MG:
Darius
Danke Theo für die vielen ergänzenden Informationen.
:MG:
Darius