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Technik und Waffen => Waffensysteme => Thema gestartet von: EnigmaM4 am 26 Mai 2016, 23:04:03

Titel: Küstenmine A (KMA)
Beitrag von: EnigmaM4 am 26 Mai 2016, 23:04:03
Hallo Leute,

habe vor einigen Tagen in dem Buch "Im Küstenvorfeld" von Friedrich Ruge etwas über diese deutsche Mine gelesen. Dabei handelt es sich nicht wie bei den herkömmlichen Minen (EMA, EMC usw.) um eine Ankertau- oder Grundmine, sondern um eine ganze einfache Konstruktion bestehend aus einem Betonsockel mit Sprengladung und einer Art Gestänge mit Zündvorrichtung. Mit dieser Minen wollten die Deutschen das Küstenvorfeld vor einer Invasion schützen. Sperren mit dieser Minen wurden außerhalb von Brest, südlich der Girondemündung und im Abschnitt Dieppe-Sommemündung gelegt, nicht aber in der Seinebucht. Leider gibt es auch keine Infos über die Anzahl der in diesen Sperren gelegten KMA. Hat hier im Forum vielleicht jemand weitere Informationen?

Gruß

EnigmaM4
Titel: Aw: Küstenmine A (KMA)
Beitrag von: TW am 13 Februar 2026, 11:05:00
Quelle: https://marineforum.online/die-geschichte-der-kriegsfuehrung-mit-seeminen/ :
ZitatAb 1944 und der am 6. Juni erfolgreich durchgeführten Landung der Alliierten auf dem Festland wurde ein weiterer Minentyp eingeführt und eingesetzt, die Küstenmine A (KMA). In einem Betonsockel war eine 75-Kilo-Sprengladung eingebaut, die über ein Hertzhorn auf einem 1,75 Meter hohen Eisenstativ ausgelöst wurde. Diese Mine war zur Abwehr von Landungseinheiten an Stränden entwickelt worden und wurde im Küstengebiet der Niederlande, der vorgelagerten west-, ost- und nordfriesischen Inseln und der Westküste Dänemarks mit mindestens 27.996 Exemplaren eingesetzt.

Im vermuteten Landungsgebiet vor Südwest-Norwegen (Sonderkommando 5) und den Niederlanden (Sonderkommando 32) waren Marinefährprähme für die Auslegung dieser Minen im Einsatz (sieh dazu unsere LFZ-Gesamtchronik, Verband = SK 5 bzw. SK 32).

Im Rahmen der GM/SA wurden bei der 4. Minenräumdivision (Oslo) nach dem Krieg KMA-Räumflottillen mit Kriegsfischkuttern eingesetzt. Kann mir Jemand sagen, mit welchen Mitteln diese Minen geräumt wurden ? Ich vermute, mit Scherdrachengeräten (SDG/P), hätte aber gerne eine Bestätigung und einen Quellennachweis für diese Annahme. -- Und wie lief das im Bereich der 5. Minenräumdivision (Ijmuiden) ab ? Gemäß Gröner, DDK Band 9/1, waren dort keine KFK im Einsatz, sondern lediglich Räumboote.