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Flotten der Welt => Die Rote Flotte und die russischen Marinen => Die Rote Flotte und die russischen Marinen - U-Boote => Thema gestartet von: Torpedo am 15 Oktober 2016, 16:34:34

Titel: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Torpedo am 15 Oktober 2016, 16:34:34
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/russlands-u-boote-im-atlantik-jagd-unter-wasser-14478361.html (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/russlands-u-boote-im-atlantik-jagd-unter-wasser-14478361.html)

Aber wir mußten ja hopplahopp die guten 206A alle außer Dienst stellen und verschrotten...
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: ede144 am 15 Oktober 2016, 16:39:12
Zitat von: Torpedo am 15 Oktober 2016, 16:34:34
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/russlands-u-boote-im-atlantik-jagd-unter-wasser-14478361.html (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/russlands-u-boote-im-atlantik-jagd-unter-wasser-14478361.html)

Aber wir mußten ja hopplahopp die guten 206A alle außer Dienst stellen und verschrotten...

Deshalb haben wir ja jetzt 6 212A im Dienst und es sollen noch 2 weitere Boote dazu kommen.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Kaschube_29 am 16 Oktober 2016, 00:05:30
Moin Moin,

gegenwärtig gibt es folgenden Bestand an einsatzbereiten russischen Unterseebooten der Nordflotte:

4 Diesel-Unterseeboote der ,,Kilo"-Klasse (Projekt 877)
1 Diesel-Unterseeboot der ,,Sankt- Peterburg"-Klasse (Projekt 677, befindet sich noch im Versuchsbetrieb)
1 Atom-U-Boot der ,,Victor-III"-Klasse (Projekt 671RTMK),
2 Mehrzweck-Atomunterseeboote der ,,Sierra-II"-Klasse (Projekt 945A),
2 Mehrzweck-Atomunterseeboote der ,,Akula"-Klasse (Projekt 971),
1 Mehrzweck-Atomunterseeboot der ,,Granay"-Klasse (,,Severodvinsk", Projekt 885),
2 Flugkörper-Atomunterseeboote der ,,Oscar-II"-Klasse (Projekt 949A), sowie
4 strategische Atomunterseeboote mit ballistischen Interkontinentalraketen der ,,Delta-IV"-Klasse (Projekt 667BDRM) und
1 strategisches Atomunterseeboot der ,,Yuriy Dolgorukiy"-Klasse (Projekt 955).

Hierbei verfügen die Diesel-Unterseeboote nur über einen eingeschränkten Einsatzbereich (wegen ihres Antriebs und der Notwendigkeit, sich häufig an der Wasseroberfläche aufzuhalten) und die strategischen Atomunterseeboote werden nur im Bereich der Arktis und des ewigen Eises rund um den Nordpol eingesetzt.

Damit verbleiben fünf atomgetriebene Jagd-U-Boote und zwei Flugkörper-Atom-U-Boote, die für einen Einsatz im Atlantik in Frage kommen.



Wenn Russland fast 20 Jahre den Schauplatz des Atlantiks nicht mehr befahren hat, ist jede ,,neue" Fahraktivität russischer Unterseeboote für die amerikanische Marine ungewohnt. Gleich von einer ,,vierten Schlacht im Atlantik" zu sprechen, zeugt nur von einer überbordenden Hysterie und der Absicht, durch die Verteufelung der anderen Seite möglichst viele Mittel für die eigene Teilstreitkraft aus zukünftigen Etats herausschlagen zu können.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Fuzzy am 16 Oktober 2016, 08:10:41
Moin Torpedo,
schön auch mal wieder was von dir zu hören :-o
Du solltest endlich mal den Link von deinem B 98 aus dem Zitat löschen,der Zossen ist doch längst verschrottet.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Baunummer 509 am 18 Oktober 2016, 13:14:07
Hallo Kaschube_29,

blitzsaubere Analyse. Wie doch etwas Sachverstand und Recherche einen Umstand auf einmal völlig relativieren kann. Danke.  top

Gruß, Sebastian

P.S und Fuzzy (der ja nie weg war, sondern nur den Namen gewechselt hatte) verwendet wieder seinen ursprünglichen Nickname. Wie kommts?


Edit: kann vergessen
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Torpedo am 18 Oktober 2016, 13:59:25
Hallo Fuzzy,
nein, verschrottet ist das B-110 nicht, aber liegt seit 7 Jahren auf Eis. Mich hat damals 2008 doch etwas aus der Bahn geworfen.
Dafür habe ich zwischenzeitlich einen Jollenkreuzer von 1943 in 1:1 restauriert www.facebook.com/r167seeloewe (http://www.facebook.com/r167seeloewe), dabei ein Fingerglied eingebüßt und auch mein Sehvermögen läßt im Nahbereich nach. Aber ich gebe die Hoffnung noch nicht ganz auf das Projekt doch noch zu Ende zu bringen, daher bleibt der Link trotzig  :-P drin.
Werde auch hier mal wieder öfters reinschauen...
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Fuzzy am 18 Oktober 2016, 17:04:19
ZitatFuzzy (der ja nie weg war, sondern nur den Namen gewechselt hatte) verwendet wieder seinen ursprünglichen Nickname. Wie kommts?

Wie´s kommt?
Das ist ne lange Geschichte.Wie einige wissen gibt's u-boot net. nicht mehr.
Weil wir als ,,kaiserliche"gern weiter über unser Hobby berichten und fachsimpeln wollen hat Fuzzy kurzerhand,
trotz seines hohen alters, ein neues Forum aufgemacht.

http://www.marine-modellbau-und-mehr.de/

Viele kennen Fuzzy,zwar nicht von Angesicht,aber doch einige seiner Modelle.........

(https://abload.de/img/dsc_0770wenigpixelplu1osup.jpg)

............ und das er immer wieder für etwas neues gut ist.

(https://abload.de/img/3jfn5v5nex0h.jpg)

Ich denke ein falscher Name hätte ihn schnell entlarvt.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Baunummer 509 am 19 Oktober 2016, 13:45:13
Hi Fuzzy,

schöne Modell und viel Erfolg mit Deinem Forum.

Aber wir beide wissen dass das

ZitatIch denke ein falscher Name hätte ihn schnell entlarvt.

nicht stimmt  :wink:

Mir auch wurscht, kannst ja machen was (und unter welchem Namen) Du willst, hab auch nur aus Neugier gefragt.

Gruß, Sebastian
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Fuzzy am 19 Oktober 2016, 14:45:27
Danke.
Wie ich sehe baust du sehr sauber.
Für dein Modell ,wenn es denn in 5 Jahren einmal fertig ist,wünsche ich dir als erstes ein Fahrzeug das groß genug für seinen Transport ist,zweitens das es heil und ohne Schäden durch die Türen aus dem Keller ins Fahrzeug kommt und  drittes das immer ein zweiter Mann da ist,der hilft es ins Wasser zu setzen und wieder heraus zu nehmen

(https://abload.de/img/bild031aps6w.jpg)
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: kalli am 19 Oktober 2016, 16:49:25
Ich bitte um mehr Themendisziplin. Trotz der verständlichen Unterhaltung sollte das Threadthema im Auge behalten werden!
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: t-geronimo am 23 Dezember 2017, 21:52:14
 --/>/> SPON: Russische U-Boote nahe Datenkabeln machen Nato nervös (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-u-boote-nahe-von-datenkabeln-machen-nato-nervoes-a-1184834.html)
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Rheinmetall am 24 Dezember 2017, 03:23:12
Moin Thorsten !

Hab das Thema mit den russischen Booten vorhin auch schon zweimal im Radio gehört.
Ein Schelm wer böses denkt.  :-D
Mein Tipp wäre aber auch, dass sie versuchen da was anzuzapfen.
Vorallem jetzt, wo die USA den Ukrainern in ihrem Konflikt mit den Russen, Panzerabwehrraketen liefern.

Matze
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 24 Dezember 2017, 13:30:40
Moin,

bevor alles singt, sich über die Geschenke freut und viel Essen frönt, ein Kommentar von mir. Ich habe mich dabei nur mit den russischen U-Boots-Neubauten befasst. Über die Einsatzfähigkeit der russischen U-Boote wurde an anderen Stellen schon geschrieben.

Irgendwie zählt Herr Stoltenberg anders als ich. Nach seiner Rechnung wurden seit 2013 "DREIZEHN" russische U-Boote in Dienst gestellt. Ich mache da eine andere Rechnung auf:

1. Sechs nichtatomare DEPL Projekt 06363 für die Schwarzmeer Flotte   6 Stück
2. Drei RPKSN Projekt 955 BOREY   3 Stück
3. Ein APL Projekt 885 YASEN   1 Stück
Gesamt   10 Stück

Analyse
1. Projekt 06363 sind dieselelektrisch angetriebene U-Boote des verbesserten Typs VARSHAVYANKA, d.h. der Projekte 877 (KILO I)und 636 (KILO II). In der NATO als KILO III geführt. Sie wurden ausschließlich nur für die Schwarzmeer Flotte gebaut und sind alle von 2014 bis 2017 ausgeliefert, wobei alle sechs Boote durch die Nordsee, den Ärmelkanal und dem Mittelmeer nach Sewastopol überführt wurden. Die letzten beiden Boote befinden sich noch im Mittelmeer. Alle sechs Boot stützen sich in Noworossijsk.

Diese Boote sind natürlich in der Lage, sich den bekannten Datenautobahnen zu nähern und sie aufzuspüren. Hier könnte also durchaus die Auffassung der NATO incl. ihres Generalsekretärs stimmen.

2. Projekt 955 BOREY sind atomare strategische Unterwasserkreuzer besonderer Bestimmung, die ausschließlich nur im Rahmen der atomaren Abschreckung, oder besser gesagt der atomaren Triade der russischen Streitkräfte zum Einsatz kommen. Diese sogenannten RPKSN werden in keinem Fall zur Suche von Datenautobahnen eingesetzt. Wenn das die NATO behauptet, dann kennt sie wohl die Strategie und Taktik ihres de facto Gegners, wie man wohl heute wieder sagen muss, recht wenig.
Von diesen U-Schiffen wurden von 2012 bis 2014 drei Stück in Dienst gestellt.

3. Projekt 885 YASEN sind atomare Unterwasserkreuzer, von denen bisher nur ein Boot 2013 in Dienst gestellt wurde. Das U-Schiff war bis März 2016 noch im Versuchsbetrieb und wurde erst dann offiziell von der Nord Flotte übernommen. Es hatte seitdem nur zwei Gefechtsdienste, einmal im August 2016 in ein bisher unbekanntes Seegebiet und dann im August 2017 in der Barentssee mit einem Teststart von KALIBR-PL Flügelraketen.

4. Projekt 09797 ist ein aus einem RPKSN umgebauter Träger von atomaren Tieftauchstationen und wurde am 26.12.2016 nach erfolgtem Umbau als BS-64 PODMOSKOVYE wieder in Dienst gestellt. Das ist also kein Neubau!!!
Aber: BS-64 kann durchaus die atomaren Tiefstauchstationen bis in das entsprechende Seegebiet tragen. Von dort können dann diese Kleinst-U-Boote autark zur militärischen Aufklärung benutzt werden bzw. für ozeanische Forschungen.

Aktivitäten mit diesen Booten sind also durchaus real und die Russen schlafen letztlich auch nicht auf den Bäumen. Über die Fahrtätigkeiten von BS-64 erfährt man natürlich gar nichts.

Zusammenfassung: Herr Stoltenberg sollte ruhig einmal selber rechnen und das nicht seinen in Mathematik wohl recht schlechten Mitarbeitern überlassen. Hier sehe ich doch etwas zu fett aufgetragen. Hinsichtlich der Ängste um die Datenautobahnen spreche ich ihm das Wort!
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: kalli am 24 Dezember 2017, 14:24:41
Danke Jochen für Deine sachlichen Überlegungen.
Ich finde übrigens die NATO Besorgnis auch sehr beunruhigend. Bei einer Kappung der Kabel würden Heerscharen russischer Hacker arbeitslos.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 24 Dezember 2017, 16:55:45
Epilog zu meinem Artikel!

Ich stelle Euch den Schiffsbestand an U-Booten ein. Dort könnt Ihr genau eruieren, was tatsächlich bei dieser Kategorie von Marineschiffen so läuft.
Alle was gelb gemarkert ist befindet sich in der Werft, was grau gemarkert ist, ist noch vorhanden, wird aber höchstwahrscheinlich ausgemustert. Nur die U-Boote, die grün gemarkert sind, sind im aktiven Dienst. Die Grafiken sind in russischer Sprache!. Sorry!!!

Nun aber Schluß und auf zum Putenbraten!

Allen schöne Weihnachten!

hillus
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: RonnyM am 25 Dezember 2017, 10:37:39
...also ich mit meinem fulminanten Wissen über die russ. Seele kann mir nicht vorstellen, dass die Russen die Kabelage anknabbert, denn im Gegenzug würde ich sofort die Gasleitungen nach Lubmin unterbinden... :biggre:

Grüße Ronny
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 25 Dezember 2017, 12:26:32
Moin zum 1. Weihnachtsfeiertag,

und besonders Dir, lieber Ronny!. Da Du ja auch im Besitz aller sieben U-Bootsbücher der sowjetischen und russischen U-Boote von Axel und mir bist, konntest Du aus erster Hand sofort nachlesen und bestätigen, dass Herr Stoltenberg falsch gezählt hat. Aber wir schaffen das. :-D
Ja, es ist schon eigenartig, was da so geschrieben wird und die Leser sollen es letztlich glauben. Zum Glück bin ich nicht unbedingt ein Freund der Russen, geschweige denn von Putin, aber zählen können wir noch!

Viele Restgrüße für die Feiertage von

Jochen
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: mhorgran am 25 Dezember 2017, 12:43:59
Zitat von: kalli am 24 Dezember 2017, 14:24:41
Danke Jochen für Deine sachlichen Überlegungen.
Ich finde übrigens die NATO Besorgnis auch sehr beunruhigend. Bei einer Kappung der Kabel würden Heerscharen russischer Hacker arbeitslos.

Ja, schön. Auf sachliche Überlegungen kommt Polemik.

Was ist eigentlich mit den Heerscharen von US-Hackern? Anscheinend völlig uninteressant.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: kalli am 25 Dezember 2017, 12:55:16
Zitat von: mhorgran am 25 Dezember 2017, 12:43:59
Zitat von: kalli am 24 Dezember 2017, 14:24:41
Danke Jochen für Deine sachlichen Überlegungen.
Ich finde übrigens die NATO Besorgnis auch sehr beunruhigend. Bei einer Kappung der Kabel würden Heerscharen russischer Hacker arbeitslos.

Ja, schön. Auf sachliche Überlegungen kommt Polemik.

Was ist eigentlich mit den Heerscharen von US-Hackern? Anscheinend völlig uninteressant.

Falls die US Hacker auch betroffen sein würden, tun die mir natürlich auch leid.
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 25 Dezember 2017, 20:00:06
An den Klicks habe ich gesehen, dass doch etliches Interesse an den Tabellen gibt. Deshalb jetzt Unterstützung für alle, die nicht so mit dem Kyrillischen umgehen können.

1. Kopfleiste von linke nach rechts
- Schiffsklasse, z.B. PПKSH=RPKSN=Raketen-Unterwasserkreuzer besonderer Bestimmung
- Name des U-Bootes (Schiffsname) z.B. K-535 ЮPИЙ ДOЛГOPУИЙ= YURIY DOLGORUKIY
- Bordnummer= Pennant number, z.B. K-535 Bordnummer 838
- Flottenzugehörigkeit, z.B. K-535 zur CФ=Sewernyj flot=Nord Flotte
- Verbandszugehörigkeit, z.B. K-535 31.дпл=31. U-Bootsdivision
- Projektnummer, z.B. K-535 пpoeкт 955=Projekt 955
- Baunummer- Зaв.N°=Werksnummer
- Indienststellung in der Seekriegsflotte bzw. in der Teilflotte (Nord Flotte), z.B. K-535 am 29.12.2012
- derzeitige Ergänzungen zum Schiff, z.B. БД=Gefechtsdienst, z.B. K-535 am 26.06.2017 mit Rak.start (пycк)

2. Siebte Zeile von oben
- RPKSN TULA (TУЛA) befindet sich in der = BTГ=WTG=Wiederherstellung der technischen Einsatzbereitschaft
gelb gemarkerte Zeile heißt, das U-Boot ist noch in Dienst, aber derzeit in der Werft oder in einem anderen Wiederherstellungszustand.

3. Zehnte Zeile von oben
- RPKSN TK-208 ДMИTPИЙ ДOHCKOЙ=DMITRIY DONSKOY= B cтpoю= Das Boot befindet sich in Dienst, aber die Zeile ist grau gemarkert, d.h. das U-Boot ist nicht mehr im Kampfbestand. Grau gemarkert heißt zugleich auch, das U-Boot ist im Resevezustand bzw. ist zur Verschrottung vorgesehen.

hillus
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 19 März 2018, 12:14:48
Moin!

Anbei einige Infos über Übungsfahrten und dem Wechsel von Stellenbesetzungen und Kommandanten von U-Booten in der Nord Flotte, bei denen Holger tüchtig mitwirkte.

Text: bastion-karpenko.ru am 18.03.2018
Russische Atom-U-Boote haben sich in Erfüllung von Übungsaufgaben unerkannt der amerikanischen Küste genähert. Darüber berichtete ein Offizier der russischen Seekriegsflotte. ,,Es ist unsere Aufgabe, unerkannt zu kommen und zu gehen"  bemerkte der Chef der Atom-U-Bootsabteilung (in der Flottensprache "Raubtierabteilung") der russischen Nordflotte Sergej Starschinow im Rahmen der Sendung ,,Woennaja Prijemka" des russischen Fernsehsenders ,,Swesda" (Stern).
"Ja wirklich, unseren Einheiten wurde die Aufgabe gestellt, gedeckt Positionen im Bereich der US-amerikanischen Marinestützpunkte einzunehmen. Diese Aufgabe wurde erfüllt. Die Boote nahmen die ihnen zugewiesenen Positionen ein, erfüllten die gestellten Aufgaben und kehrten zu ihren Heimatstützpunkten zurück", sagte der Kapitän 1. Ranges (Kapitän zur See), ohne den genauen Zeitpunkt der Durchführung dieser Übung zu nennen. In der Sendung wird berichtet, dass es sich um Boote des Projektes 971 ,,Schtschuka-B"(Hecht) handelte. Der Chef des Stabes der Abteilung Pawel Bulgakow antwortete auf die Frage, ob man die Freiheitsstatue im Periskop gesehen hätte, dass man so nah wiederum nicht dran gewesen wäre, aber doch nah genug. Der Kapitän zur See bestätigte, dass die Boote sich die ganze Zeit in neutralen Gewässern aufgehalten hätten. ,,Ich antworte ausweichend, es war nicht weit von den Basierungspunkten der Seestreitkräfte der USA entfernt" antwortete Pawel Bulgakow vor dem Hintergrund der Atom-U-Boote ,,Panter" und ,,Tiger" (Projekt 971 ,,Schtschuka-B").
© Übersetzung Holger Neidel

Nachtrag:
Kapitän zur See Sergej Jewgenjewitsch Starschinow übernahm Ende 2017 von Konteradmiral Alexander Jurjewitsch Kotenkow das Kommando über die 24. Division der Unterwasserstreitktäfte der Nord Flotte. Er war bis zu seinem neuen Posten seit Juli 2013 der Chef des Stabes der 24. Division und von 09.2010 bis 07.2013 Stellvertreter des Divisionschefs der 24. Division. KzS S.Je. Starschinow war vom 08.04.2005 bis 06.04.2006 Kommandant von K-317 PANTERA und vom 20.06.2009 bis 09.2010 von K-461 VOLK.

Kapitän zur See Pawel Iwanowitsch Bulgakow folgte KzS Starschinow Ende 2017 als Chef des Stabes der 24. Division. Er war Kommandant von K-154 TIGR vom 07.11.2008 bis 2014 und besuchte danach die Generalstabsakademie.

Das in der Übersetzung genannte APL K-317 PANTERA kommandiert seit 2012 Kapitän zur See Sergej Michajlowitsch Sokolowskij. Allerdings wird im Video des Fernsehkanals ZVEZDA ein anderer Kommandant genannt - Fregattenkapitän Pawel Pawoschkin. Da in einer Info bei www.mil.ru vom 16.03.2018 noch KzS Sokolowskij genannt wird, sollte es sich bei FK Pawoschkin um einen neuen Kommandanten einer der Besatzungen des Projektes 971 handeln. (Siehe auch Hiller / Engel "Die U-Boote der Nord Flotte von...")
Der aktuelle Kommandant von APL K-154 TIGR ist derzeit noch unbekannt. Beide Boote gehören zum Bestand der 24. Division.

Im Video sind weitere interessante Hinweise über eine Stellenbesetzung und neuen Kommandanten herauszulesen. Das Video kann hier nachverfolgt werden: https://www.youtube.com/watch?v=c8zuL-lvRxg

1. Als Stellvertreter des Divisionschefs der 24. Division für Arbeit mit dem Personal (So nennen sich jetzt die Sampolits) wird Kapitän zur See Dmitrij G. Malowiz genannt. Auf seiner Uniformjacke ist unverkennbar der Name D.G. Malowiz zu lesen.

2. Auch für K-335 GEPARD erscheint ein neuer Kommandant mit Kapitän zur See Dmitrij Maslow.

© Bearbeitung Hans-Joachim Hiller


Hier noch die Meldung von www.mil.ru zu KzS Sokolowskij!

Text: www.mil.ru vom 16.03.2018 (18:36)
Командующий Северным флотом вручил подводникам жилищные субсидии

В преддверии Дня моряка-подводника командующий Северным флотом адмирал Николай Евменов вручил жилищные субсидии военнослужащим подводных сил.
Церемония прошла на торжественном собрании в главной базе флота – Североморске.
Свидетельство о назначении жилищной субсидии из рук командующего флотом получили командир экипажа многоцелевой атомной подводной лодки «Пантера» капитан 1 ранга Сергей Соколовский и ещё три моряка-подводника, двое из которых – многодетные родители.
Общая сумма предоставленных военным морякам жилищных субсидий составила более 30 миллионов рублей.

Der Befehlshaber der Nordflotte überreichte den U-Bootmännern Zuschüsse für ihre Wohnungen
Am Vorabend des Tages der U-Boot-Fahrer konnte der Befehlshaber der Nord Flotte, Admiral Nikolai Jewmenow, an die militärischen U-Bootskräfte Mietzuschüsse übergeben.
Die Zeremonie fand in einer feierlichen Sitzung in der Hauptbasis der Flotte, in Seweromorsk statt. Bei der Anwesenheit von den Eltern mit vielen Kindern bekam vom Flottenchef die Urkunde für den Zuschuss der Kommandant des Atom-U-Bootes K-317 ,,PANTERA", Kapitän zur See Sergej Sokolowskij und weiter drei U-Bootfahrer, von denen zwei Besatzungsmitglieder von Mehrzweck-U-Booten (Erg. Hiller - Projekt 971) waren, überreicht.
Der Gesamtbetrag der Wohnungsbeihilfen, die den militärischen Seeleuten gewährt wurden, belief sich auf mehr als 30 Millionen Rubel.
© Übersetzung Hans-Joachim Hiller

Bis bald!

hillus

Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: Leutnant Werner am 20 März 2018, 06:30:20
Ja, die Amerikaner werden das ganz bestimmt nicht bemerkt haben, dass sich 2 ungefähr 25 Jahre alte russische U-Boote ihrer Küste genähert haben....
Titel: Re: Vermehrte russische U-Boote im Atlantik
Beitrag von: hillus am 20 März 2018, 12:35:40
Moin,

ich habe mit Holger (der erste) den Beitrag deshalb eingestellt, weil seit längerer Zeit US-Militärs von einer verstärkten Aktivität von russischen Atom-U-Booten und Diesel-U-Booten berichten. Das hat die russische Seite trotzdem nicht veranlasst, darüber eine Pressemitteilung zu geben. Nachdem nun die USN jetzt über konkrete Hinweise dazu verfügt, sah sich das russische Verteidigungsministerium veranlasst, darüber relativ schnell zu berichten.
Ich teile somit Deine "ironische" Meinung, denn so wie die Russen ihre Aufklärung betreiben, so clever sind nun auch die UAW-Kräfte der USN.
ABER: Das, was die Russen mit ihren derzeit sehr begrenzten Mitteln beim Einsatz ihrer Mehrzweck-Atom-U-Boote durchführen, ist bei der Navy ein ganz normaler Vorgang. Aber da ist die Information dazu sehr, sehr gering. Berichte über das Ein- und Auslaufen ihrer nuclearen U-Boote sind immer gut lesbar, aber wo sie waren, las ich bisher kaum etwas. Überhaupt sehe ich für jeden Aufklärungseinsatz keine Veranlassung, sowohl für die Russen, als auch für die Navy, darüber zu berichten.
Noch ein Hinweis, worüber ich gestolpert bin und im ersten Beitrag nichts geschrieben habe. Es geht um den Einsatz der K-154 TIGR. Da ich nun die Russen besonders unter meiner Beobachtung habe, war ich der Meinung, das Mehrzweck-Atom-U-Boot liegt noch in der Werft. Es war mir also schleierhaft, wie kommt es an die US-Küste.
Drei Quellen spielen da für mich immer eine Rolle, um der Wahrheit etwas näher zu kommen.

1. www.mil.ru, die Internetseite des russischen Ministeriums für Verteidigung. Dort fand ich zum Boot keinen Hinweis, ob es von der ausführenden Werft, der SRZ NERPA (Schiffsinstandsetzungswerk NERPA), bereits wieder der Flotte zugeführt wurde oder nicht.

2. Bei http://navy-korabel.livejournal.com, der Seite des sehr kompetenten Bloggers Alexej Schischkin, war per 01.03.2018 in seiner monatlichen Listung zu entnehmen: K-154 TIGR war seit 2013(?) in die Reserve 2 eingestuft. Am 26.10.2015 lag es noch im Stützpunkt der 24. Division in Erwartung eines Werftaufenthaltes. Er sollte die technische Einsatzbereitschaft wieder herstellen. K-154 TIGR ging kurz danach in die SRZ NERPA.
In einem neuen Beitrag vom 12.03.2018 über die Krise der russischen Kriegsschiffsinstandsetzung wird K-154-TIGR nicht mehr erwähnt bei der Einschätzung der Instandsetzung der Boote des Projektes 971.

3. Bei www.deepstorm.ru, der wohl besten Informationsquelle für russische U-Boote, war K-114 TIGR seit 2011 bei NERPA. Danach keine weitere Info zum Werdegang der Werftzeit, sonst immer dort zu lesen. Für 2017 ist dann zu erfahren, dass das Atom-U-Boot wieder in Dienst ist und sich im Bestand der 24. Division befindet. Ein neuer Kommandant ist nicht ersichtlich.

Wo liegt nun die Wahrheit????

Bis die Tage!

hillus