Moin Moin, habe hier mal eine Frage zum Thema "Zoll-Affäre/Skandal von 1968 bei der Marine /Bundesmarine. Es sollen alle Boote und Schiffe der Marine betroffen gewesen sein. In Bonn soll man sich Gedanken gemacht haben,ob ein generelles Alkoholverbot, wie bei der USN,auch bei der Bundesmarine eingeführt werden soll.
Wer weiß noch was genaues und was war der Skandal?
Danke aus Schlicktown
Roland
Moin Deckziege,
hier habe ich etwas gefunden.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46265074.html
Gruß
Ditmar
...also erst einmal den Ball flach halten... :angel:
Soweit ich mich erinnern kann, waren nicht ALLE Schiffe und Boote darin verwickelt. Ich persönlich habe an Bord von UW 12 im Sommer 1966 den Selbstmord eines Sonarmeisters erlebt. Er hatte den Finger in die 440 Volt-Anlage gehalten. Auch der Selbstmord eines Olt. z. S. auf Schulschiff DEUTSHLAND, der sich erschossen hatte, in der Zeit ist mir erinnerlich.
Soweit man "flüssig" war, konnte man Stangen Zigaretten uns Alkoholika bunkern. Nur nicht mit nach Hause bringen. Wenn man vom Zoll geschnappt wurde, wird man immer doppelt bestraft. Einmal zivilrechtlich und einmal disziplinarisch.
So bin ich 1964 bei einer Pfingstdienstbefreiung nach einer Auslandsfahrt erst am Samstag statt Freitag nach Hause gefahren. In Cuxhaven lauerten die Grünen zwischen den Seefisch-Waggons und stoppten die Taxis. Eigene PKWs waren ganz selten. Meine Schätze konnte ich Zuhause abliefern :-D
1969 bekam ich die Einschränkungen auf Z 4 zu spüren. Nur noch 2 Bier pro Nase. Vorher Kartonweise...
Ergo: Früher war alles besser. :biggre:
Grüße Ronny
Also Ende der 70er Jahre hatten wir eine Monats-Flasche (1Ltr. 40%) und eine Flasche Wein-ähnlicher Getränke (auch 1 Ltr. max. 18 oder 20%) Meist Portwein oder Sherry. Zum Eigenverbrauch. Die durfte man auch mit nach Hause nehmen. Man bekam dafür eine Bestätigung für den Zoll vom ReFü.
Wie viel Zigaretten erlaubt waren weiß ich nicht mehr (Nichtraucher), aber ich hab meine Zigaretten natürlich nicht gegen Portwein eingetauscht, denn das wäre ja verboten gewesen :angel:. Wenn ich es doch hie und da aus versehen gemacht hätte ... na inzwischen verjährt. :wink:
Ach so Bier gab es an Bord zum Eigenbedarf. Menge wurde nicht kontrolliert, aber mitgenommen haben wir das nicht.
Allerdings war Ehrensache kein Bier im Dienst und auch nur ein oder zwei 0,33 bei Freiwache in Hafen (Genehmigte Ausnahme Decksfest).
Zitat von: Smutje Peter am 09 Juni 2017, 19:32:30
Also Ende der 70er Jahre hatten wir eine Monats-Flasche (1Ltr. 40%) und eine Flasche Wein-ähnlicher Getränke (auch 1 Ltr. max. 18 oder 20%) Meist Portwein oder Sherry. Zum Eigenverbrauch. Die durfte man auch mit nach Hause nehmen. Man bekam dafür eine Bestätigung für den Zoll vom ReFü.
So kenne ich das auch von 1981/82, nur ohne Bestätigung vom ReFü.
Elektroheizer sagmal din Spruch ist das von Catweasle? :-D
Interessante Geschichte. Ich glaube mich zu erinnern, das zu meiner Zeit (1968/72 ) nur außerhalb der Dreimeilen-Zone die Zolllast geöffnet war. Eine Flasche Sprit/Monat oder auf Gesuch mehr, wenn Geburtstag o.ä. vorlag. An Land durften wir davon nur eine Buddel und einge Zigaretten (?) mit nehmen. Kamen wir von einem Manöver, so standen an der Wache oder sogar am Bahnhof die "Schwarze Gang" und viele sind unangenehm aufgefallen, obwohl sie wussten was auf sie zukommen würde , wenn sie sich nicht an die Vorschriften halten würden. Ich pers. bin dann i.d.R. einen Tag später nach Hause gefahren und habe trotzdem paar mal ganz nett geschwitzt wenn die Kontrolle kam. Einmal kam ich mit gehorteten Flaschen und Tabakwaren an der Wache vorbei, zwei Tage nach Einlaufen. Jetzt bist du drann, habe ich mir gesagt und der Schweiß stand mir auf der Stirn. "Na min Jong, hast aber viel schmutzige Wäsche für Mutti in der Tasche ", sagten sie nur und ließen mich passieren. Uff.
Es grüßt der Hastei , der aber trotzdem kein Schmuggler war
Zitat von: Smutje Peter am 09 Juni 2017, 21:02:01
Elektroheizer sagmal din Spruch ist das von Catweasle? :-D
So ist es. Zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Geoffrey Bayldon (https://de.wikipedia.org/wiki/Geoffrey_Bayldon) :MG:
Moin zusammen,
das mit den Zollfreien Waren war doch eigentlich immer schon ein heikles Thema.
Denn alles Zollfreie konnte ja nur auf See gekauft werden, dort aber, außer Zigaretten, nicht verbraucht werden.
Also wurden die Getränke im Hafen am Liegeplatz aufgebraucht. Die Getränke und die Zigaretten, bis auf angebrochene Packungen,
mit an Land zu nehmen war bei uns in Bremerhaven nicht ratsam. Die schwarze Gang stand vor der Wache und kontrollierte fast
jeden Marinesoldaten der an Land ging. Fündig wurden sie bei einem OMaat von der "Scheer". Dieser OMaat hatte seine blaue Reisetasche voller Zigaretten gepackt und wollte diese mit an Land nehmen. Es ist ihm nicht gelungen. Die Zollmöpse hatten ihn sofort am Haken und nahmen alles sofort unter ihrer Kontrolle.
Einen Tag später ging der Mann wieder an Land, wieder mit Zigaretten und wurde abermals vom Zoll erwischt. Das gab auf der "Scheer" ein mächtiges Theater.
Der 1 WO ging auf Kontrollrunde und untersuchte alle Winkel und Schränke nach Zollfreien Waren.
Bei uns im U-Deck wurde er fündig. Eine Flasche "Escorial Grün" fiel ihm sofort auf. Sein Urteil: sofort aus austrinken oder entsorgen.
Wir haben uns für das Austrinken entschieden. "Escorial Grün" habe ich seitdem nie wieder getrunken.
Aber Einschränkungen in Verkauf der Zollfreien Waren gab bei uns an Bord nicht, wir konnten nämlich damit umgehen und haben alles kurzfristig vernichtet.
Das mit den Zollfreien Waren gab es doch auch in der Handelsschifffahrt. 1989 sorgte ein Fischereischutzboot für Schlagzeilen, Die haben auch alles an Land verscheuert was eben Zollfrei war. Auch gefangene Fische, aber die gehörten ja nicht zum Zollgut.
Was soll es, eigentlich sehr schöne Erinnerungen an eine tolle, bewegte Zeit.
Beste Grüße
Manfred Heinken
@ Elektoheizer
Ja das war er. Hat ja ein schönes Alter erricht. Hat schon damals ausgesehen wie 100. War ein nettes Beispiel für den manchmal etwas skurrilen Humor der Briten. Ich mochte ihn.
...noch was zu den Preisen damals...
Von den 350.- DM / Monat konnte der kleine Gefreite die Stange Zigaretten (200 Stck) für einen Heiermann erwerben. Die Literflasche Doornkaat für 2,30 DM und den Scotch Black & White, Ballantines und wir sie alle hießen auch für nen`Heiermann. Aber der Reiz zum Schmuggeln war da. :biggre:
Escorial wie bei Manfred hab`ich nie erlebt. Wer trinkt auch solch ein klebriges Zeugs... :-D `
Grüße Ronny
Moin!
Zollfreie Waren sind eigentlich völlig harmlos, WENN alle mitspielen und sich an die regeln halten würden.
Vom Einsatz mal abgesehen (dort gelten andere "Verbrauchsregeln" an Bord) gab es bei uns (Fregattens) pro Mann (Mannschafter und UO) und Tag 2 Bier, wurde meist in fassweise in die Messen gegeben (war besser zu kontrollieren und nicht zu bunkern). PUO und Offz hatten in den jeweiligen Messen "alles".
Für Decksfeiern u.ä. konnten Sonderrationen beantragt werden.
Mit Passieren der Seezollgrenze (nicht gleich "Drei-Meilen-Zone") mit urkundlichem Eintrag ins Schiffstagebuch konnte die Zolllast aufgemacht werden.
Nicht nur Knuff, TaiTai und Rauch, auch Verpflegungswaren (Butter, Fleisch, Kaffee...) konnten nun zollfrei genutzt werden.
Für die Tabakwaren gab es auch Abgabemengen, weiß aber die Grenze nicht mehr genau.
Für jede Fahrt gab es dann eine Flasche Hartes zum Mitnehmen, wurde bestellt (Wunschliste, mein Ziel als SVO war es immer, alles Wünsche zu erfüllen; das klappte fast immer) und vor Einlaufen ausgegeben.
Zum Import war es wichtig, aus welchem Hafen man kam, EU oder Drittland, das hatte Auswirkungen auf die Freimengen.
Alles wurde deklariert, persönlich, von jedem Soldaten, auf Formblättern. Wichtig auch die sonstigen Souveniers (Jeans aus USA - Baumwollimport!!; Kameras aus dem PX des US-Stützpunkts usw.), denn auch hier gibt es Freimengen.
Zigaretten durften 200 Stück (nicht 10 Schachteln!) aus Drittländern eingeführt werden, harter Stoff 1 l, weiches Zeug unter 21% Alc meiner Erinnerung nach 2 l.
Wenn jemand z.B. eine teure Kamera aus Deutschland mitnahm und aus Ländern wiederkam, wo es diese "billig" gab wurde immer geraten, sich eine "Nämlichkeitsbescheinigung" (heißt wirklich so) beim Zoll zu besorgen. Damit konnte nachgewiesen werden, dass dieser teuere Gegenstand bereits in D im eigenen Besitz war und mitgenommen wurde. Anderenfalls war man ggf. in der Beweispflicht, so lange konnte das Gerät beschlagnahmt werden.
Wenn man die Buch- und Nachweisführung ordentlich hatte, konnte einem als Vorgesetzten wenig passieren, der individuellen Blödheit waren natürlich keine Grenzen gesetzt.
Zollfrei angebrochene Lebensmittel durften in bestimmten Mengen auch nach einlaufendem Passieren der Seezollgrenze noch verbarucht werden (auch da gab es Mengenbeschränkungen); es war also eine Frage der "richtigen" Planung, wie man diese Lebensmittel noch weiter verbaruchte...
Axel
ZitatEscorial wie bei Manfred hab`ich nie erlebt. Wer trinkt auch solch ein klebriges Zeugs... :-D `
Wer das trinkt, der frisst auch kleine Kinder!
Die u.a. Wunschliste war übrigens meist sehr einfallslos, 95% bezogen sich auf Bacardi, Jim Beam, Tullamore Dew u.ä.; beim TaiTai für die Süße zu Hause fast nur Chanel No 5; ggf. mal was Trendiges aus der Werbung. War idR keine besondere Herausforderung. Nur mein IO, der hatte immer besondere Zigarren-Wünsche (da durfte man sogar noch im Schiff rauchen...)
Axel
:-)
War halt so. Und das mit dem Escorial war zu meiner Zeit noch aktuell. Brannte grün und gab mit anderem Stoff zusammen verkostümiert (kein Schreibfehler sondern Absicht) einen furchtbaren Kater.
Bei uns war für die Zolldokumentation eben der ReFü zuständig. Wenn das ordentlich geführt war brauchte man keine Angst vor der schwarzen Gang haben. Der Stoff unter 21% war wohl tatsächlich 2 Ltr. Den hab ich immer voll ausgenutzt.
Oha ich glub ich kauf mir mal wieder ein Gläschen Port :O/Y
ZitatBei uns war für die Zolldokumentation eben der ReFü zuständig
Grundsätzlich ist der Kantinenführer (haupt- oder nebenamtlich) für die Dokumentation zuständig. Refü geht eigentlich gar nicht, denn der soll ja das eingezahlte Geld einnehmen, würde sich also selbst kontrollieren...
Die Buchhaltung ist heute natürlich DV-gestützt, heißt - wie sinnig - "Bordkantinenprogramm". Also keine bunten Karteikarten mehr...
Abrechnung und Prüfung wie immer durch die ZAB.
Die Organisation und Verfahren der Bordkantinen sind übrigens auch die Grundlage geworden für die Marketenderwaren-Bewirtschaftung im Einsatz (Land).
Und noch ein Hinweis: Der Kommandant ist letztendlich immer der Verantwortliche, welcher die Meldungen unterschreibt; natürlich nach Zuarbeit des Fachpersonals. Zollmeldung nach erfolgter Dokumentation durch KaFü und Provi für die Verpflegung) - Unterschrift Kommandant - Abschluss!
Der Komamndant wird eigentlich nur aus der Verantwortung entlassen, wenn mit nachweisbar hoher krimineller Energie gehandelt wurde, welche "mit Bordmitteln" nicht nachweisbar ist.
Axel
Zitat von: Smutje Peter am 10 Juni 2017, 12:01:09
@ Elektoheizer
Ja das war er. Hat ja ein schönes Alter erricht. Hat schon damals ausgesehen wie 100. War ein nettes Beispiel für den manchmal etwas skurrilen Humor der Briten. Ich mochte ihn.
Wer nicht damals... :wink: Gern gesehen hatte ich (heute immer noch) auch Charles Tingwell (https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Tingwell) als Inspektor Craddock in den
Miss Marple Filmen. Beide Serien haben was so was von einer "Alles wird gut" Welt... Aber bevor das in ein "
Früher war alles besser" ausartet, zurück zum Thema.
Auf einer Klassenfahrt wurde ich von meinen Gasteltern in Christchurch (UK, nicht NZ) mit Whisky angefixt, Teacher's. Später an Bod der SAAR gab's den nicht, aber Glenfiddich war da mein Favorit. Zollkontrollen beim an Land gehen hab ich 1981/82 nie erlebt. Ich nehme an, da war das Einhalten der Regelung mit den Monatsflaschen schon gesichert, Nur in Olpenitz hatte es eine Flasche nicht in die Heimat geschafft, aber das hatte andere Gründe...
Hallo hier etwas aus der "Zollfreien Kantinenlast" von der Volksmarine aus meiner Zeit(1964-1967).In der VM gab es so etwas wie bei euch in der BM natürlich nicht. Bei uns an Bord wurde als Kantine der Lüfterraum achtern auf der Robbe genutzt. Ungefähr 4-5 Kästen Bier(0,33 l)und in einem selbst gefertigten Regal hatten alkoholfreie Getränke, Schnaps, Zigaretten und einige Toilettenartikel Platz. Die Kantine hat ein Mannschaftsdienstgrad ehrenamtlich ausgeübt und er hatte festgelegte Öffnungszeiten.Ausgerüstet wurde im Objekt bei der MHO.
Ps. außer unser Bootsmann der weckte des öffteren vor allem Nachts den Kantinenverantwortlichen. Während der Dienstzeit war striktes Alkoholverbot.Unter einigen gab es die Angewohnheit wer aus dem Urlaub zurück kam mußte von seinem Heimatort spezielles Bier mitbringen(Dessator,Köstritzer,Wernesgrüner)nicht unter 10 Flaschen.Ich glaube im Jahre 1966 wurde durch eine Dienstvorschrift jeglicher Alkohol in der NVA verboten. Bei Feiern ging man zu Mixgetränken über(zBsp. Cola mit Weinbrand).Nun war der Unterschied zwischen Bundesmarine und Volksmarine perfekt.
Die VM hatte das Problem den Alkohol an Bord zu schmuggeln-
Die BM hatte das Problem den Alkohol von Bord zu schmuggeln. :-D
Hier einige Bilder von Bieren,Schnäpsen und Zigaretten zu meiner Zeit an Bord. Später ging man in der DDR zu Delikatläden über wo das Bier was sonst Bückware war verkauft wurde.Auch für den NSW(Nicht Sozialistisches Wirtschaftsgebiet)wurde in den Betrieben produziert.
Woher die Etiketten? Ich sammle Bierdeckel und Etiketten .
Teil 2 zu Schnaps 1 Kristallwodka das war der blaue Würger :sonstige_154:
zu den Zigaretten die Marke Karo hat bei uns nur einer geraucht-wir haben immer gesagt- Teerstraßenabfall-
In der NVA gab es den Befehl 30/ 66 und 30/ 74 unter dem Begriff Alkoholbefehl.
Damit war der Alkohol in den Dienststellen der NVA, auf Schiffen und Booten der Volksmarine für Soldaten und Unteroffiziere verboten. Ausnahmen waren Berufsunteroffiziere und Offiziere.
Deshalb gab es zu Hartmuts Zeiten noch etwas zu trinken an Bord.
Moin Smutje 505,
eine Flasche: "Echter Nordhäuser Doppelkorn" ist immer noch in meinem Besitz.
Edler Getreidekorn aus reinem Roggen und Malz sorgfältig gebrannt.
Garantiert 1 Jahr gelagert. So steht es auf dem Etikett, welches ich in Deiner Sammlung nicht finden kann.
Auf der Rückseite steht: Seit 1507 wird in Nordhausen Korn gebrannt.
Kalt serviert bietet er durch seine Milde und Bekömmlichkeit einen eimaligen Genuss.
17,20 Mark musste ich dafür bezahlen.
Beste Grüße
Manfred Heinken
Hallo Leute,
ich war während meiner Fahrenszeit auf MB Oste 74/75 als Kantinenverkäufer eingesetzt.
Dafür bekam ich 30,- DM Sonderzahlung im Monat.
Kantinenführer war der E-Meister und für die Buchführung, Einkauf, Zollabwicklung zuständig.
Es durfte maximal 1% auf den Einkaufspreis aufgeschlagen werden = Verkaufspreis an Bord, daher weit aus billigere Preise als z.B. auf den "Butterschiffen"
Die Zollkantine durfte nur außerhalb der 3 - Meilenzone geöffnet werden.
Da wir meist nur eine Einsatzfahrt in einem Monat hatten, sprachen wir von der sogenannten zollfreien Monatsflasche, die von Bord mitgenommen werden durfte:
1L Flasche über 22% oder 2 L Flaschen unter 22% (Ich kann mich daran erinnern, dass wir einmal 2 Fahrten innerhalb eines Monats hatten, dafür aber den nächsten Monat keine Fahrt. Mit einer Ausnahmebescheinigung des Kommandanten durften wir auf beiden Fahrten innerhalb des Monats je eine Flasche erwerben und mit von Bord nehmen.
Zigaretten gab es pro Seetag zwei Schachteln zollfrei, mit von Bord durfte man maximal eine Stange nehmen.
Sofortbedarf an Spirituosen für die Messen, Geburtstagen, Kirchcoktail usw. konnten nur über ein schriftliches Gesuch beim Kommandanten erworben werden. Die schriftlichen Gesuche auf einem kleinem Vormblatt wurden als Bestätigung für Sonderverkäufe für den Zoll aufbewahrt. :MG:
Hier noch ein paar Preise aus dem Gedächtnis:
1L Barcadi 7,50 DM, 1L Chivas Regal 12 Jahre 17,50, 1L Weinbrand (Sternmarke) 3,- DM, Moskowskaja Wodka 0,5L 6,- DM, 1L Portwein Sandemann rot /weiß 10,50
1L Clairette de Die (fr. Schaumwein) 14,50 DM :-D
Deutsche Zigaretten 6,- DM pro Stange, englische und amerik. Zigaretten 6,50 DM die Stange
Das waren noch Zeiten!!
Bier wurde nur mit einem kleinem Aufschlag über die Messe verkauft: Pilsener Urquell und Budweiser zu 70 Pfennig die Flasche, Becks, Kulmbacher.... zu 65 Pfennig.
Eine Beschränkung auf 2 Flaschen Bier pro Tag/pro Nase gab es erst nachdem auf Messboot Oker oder Alster (will jetzt nichts falsches sagen) jemand über Bord gegangen ist und nicht gerettet werden konnte. Er soll nachweislich Alkohol getrunken haben. Das muß so im Herbst 1975 gewesen sein, will mich aber auch hier nicht festlegen.
Lieben Gruß Bernd
Hartmut,
bei den Zigaretten fehlen Salem (rot) und Salem (gelb) Schachtel zu 1,60 Mark, sowie Norta zu 9,00 Mark,
sehr interessant, was ich von unseren ehem."Klassenfeinden" lese. top Galt Bier überhaupt als Alkohol-Getränk ? War es nicht ein Nahrungsmittel ? Oft wurde mir von Nichtgedienten gesagt, bei der BW lernt ihr nur saufen.
Das weise ich entschieden zurück.
Es grüßt der Hastei
U-Jagdboot Theseus (P6056)
Bordbefehl Nr. 1:
Alkohol im Dienst ist verboten.
Zusatz für unsere bayrischen Besatzungsmitglieder:
Bier ist Alkohol!
Hallo Manfred in meiner Lehre 1961 haben wir eine Besichtigung im VEB Nordbrand Nordhausen gemacht und 2009 war ich das erste mal wieder in der Nordhäuser Traditionsbrennerei.
Hier einige Bilder auch von den Feldbild nahe am Kyffhäuser.Seit dem Jahre 2001 werden jährlich - mit gelegentlichen Unterbrechungen - in der Goldenen Aue am Fuße des Kyffhäusergebirges riesige Bilder in den Ackerboden hineingearbeitet.
Diese für mehrere Monate sichtbaren Kunstwerke entstehen auf einem rund 33 Hektar großen Feldstück etwa zwei Kilometer westlich von Tilleda.
Bild 1+2 die Flasche meinst du bestimmt
Bild 3 -3 von links smutje505(2009)
Hallo Norbert ich habe nur die Zigarettensorten eingestellt die unser Kantinenboss verkauft hat,Er hatte nur Filterzigaretten im Angebot(außer Karo+Casino die waren O/M)so wie deine Salem(wir sagten immer Eisenbahnerzigaretten)
Moin Smut 505,
genau, das ist die Flasche.
Meine Flasche ist mit Inhalt ca 35 Jahre alt.
Beste Grüße
Manfred heinken
Das einzige Bier das während der Dienstzeit offiziell an Bord der Göttingen und Weilheim Mitte der 80er Jahre getrunken werden durfte war das zum Labskaus, man hab ich das Essen geliebt. :-D
Zwei Schachteln Zigaretten pro Tag kenne ich auch, eine Schachtel deutsche Zigaretten haben 1,50 DM gekostete Amerikanische 2,- Mark.
Erzählt wurde bei uns immer eine Story die sich auf einer Fregatte ereignet haben soll. Um die Zigarettenstangen vor der schwarzen Gang zu verbergen, wurde im Deck aus den Stangen eine Stützsäule gebaut, umwickelt und gepönt. Soll solange gut gegangen sein bis sich ein Beamter an die Säule lehnte....
Die Göttingen war im Rahmen der STANAV irgendwann in Hamburg zu Gast und es ging das Gerücht um , dass die schwarze Gang an Bord kommen sollte. Die Frischlinge, besonders die Nichtraucher gerieten in Panik und verschenkten ihre überzähligen Tabakwaren, ein oder zwei Kameraden entsorgten direkt in die Elbe, blöd nur das dann im Freihafen festgemacht wurde. :sonstige_154:
Gruß
Jabo
Zigarettenstangen wurden in leeren 100mm Hülsen gebunkert und nach und nach mit nach hause, oder mit der Post nachhause geschickt.
Ich habe vielen Zigarettenrationen von den Kameraden gekauft das die Jungs wieder flüssig waren.
Bier in großen Mengen war auch kein Problem, bis auf einer Reise ein Uffz. an Land schwimmen ( St. Lorenz Strom) wollte und Mann über Bord ertönte war Schluß, ab da gab es nur noch 2 Flaschen Bier/T.
AAR 51-54 Schulschiff Deutschland 1979-1980.