Hallo, ich habe gerade den Bericht über die neuen russischen Raketenschiffe gelesen. Dazu habe ich eine Frage.
Welche Vorteile haben diese Sternmotoren gegenüber Reihen- oder V-Motoren? Meinem geringen technischen Verstand nach sind Sternmotoren sowohl in der Herstellung, als auch in der Wartung wesentlicher aufwändiger. Der einzige Vorteil, den ich sehe, ist die Größe. Sie erscheinen mir kompakter als andere Motoren. Aber das alleine kanns doch nicht sein.
Gruß
Ralf
moin,
Zitat von: Ede Kowalski am 26 Oktober 2018, 13:05:29
Sie erscheinen mir kompakter als andere Motoren. Aber das alleine kanns doch nicht sein.
Warum nicht ?
Die Konstruktion sah einen Raum x vor, um mit Gasturbinen die Antriebsleistung y zu erzeugen.
Nun hat man, ohne GT, (nur) den Raum x, um die Forderung nach Antriebsleistung y zu erfüllen.
Gruß, Urs
Auf alle Fälle eine interessante Konstruktion . Vom Auto kennt man ja nur einen Reihen- oder V- Motor .... und dabei ist ein Achtzylinder schon gewaltig . Wenn dieser dann sieben mal im Stern verbaut ist , weißte Bescheid :-D
Gruss Sven
Moin,
die 20 Zylinder V in den Schnellbooten waren ja schon eine Hausnummer.
Aber da mal einen Zylinder oder Kolben zu wechseln, sollte mit Bordmitteln möglich gewesen sein!?
Geht das auch bei dem Sternmotor bei den unteren Zylindern? Möglichst noch einer aus den mittleren Reihen?
Gruß Ralf
moin,
Zitat von: Ede Kowalski am 26 Oktober 2018, 21:20:24
die 20 Zylinder V in den Schnellbooten waren ja schon eine Hausnummer.
Aber da mal einen Zylinder oder Kolben zu wechseln, sollte mit Bordmitteln möglich gewesen sein!?
Ja, das habe ich selbst erlebt .. mit einem Techniker-Spitzenteam (Tino kennt den STO)
Gruß, Urs
Richtig, Sternmotoren bauen in Relation zur Leistung ziemlich kompakt. Wenn ich da an die MTU V 16 auf dem Tender denke... deutlich über 2 m hoch und unter den Flurplatten war ja auch noch was, aus der Erinnerung endlos lang - 4 eher 5 m, Breite kann ich schlecht schätzen weil ich den großen Ladeluftkhler vor Augen hab, 2 m zwischen den Zylinderköpfen? (lasse mich gern korrigieren wenn jemand die Daten hat). 2400 PS aus knapp 160 l Hubraum, war auch Basis für Schnellbootmotoren.
Zum Vergleich Sternmotor M 503 A-2 (ua Osa-Klasse): 4000 PS aus 143 l Hubraum, 7x6 = 42 Zylinder, Länge 3,7 m, Höhe/Breite 1,56 m.
(Der Vergleich ist etwas unfair weil der V 16 mit etwas niedrigerer Drehzahl läuft was einerseits einen größeren Hubraum bedingt, andererseits tendentiell die Lebensdauer erhöht)
Der Nachteil ist, dass ein Sternmotor in Wasserfahrzeugen für Wartung oder Reparaturen schwer zugänglich ist und für größere Aktionen ausgebaut werden muss. Finde die Erwähnung im Forum nicht, aber hier:
ZitatAufgrund der räumlichen Enge auf Schnellbooten konnten Wartungs- oder Reparaturarbeiten ,,an Bord" nicht durchgeführt werden. Hierzu musste der Sternmotor in einer Werft ausgebaut werden.
Quelle: https://www.technische-sammlung-hochhut.de/schnellbootmotor-42-zylinder.html (https://www.technische-sammlung-hochhut.de/schnellbootmotor-42-zylinder.html)
Im Forum wurde auch thematisiert, dass die Schnellbootfahrer der VM recht wenige Seestunden hatten. U.a hier: (https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,12520.msg139607.html#msg139607)
ZitatJeder Dieselmotor hatte eine bestimmte Anzahl von Motorenstunden pro Jahr. Und um diese nicht einfach so zu verfahren wurde eben geschleppt.
Ich vermute, der Grund waren die aufwendigen Wartungsarbeiten. Und die knappe Versorgungslage mit Mineralöl, aber dafür kann der Motor ja nix